Fairphone 6+ im Test: Das Plus kostet 100 Euro – bringt es auch mehr?
Das Fairphone 6 war bereits ein ungewöhnliches Smartphone: technisch nicht unbedingt ein Schnäppchen, dafür reparierbar, langlebig und konsequent auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Mit dem Fairphone 6+ legt der Hersteller nun nach. Mehr RAM, ein neuer Snapdragon-Prozessor, Android 16 und Support bis 2033 sollen den Aufpreis rechtfertigen. Ist das Fairphone 6+ also wirklich das bessere Fairphone?
- Fairphone 6
Inhalt
Technische Daten des Fairphone 6+
| Fairphone (Gen. 6+) | |
| Display | 6,31″ LTPO-pOLED-Display, 2484 x 1116 px, 431 ppi, 10–120 Hz, 1400 Nits, Corning Gorilla Glass 7i |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 |
| Grafikchip | Adreno-GPU |
| RAM | 12 GB DDR5 |
| Interner Speicher | 256 GB UFS 3.1, erweiterbar per microSD um bis zu 2 TB |
| Kamera | Hauptkamera: 50 MP, Sony Lytia 700C, 1/1,56″, OIS, EIS Ultraweitwinkelkamera: 13 MP, ƒ/2,2, 120°, OIS, EIS |
| Frontkamera | 32 MP, ƒ/2.0, OIS, EIS |
| Akku | 4415 mAh, Laden mit 30 W |
| Konnektivität | DualSIM, 5G, Bluetooth 5.4, USB-C 2.0, NFC, WiFi 6E, GPS |
| Features | 12 austauschbare Komponenten, IP55-Zertifizierung, Schieberegler für „Fairphone Moments“, seitlicher Fingerabdrucksensor, Stereo-Lautsprecher |
| Betriebssystem | Android 16, optional auch mit e/OS, Software-Support bis 2033 |
| Maße | 156,5 x 73,3 x 9,6 mm / 191,4 g |
| Farben | Cobalt Blue, Forest Green, Horizon Black |
| Release | 2026 / 649€ UVP |
Wer schreibt diesen Test?

Hi, ich bin Fred! Alles was mit Uhren und Handys zu tun hat, fällt in mein Revier. Und Gadgets natürlich. Gadgets gehen immer!
Kurzfazit zum Fairphone 6+
Das Fairphone 6+ ist kein schlechtes Smartphone. Im Gegenteil: Die Kombination aus langer Software-Unterstützung, einfacher Reparierbarkeit und modularen Komponenten bleibt auch 2026 einzigartig. Wer ein Gerät möglichst lange nutzen möchte, findet hier weiterhin eines der überzeugendsten Konzepte auf dem Markt.
Das Problem ist der Aufpreis. Für 649€ bekommt man gegenüber dem Fairphone 6 vor allem 12 statt 8 GB RAM, einen etwas neueren Prozessor und Android 16. Das ist für die kommenden Jahre durchaus sinnvoll. Im Alltag fühlt sich das 6+ aber kaum schneller an, die Benchmarks fallen teils nur minimal besser aus und der zusätzliche Arbeitsspeicher bringt aktuell keinen direkt spürbaren Vorteil.
Display, Kamera und Zubehörsystem bleiben weitgehend bekannt. Gleichzeitig hält der Akku im PCMark-Test sogar kürzer durch als beim günstigeren Fairphone 6. Damit ist das Fairphone 6+ vor allem das zukunftssicherere Modell und nicht automatisch das bessere Angebot.
