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Ultrahuman entwickelt Smartring zur Migräne-Vorbeugung

Millionen von Menschen leiden in Deutschland an Migräne. Smartring-Hersteller Ultrahuman kündigt jetzt eine Funktion zur Migränebehandlung für die eigene Smartring-Software an.

Smart Ring Ultrahuman

Migränebehandlung mit digitaler Therapie

Den Ultrahuman Ring Air haben wir bereits vor fast zwei Jahren selbst ausprobiert (hier unser YouTube-Video dazu). Der Smartring bietet Schlaf- und Puls-Überwachung und die Aufbereitung der gemessenen Daten in der zugehörigen App. Hier unterscheidet er sich im Kern nicht von den meisten anderen Smartringen. Was Ultrahuman nun aber als erster anbieten möchte, ist eine gezielte Behandlung für Migräne.

Man geht hier eine Kooperation mit dem Unternehmen Click Therapeutics, das softwarebasierte Behandlungsmethoden entwickelt. Eine Therapie mit dem Namen CT-132 hat im Frühjahr 2025 als erste ihrer Art eine Zulassung der amerikanischen Lebens- und Arzneimittel-Behörde FDA erhalten. CT-132 wird bezeichnet als verschreibungspflichtige, digitale Therapie zur vorbeugenden Behandlung von Episodischer Migräne.

CT-132 soll nun über die freischaltbare Funktion Migraine PowerPlug in die Ultrahuman-App eingebunden werden. In der Pressemitteilung heißt es, man entwickle zusammen den ersten Smartring zur Migränebehandlung.

Wie sieht die Therapie aus?

Wichtig zum Verständnis: Der Ring selbst macht erst mal gar nichts sondern misst weiterhin verschiedene Körperfunktionen. Der optionale Service PowerPlug in der App beinhaltet dann die CT-132-Therapie. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Analysen der Körperfunktionen, Verhaltenstipps und kognitiven Übungen.

Diese Übungen wendet man dann über einen Zeitraum von 12 Wochen täglich an, um die Reizempfindlichkeit des Gehirns zu trainieren und damit die Häufigkeit und Intensität von Migräne-Episode zu reduzieren. In einer Studie, auf die sich Click Therapeutics und Ultrahuman beziehen, wurde ein positiver Effekt dieser Therapieform nachgewiesen.

Da rund 75% der Personen, die unter Migräne leiden, Frauen sind, wird ein zusätzlicher Schwerpunkt auf die Überwachung des monatlichen Zyklus und damit einhergehenden Hormonschwankungen gelegt. Dieser werden bei der Behandlung berücksichtigt, um hier eventuelle Zusammenhänge festzustellen.

Ultrahuman Smartring App gegen Migraene

Kann jeder diese Therapie machen?

Die CT-132-Therapie bzw. Migraine PowerPlug als Teil der Ultrahuman-App soll nach einer Pilotphase ab Anfang 2026 für Nutzer eines Ultrahuman-Smartrings zur Verfügung gestellt werden. Das ist dabei nicht fester Bestandteil der App. Aus der Beschreibung geht hervor, dass es sich um eine verschreibungspflichtige Therapie handelt und entsprechend durch einen Arzt verschrieben werden muss.

Zwar soll die Therapie neben den USA auch ausdrücklich in Europa verfügbar sein. In Deutschland ist sie aber bisher nicht zugelassen. Das wäre aber die Voraussetzung dafür, dass Ärzte sie hierzulande verschreiben oder gar Krankenkassen die Behandlung bezahlen, denn kostenlos wird der Dienst nicht sein. Wie Ultrahuman das plant und ob eine Zulassung abzusehen ist, wurde nicht kommuniziert.

Gibt es Alternativen?

Ultrahuman spricht zwar davon, den ersten Smartring zur Migränebehandlung zu entwickeln. Ähnliche, digitale Therapieformen wie CT-132 gibt es aber bereits. So existiert beispielsweise die deutsche App sinCephalea, für die es ebenfalls ein ärztlich ausgestelltes Rezept braucht, deren Kosten aber von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Der Ansatz ist hier allerdings ein anderer. Hier wird vor allem auf die Ernährung geachtet. Anstatt eines Smartrings trägt man zwei Wochen lang einen Sensor zur Messung des Gewebezuckers. Über die App erfasst man Mahlzeiten und Migräne-Phasen und versucht so, Erkenntnisse über die Ursache der Kopfschmerzen zu gewinnen.

Der Unterschied beim Ansatz von Ultrahuman ist nun, dass hier nicht auf die Ernährung und den Gewebezucker sondern gezielt auf Hirnfunktionen geschaut wird, die man mit den Übungen der App trainieren will.

Migräne adé?

Wie erfolgsversprechend ist die Behandlungsmethode? Man muss festhalten, dass der angekündigte neue Smartring bzw. die Funktionen der Software keine grundsätzlich neuen Behandlungsmethoden bedeuten. Neu ist lediglich die Zusammenstellung dieser Methoden als digitale Therapieform, die nun auch wissenschaftlich durch Studien geprüft und durch eine staatliche Behörde (in diesem Fall die FDA) anerkannt ist. Wie diese Übungen, die man vor allem am Smartphone per App ausführt, genau aussehen, ist uns nicht bekannt. Es ist auch nicht ganz klar, ob es wirklich ein neues Modell des Smartrings geben wird oder wirklich nur die bisherige Software ein Update erfährt. Die Pressemitteilung widerspricht sich da teilweise.

Solche digitalen Therapieformen sind ein spannendes Thema, das auch für uns absolut neu ist. Dass wir an dieser Stelle keine fachmännische, medizinische Einschätzung geben können, sollte klar sein. Sollte die Therapie eine Zulassung erhalten und damit über den Ultrahuman-Smartring auch bei uns nutzbar sein, dürften das sicher einige Patienten zumindest ausprobieren.

Quellen:

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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