Kino für unterwegs: Akku-Projektor Wanbo ToGo Pro für 260€
Wanbo ist für preis-leistungs-technisch sehr gute Beamer bekannt und arbeitet seit Jahren daran, die Modelle immer weiter zu entwickeln. Im Mai 2025 mündet das im Wanbo ToGo Pro, ein spannendes Modell mit Akku, neigbarer Projektion dank Aufhängung und automatischer Bildanpassung. Vielleicht genau das Richtige zur Fußball-Weltmeisterschaft? Wir haben den Beamer ausprobiert.
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Inhalt
Technische Daten
| Modell | Wanbo ToGo Pro |
| Typ | LED |
| Auflösung | 1080p / Full HD |
| Bildformat | 16:9 |
| Bilddiagonale | 40-120“ |
| Helligkeit | 500 ANSI Lumen |
| Kontrast | 2500:1 |
| Anschlüsse | HDMI, USB-A, Audio |
| Maße | 166*159*230 mm |
| Gewicht | 2,6 kg |
| Lautsprecher | 1x 8W |
Äußerlich typisch Wanbo
Bei der Designsprache bleibt sich Wanbo treu. Der ToGo Pro knüpft nahtlos an die vielen Vorgängermodelle an und ein Wiedererkennungswert der Marke ist definitiv gegeben. Nicht, dass es ähnliche Designs nicht auch bei anderen Hersteller gäbe, aber Wanbo ist hier bis auf wenige Ausnahme bei einer Linie geblieben und macht Beamer genau so schon ziemlich lange.
Das heißt : Hohes, vertikales Format anstatt ein klassischer, flacher Projektor; stark abgerundete Kanten und Ecken; keine Tasten am Beamer selbst und die Anschlüsse oben an der Rückseite. Hinzu kommt ein für Wanbo ebenfalls typisches, schwarzes Element an der Front, in dem die Linse sitzt.
Die fest mit dem Projektor verbundene Aufhängung, durch die die Projektion geneigt werden kann, kennen wir mittlerweile von unzähligen anderen Projektoren. Möglich geworden ist das, weil die automatische Bildkorrektur mittlerweile deutlich besser geworden ist, sodass man bei diagonaler Projektion nicht mehr viel manuell nachjustieren muss. Wie gut das beim ToGo Pro funktioniert, dazu kommen wir später noch.
Die letzte Auffälligkeit ist eine Trageschlaufe aus Kunstleder. Die halte ich ehrlich gesagt immer eher für überflüssig; dass man den Beamer jetzt mal wirklich daran umherträgt, obwohl man ihn auch so mit einer Hand problemlos halten kann, kommt dann doch selten genug vor. Es ist vielleicht auch das erste Mal, dass ich eine Kombination aus Aufhängung und Trageschlaufe sehe. Vielleicht ist es auch ein bewusst gewähltes Designelement, dass den Namen unterstreichen soll: ToGo („to go“) heißt eben auch, dass der Beamer für unterwegs gedacht ist.
Helligkeit auf Kosten des Akkus
Wir bekommen hier Full-HD-Auflösung, also 1920 x 1080p – vollkommen normal in diesem Preisbereich, in dem an 4K noch nicht zu denken ist.
Wichtiger sind Helligkeit und Kontrast. Letzterer wird hier mit 2500:1 angegeben und die „Schwarzwerte“, sofern man hier überhaupt davon sprechen kann, sind für ein Modell unter 300 Euro voll in Ordnung. Wirkliches Schwarz erreicht man hier natürlich nicht und mehr als alles andere ist die Qualität vom Umgebungslicht abhängig.
Die Helligkeit der Projektion wird nämlich mit 500 ANSI Lumen angegeben, was selbst für die Preisklasse des Wanbo ToGo Pro eher wenig ist. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein verbauter Akku im Beamer verträgt sich nie mit besonders hoher Helligkeit, da diese die Batterielaufzeit massiv reduzieren würde. Den Kompromiss muss man eingehen.
