Test

Leser-Test: Anycubic Kobra Plus für 469€ statt 499€ – Nur was für Profis?

Ich bin Lars 40 Jahre alt. Ich bin 2018 durch Kristians Beitrag zum Anycubic I3 Mega zum 3D Druck gekommen. Mittlerweile habe ich einige Drucker und ein kleines Nebengewerbe in diesem Bereich. Ich habe die Chance bekommen für China-Gadgets als Gasttester den Anycubic Kobra Plus zu testen und habe das Angebot natürlich sehr gerne angenommen. Hier nun mein Test.

Der Kobra Plus ist der neue Ableger der Kobra Serie und orientiert sich mit seiner Ausstattung und Technik sehr stark am Kobra Max und bis auf die Druckbettauflage auch am Vyper. Mit einem Startpreis von 499€ gehört der Anycubic Kobra Plus nicht zu den günstigsten Druckern.  

Anycubic Kobra Plus 3D Drucker 1

Technische Daten des Anycubic Kobra Plus

NameAnycubic Kobra plus
Druckvolumen300 x 300 x 350mm
Druckbare Materialien (Hersteller)PLA, TPU, PETG, ABS
ExtruderB** Style dual gear Extruder/ Volcano Hotend
Filament1,75mm
Gewicht7 Kg
AnschlüsseUSB, Micro-SD-Card
Extras

Automatisches Heizbett Levelling „LeviQ”, Doppelte Z-Achse, Riemen synchronisiert, Carborundum Glas, Druckbettauflage, Riemenspanner an X und Y-Achse

Lieferung und Verpackung:

Das Paket kam direkt von Anycubic. Der Drucker kam gut verpackt bei mir an. Der Karton ist stabil und der Drucker ist in mehreren Lagen Schaumstoff sicher untergebracht. 

Anycubic Kobra Plus Verpackung

Anycubic Kobra Plus Schaumstoffunterlage

Unter einer Schaumstofflage fanden sich dann die Druckbettauflage des Druckers, darunter der Filamenthalter, Kaltgerätestecker, Kleinteile usw. 

Anycubic Kobra Plus Z Achse

In der Schicht darunter befindet sich die Z-Achse.

Anycubic Kobra Plus Basis

Darunter die Basis.

Anycubic Kobra Plus Basis 2

Als Zubehör wird alles mitgeliefert, was man für den Start braucht, natürlich in sehr einfacher Qualität, aber zumindest die Saitenschneider sind durchaus zu gebrauchen. Was ich positiv hervorheben möchte und was zumindest für mich eine Premiere ist, ist das mitgelieferte Fett zum Schmieren der Spindeln. Das finde ich richtig gut, dass daran gedacht wurde.

Mitgeliefertes Zubehör:

  • Gabel Schlüssel
  • Mehrere Innensechskantschlüssel 
  • Spachtel
  • Saitenschneider
  • 1 Ersatzdüse 0,4mm
  • 1 Düsennadel
  • SD-Karte und USB Adapter
  • Druckbettklammern
  • 1 Tube Fett (das habe ich noch nie gesehen vorher!!!)
  • Gedruckte Anleitung (englisch)
  • 1 kleine Rolle Filament (10m)
  • Benötigte Schrauben in jeweils doppelter Menge

Anycubic Kobra Plus Lieferumfang

Aufbau

Der Aufbau ist sehr einfach und ist auch in der Anleitung (englisch) gut beschrieben. Der Kerndrucker besteht nur aus 3 Teilen: 

  • Basis
  • Z-Achse
  • Display

Die Z-Achse wird mit 4 Schrauben auf die Basis geschraubt. Die Winkel stimmten beim Testmodell. Das ist bei günstigen China 3D-Druckern nicht immer selbstverständlich. Dann wird das Display angeschraubt. Die Kabel werden mit den Steckern verbunden, eine Verwechslung ist nahezu ausgeschlossen.

