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Bambu Lab X2D: Macht der neue 3D-Drucker den teuren H2D überflüssig?

X2D-Aufmacher

Kaum ist man mal im Urlaub, da bringt Bambu Lab einen neuen 3D-Drucker heraus: den Bambu Lab X2D. Alle scheinen ihn bereits als den perfekten Nachfolger der beliebten X1-Serie zu feiern. Wir sehen das anders, denn eigentlich bekommen wir hier einen „H2D Mini“ zum absoluten Kampfpreis. Folglich macht der Hersteller seinen eigenen High-End-Druckern unserer Meinung nach plötzlich mächtig Konkurrenz.

Technische Daten: Dual-Düsen-System (fast) wie H2D

FeatureDetails
Bauraum (Single-Modus)256 × 256 × 260 mm
Bauraum (Dual-Modus)235,5 × 256 × 256 mm
Extruder-SystemDual (Links: Direct-Drive / Rechts: Bowden)
Düsentemperaturbis 300°C
Bauraumtemperaturaktiv beheizt bis 65°C
KalibrierungVollautomatisch (Dynamic Flow Calibration)
Besonderheiten31 Sensoren, 3-stufiger Luftfilter, mechanischer Düsenwechsel

Direct & Bowden in einem Kopf: Ende des Filament-Mülls?

Die größte Neuerung am X2D ist zweifellos der Druckkopf. Bei einem Einzel-Düsen-3D-Drucker wie dem Bambu Lab P2S produziert der Wechsel hin zu anderen Farben oder Materialien immer große Müllberge. Bei Druckern wie dem H2D und nun dem X2D verbaut Bambu Lab jedoch zwei Hotends im Druckkopf, was den Müll zumindest für 2-Farb-Drucke oder bei wasserlöslichem Supportmaterial dramatisch reduziert.

x2D Dual Hotend

Anders als beim H2D, den wir ebenfalls schon im Test hatten, setzt man beim Bambu Lab X2D aber nun auf ein rein mechanisches Wechselsystem für zwei Düsen. Dabei verzichtet der Hersteller auf einen schweren (und teureren) zweiten Motor direkt am Werkzeugkopf. Natürlich wirft so eine Mechanik sofort Fragen zur Haltbarkeit auf. Bambu Lab verspricht hier jedoch eine immense Lebensdauer. Demnach soll der Mechanismus über eine Million Zyklen ohne Verschleiß überstehen.

X2D 08

Wichtig: Nutzt ihr beide Düsen beim Druck, schrumpft der nutzbare Bauraum auf der X-Achse leicht auf 235,5 Millimeter. Im reinen Single-Color-Betrieb steht das volle Volumen zur Verfügung.

Die linke Hauptdüse arbeitet zusammen mit einem Direct-Drive-Extruder, wie es bei modernen 3D-Druckern heutzutage Standard ist. Dadurch lassen sich technische Filamente präzise fördern. Die rechte Düse nutzt hingegen ein Bowden-Setup. Der zugehörige Motor sitzt folglich an der Rückseite des Druckers. Somit bleibt der Druckkopf sehr leicht und schnell. Beim Materialwechsel schaltet das System rein mechanisch um. Man spart hier also Zeit und teures Filament. Aber: Wer mit dem AMS 2 Multicolorsystem vier verschiedene Farben über die linke Hauptdüse druckt, wird dort logischerweise weiterhin den klassischen „Purge-Poop“ produzieren. Eine Düse muss bei Farbwechseln schließlich gespült werden.

Ganz am Anfang gab es zumeist Direct-Drive-Extruder. Als ich 2019 mit dem 3D-Druck anfing, waren hingegen Bowden-Extruder „in Mode“. Heute werden mit Ausnahme von Delta-Druckern nur noch Direct-Drive-Extruder verbaut, weil sie für flexible Filamente geeigneter sind und weniger Filamentrückzug (Retraction) erfordern. Bowden-Systeme punkten dagegen in Sachen Gewicht (Stepper-Motor am Rahmen, nicht auf dem Druckkopf). In unserem Artikel zum Unterschied zwischen Direct-Drive- und Bowden-Extruder könnt ihr dazu alle Details nachlesen.

X2D Features

H2D-Features zum Kompakt-Preis: Aktive Heizung inklusive

Der Bambu Lab X2D erbt ansonsten die wichtigsten Profi-Features der teuren H-Reihe. Normalerweise zahlt man für einen H2D schon ohne Combo über 1.700€. Dennoch bringt der kompakte X2D nun ebenfalls eine aktiv beheizte Kammer mit. Diese heizt den Innenraum zuverlässig auf 65 Grad Celsius auf. Die Düsen erreichen parallel bis zu 300 Grad. Somit gelingen auch schwierige Konstruktionsmaterialien wie ABS oder Nylon ohne lästiges Verziehen (alles zum so genannnten „Warping“ erfahrt ihr in diesem Video).

