Test

DJI Romo P2 & A2 im Test: Macht die 2. Generation alles besser?

DJI_ROMO_2_Saugroboter_Produktbild

Mit der zweiten Generation der Romo-Saugroboter wagt DJI den nächsten Angriff auf den Haushaltsmarkt und bringt neue Modelle an den Start. Den Romo P2 sowie den Romo A2 rüstet man hardwareseitig auf und integriert ausfahrbare Wischmopps und eine brachiale Saugkraft.

Technische Daten der DJI Romo 2 Serie (Romo P2 / Romo A2)

Kategorie / ModelleDJI Romo P2 & DJI Romo A2
Saugkraft & Bürstensystem36.000 Pa Saugkraft, DualSweep-Doppelbürsten-Konstruktion (verhindert Haarverwicklungen)
WischfunktionRotierende Wischmopps, ausfahrbarer mechanischer Wischarm (123 Grad Schwingwinkel für Ecken)
Navigation & ObjekterkennungMillimeter-Level-System (Solid-State-LiDAR, 2x Fischaugen-Kamera, ToF-Technik), erkennt Kabel und transparente Objekte, integrierter 2000 cm² Scheinwerfer
HindernisüberwindungDynamische adaptive Beine (einfache Schwellen bis 4 cm, doppelte Stufen bis zu 8,5 cm)
Reinigungsstation (Features)Moppwäsche mit 80 °C heißem Wasser, automatische Staubabsaugung in Beutel, Wassertank-System
Exklusive P2-FeaturesTransparentes Gehäusedesign, UV-Behandlung des Staubbeutels, zweite Kartusche für Reinigungsmitteldosierung
App & Smart HomeDJI App, Matter-Unterstützung, Sprachassistenten, Zwei-Wege-Audio, Kamera-Livebild mit PIN-Sicherung
Sicherheit & DatenschutzAngekündigter lokaler Datenmodus (Offline-Betrieb ohne Cloud-Anbindung, geplant bis Ende 2026)
Preise (UVP / Startangebot)Romo A2: 1.199 € (Start: 1.049 €)
Romo P2: 1.299 € (Start: 1.059 €)
Clean More Combo: 1.349 € (Start: 1.099 €)

Vor- und Nachteile des DJI ROMO 2

  • Brillante, unerreicht präzise Objekterkennung (erkennt sogar sehr flache & transparente Objekte)
  • Deutliche Saugkraft-Steigerung (36.000 Pa) mit verwicklungsfreiem DualSweep-System
  • Ausfahrbarer Wischarm (123°) für verbesserte Ecken- und Kantenreinigung
  • Schwellenüberwindung (bis 4 cm Einzel- / 8,5 cm Doppelschwellen)
  • Geplanter lokaler Datenmodus für autarken Betrieb ohne Cloud-Zwang
  • Besonders leiser Betrieb von Roboter und Absaugstation
  • 80 °C Heißwasser-Moppwäsche & UV-Licht-Desinfektion (beim P2) in der Station
  • Unterstützung für den Matter-Standard und geschützter Live-Kamera-Zugriff
  • Vertrauensvorschuss bezüglich Datenschutz nötig (Sicherheitslücken bei der 1. Generation)
  • Angepriesener Offline-Modus ist aktuell noch nicht verfügbar (geplant bis Ende 2026)
  • Proprietäre Reinigungsmittel-Kartuschen statt frei befüllbarem Tank

Der Elefant im Raum: Wie steht es um den Datenschutz?

Bei der Betrachtung der zweiten Generation von DJI Saugrobotern kommen wir natürlich nicht um das Datenschutz-Problem der ersten Modelle herum. Im Februar 2026 berichteten wir bereits darüber, dass man ohne wirkliche Einschränkungen und Berechtigungen auf die Live-Kamera und die Wohnungskarten aller DJI Saugroboter zugreifen konnte. Ein größerer Sicherheits-GAU ging wohl kaum. Herausgefunden hat dies ein Nutzer, der seinen Saugroboter mithilfe von Claude Code eigentlich nur per Controller steuern wollte und plötzlich viel tiefer im System steckte, als er eigentlich beabsichtigte. Er ging mit diesem fatalen Fehler direkt über das Magazin The Verge an die Öffentlichkeit.

DJI hat diese eklatanten Sicherheitslücken mittlerweile geschlossen und den Finder im Nachhinein über das hauseigene Bug Bounty Programm mit 30.000 US-Dollar belohnt, obwohl dieser für die Meldung nicht den offiziellen Weg gegangen ist. Ärgerlich ist dabei, dass wohl noch eine weitere Sicherheitslücke im Raum steht. Diese wollte The Verge bewusst noch nicht in der Öffentlichkeit bekanntgeben, um erst einmal die Reaktion von DJI abzuwarten. Der letzte Stand ist dort, dass das Unternehmen aktiv an einer Lösung arbeitet.