Anycubic Kobra Plus Kabelmanagement

Das Kabelmanagement würde ich als „OK“ bezeichnen. Das Heizbett hat zwar eine Zugentlastung, aber ansonsten ist es ein weicher Kabelstrang, welcher in einem Knäul mit dem Kabelstrang für das Hotend und vor der X-Achse liegt. Das kann man so machen, ist aber von der Qualität des Kabelmanagements meilenweit von einem Ender 3 S1 entfernt. Der Filamenthalter wird einfach angesteckt. Die Lösung ist besser als oben auf der Z-Achse, kann aber bei schnellen Bewegungen auch Schwingungen in den Drucker bringen.Anycubic Kobra Plus Kabelstrang

Was nach dem Aufbau noch unbedingt gemacht werden muss, ist das Einstellen der Laufrollen der X- und Y-Achse. Bei meinen vorherigen Druckern waren die zum Teil viel zu fest angezogen, was zu Schäden an den Laufrollen geführt hat. Beim Kobra Plus sind diese nun sehr locker, so dass sowohl das Druckbett und auch der Extruder Schlitten spürbares Spiel hatten. Unter den Rollen des Extruder Schlittens war sogar Schaumstoff, eine super Lösung wie ich finde. Dieses Spiel lässt sich mit dem mitgelieferten Werkzeug (nach dem Entfernen des Schaumstoffs 😉) mittels Exzenter an den Laufrollen einstellen. An sich sehr gut, da die Rollen dadurch heile bleiben. Es muss aber unbedingt gemacht werden, da sonst kein Drucken möglich ist.

Zum Schluss wird die Carborundum Glasplatte mittels Klammern auf dem Heizbett angebracht. Was mir bei einem Drucker in dieser Größe fehlt, ist die Abstützung der Z-Achse um Schwingungen zu minimieren. In der Vergangenheit bei anderen Druckern hat sich immer wieder gezeigt, dass grade bei hohen Drucken der Rahmen anfängt zu schwingen und damit höhere Drucke stark in der Qualität nachlassen. Deswegen war es bei vielen Druckern als Modifikation zu finden. 

Anycubic Kobra Plus 3D Drucker

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitungsqualität ist gut. Alles fühlt sich wertig und stabil an. Die Löcher passen und die Winkel der Z-Achse stimmen auch. Die doppelte Z-Achse mit Riemen-Synchronisierung verhindert ein „Hängen“ der Achse.

Anycubic Kobra Plus Riemenspanner

Es gibt Riemenspanner an der X und Y-Achse, die immer sehr gerne gesehen sind. In der Front gibt es eine kleine praktische Schublade um die Anleitung und Kleinteile unterzubringen. Der USB-Anschluss und microSD-Karten-Slot sind benutzerfreundlich an der Front untergebracht. Wobei ich lieber einen Vollformat SD-Slot hätte, die kleinen microSD-Karten sind doch sehr fummelig. Interessant dabei ist, dass eine microSD-Karte dabei ist und ein SD-Karten-Leser für USB, aber kein Adapter um die mitgelieferte microSD in diesem Leser zu nutzen. Zum Glück hat man so etwas ja meistens sowieso zuhause.

Anycubic Kobra Plus Carborundum Glasplatte

Das Druckbett besteht aus einer Carborundum Glasplatte, die mittels Klammern auf dem Heizbett befestigt wird. Ich finde diese Lösung gegenüber der früheren, bei der die Ultrabase vollflächig verklebt wurde, besser, da man so noch die Möglichkeit hat auf dem Heizbett andere Druckbettauflagen zu nutzen, sofern das Heizbett nicht zu krumm ist. Dazu kommen wir aber noch später. Das Kabel des Druckbetts hat eine Zugentlastung was der Lebensdauer auf jeden Fall zugutekommt. Eine dünne Isolierung ist an der Unterseite des Heizbetts angebracht. Für mich ist das bis heute unverständlich warum eine vernünftige Heizbettisolierung nicht zum Standard gehört.