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Auch einen „Cool Mode“ zur Frischluftzufuhr im Innenraum bei PLA-Drucken integriert Bambu Lab beim X2D, verzichtet dabei aber auf die stylische elektrische Luftzufuhrklappe oben an der Front der H-Reihe. Ebenfalls nicht vorhanden im Vergleich zur H-Reihe: LED-Schriftzug-Beleuchtungen oder LED-Laufleiste am Druckbett – absolut verschmerzbar, wie wir finden.

Außerdem überwachen insgesamt 31 Sensoren den gesamten Druckprozess. Ein spezieller Servomotor im Direct-Extruder misst den Widerstand unglaubliche 20.000 Mal pro Sekunde. Folglich erkennt die Software drohende Verstopfungen sofort. Und wenn wir schon beim Thema Präzision sind: Optional gibt es einen „Vision Encoder“ zum Nachrüsten. Diese Kalibrierungsplatte liefert eine sagenhafte Genauigkeit von bis zu 50 Mikrometern.

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Obendrein bleibt der Drucker im Silent-Modus mit unter 50 Dezibel angenehm leise. Abgerundet wird das Paket durch einen dreistufigen Abluftfilter mit HEPA H12 und Aktivkohle. Damit bleiben giftige Dämpfe sicher im Gehäuse.

Einschätzung: Greift Bambu Lab sich selbst an?

Für knapp 637 Euro liefert Bambu Lab ein absolutes Brett ab. Wenn man nicht zwingend auf den riesigen Bauraum angewiesen ist, degradiert der X2D den großen H2D für Heimanwender fast schon zur Nische. Das System mit den zwei unterschiedlichen Extrudern löst beim 2-Materialien-Druck das Müll-Problem.

Klingt also perfekt, oder? Sagen wir so: Für uns persönlich überwiegen bei Bowden-Systemen die Nachteile. Insgesamt wird man mit dem Bowden-System langsamer drucken können. Die rechte Düse soll zudem für Support-Material genutzt werden. Das dafür beispielsweise verwendete wasserlösliche PVA-Filament zieht jedoch extrem schnell Feuchtigkeit und bricht. Ausgerechnet so ein zickiges Material durch einen langen Bowden-Schlauch zu pressen, halten wir für mutig. Auch der Druck von weichem TPU ist über den Bowden-Schlauch quasi ausgeschlossen.

Wir lassen uns aber gern eines Besseren von Bambu Lab belehren. Wir haben bereits ein Testgerät angefragt. Sobald der Drucker in der Redaktion steht, jagen wir ihn durch den Parcours.

Nun zu euch: Macht der X2D die teurere H-Serie für euch ebenfalls obsolet? Teilt ihr unsere Skepsis bezüglich des Bowden-Extruders für Support-Material?

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (9)

  • Profilbild von drapple
    0 # 18.04.26 um 15:02

    drapple

    ich verstehe es nicht, es gibt zur Zeit meine Meinung nichts besseres als ein Snapmaker U1, ich hab ihn seit November AirDrop 24 Stunden sieben, er macht nie Probleme, hatte vorher Bambu, aber die haben irgendwie mit ihren komischen neuen System daneben gegriffen in meinen Augen das ist Nix

    • Profilbild von sandra
      0 # 20.04.26 um 19:28

      sandra

      @drapple: ich verstehe es nicht, es gibt zur Zeit meine Meinung nichts besseres als ein Snapmaker U1, ich hab ihn seit November AirDrop 24 Stunden sieben, er macht nie Probleme, hatte vorher Bambu, aber die haben irgendwie mit ihren komischen neuen System daneben gegriffen in meinen Augen das ist Nix

      haben seit heute auch einen Snapmaker U1 hier und das Teil ist einfach unglaublich geil. Es wird wohl daraus hinauslaufen das die Bambus hier P1S, X1C das Haus verlassen müssen, und dafür noch 1-X Snapmaker hier ihr neues Zuhause finden. Der H2S bleibt allerdings, wegen dem Bauraum, wir brauchen großen Bauraum da ist leider noch sehr dünn alles auf dem Gebiet mit Tool Changer, außer der Prusa XL aber für das Geld kauft man Autos 🙂