- Hervorragende Reparierbarkeit mit 12 tauschbaren Komponenten
- 5 Jahre Garantie und Software-Support bis 2033
- 12 GB RAM als Reserve für die Zukunft
- Schickes Cobalt Blue mit passendem Zubehör
- Gutes LTPO-OLED-Display
- Stabilisierung bei Fotos und Videos zuverlässig
- 649€ sind gegenüber dem Fairphone 6 schwer zu rechtfertigen
- Im Alltag kaum schneller als das Vorgängermodell
- PCMark-Akkulaufzeit schlechter als beim Fairphone 6
- 10x-Digitalzoom schwach
- Kamerasoftware arbeitet nicht immer konsistent
- 12 GB RAM bringen aktuell kaum einen spürbaren Vorteil
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Bekanntes Design, schickes Cobalt Blue und modulares Zubehör
Beim Design erfindet Fairphone das Rad nicht neu. Das muss es auch nicht unbedingt, denn der modulare Aufbau bleibt weiterhin der größte Unterschied zur klassischen Smartphone-Konkurrenz. Statt verklebter Bauteile setzt Fairphone auf ein Gerät, das sich mit überschaubarem Aufwand öffnen und reparieren lässt. Insgesamt zwölf Komponenten sind austauschbar.
Unser Testgerät in der neuen Variante Cobalt Blue gefällt dabei besonders gut. Die Farbe wirkt frisch, aber nicht zu verspielt, und setzt sich angenehm von den üblichen schwarzen oder grauen Smartphone-Rückseiten ab. Fingerabdrücke werden recht gut kaschiert, verschwinden aber natürlich nicht komplett. Wer sein Smartphone häufig ohne Hülle nutzt, bekommt hier trotzdem eine vergleichsweise dankbare Oberfläche.

Passend dazu bietet Fairphone Zubehör in derselben Farbe an: einen Card-Holder, ein Case, eine Rückseite mit integriertem Fingerhalter und ein Lanyard. Die Befestigung funktioniert nach dem bekannten Prinzip des Fairphone 6. (Mehr dazu in unserem Test.) Das ist praktisch und konsequent, aber keine große Neuerung. Wer das Zubehörsystem bereits kennt, findet sich sofort zurecht.

Gerade dieser Ansatz bleibt dennoch sympathisch. Eine Rückseite muss nicht nur Schutz sein, sondern kann dem Smartphone je nach Bedarf eine zusätzliche Funktion geben. Im Vergleich zu magnetischen Zubehörsystemen ist das nicht ganz so bequem, dafür aber fest integriert und auf lange Nutzung ausgelegt. Daumen nach oben!
Das Display: Weiterhin eines der stärkeren Argumente
Auch beim 6,31 Zoll großen LTPO-OLED-Display gibt es keinen großen Umbruch. Das Panel arbeitet weiterhin mit einer variablen Bildwiederholrate von 10 bis 120 Hz und macht im Alltag einen guten Eindruck. Animationen laufen angenehm flüssig, Inhalte wirken scharf und die Größe trifft einen guten Mittelweg: groß genug für Videos und Apps, aber noch kompakter als viele aktuelle Smartphones mit riesigen Displays. Die asymmetrischen Displayränder des Vorgängers sind aber auch geblieben.
Dass Fairphone hier beim bewährten Panel bleibt, ist keine schlechte Entscheidung. Ein besseres Display hätte den Mehrwert des Plus-Modells zwar deutlicher gemacht, nötig war ein Austausch aber nicht. Besitzer des normalen Fairphone 6 können diesen Punkt dagegen guten Gewissens ignorieren.
Leistung und Akku: Messbar anders, praktisch fast gleich
Das technische Herzstück des Fairphone 6+ ist der neue Snapdragon 7s Gen 4, dazu kommen 12 GB DDR5-RAM. Fairphone positioniert das Modell damit klar als leistungsstärkere und langfristig besser aufgestellte Variante. Unsere Benchmarks zeigen allerdings kein einheitliches Bild eines großen Leistungssprungs.
| Benchmark | Fairphone 6 | Fairphone 6+ |
| Geekbench 6 Single-Core | 1.167 | 1.272 |
| Geekbench 6 Multi-Core | 3.471 | 3.532 |
| AnTuTu v11 | 1.104.389 | 1.101.953 |
| 3DMark Wild Life Extreme Stress Test | 4.413 | 4.665 |
| PCMark Akkulaufzeit | 13:36 Stunden | 12:02 Stunden |
Im Single-Core-Test legt das Fairphone 6+ sichtbar zu, beim Multi-Core-Test beträgt der Vorsprung dagegen nur rund zwei Prozent. AnTuTu liegt praktisch gleichauf – das Fairphone 6 erzielt hier sogar einen minimal höheren Wert. Auch bei 3DMark gibt es ein kleines Plus, aber keinen Abstand, den man im Alltag sofort bemerkt.
