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Bambu Lab legt sensationell nach: Günstigerer 3D-Drucker P1P im Anflug

Bambu Lab hat mit dem X1 in der weltweiten 3D-Druckgemeinde für Furore gesorgt. Dass dieser Hype gerechtfertigt ist, davon konnten wir uns auch im Leser-Test zum Bambu Lab X1 Carbon (Combo) überzeugen. Ein Manko war und ist aber der Preis, der eben erst bei ca. 1000€ beginnt. Hier überrascht Bambu Lab nun mit dem Bambu Lab P1P für umgerechnet gerade einmal 675€ + MwSt zum baldigen Vorbestellen. Wem jucken die Finger?

BambuLabP1PAufmacher

Technische Daten: X1 in günstiger

DrucktechnologieFDM (Direct Drive)
Druckgeschwindigkeit500mm/s (!)
Beschleunigungswerte20000mm/s²
Bauraum256 x 256 x 256 [mm]
Druckbettbeheizbar (bis 100 Grad)
max. Düsentemperatur300 Grad
Düsendurchmesser0,4mm (optional 0,2, 0,6, 0,8)
Flussrate332 mm³/s
KonnektivitätmicroSD, Wi-Fi, Bluetooth, App, PC-Software (proprietär)
Features
  • Auto-Leveling
  • 2,7 Zoll Display mit Knopf
  • 500mm/s
  • Automatic Material System (AMS) (4 Farben) [optional]
  • Bauraumbeheizung bis 60°C (indirekt über Heizbett, bei selbst angefertigten Panels)
  • Bauteilkühler im Bauraum (12W) (optional)
  • Feuchtigkeitssensor (optional)
  • Filamentdistanzmessung (optional)
  • 720p-Kamera (optional)
  • Powerloss Recovery
  • Vibrationskompensation (automatisch) & Pressure Advance
Abmessungen | Gewicht386 x 389 x 458 mm | 9,65 kg

Bambu Lab: Rennt der Konkurrenz davon?

Noch warten viele Besteller auf ihren Bambu Lab X1, da kommt der chinesische Newcomer auf dem 3D-Druckermarkt auch schon mit einer Low-Cost-Variante seines Erfolgsmodells X1 um die Ecke. Dass dies so schnell möglich war, verwundert wenig. Schaut man sich Bambu Labs Changelogs zum X1 z.B. auf Github an, sieht man die Geschwindigkeit, mit der hier entwickelt wird. Da viele Teile des sich sowieso bereits in Massenproduktion befindlichen X1 auch im P1P verbaut sind, kommt die Veröffentlichung insofern nur überraschend, als dass es tatsächlich so schnell geht.

Design: Mehr Individualität, mehr DIY

Bambu Lab verspricht einen Aufbau von gerade einmal 15 Minuten bis zum ersten Druck. Auf Seitenpanels muss man dabei zwar verzichten, dennoch verspricht Bambu Lab, den in schwarzem Aluminium gehaltenen CoreXY-Drucker mit Stahl-Chassis individuell gestalten zu können. Wie? Mithilfe von kostenfrei zur Verfügung gestellten 3MF-Druckdateien für sämtliche Panels, die bei Marktstart zugänglich sein sollen. So kann man also aus insgesamt 10 Designvorlagen selbst entscheiden, ob einem beispielsweise lieber der „Pegboard“ genannte „Werkzeug-Look“ (Lochrasterwand zum Aufhängen von Werkzeug), ein „Flowing Flame (Flammende Blumen im Dot-Design) oder eben das Design „Lily“ (Blumen im „Gravier-Look“) gefällt. Das ist einfach genial. Der Drucker bietet viele mögliche Hersteller-Upgrades und könnte auch Bastler ansprechen, die sich an dem „fertigen Design“ der X1-Serie stören.

Features: Auf das Wesentliche reduziert

Der Bambu Lab P1P druckt PLA, PETG, TPU, PVA, ASA, PETG, ABS/ASA, PA und PC. Da er von Werk aus keine Einhausung besitzt, sollte für eine Einhausung gesorgt werden um Materialien wie ABS erfolgreich drucken zu können. Nicht empfohlen wird der Druck mit Carbon und glasfaserverstärkten Polymeren. Der Bambu Lab P1P besitzt ebenso wie der X1 (Carbon) eine automatische Vibrationskompensation und Auto-Leveling inklusive Auto Z-Offset-Einstellung.

Der P1P kann genauso wie die X1-Serie mit 500mm/s drucken, ist doch dieselbe Hotend-Düsen-Kombination verbaut. An Bord sind neben einem Micro-SD-Slot ebenfalls Wi.Fi, Bluetooth und der Bambu-Bus. Genutzt werden kann der 500mm/s-Flitzer neben dem 2,7 Zoll großen Display mit Knopf (192×64 Pixel) und dem Bambu Studio als Slicer auch mit der hauseigenen Bambu App.