An der Stelle erleidet der Wanbo ToGo Pro das gleiche ein Stück weit ironische Schicksal aller sogenannter „mobilen“ Projektoren. Um auch im Freien eingesetzt werden zu können, gibt es einen Akku. Damit der aber länger als nur eine halbe Stunde hält, muss die Helligkeit eben heruntergeschraubt werden, was dazu führt, dass man eigentlich nur Nachts und bei vollständiger Dunkelheit wirklich etwas mit dem Beamer anfangen kann. Was okay ist, man sollte sich dessen nur bewusst sein. Wenn ich im Zimmer die Jalousien schließe, ist die Helligkeit durchaus noch ausreichend; Nachts gilt das sowieso. Und das eigentliche Anwendungsszenario ist sicherlich Abends auf dem Zeltplatz oder im eigenen Garten, wo man nicht mehr als ein gespanntes Bettlaken oder eine mobile Leinwand braucht, um ein kleines Outdoor-Kino aufzubauen. Hier genügen die 500 ANSI Lumen vollkommen und das Bild ist gestochen scharf.
Direkt damit zusammen hängt auch die Größe der Projektion. Während man eine Bilddiagonale von bis zu 200 Zoll verspricht, ist die Empfehlung nur maximal 120 Zoll. In den meisten Wohnzimmern sind 120 Zoll auch deutlich realistischer. Gerade bei geringer Helligkeit der Leuchten verzichtet man auch gerne auf ein paar Zoll, wenn weniger Streuung des Lichts effektiv ein helleres Bild bedeutet. Hier gilt das Gleiche wie oben: Bei ausreichender Dunkelheit spielt es kaum eine Rolle und man kann auch ein großes Bild auf dem ToGo Pro genießen.

Sehr gute Bildkorrektur
Der Projektor kann in der Aufhängung um volle 360 Grad geneigt werden. Damit kann man das Bild auch senkrecht an die Decke werfen. Die Projektion „kopfüber“ nach hinten ist ein wenig überflüssig, da man den ToGo Pro dafür auch einfach umdrehen könnte, aber wir wollen an dieser Stelle mal nicht zu pingelig sein.
Wichtig ist dabei, dass das Bild entsprechend angepasst wird, da es sich bei schräger Projektion an die Wand natürlich verzerrt. Die Technologie nennt Wanbo ASA 3.0 und sie funktioniert hier wirklich sehr gut. In wenigen Sekunden werden Bildschärfe und das Format angepasst. Bis auf wenige Ausnahmen gelingt das auch sehr gut und ich musste so gut wie nie manuell nachjustieren.
Alle Streaming-Apps mit an Bord
Auf dem Beamer ist Google TV auf Basis von Android 14 installiert. Das ermöglicht es, das Gerät ohne externen Zuspieler zu benutzen. Beim ersten Start muss man das System einrichten, was ein paar Eingaben erfordert, aber größtenteils automatisiert abläuft. Wer mag, nutzt den eigenen, bestehenden Google Account, um die Einrichtung per Smartphone in kürzester Zeit abzuschließen.
Google TV bringt dann natürlich Vorteile mit sich, allen voran der umfangreiche App-Support. Sämtliche wichtigen Streaming-Apps werden unterstützt, auch Netflix ist mit dabei. Die Zeiten, in denen der Support speziell für Netflix auf den meisten Beamern fehlte, sind glücklicherweise vorbei. Auch YouTube ist von Anfang an installiert und sucht man weitere Apps, findet man diese im Playstore. Chromecast wird unterstützt.
Interessant ist, dass es den Beamer in zwei unterschiedlichen Speicherkonfigurationen gibt. Wahlweise stehen 1 oder 2 GB an Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der einzige nennenswerte Unterschied soll sein, dass das 2-GB-Modell auch die Wiedergabe von 4K mit 30Hz unterstützt, was auf einem Full-HD-Gerät ohnehin kein so großes Thema ist.
Sound okay – Lüfter flüsterleise
Der 8-Watt-Lautsprecher ist sicher nicht die Stärke des Beamers. Er liefert einen ordentlichen Sound und liegt voll im erwartbaren Bereich für einen portablen Akku-Beamer; erwartet hier aber keine musikalischen Hochgenüsse. Entgegen der Beschreibung des Herstellers empfinde ich auch den Bass nicht als besonders kraftvoll. Das soll ihn auch nicht schlechter machen, als er ist, ich will nur die Erwartungen dämpfen. Optional kann man aber auch einfach einen externen Lautsprecher anschließen oder per Bluetooth verbinden.
Sehr gut ist außerdem der sehr leise Lüfter. Der wird mit 27-28 dB beschrieben, was weniger ist als bei vielen anderen. In der Praxis nimmt man den Lüfter wirklich kaum wahr – sehr gut, kein störendes Rauschen beim Serien Schauen. Alles in allem ist das „Klangerlebnis“ beim Schauen von Videos auf dem Beamer damit gut.
