Hands-On: Plastik schneiden wie Butter – Ultraschall-Cutter für ~62€ ausprobiert: Das ist unsere Meinung
Wir haben diese Produktvorstellung zum 40Khz-Ultraschall-Cutter nun um ein Hands-On ergänzt. Ihr findet unseren Ersteindruck im Abschnitt oberhalb des Fazits. Falls ihr das Gerät ebenfalls besitzt, schreibt uns eure Erfahrungen dazu in die Kommentare. Viel Spaß beim Lesen!
Harte Supports entfernen ist oft der Endgegner beim 3D-Druck: Ein falscher Knipser, und das Modell bricht oder der Finger blutet. Die Profi-Lösung heißt Ultraschall-Cutter, kostete bisher aber als Markengerät (z.B. Wondercutter) gerne 400 Euro. Selbst Amazon-Klone starten oft erst bei 120 Euro. Doch bei AliExpress gibt es jetzt eine leistungsstarke 40kHz-Alternative für knapp 55 Euro. Warum wir uns das Tool für unsere Bastelprojekte gekauft haben, erfahrt ihr hier.
- 40Khz-Ultraschall-Cutter:
- bei AliExpress für 61,39€ – Gutschein: DESS04
Inhalt
Industrie-Magie für den Hobbykeller
Auf den ersten Blick wirkt das Gerät wie ein klobiges Skalpell am Kabel. Das Geheimnis liegt in der Spitze: Die Klinge aus einer Titanlegierung vibriert 40.000 Mal pro Sekunde (40 kHz). Diese für das Auge unsichtbare Mikrobewegung erzeugt Reibungswärme direkt an der Schnittkante.
Der Effekt ist verblüffend: Die Klinge gleitet durch zähes PLA, PETG oder ABS fast widerstandsfrei. Ihr braucht absolut keine Kraft. Das Drücken, Hebeln und Quetschen, das man von normalen Messern kennt, entfällt komplett.

Besser als Dremel, Cutter & Lötkolben
Warum solltet ihr Geld dafür ausgeben, wenn ihr schon Werkzeug habt? Der Vergleich macht’s deutlich: Gegenüber einem Cuttermesser oder Skalpell punktet der Ultraschall-Schneider durch Sicherheit für das Bauteil, denn immerhin kann man so nicht so einfach abrutschen.

Im Gegensatz zu Cutter, Skalpell oder Seitenschneider gibt es mit einem 40Khz-Cutter an der Schnittstelle auch kaum (oder sogar keinen) Weißbruch. Darunter versteht man kleine weiße Stellen in Folge des Stresses, dem das Material ausgesetzt wird.
Im Vergleich zum Heißmesser (Lötkolben) ist der Schnitt auch viel sauberer, ohne geschmolzene Wülste am Rand und potenziell giftige Dämpfe. Und gegenüber dem Dremel ist der Prozess lautlos und staubfrei.

Nicht nur für 3D-Druck: Ein Tool für alles
Natürlich ist das Entfernen von Support-Strukturen (besonders bei empfindlichen Resin-Drucken) der Hauptgrund für unsere Anschaffung. Aber das Tool kann mehr: Wenn ihr Gehäuse-Modding betreibt, könnt ihr damit mühelos präzise Löcher in hartes ABS schneiden, ohne dass es splittert. Auch Cosplay-Fans und Bastler dürften profitieren, wenn sie EVA-Schaum, Moosgummi oder Leder sauber schneiden können. Übrigens: Auch Plexiglas lässt sich damit (in Maßen) bearbeiten.

Kompakte Technik mit Power
Das hier vorgestellte Modell verzichtet auf eine klobige Basisstation. Die gesamte Technik steckt im Handstück, das per USB-C (12V) mit Strom versorgt wird (eine starke Powerbank oder Netzteil ist Pflicht). Über Tasten am Gerät könnt ihr die Leistung in drei Stufen anpassen – von „Gentle“ für weiche Materialien bis „Strong“ für Carbon-Laminate oder dicke 3D-Drucke. Ein kleines Display zeigt den aktuellen Modus an, und eine LED an der Spitze beleuchtet den Arbeitsbereich.

Achtung, Verletzungsgefahr!
Dieses Werkzeug ist absolut kein Spielzeug. Die Klinge unterscheidet nicht zwischen PLA-Kunststoff und menschlichem Gewebe oder Knochen. Da man beim Schneiden keinen Widerstand spürt, schneidet man sich schneller und tiefer in den Finger, als man blinzeln kann. Arbeitet immer vom Körper weg und mit höchster Konzentration! Zudem darf die Klinge nicht verkantet oder zum Hebeln benutzt werden, da sie durch die Hochfrequenz-Schwingung sonst sofort bricht.

Hands-On: Wie schlägt sich die Ultraschall-Klinge im Erstversuch?
Der Ultraschall-Cutter kommt in einem schicken Karton zu uns und überrascht mit einer gerade in Bezug auf den Preis sehr guten Verarbeitungsqualität. Der Lieferumfang umfasst diverse Ersatzklingen in verschiedenen Stärken sowie Werkzeug zum Klingenwechsel, einen Quick-Start-Guide und ein USB-C-Kabel samt Netzteil.
Apropos Netzteil: Das ist bei uns direkt in einer Schublade verschwunden, da es sich um ein chinesisches Netzteil handelt, für das der Hersteller uns noch einen kleinen Steckdosenadapter mitgeliefert hat. Diesem misstrauen wir allerdings und setzten lieber auf einen 100W-Anker-Charger, der im Makerspace herumfliegt.
Einmal angeschlossen ist die Bedienung selbstredend (siehe Video unten). Der LED-Ring lässt sich durch kurzes Drücken der Powertaste an- und ausschalten. Einzig der so genannte „Chill-Button“ – also der Button vorne am Schaft zum Umschalten zwischen manuellem Modus (Chill-Button muss beim Schneiden gedrückt gehalten werden) und Automatik-Modus (Doppelklick auf den Chil-Button: Ultraschall-Aktivierung, sobald man anfängt zu schneiden) ist ziemlich frickelig in der Bedienung.
Der Stift liegt an sich sonst gerade durch die gummierte Fläche im vorderen Bereich sehr gut in der Hand. Der Schnitt ist absolut präzise und erfordert nur wenig Kraftaufwand. Wer allerdings denkt, die Klinge gleite wie von alleine durchs Material, der irrt.
Wir werden den Ultraschall-Cutter für das Postprocessing nutzen, sobald wir z.B. bei TPU die Stützstrukturen schlecht abbekommen können. Großer Vorteil ist jedenfalls, dass sich keine weißen Streifen beim Schneiden bilden (Weißbruch).
Ultraschall-Cutter: Geniales Upgrade für Maker
Wer regelmäßig an Projekten bastelt, spart mit diesem Tool nicht nur Nerven, sondern wertet auch die Qualität seiner Ergebnisse deutlich auf. Wie gut und sauber ein Schnitt potenziell sein kann, zeigt der Versuch im Video oben. Perspektivisch werden wir den Stift für allerlei Bastelaktionen nutzen. In Sachen 3D-Druck wird er spätestens dann zum Einsatz kommen, wenn sich ein Support mal wieder nicht vernünftig vom Bauteil lösen lassen sollte.
Der Preisunterschied zu den 120€-Geräten auf Amazon ist groß, obwohl die Technik dahinter identisch ist. Für Gelegenheits-Bastler mag es Luxus sein, für ambitionierte Maker ist es auf jeden Fall ein sinnvolles Upgrade.
Quelle(n):
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