Klar ist auf jeden Fall, dass so etwas halt einfach nicht passieren darf. Man hat bei DJI aber hoffentlich eine Lektion gelernt und bei der Entwicklung der zweiten Generation deutlich gründlicher auf den Schutz geachtet. Das Unternehmen bekräftigte auf jeden Fall in einem Blogpost, dass sie Sicherheit sehr ernst nehmen, mögliche Zertifizierungen tätigen und Entdecker von Sicherheitslücken ermutigen wollen, ihr bezahltes Bug Bounty Programm zu nutzen.

DJI ROMO 2 von oben

Kommendes Feature macht Bedenken obsolet?

Wen diese Versprechen und Zertifizierungen immer noch zu wenig sind, für den gibt es künftig etwas, was ich schon mehrfach als Wunsch bei anderen Modellen gelesen habe: den Offline-Modus. DJI nennt das System den lokalen Datenmodus, bei dem die Internetverbindung des Roboters gekappt wird.

Der Roboter soll größtenteils so normal weiter funktionieren, Funktionen die eine Cloud-Anbindung benötigen wie das Zugreifen unterwegs oder die Kameraübertragung sind dann aber wohl nicht mehr verfügbar. Weiterhin soll aber die Hinderniserkennung mithilfe der Kamera auch im lokalen Datenmodus funktionieren. Ebenso wie das Wechseln der Karte, wenn man den Roboter z. B. in die zweite Etage trägt und das Steuern per App im lokalen Netzwerk. Wahlweise kann man dann aber auch die Kamera und Mikrofone komplett deaktivieren, muss dann aber wohl Hinderniserkennung leben.

Testen konnten wir den Modus bisher nicht, er soll bis Ende 2026 verfügbar sein. Wenn der Modus dann hält, was er verspricht, wäre es der erste Roboter direkt vom Hersteller, welcher ohne große Kompromisse ohne Internet zurechtkommt.

Millimetergenaue Navigation und transparente Hindernisse

Bereits beim Vorgänger konnte die Objekterkennung absolut überzeugen und auch kleinen Klemmbausteinen oder Papier zuverlässig ausweichen, was den Romo klar von der Konkurrenz absetzte. Bei den neuen Top-Modellen P2 und A2 setzt man nun auf ein Millimeter-Level-Hindernisvermeidungssystem, das ein Solid-State-LiDAR, zwei Fischaugen-Kameras und zusätzliche ToF-Technik kombiniert. Durch dieses Upgrade soll der Roboter laut Hersteller nun sogar transparente Objekte und extrem dünne Kabel erkennen.

Im Praxistest liefert er auch wieder ab und umfährt Objekte mit einer Präzision, an die andere Hersteller bisher nicht herankommen. Lediglich eine Knopfzelle hat er übersehen, was mit ihrer Größe und spiegelnder Oberfläche aber wahrscheinlich auch der ultimative Gegner ist. Unterstützt wird das Ganze durch einen 2000 cm² abdeckenden Scheinwerfer, welcher den Staub auf dem Boden für die Optik sichtbar macht.

DJI ROMO 2 von vorne

Neben der Objekterkennung gibt es aber auch weitere Neuerungen bezüglich der Hindernisüberwindung. Der P2 und der A2 schaffen es dank dynamischer adaptiver Beine nun einzelne Schwellen von bis zu 4 Zentimetern. Trifft der Roboter auf eine doppelte Stufe, packt er noch einmal 4,5 Zentimeter obendrauf und erklimmt somit beachtliche 8,5 Zentimeter.

36.000 pa Saugkraft für mehr Reinigungspower?

Auf der Suche nach den Kernverbesserungen landet man unweigerlich bei der Saugkraft. Der P2 und A2 liefern hier sehr hohe 36.000 pa Saugkraft. Schmutz wird über eine DualSweep-Doppelbürsten-Konstruktion aufgenommen, welche durch ihr spezielles Design lästige Haarverwicklungen komplett verhindern soll.

Wie auch schon beim Vorgänger führen wir einen Härtetest auf einem Teppich durch. Dazu tragen wir 100 g Tierstreu in verschiedenen Stärken und Sand auf den Teppich auf. Während der Vorgänger nur nach mehreren Durchgängen die 80 g Marke überschritten hat, schafft das zweite Modell die 80 g bereits im ersten Durchgang. Damit hat man hier weiterhin nicht das Nonplusultra Ergebnis von Roborock oder Dreame Top-Modellen, aber ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis.

Gründliches Wischen mit rotierenden Wischmopps

Beim Wischen gibt es ebenfalls ein absolut sinnvolles Upgrade in Form eines ausfahrbaren mechanischen Wischarms. Dieser schwingt in einem Winkel von 123 Grad nach außen und deckt so auch tief liegende Ecken ab, was wir in ähnlicher Form durchaus schon vom Mova V70 kennen. In unserem Härtetest beim Wischen liefert der ROMO erwartbare Ergebnisse.

In mehreren Durchgängen entfernt er die eingetrockneten Kaffee- und Kakaoflecken fast vollständig, einige besonders hartnäckige Flecken bleiben aber übrig. Aufgrund der Schwere der Verschmutzung ist das aber erwartbar und vergleichbar mit anderen Modellen.

Erneut mit einer außergewöhnlichen Station

Der Hauptunterschied zwischen dem P2 und dem A2 liegt übrigens primär in der Optik und einzelnen Funktionen, wobei das transparente Design, die UV-Behandlung des Staubbeutels und die zweite Kartusche der Reinigungsmitteldosierung exklusiv dem P2 vorbehalten bleiben. An der Stelle sei auch erwähnt, dass es in China eine zweite Version des ROMO S gibt, welcher aber im Großteil nur ein leichtes Upgrade des ersten Modells ist. Unseren Informationen nach erscheint dieser hier nicht.

DJI ROMO 2 Absaugstation

In der überarbeiteten Basisstation waschen der P2 und A2 ihre Mopps nun mit 80 Grad heißem Wasser. In China gibt es die Station mit klassischen Wassertanks oder als kompakte Festwasser-Variante ohne Tanks, die sich direkt an das heimische Wassersystem anschließen lässt. Für den deutschen Markt begrenzt man sich aber wohl auf die Wassertank-Version. Gesammelter Staub und Schmutz wird über die Absaugstation ihn einen Staubbeutel abgesaugt. Diesen kann man dann gefüllt einfach wegwerfen und kommt nicht in Kontakt mit Staub und Schmutz. Hier kann man auch wieder die Lautstärke des ROMO loben, wie auch schon beim Vorgänger sind Station und Roboter merklich leiser als die Konkurrenz.

App jetzt mit Matter

Die Steuerung und Kartierung erfolgt wie gewohnt über die DJI App, wobei auch eine Sprachassistenten-Unterstützung mit an Bord ist. Ebenfalls vorhanden ist diesmal der Smart-Home-Standard Matter. Weiterhin ist die DJI Home App nicht im Play Store verfügbar und muss über die Website installiert werden.

In der App könnt ihr die Karte einsehen und verschiedene Reinigungseinstellungen anpassen. Zudem könnt ihr die Stationsfunktionen manuell aktivieren.

Es gibt auch die Möglichkeit auf die Kamera des Saugroboters zuzugreifen. Dafür benötigt es eine einmalige Einrichtung, bei der ihr einen Sicherheitspin festlegt. Zur Bestätigung der Einrichtung muss ein Knopf an der Station gedrückt werden. Anschließend könnt ihr jederzeit nach der Eingabe des PIN auf das Livebild zugreifen, Videos aufnehmen und über den Saugroboter „telefonieren“.

DJI ROMO 2 Matter

Fazit: DJI ROMO 2 Top-Feature folgt noch

Bei DJI hat man schon in der ersten Generation mit der Objekterkennung eine klare Stärke gehabt, die man hier natürlich fortführt. Bislang hat es auch noch kein Konkurrent geschafft ein ähnlich zuverlässiges System bei ihren Top-Modellen konsequent einzusetzen. An anderen Stellen hatte DJI beim ersten ROMO noch Potenzial liegen gelassen. Die Saugleistung ist gestiegen, bei Dreame, Mova oder Roborock haben wir schon bessere Systeme gesehen, wir sind hier aber eher bei Feinheiten angekommen. An anderer Stelle bleibt man aber den Reinigungsmittelkartuschen treu und verbaut nicht wie die meisten anderen einen Reinigungsmitteltank. Dafür hat man aber den Schritt über die Schwelle geschafft und ist so bereit für die Altbauwohnung.

Klar ist aber auch, dass man sich mit den Sicherheitsproblemen der 1. Generation Vertrauen verspielt hat, die Probleme aber wohl angegangen ist. Mit dem lokalen Datenmodus verspricht man zudem eine Funktion, welche sich datenschutzbewusste Nutzer seit langem Wünschen. Solange man hier das Versprechen einhält, könnte man sich hier ein starkes Alleinstellungsmerkmal schaffen.

Von reinen Roboter gefiel uns auch im letzten Jahr der ROMO schon sehr gut. Mit den Verbesserungen beim 2. Modell ist der Gesamteindruck auch nochmal besser geworden.  Wo man sich aber komplett falsch platziert hatte, war das Preissegment. Der ROMO P1 startete für 1899€ und war damit eine der teuersten Modelle auf dem Markt. Beim P2 verlangt man in der UVP nun 1299€ und der A2 ist für 1199€ erhältlich. Eine Clean More Combo mit mehr Zubehör ist ab 1349€ verfügbar. Zum Start gibt es zudem ein Angebot, wo die Clean More Combo für 1099€, der P2 für 1059€ und der A2 für 1049€ erhältlich ist. Damit ist man nun deutlich konkurrenzfähiger.

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Fabian

Als Experte für Saugroboter teste ich für China-Gadgets unzählige Modelle auf Herz und Nieren und bin zudem regelmäßig in unserem Podcast "Technisch Gesehen" zu hören. Meine private Leidenschaft gilt neben den smarten Haushaltshelfern vor allem Kopfhörern, Monitoren und PCs.

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