Vorsicht beim Laptop-Kauf: Warum ihr bei Chuwi-Notebooks gerade genau hinsehen müsst
Chuwi hatte eigentlich den Ruf, einer der besseren Marken im günstigen Preisbereich für PC und Laptops aus China zu sein. Nach den jüngsten Entwicklungen könnte sich das aber ändern, denn wie zahlreiche Nutzer und deutsche Medien berichten, liegt der Verdacht nahe, dass man nicht ganz ehrlich über die verbaute Hardware war.
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Nutzer fielen Fehler bei den ausgelesenen technischen Daten auf
Erste Anzeichen für das Problem gab es wohl schon vor 3 Monaten in den Bewertungen bei AliExpress. Nutzern fiel auf, dass die auslesbaren Spezifikationen vom Prozessor des CoreBook X 7430U nicht ganz schlüssig sind. So war z. B. die Cache-Menge nicht ganz richtig. Der Vorwurf: Statt des 7430U ist der ältere 5500U verbaut.
Unter dem Kühler befand sich die Bestätigung
Notebookcheck hat sich dann nach den Berichten von chinamobilemag.de das Chuwi CoreBook X geschnappt und einfach mal auseinander gebaut. Nach dem Entfernen des Kühlers erblickte sie dann tatsächlich ein AMD Ryzen 5500U, wo eigentlich ein 7430U sitzen sollte. Die Software wurde vermeintlich also manipuliert, um den Nutzer einen anderen Prozessor vorzugaukeln. Dies geschah nicht nur in Windows, sondern wohl auch im BIOS. In Tests sind verschiedenen Medien bereits Leistungsunterschiede zu vergleichbaren Systemen aufgefallen, die aber durchaus durch andere Faktoren erklärbar gewesen wären. Eine so gravierende Täuschung durch das Gerät, ist auch erstmal nicht zu erwarten. Notebookcheck hat daraufhin Chuwi um Stellungnahme gebeten, die zwar betont haben, das Thema ernst zu nehmen, aber bisher noch keine wirkliche Begründung geliefert haben. Man gibt an, dass es sich um verschiedene Produktionschargen und Restbestände hielte, eine Antwort wie es dazu überhaupt kam wird wohl noch geprüft.
Auch weitere Modelle betroffen
Chuwi hat dann laut Notebookcheck auch unter Androhung rechtlicher Schritte das Medium aufgefordert die Berichte offline zu unternehmen. Ähnliche Aufforderungen, dort wohl noch als Bitten, gingen wohl auch an chinamobilemag.de. Den Aufforderungen und Bitten sind beide berechtigterweise nicht nachgekommen. Notebookcheck hat die Situation aber dazu motiviert weiterzuforschen. Neben dem CoreBook X gibt es auch noch ein CoreBook Plus von Chuwi, welches mit dem Ryzen 5 7430U beworben wird. Dieses hat man im deutschen Handel erworben und auseinander gebaut. Auch hier fand man nicht den 7430U, sondern den älteren 5500U. Von Einzelfällen kann man nach mehreren Berichten von Nutzern und Medien nun also nicht mehr sprechen.
Chuwi muss sich jetzt erklären
Der Ball liegt jetzt bei Chuwi zu erklären, wie es zu dieser vermeintlichen Täuschung kommen konnte. Man könnte dem Unternehmen jetzt vorwerfen das Ganze absichtlich getan zu haben, es bleibt aber abzuwarten, ob sie nicht auch von einem Zulieferer oder Fertiger getäuscht wurden. Dann könnte man ihnen aber zumindest noch mangelnde Kontrolle vorwerfen, was es zumindest einen Müh besser macht, da man so nicht wissentlich falsche Prozessoren beworben hat. Bisher wirkt der Umgang mit der Problematik aber nicht wirklich souverän. Medien zu bitten Berichte mit handfesten Beweisen offline zu stellen und dann noch mit Klagen zu drohen, ist nicht wirklich professionell. Auch bleibt noch zu sehen wie z. B. AMD oder die verschiedenen Shops reagieren. Der Anspruch auf Ersatz oder Rückerstattung wären hier durchaus legitim. Weitere Informationen und die Teardowns der Notebooks findet ihr bei Notebookcheck.
Quelle:
- Notebookcheck (1 | 2)
- Chinamobilemag.de
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