Test

9 DÜSEN! 🤯 Bambu Lab H3C im Test – Der Beste, den wir je hatten

Bambu-Lab-H3C-Druckvorbereitung

Falls ihr lieber unser Video zum brandneuen Bambu Lab H3C sehen wollt, dann könnt ihr das gern hier tun:

Für alle anderen: Viel Spaß beim Lesen des Testberichts! 🙂

Leute, machen wir’s kurz: Der neue Bambu Lab H3C ist der beste 3D-Drucker, den wir bisher bei CG im Test hatten. Warum das so ist und warum neun Werkzeugköpfe in einem CoreXY-System die Regeln völlig neu schreiben, klären wir jetzt.

Vorab ganz transparent: Wegen Zollproblemen und Urlaub kam der Drucker erst kurzfristig bei uns an. Wir konnten noch nicht endlos testen, aber das, was wir in den letzten Tagen gesehen haben, hat uns schon extrem beeindruckt.

Kurzfazit zum Bambu Lab H3C

Der Bambu Lab H3C revolutioniert den Multimaterial-Druck durch sein 9-Düsen-Rack. Der extrem schnelle Werkzeugwechsel macht Farbmischungen aus Mikroschichten, TPU-Materialmixe und den Druck mit unterschiedlichen Düsen-Durchmessern im selben Druck überhaupt erst alltagstauglich. Trotz Slicer-Bugs und einem nicht idealen TPU-Handling ist er der stärkste und innovativste CoreXY-Drucker, den wir je im Labor hatten.

  • 9 Düsen für rasante Materialwechsel (Bambu Lab: 6 Sek., gemessen: 8,8 Sek.)
  • Farben mischen & verschiedene Düsendurchmesser kombinierbar
  • Tadelloser Mix von extrem weichem TPU (bis 75A)
  • Reibungsloser Print-Tool-Wechselablauf auch über Stunden
  • Hervorragende Maßhaltigkeit & Druckqualität
  • Umständlicher Hotend-Wechsel (kein Schnellwechselsystem, 3 Schrauben)
  • Eingeschränkte Sicht auf das Druckbett durch das Hotend-Rack
  • Teils riesige Purge-Tower bei Farbwechseln
  • Bypass für TPU frickelig, wirkt provisorisch (Cold Pull nötig)

Wer schreibt diesen Test?

ThommyIch bin Thommy und ich begeistere mich für Smart Home, Dashcams & Co. Meine Leidenschaft sind aber FDM 3D-Drucker, seitdem mir meine Frau (natürlich die beste) 2018 einen Anycubic Mega-S geschenkt hat.

Technisches: Das H3C-Datenblatt im Detail

FeatureBambu Lab H3C
Bauraum330 x 320 x 325 mm
Extruder / System9-Nozzle (Swaptek™ Toolchanger) mit FlexFeed (1,75 & 2,85 mm)
Max. Düsentemperatur350 °C (gehärteter Stahl, HRC 55+) für Nozzles von 0,2 bis 0,8 mm
Max. Heizbetttemperatur120 °C
Aktive KammertemperaturJa (bis zu 65 °C, aktive Zirkulation)
Max. Toolhead-Speed1.400 mm/s
Max. Beschleunigung25.000 mm/s²
Motor-SystemCoreXY (AP- & MC-Board mit Sensorik)
Kamerasystem1080p-Live-View & 1080p-Toolhead (optionale 8MP BirdsEye)
Max. Farben (AMS)9 (im AMS 3H) bis max. 24 (erweiterbar per AMS / AMS 2 Pro / AMS HT)
Filter-SystemH11 HEPA-Filter + Aktivkohle (aus Kokosnussschale)
Stromverbrauch195 W (Schnitt bei PLA-Druck inkl. AMS 3H)
Lautstärke59 dB (1 Meter Entfernung)

Unboxing & Aufbau: Zwei Personen für zwei große Ungetüme

Der Aufbau des H3C ist nichts für schwache Rücken. Bezogen auf die Combo-Version landen zwei bullige Pakete auf dem Tisch, vollgepackt mit Schmierfett, Ersatzteilen, einem Magnet-Sechskantschlüssel, Silikon-Hauben, Kabeln und MakerWorld-Gutscheinen.