  • Profilbild von Maxine Musterfrau
    1 # 16.04.26 um 16:38

    Maxine Musterfrau

    Der Zweidüsendruckkopf ist in Zeiten wo man eigentlich einen Toolchanger o.ä. erwartet hätte ja schon eine Enttäuschung. Das die zweite Düse dann aber auch noch durch einen Bowdenextruder kastriert wird, setzt dem Ganzen die Krone auf. Aber sicher, auf einen Drucker, der die Trennschicht des Supports optimal drucken kann haben die Figürchendrucker nur gewartet… Trotzdem jubeln die Bambus-Jünger natürlich wieder, bis dann in einem halben Jahr der X2C vorgestellt wird. Dann sind die Gesichter genauso lang wie die der H2D-Käufer ein Jahr zuvor. XD

    • Profilbild von Tom Baier
      0 # 23.04.26 um 14:29

      Tom Baier

      Das die Bambu-Hater sich die Nachteile schon wieder mit Gewalt aus den Fingern saugen. spricht sehr für das Teil.

      P.S.
      Hat am letzten Freitag meinen X1C ersetzt und druckt keine Figürchen 😉

  • Profilbild von Timmy
    0 # 16.04.26 um 14:00

    Timmy

    Ich schau gerade verwundert von meinem Schreibtisch auf meinen FLSun V400… "mit Ausnahme von Delta-Druckern nur noch Direct-Drive-Extruder verbaut,…"

    Da gab es wohl einen Schreibfehler!?

  • Profilbild von Nemo
    0 # 16.04.26 um 12:18

    Nemo

    Beheizter Bauraum: Gut
    Qualität der Bauplattenheizung: So Lala
    Düsentemperatur: Gerade so
    Bauraum-Kühlung: Muß sich zeigen
    Alte Platten verwenden: Gut
    Bauraumgröße: Erwartungsgermäß klein — aber da gibt es ja die H-Serie

    Was die Support-Nozzle angeht — wenn es nur um Stützstrukturen geht, dann kommt man mit einem AMS genau so weit… der kostet dabei kaum Zeit und Poop… und für das Geld des Druckers kann man sich viel Filament für Support und Bauteil kaufen.

    Worin Bambulab glänzt: Die Software-Integration

  • Profilbild von Thommy
    0 # 16.04.26 um 09:30

    Thommy CG-Team

    Die Einschätzung von Ingo ist da schon korrekt, wenn man Standardfilamentarten ausklammert. Man muss sich einfach von der ursprünglichen Vorstellung verabschieden, die X-Reihe sei noch irgendwie Flaggschiff. Sie ist bei Bambu durch die H-Reihe jetzt obere Mittelklasse – eben das, was die P-Reihe ursprünglich mal war.

    Und ja, alle, die mehr als eine Düse oder weniger an Stützmaterialmüll wollen oder aber eben gern mit 2 Materialien/ Farben überwiegend drucken, werden in diesem Preisbereich wohl den X2D nehmen.

    Wenn es aber um Engineering-Materialien geht, dann setzen ambitionierte Leute halt immer mehr auf PA-Blends, PC usw. Und da ist es durchaus je nach Materialeigenschaft/Sorte sinnvoll, über die 300 Grad Hotend-Temp hinauszugehen für optimale Schichthaftung.

  • Profilbild von Ingo
    0 # 16.04.26 um 01:38

    Ingo

    Habe den H2C im Einsatz und trotz des Preises würde ich ihn wieder nehmen.
    der X2D ist ein toller Nachfolger für den X1 aber hat doch einige Abstriche die je nach Anforderung schon sehr deutlich sind.
    Allein schon der kleinere Bauraum und dass man nicht jedes Material drucken kann wären schon gute Gründe für einen H2.
    Wenn dann sehe ich eher das viele P2 Käufer dann doch einen X2 nehmen werden.
    Die H2 Kunden wollen High-End und bekommen das meiner Meinung nach auch.

    • Profilbild von Lars
      0 # 16.04.26 um 07:02

      Lars

      @Ingo: Habe den H2C im Einsatz und trotz des Preises würde ich ihn wieder nehmen.
      der X2D ist ein toller Nachfolger für den X1 aber hat doch einige Abstriche die je nach Anforderung schon sehr deutlich sind.
      Allein schon der kleinere Bauraum und dass man nicht jedes Material drucken kann wären schon gute Gründe für einen H2.
      Wenn dann sehe ich eher das viele P2 Käufer dann doch einen X2 nehmen werden.
      Die H2 Kunden wollen High-End und bekommen das meiner Meinung nach auch.

      Welche Materialien kann der X2D denn nicht die der H2C kann?

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