E-Scooter mit 4400-Watt-Motoren und Straßenzulassung – Navee XT5 Ultra für 1499€
Wenn man nach den größten und ausdauerndsten E-Scooter sucht, die man in Deutschland noch legal fahren darf, kommt man auch um Navee nicht herum. Mit dem XT5 Ultra hat man ein echtes Schwergewicht im Sortiment – sowohl in Sachen Reichweite als auch tatsächliches Gewicht.
- Navee XT5 Ultra
- bei Navee für 1499€
Inhalt
Technische Daten
| Maximale Reichweite | 90 km (75,5 km bei 22 km/h) |
| Maximale Geschwindigkeit | 20 km/h |
| Maximales Transportgewicht | 150 kg |
| Batterie | 899 Wh |
| Motorleistung | 500 W Nennleistung / 4400 W Höchstleistung |
| Eigengewicht | 38,6 kg |
| Abmessungen | 1360 x 627 x 1400 mm |
| Abmessungen (zusammengeklappt) | 1360 x 627 x 655 mm |
| Preis | 1499€ UVP |
Das Zeitalter der E-Scooter-Schwergewichte
Xiaomi hat den Xiaomi Scooter 6 Ultra, Ninebot den GT3 D und Navee hat den XT5. E-Scooter mit großem Akku für große Reichweite, großem Rahmen mit guter Stoßdämpfung und einem Gewicht, das an der 40-Kilo-Grenze kratzt. Hier steht nicht mehr die Kompaktheit und Leichtheit im Vordergrund, die einen E-Scooter eigentlich ausmachen. Die Fahrzeuge sind vielmehr Ersatz für E-Bike oder sogar Elektroroller.
Der Navee XT5 Ultra ist das größte Modell der XT5-Reihe, die bereite Ende 2025 vorgestellt wurde und seit 2026 erhältlich ist. Daneben gibt es das Basismodell XT5 und den XT5 Max, der sogar noch eine höhere Reichweite bietet. Die Stärke des XT5 Ultra sind hingegen seine zwei Motoren und die damit noch bessere Geländetauglichkeit.
4400 Watt Motorleistung
Die maximal erlaubte Nennleistung für einen E-Scooter sind 500 Watt – die überschreitet auch der XT5 Ultra nicht. Genau genommen ist sogar von zwei Motoren mit jeweils 250 Watt die Rede. Die Maximalleistung beider Motoren zusammen liegt aber bei wahnwitzigen 4400 Watt. Das ist gleich aus mehreren Gründen schon beinahe absurd.
Erstens liegt es weit über dem, was selbst die leistungsstärksten E-Scooter sonst auf die Straßen bringen. 1000 Watt sind keine Seltenheit mehr, aber viel mehr sieht man selten. Davon abgesehen hat das aber ja auch einen Grund, denn so viel Leistung ist besonders bei einem Scooter, der kaum schneller als 20 km/h wird, meistens überflüssig. Immerhin: Laut Hersteller erreicht der E-Scooter auch 22 km/h und reizt damit die erlaubten 10% Toleranz aus.
Für die Beschleunigung braucht man es jedenfalls nicht. Ich erinnere mich, dass mich die Boost-Funktion des Ninebot Max G3 D regelmäßig beim Anfahren fast vom Scooter geworfen hat – und dessen Motor ist weniger als halb so stark wie hier. Dafür glänzt der XT5 Ultra natürlich am Hang und soll Steigungen bis zu 45% erklimmen können.
Gut gefedert, starke Bremsen
So viel Power braucht auch ausreichend gute Bremsen. Hier bekommt man 130-mm-Scheibenbremsen an beiden Reifen und eine zusätzliche Elektronische Bremse. Die vorgeschriebene Beleuchtung ist natürlich ebenfalls an Bord und man bekommt hier sogar einen besonders hellen 9-Watt-Scheinwerfer. Im Lenker befinden sich an beiden Enden Blinker.
Was den Roller sonst noch ausmacht, ist natürlich auch die Federung der 12 Zoll großen, schlauchlosen Reifen. Navee nennt es eine „Doppel-Dämpfungsarmaufhängung“ mit 60 mm Federweg am Vorder- sowie Hinterrad. Die gute Federung bei Navees Top-Modellen war schon in der Vergangenheit etwas, das uns bei Probefahrten immer sehr positiv aufgefallen ist.
In Kombination mit dem Motor sorgt die Federung für einen E-Scooter, der sogar im Gelände abseits befestigter Straßen zurecht kommen dürfte.
Ordentlich Reichweite
Bleibt noch die Reichweite – immer ein kompliziertes Thema bei E-Scooter, denn Herstellerangaben und Realität liegen oft weit auseinander. Navee macht immerhin zwei verschiedene Angaben. 90 Kilometer soll der XT5 Ultra schaffen, diese aber nur bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h. Fährt man durchgehend mit den maximal möglichen 22 km/h, sollen 75 Kilometer realistischer sein.
Die Erfahrung zeigt uns, dass selbst das in den wenigsten Situationen funktioniert. Das Gewicht des Fahrers (hier sind übrigens bis zu 150 kg möglich) und die Fahrweise haben einen großen Einfluss darauf, wie weit man wirklich kommt. Auf den letzten Prozent lässt die Motorleistung außerdem bereits nach, sodass man den Akku faktisch nie komplett „leer fahren“ wird.
Dennoch ist es ein überdurchschnittlich großer Akku mit einer Reichweite, die für eigentlich alle Einzelstrecken locker ausreicht. Wer den Roller zum Pendeln benutzt, wird entsprechend selten laden müssen. Das dauert bei ganz entladenem Akku übrigens 5 bis 6 Stunden.
Ein E-Scooter für extreme Ausnahmefälle
Das Datenblatt klingt beeindruckend, am Ende stellt sich aber die Frage, für wen so ein großer E-Scooter überhaupt gedacht ist. Das Gewicht beträgt 38,6 kg, das muss ich eigentlich schon gar nicht mehr kommentieren. Das ist kein E-Scooter, den man trägt, auch wenn er sich natürlich zusammenklappen lässt. Eine ebenerdige Parkmöglichkeit ist beinahe Pflicht.
Meine persönliche Sichtweise ist, dass es kaum gute Gründe gibt, sich so einen E-Scooter zuzulegen. Er ist extrem schwer, lässt sich dadurch extrem umständlich tragen; er ist mit über 1,3 m Länge auch alles andere als klein; er fährt als E-Scooter mit ABE in Deutschland trotz seines Super-Motors nur 20 km/h und kostet bei alledem aber 1500 Euro. Wo sind da noch die Vorteile zu einem E-Bike?
Dass Navee aber auch Extreme kann, hat man ja vor Kurzem erst mit einem eigenen, fliegenden Schnellboot für 200.000 Euro bewiesen.
Wenn ihr das anders seht, teilt das gerne in den Kommentaren. Der Navee XT5 Ultra ist ein auf dem Papier beeindruckender E-Scooter und dem Hersteller haben wir bisher grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht, aber als klassischen E-Scooter kann man ihn kaum noch bezeichnen. Wofür würdet ihr ihn benutzen?
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