Anycubc Kobra Plus Display
Die Bedienung erfolgt über das Display.

Die Bedienung erfolgt über ein Touch Farbdisplay. Parameter wie Temperaturen, Z-Offset, Lüftergeschwindigkeit usw. können während des Druckvorgangs verändert werden. Es ist intuitiv zu bedienen. Die nervigen Töne bei jeder Berührung des Displays kann man mittlerweile zum Glück abstellen. Leider sind die Informationen recht dürftig während des Drucks, so ist zum Beispiel nie ersichtlich in welcher Druckhöhe sich der Drucker gerade befindet. 

Anycubc Kobra Plus Dual Gear Extruder

Der Extruder ist ein B**-Klon und arbeitet nach dem Dual-Gear Prinzip, das heißt beide Zahnräder, die das Filament führen, sind angetrieben. Dadurch wird weniger Anpressdruck benötigt, was das Filament bei der Förderung schont. Sehr gut ist, dass Anycubic in seiner Anleitung genaue Anweisungen gibt wie stark der Anpressdruck des Zahnrades einzustellen ist. Ich bin ein Fan dieser Bauform des Extruders und auch hier funktioniert er einwandfrei.

Anycubic Kobra Plus mit Volcano Hotend

Kommen wir zum Hotend. Dieses wurde vom Vyper übernommen. Wir haben hier ein. Dieses verfügt über deutlich längere Düsen als ein Standard V5/V6 Hotend, damit ist die Schmelzzone deutlich länger und somit auch der mögliche Energieeintrag größer. Dadurch eignet sich das Volcano Hotend sehr gut für größere Düsen, da mehr Kunststofffilament pro Zeiteinheit geschmolzen werden kann.

Anycubc Kobra Plus Volcano Hotend

Gerät ein V5/V6 Hotend schon bei einer 0,6er Düse und 0,3mm Layer an seine Grenzen, kann in einem Volcano Hotend auch eine 1mm Düse noch effektiv verwendet werden. Grade bei großen Druckern macht das oftmals Sinn, da eine Vergrößerung der Düse die Druckzeit meist deutlich effektiver senkt als eine Erhöhung der Druckgeschwindigkeit. Zudem verfügt das Hotend über eine doppelte Bauteilkühlung. Alles in allem sind das gute Voraussetzungen für einen großen Drucker, um sein Druckvolumen auch effektiv nutzen zu können.

Anycubc Kobra Plus Duese

Levelling

Der Kobra Plus hat ein Levelling-System, welches auf den Namen „LeviQ“ hört. Anders als bei den ABL artigen Systemen arbeitet dieses mit einem Dehnungsmessstreifen. Dieser Dehnungsmessstreifen ist an der Aufhängung des Hotends angebracht. Beim Leveln drückt der Drucker in einem 5×5 Punkte Raster die Düse sanft und langsam gegen das Druckbett. Diese Berührung erfasst der Sensor und misst somit exakt die Position der Düse zum Druckbett. Anders als bei den ABL Alternativen wird nicht nur die Unebenheit des Druckbetts gemessen, sondern auch die tatsächliche Position der Düse zum Druckbett.

Anycubc Kobra Plus Leveling

Somit passt das ganze in der Theorie auch ohne Z-Offset. Bei mir passt das auch perfekt. Ein großer Vorteil gegenüber zum Beispiel dem Ender 3 S1 ist, dass man bei jeder Temperatur Leveln kann und nicht nur bei kaltem Druckbett und Düse. Bei Erwärmung dehnt sich grade das Druckbett aus und kann sich dabei verziehen, dieses sollte beim Leveln berücksichtigt werden. Bei meinem Testdrucker arbeitet das Levelling einwandfrei. Ein Z-Offset lässt sich dennoch einstellen, falls es nötig ist.

