3D Splitter im Hands-On: Zu große 3D-Modelle einfach online zerschneiden?
Ihr habt ein Bauteil, das den Bauraum eures Druckers übersteigt? Dann heißt es: Zerteilen. Bei einfachen Schnitten können da moderne Slicer aushelfen, etwa der Prusa Slicer, der auch gleich Passstifte und Bohrungen liefert. Ansonsten heißt es oft: eine CAD-Software auskramen und die Schnitte selber vornehmen. Auch kostenpflichtige Programme wie Luban oder Split3r können das. Nun geht das aber auch kostenlos bequem über den Browser: Die Lösung heißt „3D Splitter„ und wir haben sie ausprobiert.
Inhalt
Kurzfazit zum 3D Splitter
Der 3D Splitter ist ein genialer Hack für alle, die „mal eben schnell“ ein zu großes Modell drucken wollen, ohne ein CAD-Studium abzulegen. Kostenlos, im Browser und mit cleverem Zick-Zack-Schnitt für mehr Stabilität – das gehört definitiv in die Lesezeichen-Leiste jedes Makers. Aber Vorsicht: Für mechanische Passungen, die möglichst genau sitzen müssen, ist das Tool (noch) nichts. Die fehlende Toleranz-Einstellung sorgt für Spalten, die man bei Deko-Objekten und Cosplay-Props problemlos wegspachteln kann, bei präzisen Funktionsteilen aber nerven.
- Kostenlos & Browserbasiert
- Sehr schnelle Berechnung
- Zick-Zack-Muster & individuelle Achsen
- Runde oder eckige Bohrungen wählbar
- Keine automatischen Passstifte
- Passgenauigkeit nicht 100% (Spaltmaße)
- „Auto Slice“ unzuverlässig
- Keine Warnung bei zu dünnen Wänden
Wer schreibt diesen Test?
Ich bin Thommy und ich begeistere mich für Smart Home, Dashcams & Co. Meine Leidenschaft sind aber FDM 3D-Drucker, seitdem mir meine Frau (natürlich die beste) 2018 einen Anycubic Mega-S geschenkt hat.
3D Splitter – was genau ist das?
Kurz gesagt: Es ist ein Retter in der Not für alle, die sich weder beim Prusa Slicer zuhause fühlen noch CAD-Profis sind oder Geld für Spezialsoftware ausgeben wollen. Normalerweise greifen wir komplexen Schnitten immer zu CAD-Software. Allerdings wird das bei schwierigen Geometrien oder mehreren Schnitten schnell mühselig.
„3D Splitter“ ist ein kostenloses, browserbasiertes Tool, das genau hier ansetzt. Ihr ladet eure STL- oder OBJ-Datei hoch, definiert die Schnitte und ladet die Einzelteile bequem als Zip-Datei herunter. Im Hintergrund werkelt dabei ein Algorithmus, der vor allem eines besser machen will als der simple „Cut“ im Slicer: Die Verbindung der Teile.
3D-Modell teilen mit Zick-Zack-Muster
Warum sollte man eine Webseite nutzen, wenn der Slicer das auch kann? Der Prusa Slicer macht zwar gute Schnitte und setzt Dübel, aber 3D Splitter bietet mehr Flexibilität bei der Schnittform. Statt nur glatt durchzuschneiden (planar), könnt ihr hier zusätzlich auch ein Zick-Zack-Muster wählen. Das erhöht die Klebefläche massiv und sorgt für eine stabilere Verbindung, ähnlich wie bei einer Verzahnung im Holzbau.
Zudem könnt ihr für jede Raumachse (X, Y, Z) separat einstellen, wie oft und wo geteilt werden soll. Das ist Gold wert, wenn man komplexe organische Formen oder runde Grundplatten (wie bei Delta-Druckern) optimal ausnutzen will. Und das Beste: Es kostet nichts, während Konkurrenten wie Luban ein Abo-Modell dafür aufzwingen.
Der Workflow: Vom Upload zum Schnitt
Der Start ist denkbar einfach. Im rechten Menü wählt ihr euren 3D-Drucker aus. Neben ein paar Evergreens von Creality, Anycubic oder Elegoo dominieren hier ganz klar die Drucker von Bambu Lab. Ist euer Drucker nicht dabei, legt ihr einfach eine „Custom Size“ an und gebt euren Bauraum individuell ein.
Die Werkzeugleiste unten bietet die Klassiker: Bewegen, Rotieren, Skalieren. Spannend wird es beim Button „Setup“. Es gibt zwar auch eine „Auto Slice“-Funktion, die hat in unserem Hands-On aber eher unzuverlässig funktioniert, weshalb wir sie schnell ignoriert haben.
Im manuellen Setup könnt ihr dann wählen, entlang welcher Achsen ihr teilen wollt und – ganz wichtig – die „Method“ auf Zick-Zack stellen. Auch die Breite des Musters („Width“) lässt sich justieren. Zusätzlich könnt ihr Bohrungen definieren, wobei ihr die Wahl zwischen runden und viereckigen Löchern habt.
Leider müsst ihr die passenden Stifte dafür aber selber drucken oder besorgen, die generiert das Tool nicht automatisch. Aber auch das zaubert euch jeder moderne Slicer heute auch ohne CAD-Programm dazu.
Praxistest: Air-Hockey-Tisch & Benchy
Wir haben uns den Air-Hockey-Tisch geschnappt, den wir eigentlich im Rahmen des Tests des riesigen Elegoo OrangeStorm Giga gedruckt hatten. Die Datei ist bei Makerworld für Bambu Labs H2-Serie ausgelegt, wir wollten einen Teil davon aber auf den kleinen Bambu Lab A1 Mini (180er Bauraum) bringen. Also: Zick-Zack-Muster rein und zusätzlich ein Loch für einen Passstift definiert.
Und hier kommt das erste Problem: Nach dem Klick auf „Slice Model“ (was fast augenblicklich geschieht), sahen die Teile gut aus. Im Bambu Studio fehlten dann aber plötzlich Wände und Schichten. Offenbar war unsere definierte Bohrung größer als die Wandstärke des Modells. Eine Warnung vom Tool? Fehlanzeige. Im zweiten Versuch ohne Loch hat dann alles reibungslos geklappt.
Aber passt das Ganze nachher auch zusammen? Wir haben zum Gegencheck ein klassisches Benchy in der Z-Achse geteilt (5mm Zick-Zack) und auf dem Bambu Lab X1C gedruckt. Dabei haben wir im Slicer penibel darauf geachtet, dass keine Z-Nähte in den Teilungsflächen liegen, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Das Resultat nach 49 Minuten Druckzeit ist „okay“, aber nicht perfekt. Man sieht einen deutlichen Spalt (Gap) zwischen den Teilen. Das Tool scheint keine Toleranz von 0,1 bis 0,2 mm wegzurechnen, um die Passung „saugend“ zu machen.
Fazit: Der schnelle Helfer fürs Grobe
Der 3D Splitter ist ein geniales Tool für alle, die nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“ leben. Es ist kostenlos, schnell und jederzeit verfügbar. Wer große Cosplay-Teile oder Deko-Objekte druckt, die danach eh gespachtelt und lackiert werden, wird dieses Tool lieben. Für präzise Funktionsteile fehlt es aber noch an Feineinstellungen für die Toleranz. Falls ihr 3D Splitter ausprobiert, schreibt uns gern eure Erfahrungen dazu in die Kommentare
Quellen:
- Eigene Testnotizen
- 3Druck.com
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Kommentare (6)