Test

BIQU Hurakan 3D-Drucker mit Klipper & 2-Zonen-Heitzbett: Wirbelsturm im Anmarsch?

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Was hat ein 3D-Drucker mit einem Lamborghini zu tun? Ich so: Äh…nix?“ – BIQU so: „Äh…doch – den Modellnamen und das Design!“ Denn mit dem BIQU Hurakan hat man sich vom Lamborghini Huracan inspirieren lassen. Herausgekommen ist ein i3-Drucker mit Klipper-Firmware out of the box und 2-Zonen-Heizbett. Wie schlägt er sich im Test?

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  • BIQU Hurakan 3D-Drucker

Vorwort: Das erste Mal

Liebe Freunde des geschmolzenen Plastiks, das ist mein erster 3D-Drucker-Test für CG. Ich bitte dementsprechend um Gnade, wenn diese Zeilen keine 100 Prozent-Perfektion darstellen. Gerne bitte ich um Berichtigung, sollten sich Fehler eingeschlichen haben. Mir sind drei Dinge wichtig:

Erstens möchte ich euch möglichst einen Informationsmehrwert im Vergleich zu anderen (Youtube-) Reviews bieten.

Zweitens wäre es cool, auf lange Sicht auch manchmal mehrere Gadgets gleichzeitig zu testen oder zusammen mit meinen Kollegen den 3D-Druck mit Audiogadgets oder Saugrobotern zu kombinieren.

Drittens will ich auch Umweltaspekte etwas stärker in den Fokus rücken (Strommessung, in Zukunft auch mal Tests mit recycelten Filamenten, etc).

Ich bin gespannt auf euer Feedback und nun viel Spaß beim Lesen.

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BIQU Hurakan in Aktion – überwacht von einer NexiGO N960E (nicht im Lieferumfang)

Technische Daten: sehr vielversprechend

Hersteller | ModellBIQU | Hurakan
DrucktechnologieFDM (Bowden)
Druckgeschwindigkeitmax. 180 mm/s (60 mm/s empfohlen)
Bauraum220 x 220 x 270 mm
Druckbettbeheizbar (bis 100 Grad), 2 Zonen (100W/240W), PEI-Federstahlplatte (magnetisch)
max. Düsentemperatur260 Grad
Düsendurchmesser0,4mm
KonnektivitätmicroSD, SD, 2x USB 2.0, Ethernet RJ45, Wifi, SPI (für ADXL345-Sensor)
Features
  • Auto-Leveling
  • Motherboard: BTT Manta M4P+CB1 & TMC2209
  • Klipper out of the box
  • 2-Zonen-Heizbett
  • Riemenspanner (x und y)
  • Filamentsensor
  • Powerloss-Recovery
Gesamtmaß | Gewicht480 x 470 x 482 mm | 5,8 kg

Verpackung & Lieferumfang: sehr gut

BIQU, eine Marke von BIGTREETECH, liefert den BIQU Hurakan in einer braunen Box, auf welcher lediglich Drucker und Modellname abgebildet ist. Witzig: Öffnet man das Paket, begrüßt einen eine kleine gelbe Quietscheente – das Maskottchen von BIGTREETECH. Alles im Karton ist sehr gut durch Schaumstoff geschützt, nämlich Druckerbasis, Rahmen, Kabel, X-Achse inklusive Druckkopf, PEI-Auflage, PTFE-Schlauch, 10 Meter weißes Test-Filament, Ersatz-Düse, Micro-SD und USB-Adapter mit Micro-SD-Einschub sowie Gebrauchsanweisung und Schrauben und Werkzeug.

Design: Mal was anderes

BIQU selbst spricht davon, sich bei der Frontansicht der Druckerbasis designtechnisch  am Lamborghini Huracan orientiert zu haben. In der Tat macht der „Kühlergrill“ des BIQU Hurakan schon etwas her und ist eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Bettschubser-Design-Einerlei. Mir gefällt die BIQU-typische Farbgebung in Schwarz und Dunkelblau.  Auf der rechten Frontseite sind die Kartenslots für Micro-SD und SD-Karte verbaut. Etwas schade, weil unter Umständen schlecht erreichbar: Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich 2x USB 2.0, Ethernet RJ45, Spannungs-Umschalter (115V/230V) und SPI-Anschluss (für den ADXL345-Sensor).