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Druckergebnisse

Das erste was ich mache, wenn ich einen Drucker auspacke, ich lege das Originalfilament ganz weit weg. Für die ersten Tests nehme ich immer Filament, von dem ich sicher weiß, dass es funktioniert. Somit kann ich das Filament als Fehlerquelle ausschließen, wenn etwas schief geht. Für meine PLA Tests kam das graue und rote Filament von M4P zum Einsatz. Die Lautstärke des Druckers würde ich auf keinen Fall als leise bezeichnen, zwar sind silent Treiber verbaut, aber wie meistens bei den „günstigen“ China Geräten sind zumindest vereinzelt Brüll-Lüfter verbaut. In diesem Fall ist es zum Glück nicht der Hotend Lüfter, sondern einer vom Mainboard oder Netzteil. Diese sind tendenziell deutlich einfacher gegen hochwertigere zu tauschen. Out of the Box ist er für mich für ein Büro eindeutig zu laut.

Anycubc Kobra Plus Anycubic Eule

Auf der SD-Karte findet sich ein druckfertiges Modell von der Anycubic Eule. Dieses habe ich zuerst gedruckt um einen Eindruck davon zu bekommen, ob der Drucker an sich korrekt arbeitet. Das Teil kam ganz ok aus dem Drucker. Deshalb habe ich mir wie beim letzten Test auch überlegt, dass ich dieses Kapitel aufteile in einen Anfänger und einen fortgeschrittenen Teil. 

Für Anfänger

Bei diesem Test habe ich die out of the Box Qualität untersucht, die für einen absoluten Anfänger wichtig ist. Ich nutze Cura in der Version 4.13., dort ist der Kobra Max natürlich noch nicht zu finden, da er zum Zeitpunkt des Testbeginns noch nicht veröffentlicht war. Ich habe einen neuen Drucker eingerichtet und den Vyper gewählt, da dieser – abgesehen von der Druckgröße – nahezu identisch ist. Dann habe ich die Druckbett Größe und maximale Druckhöhe manuell angepasst. Als Hilfestellung legt Anycubic noch ein Druckprofil für PLA und TPU bei. Das PLA Profil habe ich dann importiert und als Startpunkt genommen ohne jede Änderung.

Die optimale Drucktemperatur habe ich mit einem Temperatur Tower ermittelt. Danach habe ich mit diesen Einstellungen meine Testdrucke durchgeführt. Wichtig hierbei ist, der Vyper hat ein magnetisches PEI Druckbett das heißt keine Klammern wie beim Kobra Plus, die die Druckbettauflage fixieren. Wenn man den Vyper in Cura auswählt, legt er zu Beginn des Drucks eine Spüllinie (purge line) genau dorthin, wo eine Klammer beim Kobra Plus ist. Die linke vordere Klammer muss man daher etwas vom Anschlag zurückziehen. Ich denke man sieht es auf dem Bild.

Anycubc Kobra Plus Druckbettauflage

Out of the Box ist die Qualität wirklich schon brauchbar. Der Druck leidet unter der sehr hohen Geschwindigkeit mit der Anycubic auch Werbung macht. Ich denke, dass diese für wirklich schöne Drucke mit 80mm/s einfach zu schnell ist. Wir haben ein paar Artefakte an den Überhängen im Bug und etwas Stringing. Aber für so einen Schnellschuss und ohne Optimierung wirklich gut.

Anycubc Kobra Plus Benchy grau

Als nächstes habe ich als Härtetest den Lattice Cube gewählt. Ein Härtetest für die Bauteilkühlung und eine große Menge Retracts. Das Ergebnis hat mich etwas ratlos gemacht, die Qualität ist wirklich schlecht. Die Überhänge sind richtig mies geworden, mit dem Stringing kann man erstmal leben. Der Verdacht fiel hier zuerst auf die Bauteilkühlung, was mich sehr überrascht hätte, da wir hier eine doppelte Kühlung haben. Damit sollten Überhänge kein Problem darstellen. Ich gehe später im fortgeschrittenen Teil etwas tiefer darauf ein, nur soviel, die Bauteilkühlung ist es nicht.