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Vergleich zum Bambu Lab X1 (Carbon)

Im Gegensatz zum Bambu Lab X1 in der „Carbon Combo“-Version muss im Hinblick auf den Preis auf einige Features verzichtet werden. So sind weder LEDs im Innenraum verbaut, noch steht ein Touchscreen zur Verfügung. Nutzer müssen mit einem Micro-SD-Slot Vorlieb nehmen. Ein Aktivkohlefilter ist für den P1P herstellerseitig nicht verfügbar. Am meisten jedoch fällt wohl ins Gewicht, dass der Bambu Lab P1P keinen Micro LIDAR Sensor und auch keine NPU verbaut hat. Ob dies in Zukunft nachrüstbar sein wird, ist bisher noch nicht bekannt. Ansonsten lassen sich aber viele Funktionen nachrüsten bzw. sind optional erhältlich: das AMS (Mehrfarbendruck-System) inkl. Filamentdistanzmesser und Feuchtigkeitssensor, Seitenpanels mit unterschiedlichem Design, 720p Cam sowie Bauteilkühler im Bauraum. Alle Bambu Lab Drucker im Vergleich findet ihr hier.

Einschätzung: Genialer Schachzug

Bambu Lab ärgert die Konkurrenz – schon wieder. Und diesmal könnte der CoreXY-Drucker mit 500mm/s etablierten Herstellern wirklich gefährlich werden. Natürlich muss auf einige Specs – allen voran dem LIDAR-Sensor nebst NPU – verzichtet werden. Aus der „Abspeckkur“ macht Bambu Lab aber eine Tugend, indem der DIY-Aspekt betont wird: Der P1P ist beispielsweise durch die eigene Zusammenstellung individuell gestalteter Seitenpanels und etlichen anderen Aufrüstmöglichkeiten freier konfigurier- und gestaltbar. Für ca. 675€ + MwSt muss ich meine Kollegen schnellstmöglich überzeugen, diesen Drucker testen zu dürfen. Was meint ihr? Könnt ihr den Radius um den „Pre-Order-Button“ noch groß genug halten? Gerne posten!

0eaf8783b6be45b494b5e20379059f63 Hier geht's zum Gadget
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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (6)

  • Profilbild von Joe
    # 18.11.22 um 19:40

    Joe

    300€ billiger und dafür fehlen alle wichtigen Features? Klingt nicht besonders prickelnd.
    Und die 500mm/s sind auch eher Fantasie.
    Mal abwarten…

    • Profilbild von Bernhard Siwek
      # 18.11.22 um 19:51

      Bernhard Siwek

      Das kommt darauf an. Viele basteln an ihren Drucker herum und stecken den ein oder anderen Taler in das Gerät, um es zu erweitern. Insofern ist ein abgespeckter Carbon X1 die man mit der Zeit nach Bedarf aufrüsten kann ein mehr als genialer Schachzug…

      • Profilbild von PansenKarl
        # 18.11.22 um 21:11

        PansenKarl

        Bei einem rein proprietären Drucker mit verschlossener Firmware ist das mit dem Basteln so eine Sache.

  • Profilbild von Kakue
    # 18.11.22 um 21:29

    Kakue

    Der P1P löst bei mir keine spontane Begeisterung aus!
    Für einen Preis um 500 EUR wäre ich eventuell versucht, meinen Flashforge Adventure 4 zu verkaufen und durch den P1P zu ersetzen.
    Allerdings müsste es bei mir tatsächlich die Version mit gedruckten Seitenteilen und Türen(!) sein.
    Ich habe bei der Stiftung Warentest gelesen, dass bei einem offenen Drucker pro 1kg-Spule etwa 5 Euro an Stromkosten anfallen und das war zu Preisen aus 2020! Je größer die Bauplattform, desto höher der Stromverbrauch und für ein Gerät von der Größe eines P1P findet man nichts mehr bei IKEA.

    Der P1P und der X1 Carbon sind zu teuer, um als Spontan-Kauf durchzugehen.
    Beide Drucker müssen viele tausend Stunden gut funktionieren. Mein Flashforge Adventurerer 3 kommt mittlerweile auf 3.600 Betriebsstunden! Da sind allerdings die Wartezeiten nach Fertigstellung mit drin Von den Geräten von Bamboo Lab würde ich erwarten, dass sie mindestens 5000 Stunden durchhalten.
    Wenn sie ein solches Durchhaltevermögen im Feld beweisen und ich zudem in den Foren genügend Hinweise finde, dass sie leicht reparierbar sind, dann kämen sie bei mir in die engste Wahl.

  • Profilbild von Topaxx
    # 19.11.22 um 19:01

    Topaxx

    günstig 🙄
    699€ + MwSt im Store sind um die 830€

    würde ich nicht als günstig bezeichnen…

    • Profilbild von Gast
      # 20.11.22 um 09:55

      Anonymous

      Meiner Meinung nach ist er damit aber dem Ankermake M5 überlegen, der Steuerbereinigt in der gleichen Preisklasse liegt

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