Der Drucker selbst wirkt neben dem Bambu Lab H2S, der im Makerspace direkt neben ihm steht, erstaunlich kompakt. Das neue AMS 3H ist hingegen ein gewaltiger Brocken.

Bambu Lab H3C Groessenvergleich 1

Die Montage erfordert zwingend zwei Personen. Einen Glasdeckel gibt es beim H3C nicht mehr; das geschlossene AMS 3H wird direkt auf den Drucker gesetzt. Einer muss es quasi unmittelbar über dem Drucker schweben lassen, der andere steckt die AMS-Kabel oben hinten rechts (zwei im Rahmen versenkte Anschlüsse) in den Drucker ein – das ist für Bambu-Verhältnisse sehr frickelig.

Beim Entsperren des Druckers rettet euch der mitgelieferte Magnet-Sechskantschlüssel. Rote Halteclips am motorisierten Rack und extrem tief sitzende Schrauben beim Wegwerf-Plastikhalter der Druckbett-Arretierung müssen raus, ohne dass die Schrauben im Druckerinneren verschwinden.

Danach werden die neun von Verpackungsmaterialien befreiten Hotends (Bambu nennt sie „Print Tools“) per Magnet in ihre Buchten gesteckt. Eine orange Markierung hilft bei der Orientierung. Alle Hotends sind über PTFE-Schläuche und Datenkabel bereits fest mit dem AMS 3H verdrahtet.

Das AMS 3H: Neun Spulenslots, davon zwei beheizt

Das Filament-Management wandert beim H3C komplett in den gigantischen „Dachaufbau“. Das AMS 3H fasst sagenhafte neun Spulen. Diese sind alternierend angeordnet: Fünf Slots (1, 3, 5, 7, 9) befinden sich vorne, die restlichen vier Slots (2, 4, 6, 8) sitzen versetzt in der hinteren Reihe. Auf einem normal hohen Tisch braucht ihr definitiv eine Trittleiter, um die hinteren Rollen bequem wechseln zu können.

Neben den unteren Slots hat Bambu Lab praktische Fächer für Silica-Säckchen zur passiven Trocknung integriert. Die große Abdeckhaube rastet beim Öffnen erfreulicherweise in einer Position ein, was das Hantieren erleichtert. Ihr Griff fungiert gleichzeitig als Klappverschluss. Das dort verbaute Plastikscharnier fällt für unseren Geschmack allerdings etwas dünn aus und wirkt nicht sonderlich massiv.

Bambu Lab H3C Front

Integrierte Trocknung: Warum Pappspulen zum Problem werden können

Eine Besonderheit des AMS 3H ist die integrierte, aktive Filament-Trocknung. Aus Stromspargründen (um normale Haushaltssteckdosen nicht zu überlasten) lassen sich allerdings nur Slot 6 und Slot 8 auf bis zu 85 °C aufheizen. Das reicht für anspruchsvolle Ingenieurs-Filamente wie PA oder PC völlig aus.

Bambu Lab H3C AMS voll

Für diese beheizten Slots nutzt Bambu Lab eine spezielle Extra-Haube im Inneren. Was auf dem Papier nach einer tollen Isolation klingt, hat uns im Druckalltag jedoch gestört. Eine handelsübliche Papprolle von eSun blockierte und verklemmte sich an genau dieser Extra-Haube, sodass der Einzug scheiterte. Hier ist bei leicht verbogenen Pappspulen also Vorsicht geboten!