Genau das spiegelt unseren Eindruck wider: Apps, Navigation und Multitasking laufen flüssig, aber das taten sie bereits auf dem Fairphone 6. Die zusätzlichen 4 GB RAM sorgen nicht plötzlich für ein spürbar schnelleres Smartphone. Sie sind eher eine Reserve für die Zukunft, wenn Android, Apps und Hintergrundprozesse anspruchsvoller werden.

Überraschend ist die Akkulaufzeit. Im PCMark-Test kommt das Fairphone 6+ auf 12 Stunden und 2 Minuten. Das sind 1 Stunde und 34 Minuten weniger als beim Fairphone 6 mit 13 Stunden und 36 Minuten. Das Plus-Modell ist in diesem Test nicht ausdauernder, sondern merklich schwächer. Das kann aber noch durch zukünftige Softwareanpassung gefixt werden. Für einen normalen Tag sollte die Laufzeit weiterhin reichen. Als Upgrade-Argument taugt der Akku aber definitiv nicht.
Die Kamera: Solide, aber mit bekannten Schwächen
Bei der Kamera bleibt Fairphone ebenfalls auf bekanntem Niveau. Der 50-MP-Sony-Lytia-700C-Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung liefert ordentliche Fotos, ohne in der Preisklasse zu den Spitzenreitern zu gehören. Dazu kommt noch eine Ultraweitwinkelkamera mit 13 MP. Für Schnappschüsse, Urlaubsbilder und Social Media reicht das Ergebnis problemlos aus. Wer für 649€ eine besonders starke Kamera erwartet, wird aber weiterhin nicht ganz glücklich.
Schwierig wird es beim 10x-Digitalzoom. Hier gehen Details sichtbar verloren, das Bild wirkt schnell weich und der Zoom bleibt eher eine Notlösung als ein Werkzeug für wirklich brauchbare Teleaufnahmen. Das ist bei digitalem Zoom nicht ungewöhnlich, passt aber eben nicht zu einem Smartphone in dieser Preisklasse. Da kann die Konkurrenz schon deutlich mehr. Das Nothing Phone (4a) Pro bringt beispielsweise direkt eine Telelinse mit.
Auch die Softwareverarbeitung überzeugt nicht immer. In einigen Situationen werden Hintergründe auffällig schwammig geglättet, obwohl sie eigentlich noch Struktur zeigen sollten. Dadurch sehen Bilder stellenweise künstlicher aus, als es die grundsätzlich solide Hardware erwarten lässt. Die Makroaufnahmen sind allerdings ein großer Pluspunkt.
Bei unserem Testgerät ist uns zudem eine Inkonsistenz bei der Frontkamera aufgefallen: Zwei kurz hintereinander aufgenommene Fotos unterschieden sich deutlich bei der Farbdarstellung. Während ein Bild kräftig und dynamisch wirkte, erschien das nächste deutlich blasser und verwaschener. Aus dieser einzelnen Beobachtung lässt sich kein genereller Fehler ableiten, sie zeigt aber, dass die Bildverarbeitung nicht immer zuverlässig dieselben Ergebnisse liefert.
Die Bildstabilisierung gefällt uns nach wie vor gut. Sowohl bei Fotos als auch bei Videos hilft sie dabei, Verwackler zuverlässig zu reduzieren. Gerade beim Filmen ist das ein echter Praxisvorteil, denn Aufnahmen wirken deutlich ruhiger.
Unterm Strich bleibt die Kamera alltagstauglich, aber kein Kaufgrund für das 6+. Sie ist solide – mehr aber auch nicht.
