10 Jahre ohne Kabel: Wie der Sensy-One AirBee das größte Problem smarter CO2-Sensoren löst
Wer in seinem Smart Home verlässlich die Luftqualität überwachen will, greift oft zu Batterie-Geräten, die den CO2-Wert über flüchtige Gase (VOC) nur grob schätzen. Will man es genauer wissen, nutzt man NDIR-Sensoren. Da diese verhältnismäßig viel Strom verbrauchen, müssen sie eigentlich permanent an einer Steckdose hängen. Eigentlich. Hersteller Sensy-One will dies nun mit dem „AirBee“ ändern. Der winzige CO2-Sensor funkt wahlweise über Zigbee oder Bluetooth direkt in Home Assistant und verspricht eine beispiellose Batterielaufzeit von mindestens 10 Jahren! Wie der Sensor konkret aufgebaut ist und wie er im Vergleich zu Budget-Optionen dasteht, lest ihr hier.
- Sensy-One AirBee CO2-Sensor:
- bei Sensy-One für 138,90€ (EU-Versand)
Inhalt
Technische Daten: Das steckt im langatmigen CO2-Messer
| Feature | Sensy-One AirBee |
| CO2-Sensor | Senseair Sunrise (echte NDIR-Technologie) |
| Zusätzliche Sensoren | Sensirion SHT45 (Temperatur/Feuchte) & Bosch BMP581 (Luftdruck) |
| Messintervall | Alle 5 Minuten |
| Konnektivität | Umschaltbar zwischen Zigbee 3.0 und Bluetooth LE (BTHome) |
| Smart-Home-Plattformen | Home Assistant (ZHA, Zigbee2MQTT), Homey Pro |
| Stromversorgung | 1x SAFT LS17500 Batterie (3.6 V, 3.600 mAh, wechselbar) |
| Batterielaufzeit | Mindestens 10 Jahre (Herstellerangabe) |
| Abmessungen | 65 × 60 × 25 mm |
Kein Kabel, kein Display – purer Fokus auf echte Messwerte
Der AirBee ist ein klassisches „Set-and-Forget“-Gadget. Er besitzt kein Display und die kleine Status-LED bleibt im normalen Betrieb komplett ausgeschaltet, um Strom zu sparen. Optisch präsentiert er sich als unscheinbare, weiße Box (65 × 60 × 25 mm) mit ein paar Lüftungsschlitzen.
Die eigentliche Sensation verbirgt sich auf der Platine: Für die CO2-Messung kommt ein optischer Senseair Sunrise Sensor mit echter NDIR-Technologie zum Einsatz. Er misst die Konzentration nicht anhand von flüchtigen organischen Verbindungen (wie es VOC-Sensoren tun), sondern ermittelt den tatsächlichen Kohlendioxid-Wert im Raum.
Zwei weitere Premium-Sensoren von Sensirion und Bosch sollen hochpräzise Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck liefern. Ziemlich cool: Der Luftdruck wird intern verrechnet, um die CO2-Messung zu kompensieren und noch genauer zu machen. Der Sensor kalibriert sich automatisch im Hintergrund, lässt sich bei Bedarf aber auch manuell an der frischen Luft eichen.
Offline-Freiheit: Zigbee oder Bluetooth für Home Assistant
Ein Traum für Bastler: Der AirBee funkt komplett ohne Hersteller-App oder Cloud-Account. Über einen Knopf am Gerät wählt ihr aus, ob der Sensor per Zigbee oder per Bluetooth LE (im praktischen BTHome-Format) funken soll. In Home Assistant verspricht Sensy-One zudem eine nahtlose Einbindung über ZHA oder Zigbee2MQTT.
Wichtig für euer Netzwerk: Da das Gerät extrem auf Energiesparen getrimmt ist, fungiert es im Zigbee-Mesh ausschließlich als Endgerät. Er leitet also keine Signale weiter und verstärkt euer bestehendes Funknetz nicht.
Die versprochenen 10 Jahre Batterielaufzeit sind natürlich eine rechnerische Prognose des Herstellers. Bei einem Messintervall von fünf Minuten ergaben Tests jedoch einen extrem geringen durchschnittlichen Stromverbrauch von nur 14,74 µA (Zigbee) bzw. 12,44 µA (Bluetooth). Mit der beiliegenden Industrie-Batterie (SAFT LS17500) wirkt ein jahrelanger, wartungsfreier Betrieb also absolut plausibel.
Die o.g. Messwerte sind schon beeindruckend. Da stellt sich direkt die Frage an euch: Wäre euch die 10-Jahres-Batterie den Aufpreis wert, oder vertraut ihr bei euren CO2-Messungen lieber auf günstige Geräte mit Display am Stromkabel? Ab in die Kommentare! 🙂
Günstigere Optionen: SwitchBot und Qingping für den schmalen Geldbeutel
Mit knapp 140 Euro ist der AirBee ein Premium-Produkt für eine sehr spitze Nische (Schlafzimmer oder Badezimmer ohne Steckdose). Wenn euch das zu teuer ist, gibt es zwei deutlich günstigere Alternativen:
1. Qingping Air Monitor Lite (ca. 70€ bis 90€): Der Verkaufsschlager aus dem Xiaomi-Ökosystem! Er misst CO2 ebenfalls per NDIR, funkt über Wi-Fi und Bluetooth (Apple HomeKit & Mi Home) und besitzt ein schickes OLED-Display. Er muss mangels Akkukapazität jedoch dauerhaft an ein USB-C-Kabel.

2. SwitchBot Meter Pro CO2 (ca. 70€): Unsere aktuelle Budget-Empfehlung (hier geht es zum Test) misst echtes CO2, hat ein riesiges Display und funkt via Bluetooth in Home Assistant. Mit zwei normalen AA-Batterien hält er immerhin bis zu ein Jahr durch, lässt sich bei Bedarf aber auch per USB-C betreiben.
Einschätzung: Heiliger Gral für das smarte Schlafzimmer?
Für Smart-Home-Nerds, die ihre Automationen über Home Assistant oder Homey Pro steuern, löst der Sensy-One AirBee ein kleines Alltagsproblem. Wer für eine automatische Lüftungssteuerung den CO2-Wert exakt messen will, aber keine Lust auf bauliche Maßnahmen für neue Steckdosen hat, musste bisher ständig Batterien wechseln oder ungenaue Schätzwerte von Billig-Sensoren in Kauf nehmen.
Diese absolute Wartungsfreiheit lässt sich Sensy-One mit knapp 140 Euro allerdings stattlich bezahlen. Wer in der Nähe seines Messpunktes eine freie Steckdose hat und zudem die Werte auf einem Display ablesen möchte, ist mit einem Qingping Lite oder dem SwitchBot Meter Pro CO2 für den halben Preis besser bedient.
Quellen:
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