Inbetriebnahme: Sehr einfach, aber mit langem Warten

Nach den üblichen WLAN- und Kontoabfragen startet ein Selbsttest. Der dauert ungefähr 25 Minuten. Wer jetzt denkt, es geht los, irrt. Bambu Lab führt vor jedem initialen Druck einen vollen Bed-Leveling- und Tool-Offset-Prozess für die neun Düsen durch.

Bambu Lab H3C Print Tool Rack1

Es folgen also nochmal 20 Minuten Kalibrierung: Leveling, Vibrationskompensation, Düsenversatz und „Heizbett stabilisieren“. Das ist verdammt lange. Für den Test befeuern wir das AMS 3H mit vier „PLA Palette“-Rollen von Bambu Lab und füllen die restlichen fünf Slots mit unseren eigenen PLA-Rollen von eSun, Elegoo und Overture auf.

Ein klarer Minuspunkt offenbart sich direkt beim ersten Druckstart: Bambu Lab bewirbt in der Pressemitteilung ein „Retractable Rack“, das die Schläuche während des Drucks zurückziehen soll, um ein Verheddern zu vermeiden und freie Sicht zu gewähren. Das mit dem Verheddern mag stimmen und leuchtet ein. Das mit der „freien Sicht“ stimmt aber in der Praxis lediglich bei großen bzw. hohen Bauteilen. Ansonsten sieht man von vorne schlicht fast gar nicht, was gedruckt wird, da das 9-Düsen-Rack die Sicht komplett versperrt. Ihr müsst den Druckraum z.B. zum Hotendwechsel etwas umständlich über die seitlich abnehmbaren AMS-Panels erreichen.

Bambu Lab H3C Print Tool Rack3
Versperrt die Sicht durch die Fronttür, weshalb wir seitlich oder wie hier im Bild von oben zwischen den Druckköpfen schauen müssen

Highlight-Druck: Der 11-Farben-Drache

Weil uns die Druckergebnisse umgehauen haben, starten wir ausnahmsweise nicht mit den „langweiligen“ Benchmarks rund um Benchy & Co., sondern direkt mit dem absoluten Härtetest: ein farbenfroher „Articulated Dragon“. Wir reizen die Farbfülle voll aus und generieren acht neue Farben direkt im Slicer über „Gemischtes Filament hinzufügen“. Zusammen mit Blau, Gelb, Weiß und Schwarz drucken wir in unglaublichen 11 Farben.

Das Ergebnis ist nach 19 Stunden und 52 Minuten fertig. Ein Blick auf diesen Drachen zeigt sofort, warum der H3C in einer eigenen Liga spielt. Ein Single-Nozzle-Drucker wie der Bambu Lab H2S hätte für dieses Meisterwerk 2 Tage und 16 Stunden gebraucht!

Farbmischen

Wie funktioniert die Farbmischung?
Bambu Lab nutzt das PLA Palette Filament – ein abgestimmtes 5-Farben-Set (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Weiß). Der Slicer ordnet Modellen automatisch Mischungen aus diesen Grundfarben zu. Die Technik nennt sich „Mixed Color Sublayer“: Reguläre Druckschichten werden algorithmisch in bis zu 0,02 mm dünne Mikroschichten aufgeteilt. Das optische Mischergebnis (inkl. sanfter Verläufe) entsteht durch das exakte Dickenverhältnis der abwechselnd gedruckten Farben und die Lichtdurchlässigkeit des PLAs. Auf Single-Extruder-Systemen führt das zu extremem Materialabfall und enormen Druckzeiten. Der H3C umgeht dieses Limit durch die 9 Druckköpfe elegant.

Frisch aus dem Drucker kam daraufhin ein Minion in 5 Farben. Genau hier ereignete sich die bereits zu Beginn erwähnte Blockade beim grauen PLA-Filament in Slot 6 (beheizbar), dessen zusätzliche Haube der Übeltäter war. Nachdem wir sie entfernt hatten, lief der Druck ohne Anstand durch. Das Ergebnis ist einmal mehr sehr, sehr gut, wenngleich sich an einigen Stellen kleine Artefakte aufgrund der dort entfernten Stützstrukturen ergeben.