Akku pro und kontra
Zunächst bedeutet ein Akku Flexibilität. Egal wo man sich befindet und ob gerade eine Steckdose in der Nähe ist, den ToGo Pro kann man einfach aufstellen und einschalten – vorausgesetzt der Akku ist aufgeladen. Die Kapazität wird hier mit 99Wh angegeben und der Hersteller verspricht bis zu 2 Stunden Laufzeit. Im sogenannten „Eco Mode“ sollen sogar bis zu 3,5 Stunden drin sein. Eco Mode bedeutet einfach eine nochmals reduzierte Helligkeit.
In der Praxis ist es dann aber so, dass man oft keinen 2 Stunden langen Film schauen kann. Ihr müsst den Beamer einschalten und einrichten, was im einfachsten Fall heißt, eine Videodatei von einem Speichermedium abzuspielen. Eventuell braucht ihr aber auch einen Hotspot, mit dem ihr den Beamer per WLAN verbinden müsst, um streamen zu können. Durch Netflix scrollen und erst nach dem passenden Film für den Abend suchen? Das nimmt Zeit von der Uhr. Zwischendurch wird vielleicht jemand den Film pausieren, vielleicht wollt ihr auch mal fünf Minuten zurück spulen. Der Ton ist zu leise? Auch den Ton lauter aufzudrehen verbraucht mehr Energie.
Selbst, wenn der Akku wirklich zu 100% aufgeladen war, schafft der ToGo Pro nur unter idealen Bedingungen einen 120-Minuten-Film. Und man will ja auch nicht beim Filme-Schauen durchgehend die Sorge haben müssen, dass der Beamer sich zehn Minuten vor Schluss während des spannenden Finales auf einmal ausschaltet. Oder beim Elfmeterschießen nach der Verlängerung. Plötzlich passiert das natürlich nicht; der Beamer warnt euch, wenn der Akkustand niedrig sein sollte.
Das alles ist nicht alleine das Problem des Wanbo ToGo Pro. Das gilt genau so für jeden anderen Akku-Beamer. Aber wirklich im reinen Akkubetrieb Filme und Serien zu schauen halte ich persönlich in fast allen Situationen zumindest nicht für ideal. Der Vorteil ist da schon eher, dass man den Beamer auch mal umstellen und dabei vom Strom nehmen kann, ohne ihn abzuschalten. Oder ihr habt ein Setup auf dem Zeltplatz aufgebaut, wo Mini-Kühlschrank, Ventilator und Beamer alle an einer Powerstation hängen. Deren Akku ist auf einmal leer? Der Beamer läuft dann erstmal weiter. Gleiches gilt bei einem Stromausfall.
Und es muss ja auch kein Epos mit Überlänge sein, das man auf dem ToGo Pro schaut. Um vor dem Zelt ein, zwei Stunden lange YouTube oder Netflix laufen zu lassen, auf einer Feier die selbst aufgenommene Glückwunsch-Videos abzuspielen oder doch spontan den Kinoabend in den Garten zu verlegen, ist er perfekt geeignet. Und es steht ja auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vor der Tür…
Solider Akku-Projektor
Als mobiler Beamer gefällt mir der Wanbo ToGo Pro sehr gut. Die Helligkeit ist ausreichend, wenn man weiß, was einen erwartet und man entsprechend plant, wo und bei welchen Lichtverhältnissen man den Projektor nutzen möchte. Der Akku gibt ihm eine gewisse Flexibilität. Dank Google TV kann man den Beamer einfach als selbstständige Streaming-Plattform benutzen. Der Lüfter ist erfreulich leise. Einzig der Lautsprecher ist für mich nur Mittelmaß.
Hätte man den Akku einfach weggelassen und dafür entweder hellere LEDs verbauen oder den Preis noch niedriger ansetzen können? Vielleicht, aber genau das Modell hat man im vergangenen Jahr mit dem Wanbo T2 Ultra herausgebracht. Da macht es vielleicht Sinn, hier nun in eine andere Richtung zu gehen, und die Kritik ist an einem Beamer, der ausdrücklich als portables Modell konzipiert ist, irgendwo auch fehlplatziert. Für den Anwendungszweck, für den er gedacht ist, ist der Wanbo ToGo Pro genau richtig.
Schreibt gerne in die Kommentare, ob ihr das anders seht und Szenarien kennt, in denen ein Beamer mit Akku ideal ist.
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