Anycubc Kobra Plus Lattice Cube grau

Dieses Mal habe ich auch im Anfänger Test die Voronoi Katze gedruckt als Härtetest und ich habe nach dem Lattice Cube nichts Gutes erwartet. Die Katze ist aber ziemlich gut geworden, wenn man bedenkt, dass der Drucker die mit der hohen Geschwindigkeit (80mm/s) auf das Bett geprügelt hat. Auch die Überhänge sind ok. Stringing war zu erwarten, hält sich aber in Grenzen.

Anycubc Kobra Plus VoronoiKatze

Ohne jede Modifikation am Druckprofil ist die Qualität schon recht gut. Das verwendete Grau ist ein Testfilament, welches jeden noch so kleinen Fehler offenlegt, von daher gibt es dort wenig zu beanstanden. Der Lattice Cube hat mich etwas enttäuscht aber die Bauteilkühlung zeigte bei der Katze, dass es nicht daran liegt.

Für Fortgeschrittene

Nachdem der Drucker ohne Optimierungen schon brauchbare Drucke vollbracht hat, wollte ich testen was mit den üblichen Einstellungsmöglichkeiten noch rauszuholen ist, ohne die Hardware zu verändern. Die Standard PLA Drucke habe ich auf der originalen Glasplatte angefertigt, die Drucke haften sehr gut und lassen sich nach dem Erkalten problemlos entfernen. 

Die Integration in einen Druckserver, in meinem Fall Repetier Server, funktionierte problemlos. Für mich ist das wichtig, da ich so direkt vom Computer die Drucke starten und überwachen kann. 

Sehr positiv überrascht war ich, wie schon beim Ender 3 S1, dass neben dem Hotend auch das Heizbett PID gesteuert ist. Ein Teil der guten Druckqualität out oft the Box kommt daher. Zudem war auch kein PID Tuning nötig, da die Temperaturen sehr stabil waren. Die Hersteller scheinen in letzter Zeit dazugelernt zu haben, was diese Kleinigkeiten angeht. 

Temp Graph Ender Kobra Plus

Für die Tests habe ich das weiter oben erwähnte Cura Profil optimiert. Mittels Temperatur Tower und Retract Tests die Materialparameter angepasst und in Cura vor allem die Druckgeschwindigkeit von 80mm/s auf 50mm/s gesenkt. Das Benchy sieht dann auch schon ziemlich gut aus. 

Anycubc Kobra Plus Benchy

Um auszuschließen, dass es ein Problem mit der Bauteilkühlung gibt habe ich ein Testmodell gedruckt, welches mit starken Überhängen die Bauteilkühlung testet. Dieses ist fast einwandfrei geworden. Zumindest zeigt es nichts was die Probleme beim Lattice Cube erklären würde.

Anycubc Kobra Plus Testdruck rot

Der Lattice Cube ist auch dieses Mal wieder mies geworden. Da die Bauteilkühlung als Fehlerquelle ausscheidet, denke ich, dass die hohe Bewegungsgeschwindigkeit, mit der Anycubic seine Drucker üblicherweise betreibt ,ein Problem darstellen kann. Die Streben sind über eine längere Strecke freitragend und jedes Mal, wenn die Düse die Streben anfährt, fährt die Düse schnell dagegen. Das hört man sogar mehrere Räume weiter. Das verschiebt dann die Streben oder versetzt diese in Schwingungen, so dass der Drucker nicht sauber auf die letzte Schicht aufbauen kann. Ich denke da sind noch weitere Optimierungen nötig, die leider die Kapazität dieses Tests überschreiten. 

Anycubc Kobra Plus Lattice Cube rot

Die Voronoi Katze wurde wieder recht gut. Leichtes Stringing ist noch da, ich denke aber auch, dass das Volcano Hotend mit der großen Menge an geschmolzenem Material wohl nicht die perfekte Wahl für sehr filigrane Teile ist. Insgesamt erzielt der Druck ein gutes Ergebnis.