Swaptek-Kühlung & Adaptive Airflow

Spannend wird es auch bei der Kühlung der CoreXY-„Swaptek“-Architektur. Neben einem linken Zusatzlüfter gibt es rechts und hinten „Adaptive Airflow Switching Units“. Im Kühlmodus arbeitet der rechte Lüfter symmetrisch zum linken für eine extrem gleichmäßige Bauteilkühlung. Im Heizmodus schalten die Einheiten auf interne Zirkulation um und erwärmen den Bauraum zusammen mit einer aktiven Heizung (bis 65 °C). Der hintere Lüfter dient zudem als Abluft mit H11 HEPA- und Kokosnuss-Aktivkohlefilter. Optional lässt sich der Drucker sogar mit Bambus neuem „E1 Air Purifier“ synchronisieren.

Bambu Lab H3C AMS Hinten

Der H3C wertet Daten von Wirbelstrom- und Hall-Sensoren aus und sichert den Druck mit Klumpenerkennung und Air-Printing-Schutz ab. Die automatische Düsenreinigung (Auto-Wiping) funktioniert einwandfrei, stößt aber bei besonders weichem TPU 70A manchmal an ihre Grenzen.

Bambu Lab H3C Rack Luefter
Bild vom Druckbett aus in Richtung AMS-Himmel: Lüfter mit 4-Fach-Auslass (hier unterhalb der X-Führungsstangen)

Druckbeispiele: Fischkutter, Messer & gemischte Düsen

Der 8-Farben-Fischkutter aus dem Druckerspeicher ist in 2 Stunden 37 Minuten fertig. Jeder Toolhead-Wechsel klappt reibungslos. Jedes Hotend signalisiert über eine LED seinen Status. Ein Wechsel (inklusive Purge-Tower-Linien) dauert bei uns 8,8 Sekunden – minimal mehr als die beworbenen 6 Sekunden, aber dennoch rasend schnell.

Das Geheimnis ist „Active Pre-Heat“: Die nächste Düse heizt bereits vor, während das aktuelle Werkzeug noch druckt. Ein separater Lüfter (unterhalb von 9 PTFE-Führungen) kühlt die ungenutzten Print Tools im Rack, um Verstopfungen durch aufsteigende Hitze (Heat Creep) zu verhindern. Kritikpunkt hier: Der produzierte Purge-Tower ist riesig und wirkt wie eine Bohrinsel neben dem Kutter – eine deutliche Materialverschwendung.

Bambu Lab H3C.Fischkutter Purge Tower

Ein 3-farbiges Messer für ein Halloween-Kostüm (Griff in Fuzzy-Skin) gelingt nach 3 Stunden 24 Minuten tadellos. Aktuell drucken wir zudem eine Armbanduhr, bei der wir ein 0,2 mm und ein 0,4 mm Hotend im selben Druck kombinieren („Mixed Diameter Nozzle Printing“). Das Ergebnis werden wir euch hier als Update des Tests präsentieren.

Gute Nachricht für Besitzer älterer Drucker:
Dieses Feature (Mischen verschiedener Düsendurchmesser) liefert Bambu Lab in Kürze auch für Modelle wie den H2D, H2C und X2D per Software-Update nach! Der Rollout startet je nach Modell und Hardware („Filament Track Switch„) schrittweise ab Ende November 2026 bis März 2027.

Der Härtetest: TPU, FlexFeed & Bugs

Ein geplanter Sportschuh aus TPU funktioniert bei uns leider nicht. Ein Slicer-Bug wirft die Fehlermeldung „No valid nozzle found“ aus. Bambu ist diesbezüglich informiert, da der Fehler des Öfteren auftauchte und sich nur umgehen ließ, indem wir bei den drei Slicing-Modi „Komfort“, „Filamentsparen“ und „Benutzerdefiniert“ oftmals nur mit letztgenanntem Modus Erfolg hatten. Dabei weist man die Print-Tools manuell zu.

Bambu Lab H3C Schuhe

Stattdessen drucken wir eine Pixel-8-Handyhülle aus schwarzem 1,75 mm TPU (90A) und rotem 2,85 mm TPU (75A). Der H3C verarbeitet dank „FlexFeed Extruder“ beide Durchmesser On-the-Fly. Das dicke 2,85-mm-Format ermöglicht laut Bambu Lab eine bis zu 3-fach höhere Flow-Rate für extrem weiches TPU (bis 75A Shore-Härte).

Bambu Lab H3C TPU Filamente

Der Hotend-Wechsel ist jedoch frickelig: Für 2,85 mm TPU braucht man das dedizierte Print Tool. Hier reicht es leider nicht, das Hotend mittels 3 Schrauben (leider kein Schnellwechselsystem) zu tauschen.

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Hotendwechsel mittels 3 Schrauben (hier im Bild) funktioniert beim 2,85mm Print-Tool nicht

Man muss den kompletten PTFE-Schlauch samt Kabel entfernen. Wir lassen stattdessen Hotend 1 einfach aus dem Fenster baumeln und stecken das neue TPU-Hotend provisorisch an Slot 1 an. Tatsächlich entfällt hier das Fädeln durch den PTFE-Schlauch und man füttert das Print-Tool direkt mit dem dicken Filament.

Auch die TPU-Filamentführung im AMS 3H wirkt unsauber: Weiches TPU wird über Bypass-Eingänge (Slots 1, 3, 5, 7) von oben gefädelt. Wichtig: Vorab müsst ihr zwingend hartes Filament per „Cold Pull“ aus der Nozzle entfernen! Für unser 1,75 mm TPU an Slot 3 müssen wir laut Anleitung extra ein 3,5 cm langes PTFE-Stück einsetzen um darüber dann das 1,75mm TPU zu laden. Das funktioniert erstaunlich gut, sieht aber sehr gebastelt aus; besonders deshalb, weil die losen TPU-Stränge (1,75 und 2,85mm einfach lose von den Bypass-Löchern herunter in den Druckraum bis zum Printtool hängen und dabei zwischen den vorhandenden PTFE-Schläuchen der übrigen Print-Tools hindurchgefädelt werden müssen.

Bambu Lab H3C PTFE Tube

Das Ergebnis versöhnt uns aber: Die Handyhülle ist nach 2 Stunden 25 Minuten fertig. Der Mix aus 1,75 mm und 2,85 mm TPU hat wunderbar geklappt – es ist der beste TPU-Druck, den wir je gesehen haben. Wermutstropfen: Das 2,85 mm Print Tool ist nur für weiches TPU gedacht. Alte 2,85 mm PLA-Bestände (Grüße an Ultimaker!) lassen sich damit nicht verbrauchen.

Alltagswerte: Stromverbrauch, Lautstärke & ein kühler Fleck

Für ein Gerät dieser Größenordnung hält sich der Energiehunger in Grenzen. Wir haben beim H3C einen durchschnittlichen Stromverbrauch von sehr effizienten 195 Watt bei einem normalen einfarbigen PLA-Druck gemessen – und das schließt das mächtige AMS 3H bereits mit ein. Ob sich das bei Multicolor-Drucken großartig ändert, werden wir noch testen. Die Geräuschkulisse landet bei etwa 59 dB aus einem Meter Entfernung. Das ist ein absolut solider Wert, auch wenn die aktuellen Bestwerte auf dem Markt eher in Richtung 55 dB tendieren.

Etwas durchwachsen präsentiert sich die Wärmeverteilung auf dem 330 x 320 mm großen Druckbett. Im Großen und Ganzen ist die Hitzeverteilung zwar homogen und besitzt ihren Hotspot typischerweise rechts hinten. Vorne links haben wir jedoch eine satte Differenz von 7,6 Grad zum eingestellten Sollwert von 60 °C gemessen. Das ist eigentlich zu viel Abweichung für diese Preisklasse, hat in unseren Tests aber immerhin zu keinen Problemen bei der Haftung geführt.

Bambu Lab H3C FLIR

Standard-Benchmarks: Meistert der H3C die Pflichtaufgaben?

Natürlich jagen wir auch ein 2.500-Euro-Biest durch unsere altbekannten Test-Dateien. Den Anfang macht unser klassischer All-in-One-Test. Nach exakt 1 Stunde und 24 Minuten meldet der Drucker Vollzug. Hier leistet sich der H3C einen minimalen Fauxpas beim Überhang auf der 60-Grad-Marke. Ansonsten gehören das Bridging, die exakte Maßhaltigkeit und die gedruckten Details zum absolut Besten, was wir bisher gesehen haben.

Weiter geht es mit dem Toleranz-Fidgetspinner, um die mechanische Präzision ab Werk auszuloten. Der H3C meistert die Aufgabe nach 26 Minuten mühelos und liefert standesgemäß eine feine Toleranz von 0,15 mm ab. Das ist ein sehr gutes „Out of the box“-Ergebnis, auch wenn der absolute Spitzenwert bei fertig montierten Druckern derzeit bei 0,10 mm liegt.

Zum Abschluss darf das obligatorische 3DBenchy nicht fehlen. Das kleine Boot kommt in 45 Minuten vom Druckbett. Das Ergebnis ist nahezu perfekt. Lediglich die Bögen über den seitlichen Kabinentüren hätte der Drucker vielleicht noch eine minimale Spur sauberer kühlen können. Ansonsten gibt es hier schlichtweg nichts zu beanstanden.

Fazit zum Bambu Lab H3C: Braucht man 9 Düsen wirklich?

Ja, es gibt Software-Kinderkrankheiten. Das TPU-Bypass-Handling, der geschraubte Hotend-Wechsel und die völlig blockierte Sicht durch das Rack sind alles andere als ideal. Dennoch müssen wir an dieser Stelle neidlos anerkennen: Der Bambu Lab H3C mit seinen neun Hotends ist der bisher beste Drucker, den wir je getestet haben. Ein Blick auf den mehrfarbigen Articulated-Dragon aus Mikroschichten macht das sofort deutlich und lässt jedem im Makerspace die Kinnlade runterfallen. Wer das Multimaterial-Potenzial braucht und TPU wie ein Profi im Materialmix drucken will, wird ihn lieben.

Die einzige Frage bleibt: Braucht man das zwingend für fast 2.500 Euro, oder wartet man auf den bereits geleakten, sehr wahrscheinlich günstigeren P3C? Was sagt ihr dazu? Sind die 9 Düsen ein Muss für euch oder zu viel des Guten? Schreibt es uns in die Kommentare!

Quelle(n):

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Bambu Lab H3C

❓ Kann der H3C alte 2,85 mm PLA-Filamente drucken?
Nein. Das 2,85-mm-Hotend und der Bypass sind ausschließlich für extrem weiches TPU ausgelegt. Hartes PLA in diesem Durchmesser wird nicht unterstützt.

⏱️ Wie lange dauert ein Farbwechsel beim H3C wirklich?
Bambu Lab bewirbt 6 Sekunden. In unserem Test dauerte ein kompletter Wechsel samt Wiping und Purge-Tower-Linie rasante 8,8 Sekunden.

🔄 Muss ich beim TPU-Druck das komplette Kabel ausbauen?
Bambu Lab empfiehlt das Entfernen des PTFE-Schlauchs und des Datenkabels aus den internen Führungen. Wir haben in der Praxis das alte Hotend einfach seitlich aus dem Gehäuse hängen lassen, was deutlich schneller geht, aber unschön aussieht.

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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