Moments und Software: Gute Idee, aber kein großer Mehrwert
Das Fairphone 6+ startet mit Android 16 und erhält laut Fairphone Software-Support bis 2033. Das ist einer der wichtigsten Gründe, das Gerät überhaupt in Betracht zu ziehen. Viele Smartphones in dieser Preisklasse werden deutlich früher aus dem Update-Zyklus fallen. Wer sein Handy lange nutzt, profitiert hier also immens.
Dazu kommt Fairphone Moments. Über den seitlichen Schieberegler lässt sich ein reduzierter Modus aktivieren, der Ablenkungen reduzieren soll. Die Idee dahinter ist gut: Statt sich von Benachrichtigungen und App-Icons treiben zu lassen, bekommt man eine bewusst vereinfachte Smartphone-Oberfläche.

Im Alltag bleibt Moments aber eher ein nettes Extra als eine Funktion, die das Gerät grundlegend verändert. Wer bewusst weniger Zeit am Smartphone verbringen möchte, kann den Modus sinnvoll nutzen. Für die meisten dürfte der Schieberegler allerdings nicht zum täglichen Begleiter werden. (Mehr Details zum Switch lest ihr im Test zum Fairphone 6.)
Positiv ist, dass Fairphone weiterhin auch eine Variante mit e/OS anbietet. Damit bleibt das Smartphone eine interessante Option für Nutzer, die möglichst unabhängig von Googles Software-Ökosystem sein möchten.
Fazit: Das zukunftssicherere Fairphone, aber kein zwingendes Upgrade
Das Fairphone 6+ macht vieles richtig. Es ist reparierbar, langfristig unterstützt, gut verarbeitet und mit Cobalt Blue auch optisch gelungen. Die 12 GB RAM und der Snapdragon 7s Gen 4 machen es auf dem Papier zur besseren Wahl für die kommenden Jahre.
Der Unterschied zum Fairphone 6 ist allerdings klein. Die Leistung liegt im Alltag praktisch gleichauf, der zusätzliche Arbeitsspeicher bringt derzeit keinen merklichen Vorteil und Kamera, Display sowie Zubehörsystem bleiben weitgehend unverändert. Noch schwerer wiegt, dass das 6+ im PCMark-Test eine kürzere Akkulaufzeit erreicht.
Wer bereits ein Fairphone 6 besitzt, hat keinen vernünftigen Grund für einen Wechsel. Wer neu kauft und das Smartphone möglichst lange behalten möchte, bekommt mit dem 6+ das zukunftssicherere Modell. Ob dieser eher langfristige Vorteil allerdings 100€ Aufpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden.
Für uns ist das Fairphone 6+ kein schlechtes Smartphone, aber ein zu kleines Upgrade für 649€. Das normale Fairphone 6 bleibt aus Nutzersicht die naheliegendere Wahl.
FAQ zum Fairphone 6+
💡 Was ist der größte Unterschied zwischen Fairphone 6 und Fairphone 6+?
Das 6+ nutzt einen Snapdragon 7s Gen 4, besitzt 12 GB statt 8 GB RAM, startet mit Android 16 und soll bis 2033 mit Software versorgt werden. Im Alltag ist der Leistungsunterschied aber klein.
🔋 Ist der Akku des Fairphone 6+ besser?
Nicht in unserem PCMark-Test. Das Fairphone 6+ erreicht 12 Stunden und 2 Minuten, das Fairphone 6 kam auf 13 Stunden und 36 Minuten.
📷 Hat das Fairphone 6+ eine bessere Kamera?
Die Kamera bleibt weitgehend auf dem bekannten Niveau: solide im Alltag, mit guter Stabilisierung, aber schwachem 10x-Digitalzoom und gelegentlich auffälliger Softwareverarbeitung.
🔧 Kann man das Fairphone 6+ selbst reparieren?
Ja. Fairphone nennt zwölf austauschbare Komponenten. Reparierbarkeit bleibt einer der größten Vorteile des Smartphones.
💶 Lohnt sich der Aufpreis zum Fairphone 6?
Für Nutzer, die das Gerät möglichst lange behalten möchten, können 12 GB RAM und der längere Support sinnvoll sein. Wer vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, fährt mit dem günstigeren Fairphone 6 wahrscheinlich besser.
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