Enough Phone mit 5,3 Zoll: Ich will dieses Smartphone lieben – aber reicht klein allein?
Ich liebe kompakte Smartphones. Während die Geräte immer größer werden, wünsche ich mir schon lange ein modernes Handy, das wieder richtig handlich ist. Das Enough Phone könnte genau das sein. Wenn auch der Rest der Technik stimmt!
Das Smartphone soll nur 5,3 Zoll groß sein, einen wechselbaren Akku bekommen und wahlweise mit normalen Android oder einem besonders minimalistischen Betriebssystem laufen. Die Idee gefällt mir. Bei der Hardware und vor allem beim Preis schwindet die Euphorie leider aber auch wieder.
- Enough Phone
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Klein, aber nicht dünn
Das Enough Phone misst 133 × 64 × 12 mm. Zum Vergleich: Ein iPhone 13 mini ist mit 131,5 × 64,2 × 7,65 mm fast genauso hoch und breit, aber deutlich dünner. Das Enough Ehone dürfte sich also eher wie ein kleiner, dicker Klotz anfühlen. Das ist allerdings Absicht. Die zusätzliche Tiefe soll Platz für einen größeren Akku schaffen.
Das Display misst 5,3 Zoll und löst mit 1.520 × 720 Pixeln auf. Das ist HD+ und für diese Größe durchaus ausreichend scharf, aber eben auch kein besonders hochwertiges Panel. Es handelt sich um ein LCD, Angaben zu Bildwiederholrate und maximaler Helligkeit fehlen bislang. Hier muss man sich fragen: Reicht das für ein Smartphone, das je nach Kickstarter-Stufe zwischen 399 und 499 US-Dollar kostet?
Reicht die Leistung?
Im Inneren soll ein MediaTek Dimensity 7500 arbeiten. Dazu kommen 8 GB RAM und 128 GB interner Speicher. Letzterer lässt sich per microSD erweitern. Der Chip gehört zur Mittelklasse und dürfte für alltägliche Aufgaben genügend Leistung mitbringen. Ein Gaming-Smartphone wird das Enough Phone damit aber definitiv nicht.
Das ist auch gar nicht der Anspruch. Trotzdem hätte ich mir bei einem Gerät, das regulär 599 US-Dollar kosten soll, etwas mehr Spielraum gewünscht. Zumal wir bisher keine Benchmarks oder einen funktionierenden Prototypen gesehen haben.
Eine Kamera, die ausreichen muss
Auf der Rückseite sitzt eine einzelne 50-MP-Kamera mit Sonys IMX766. Der Sensor ist kein Unbekannter und kam auch schon in deutlich teureren Smartphones zum Einsatz. Eine solide Hauptkamera ist also durchaus denkbar. Dazu gibt es eine 32-MP-Frontkamera.
Was fehlt, sind zusätzliche Brennweiten. Ultraweitwinkel- oder Telekamera: Fehlanzeige. Wer gerne unterschiedliche Perspektiven ausprobiert oder entfernte Motive heranholt, muss sich anderweitig behelfen.
Wechselakku statt Wegwerf-Smartphone
Ein echtes Argument für das Enough Phone ist der Akku. Er soll 3.500 mAh bieten und sich selbst austauschen lassen. Dafür wird die Rückseite mit vier Schrauben geöffnet. Das ist nicht ganz so bequem wie ein klassischer Akkudeckel, aber deutlich besser als verklebte Gehäuse, bei denen ein Akkutausch schnell zur Reparatur wird. Gute Beispiele für die Praxis sind hier das Fairphone und das Shiftphone, bei denen der Akkuwechsel ohne Probleme funktioniert. Kabellos Laden könnt ihr aber auch mit dem Enough Phone nicht.
Die Rückseite besteht aus recyceltem Polycarbonat. Außerdem versprechen die Entwickler Sicherheitsupdates bis 2032. Das wäre eine lange Unterstützung, wobei es sich ausdrücklich um eine Planung handelt. Bestätigt ist hier also noch nichts.
Android oder lieber weniger Smartphone?
Bei der Software gibt es eine interessante Wahl. Das Enough Phone soll entweder mit Android 17 oder mit OdysseyOS von SLEKE erscheinen. Wer sich für Android entscheidet, bekommt eine gewohnte Smartphone-Erfahrung mit Zugriff auf die üblichen Apps. OdysseyOS verfolgt dagegen einen anderen Ansatz: Das Betriebssystem soll bewusst auf Ablenkungen verzichten.
Telefonieren, Nachrichten schreiben, navigieren, Musik hören und fotografieren sollen weiterhin möglich sein. Auf endlose Feeds und die üblichen Ablenkungen sozialer Netzwerke verzichtet das System dagegen. Als Nutzer hat man hier aber die Wahl.
Einschätzung: Ich will dieses Smartphone lieben. Aber reicht klein allein?
Günstig wird das kleine Smartphone nicht. Die Kickstarter-Kampagne startet mit einem Super-Early-Bird-Angebot für 399 US-Dollar, das auf 250 Geräte begrenzt ist. Danach folgen 449 US-Dollar für 500 Geräte und schließlich 499 US-Dollar als regulärer Kickstarter-Preis. Nach der Kampagne soll das Smartphone im Handel 599 US-Dollar kosten. Die Auslieferung soll im Mai 2027 beginnen.
Ich möchte das Enough Phone wirklich mögen. Endlich mal wieder ein kompakteres Smartphone. Dazu kommen der wechselbare Akku und die (zumindest geplanten) Updates bis 2032.
Aber Begeisterung für ein kleines Gehäuse ersetzt keine gute Hardware. Das HD+-LCD, die fehlenden zusätzlichen Kameras und der Mittelklasse-Chip sind einige Kompromisse. Dazu kommt der Preis, der selbst im Kickstarter-Angebot alles andere als niedrig ist. Für ein Mittelklasse-Smartphone mit HD+-LCD, einer einzelnen Rückkamera und noch nicht erprobter Hardware ist das eine Menge Geld. Man bezahlt hier eben auch für ein Konzept, das es bei den großen Herstellern kaum noch gibt. Vermisst ihr kompaktere Smartphones?
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