Verarbeitungsqualität & Aufbau: gut mit Patzern

Beim Aufbau fällt mir neben einem Geruch Marke „fabrikneu“ direkt eins auf: Die Verkleidung des Riemenspanners für die Y-Achse ist schief. Der erste Eindruck entscheidet, aber gut, ich bin erstmal gnädig.

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Ist halt schief: Verkleidung des Riemenspanners der Y-Achse

Anleitung

Ein Blick in die mitgelieferte Gebrauchsanweisung lässt mich dann stutzig werden. Sie bricht mitten beim Einrichtungsprozess des Druckers einfach ab. BIQU hat uns online eine vollständige Gebrauchsanweisung inkl. Extra-Anleitung zur Handhabung des mitgelieferten ADXL345-Beschleunigungssensors zukommen lassen. Sinnvoll wäre hier vielleicht ein QR-Code auf der Gebrauchsanweisung mit genau diesen Informationen gewesen.

Gute Verarbeitung

Ob es ansonsten daran liegt, dass BIGTREETECH ein großer Player in Sachen 3D-Drucker-Hardware ist oder nicht: Der Hurakan macht bis auf die kleinen Patzer einen recht hochwertigen Eindruck. Dies gilt beispielsweise für die saubere Verkabelung im Inneren des Druckers (vorbildlich mit Kabelschuhen), den Metall-Hebel des Extruders oder den Druckkopf (Standard MK8 Düse) mit doppelseitiger Bauteilkühlung. Alles wirkt recht hochwertig verarbeitet.

Riemen-Ärger

Aber zu früh gefreut. Denn als ich nach dem Justieren der Exenterschrauben unterhalb des bis dato sehr wackeligen Druckbettes den anfangs erwähnten Y-Achsen-Spanner nur um wenige Millimeter drehe, fliegt mir doch glatt der eigentlich recht lockere Riemen entgegen!

Problem: Das Riemenende ist mit einer Metallhülse gecrimpt worden – allerdings wohl nicht richtig, denn das Ende des Riemens sieht ausgefranst aus.

Lösung: Ich nutze die Hülse eines Kabelschuhes, presse das Ende des Riemens ein und friemele es mit viel Aufwand in die Haltevorrichtung. Genau DAS ist alles andere als einsteigerfreundlich. BIQU müsste bekannt sein, dass es bessere Möglichkeiten gibt, Riemen an Ort und Stelle zu halten.

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Ärgerlich: Gerissenes Riemenende (Y-Achse) gleich zu Anfang

Verschenktes Potenzial

Der übrige Aufbau gestaltet sich sonst ohne größere Komplikationen. Alles ist in der (Online-)Anleitung verständlich erklärt. Die V-Rollen laufen leichtgängig auf den Achsen. Schade finde ich, dass BIQU sich nur für eine Z-Achsenspindel und ein Bowden-Setup mit Titan-Klon entscheidet. Von Haus aus hätte man auch bessere Alternativen wählen können, beispielsweise den BIQU Direkt-Extruder H2 – gerade weil man auch damit wirbt, TPU verarbeiten zu können. Sehr schön hingegen: Alle anzuschließenden Kabel sind mit Gewebeschlauch ummantelt und vorbildlich beschriftet.

Letzte Kniffe

Der Filamenthalter, der oben am Drucker installiert wird, sollte möglichst weit außen an der Querstrebe angebracht werden, damit das Filament beim Drucken keine unschönen Knicke kurz vor dem Eintritt in den komplett waagerecht montierten Filament-Sensor erleidet. Bevor es mit dem ersten Druck losgehen kann. montiere ich noch den ADXL345-Beschleunigungssensor jeweils an der X- und an der Y-Achse. Beide Male führe ich in Klipper jeweils einen Befehl aus und der Druckkopf fängt in verschiedenen Frequenzen an zu vibrieren. Dahinter steckt Klippers Input-Shaping-Funktion, die möglicher Vibrationen während des Drucks kompensieren soll. Im Druck-Endergebnis kann mit weniger oder sogar keinem (sichtbaren) Ghosting bzw. Ringing gerechnet werden.

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Kalibrierung: ADXL345-Sensor fürs Input-Shaping an X- und Y-Achse; hier: X-Achse direkt am Druckkopf

Inbetriebnahme & Features: Auf dem Prüfstand

Endlich den Drucker einschalten und…erstmal 45 Sekunden warten, in denen mich das kleine Display mit Drehknopf darauf hinweist, dass ich doch bitte die Micro-SD mit Klipper-Firmware eingelegt haben muss, damit der Drucker ordnungsgemäß funktioniert. