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DJI bringt zweite Saugroboter-Generation: Hat man aus dem Kamera-Sicherheits-GAU des ersten Modells gelernt?

DJI ROMO 2. Generation

Mit der zweiten Generation der Romo-Saugroboter wagt DJI in China den nächsten Angriff auf den Haushaltsmarkt und bringt gleich drei neue Modelle an den Start. Im Fokus stehen dabei primär der Romo P2 sowie der Romo A2, die als echte Nachfolger ins Rennen gehen, während der S V2 eigentlich nur ein kleines Update des ersten Einstiegsmodells darstellt. Der Drohnenhersteller rüstet hardwareseitig gewaltig auf und integriert ausfahrbare Wischmopps, eine brachiale Saugkraft und ein Festwassersystem für die heimische Küche. Auf dem Papier ein absolut starkes Paket, doch ein brisantes Detail aus der jüngsten Vergangenheit wirft einen düsteren Schatten auf den Release.

Vergleich: DJI Romo P2 / A2 vs. DJI Romo S V2

MerkmalRomo P2 / A2Romo S V2
Saugkraft36.000 Pa30.000 Pa
Hindernisvermeidung & NavigationMillimeter-Level-System (Solid-State-LiDAR, 2x Fischaugen-Kamera, ToF-Sensor)
Erkennt transparente Objekte & extrem dünne Kabel
Abgespeckte Sensorik (ohne den präzisen ToF-Sensor)
Bodenbeleuchtung2.000 cm² abdeckender Scheinwerfer macht Staub sichtbarKein Scheinwerfer
BürstensystemDualSweep-Doppelbürsten (spezielles Design verhindert Haarverwicklungen)DualSweep-Doppelbürsten
WischsystemAusfahrbarer mechanischer Wischarm (schwingt im 123 Grad Winkel nach außen)Ausfahrbarer mechanischer Wischarm
KletterfähigkeitDynamisch adaptive Beine: Bis zu 4 cm bei Einzelstufen / bis zu 8,5 cm bei DoppelstufenMaximal 2,5 cm
Station & MoppwäscheHeißwasser-Moppwäsche bei 80 °C
Wahlweise als kompakte Festwasser-Variante (ohne Tanks) oder klassisch erhältlich
Heißwasser-Moppwäsche bei 60 °C
Wahlweise Festwasser-Variante oder klassisch
Modell-Exklusivität (nur P2)Transparentes Design, automatische Reinigungsmitteldosierung
App & SteuerungDJI App, Sprachassistenten-UnterstützungDJI App, Sprachassistenten-Unterstützung
Preis (China)Romo P2: ca. 754 € (5999 Yuan) / Romo A2: ca. 691 €
(Festwasser-Station: ca. 63 € Aufpreis)
ca. 540 €
(Festwasser-Station: ca. 63 € Aufpreis)

Der Elefant im Raum: Wie steht es um den Datenschutz?

Bei der Betrachtung der zweiten Generation von DJI Saugrobotern kommen wir natürlich nicht um das Datenschutz-Problem der ersten Modelle herum. Im Februar 2026 berichteten wir bereits darüber, dass man ohne wirkliche Einschränkungen und Berechtigungen auf die Live-Kamera und die Wohnungskarten aller DJI Saugroboter zugreifen konnte. Ein größerer Sicherheits-GAU ging wohl kaum. Herausgefunden hat dies ein Nutzer, der seinen Saugroboter mithilfe von Claude Code eigentlich nur per Controller steuern wollte und plötzlich viel tiefer im System steckte, als er eigentlich beabsichtigte. Er ging mit diesem fatalen Fehler direkt über das Magazin The Verge an die Öffentlichkeit.

DJI hat diese eklatanten Sicherheitslücken mittlerweile geschlossen und den Finder im Nachhinein über das hauseigene Bug Bounty Programm mit 30.000 US-Dollar belohnt, obwohl dieser für die Meldung nicht den offiziellen Weg gegangen ist. Ärgerlich ist dabei, dass wohl noch eine weitere Sicherheitslücke im Raum steht. Diese wollte The Verge bewusst noch nicht in der Öffentlichkeit bekanntgeben, um erst einmal die Reaktion von DJI abzuwarten. Der letzte Stand ist dort, dass das Unternehmen aktiv an einer Lösung arbeitet.

Klar ist auf jeden Fall, dass so etwas halt einfach nicht passieren darf. Man hat bei DJI aber hoffentlich eine Lektion gelernt und bei der Entwicklung der zweiten Generation deutlich gründlicher auf den Schutz geachtet. Das Unternehmen bekräftigte auf jeden Fall kürzlich in einem Blogpost, dass sie Sicherheit sehr ernst nehmen, mögliche Zertifizierungen tätigen und Entdecker von Sicherheitslücken ermutigen wollen, ihr bezahltes Bug Bounty Programm zu nutzen.