Anycubc Kobra Plus Voronoi Katze rot

Druck mit ASA Filament

Mich hat an diesem Drucker seine große Druckfläche und das Volcano Hotend gereizt, da ein Hauptteil meiner Drucke aus ASA und größer ist. Aufgrund dessen soll der Druck mit ASA ein Teil dieses Tests sein. Dafür habe ich die 0,4mm Düse gegen eine 0,6mm Düse ausgetauscht. Leider ist die originale Druckbettoberfläche nicht für ASA geeignet, so dass ich diese auch bei diesem Drucker gegen eine rau beschichtete magnetische PEI beschichtete Federstahl-Platte getauscht habe. Von Vorteil ist hierbei, dass die originale Glasplatte nicht geklebt ist und entfernt werden kann. Nachteilig ist, dass das Druckbett ohne die Glasplatte einen Bogen hat. Original ist das Druckbett stark Konvex wie auf dem Bild zu erkennen.

Anycubc Kobra Plus Bogen Glasplatte

Da das Druckbett aber anders als bei anderen Druckern mit 6 statt mit 4 Punkten befestigt ist, kann man dieses ein wenig mit Unterlegscheiben ausgleichen. Zum Schluss war es ganz leicht konkav, ca. 0,2mm Unebenheit, die das Auto-Levelling ausgleichen kann. Danach wird die magnetische Folie auf das Druckbett geklebt und fertig ist der Umbau. Ich habe noch zusätzlich eine 10mm Isolierung auf der Unterseite angebracht, musste davon aber nach und nach einiges wegschneiden, da der Freiraum unter dem Druckbett doch sehr begrenzt ist. Kleinere Teile können so gedruckt werden. Bei größeren Teilen benötigt man einen geschlossenen Bauraum, da ASA dazu neigt sich bei Luftzug oder zu niedrigen Temperaturen im Bauraum zu verziehen.

Anycubc Kobra Plus ASA Benchy

Das ASA Benchy gedruckt mit 0,6mm Düse und 0,3mm Layer sieht gut aus. Man muss dabei bedenken, dass es ein recht kleines Modell und recht grob gedruckt ist. Da sich am Rumpf die Füllung etwas abzeichnet, sollte die Überlappung zwischen Füllung und Wand noch optimiert werden. Somit ist der Drucker gut gerüstet für ASA Drucke. Bei größeren Drucken wird sich dann zeigen wie gut er dabei ist.

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Fazit

Anfänger: Der Anycubic Kobra Plus ist mit einem Preis von knapp 500€ in der China Fraktion definitiv im höheren Preissegment. Er bietet aber eine gute Ausstattung für PLA, PETG und TPU. Wenn der große Druckraum nicht benötigt wird, würde ich einem Anfänger aber eher zum Anycubic Vyper oder Creality Ender 3 S1 raten. Ersterer ist noch besser ausgestattet, etwas kleiner und schon ab ca. 300€ zu haben. Letzterer liefert mit seinem Sprite Extruder gerade für Anfänger sehr gut ab und ist auch deutlich günstiger.

Fortgeschrittene: Der Kobra plus ist in meinen Augen vor allem für etwas fortgeschrittene Nutzer sehr interessant. Er hat das Potential mit größeren Düsen ausgestattet zu werden und kann mit geänderter Druckbettauflage anspruchsvollere Filamente verdrucken. Ansonsten gilt wie bei den Anfängern auch, wird die große Druckfläche nicht gebraucht, würde ich eher zum Vyper greifen.

  • Gute Verarbeitung
  • Gute out of the Box Qualität
  • Doppelte Z-Achse
  • Heizbett PID gesteuert
  • Isoliertes Heizbett
  • Funktionierendes Autolevelling bei jeder Temperatur

  • Recht hoher Preis
  • “Nur” beschichtete Glasplatte als Druckbettauflage
  • Kabelmanagement könnte noch besser sein

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Thorben

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