Millimetergenaue Navigation und transparente Hindernisse

Bereits beim Vorgänger konnte die Objekterkennung absolut überzeugen und auch kleinen Klemmbausteinen oder Papier zuverlässig ausweichen, was den Romo klar von der Konkurrenz absetzte. Bei den neuen Top-Modellen P2 und A2 setzt man nun auf ein Millimeter-Level-Hindernisvermeidungssystem, das ein Solid-State-LiDAR, zwei Fischaugen-Kameras und zusätzliche ToF-Technik kombiniert. Durch dieses Upgrade soll der Roboter laut Hersteller nun sogar transparente Objekte und extrem dünne Kabel erkennen.

DJI ROMO 2. Generation Erkennung

Unterstützt wird das Ganze durch einen 2000 cm² abdeckenden Scheinwerfer, welcher den Staub auf dem Boden für die Optik sichtbar macht. Beim günstigeren S V2 fehlt dieser Scheinwerfer und auch auf den präzisen ToF-Sensor müsst ihr hier verzichten. Die Steuerung und Kartierung erfolgt wie gewohnt über die DJI App, wobei auch eine Sprachassistenten-Unterstützung mit an Bord ist.

36.000 pa Saugkraft und ausfahrbarer Wischarm

Auf der Suche nach den Kernverbesserungen landet man unweigerlich bei der Saugkraft. Während der kleine S V2 nun auf ordentliche 30.000 pa kommt, preschen der P2 und der A2 mit wahnwitzigen 36.000 pa Saugkraft nach vorne. Hier bin ich mal gespannt, ob DJI damit endlich die Leistungslücke zu etablierten Platzhirschen wie Roborock, Dreame oder Mova schließen kann. Schmutz wird über eine DualSweep-Doppelbürsten-Konstruktion aufgenommen, welche durch ihr spezielles Design lästige Haarverwicklungen komplett verhindern soll.

DJI ROMO 2. Generation Saugen

Beim Wischen gibt es ebenfalls ein absolut sinnvolles Upgrade in Form eines ausfahrbaren mechanischen Wischarms. Dieser schwingt in einem Winkel von 123 Grad nach außen und deckt so auch tief liegende Ecken ab, was wir in ähnlicher Form durchaus schon vom Mova V70 kennen. Der Hauptunterschied zwischen dem P2 und dem A2 liegt übrigens primär in der Optik und kleinen Details, wobei das transparente Design und die automatische Reinigungsmitteldosierung exklusiv dem P2 vorbehalten bleiben.

DJI ROMO 2. Generation Wischen

Kletterkünstler mit heißer Moppwäsche

Eine wirklich spannende Innovation versteckt sich im Fahrwerk der teureren Modelle. Der P2 und der A2 überwinden dank dynamischer adaptiver Beine nun einzelne Schwellen von bis zu 4 Zentimetern. Trifft der Roboter auf eine doppelte Stufe, packt er noch einmal 4,5 Zentimeter obendrauf und erklimmt somit beachtliche 8,5 Zentimeter, während der S V2 bei 2,5 Zentimetern aufgibt. Das ist schon ein echtes Highlight für verwinkelte Wohnungen.

DJI ROMO 2. Generation Klettern

In der überarbeiteten Basisstation waschen der P2 und A2 ihre Mopps nun mit 80 Grad heißem Wasser, was eine deutliche Steigerung zu den 60 Grad des S V2 darstellt. Wahlweise bekommt ihr die Station mit klassischen Wassertanks oder als kompakte Festwasser-Variante ohne Tanks, die sich direkt an das heimische Wassersystem anschließen lässt. Durch den Verzicht auf die Tanks lässt sich dieses Modell hervorragend in Küchenschränke einbauen, was durchaus praktisch ist.

Starke Hardware, gute China-Preise, aber noch offene Fragen

In China ruft DJI für den Romo P2 einen Preis von 5999 Yuan auf, was umgerechnet etwa 754 Euro entspricht. Der A2 liegt bei rund 691 Euro und der S V2 startet bei circa 540 Euro. Wollt ihr die superflache Festwasser-Station ohne Tanks, müsst ihr knapp 63 Euro Aufpreis einplanen. Auf den ersten Blick ist das für diese absurde Hardware-Ausstattung ein mehr als fairer Deal, doch wir kennen leider die europäische Preispolitik des Drohnen-Giganten.

Die erste Generation startete bei uns mit 1899 Euro für das P-Modell, was schlichtweg astronomisch ist. Selbst wenn DJI nun technisch zu der starken Konkurrenz aufschließt, wird man mit derart hohen Startpreisen vermutlich mal wieder deutlich über den aktuellen Top-Modellen von Roborock und Co. liegen. Die verbesserte Saugkraft und die geniale Kletterfunktion sind sicherlich starke Argumente, aber die noch offene Datenschutz-Thematik bleibt ein massives Manko. Sollte man gespannt auf den Deutschland-Release warten? Meiner Ansicht nach nur, wenn DJI die Software endgültig wasserdicht macht und den Preis spürbar an die Realität des Marktes anpasst.

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Fabian

Als Experte für Saugroboter teste ich für China-Gadgets unzählige Modelle auf Herz und Nieren und bin zudem regelmäßig in unserem Podcast "Technisch Gesehen" zu hören. Meine private Leidenschaft gilt neben den smarten Haushaltshelfern vor allem Kopfhörern, Monitoren und PCs.

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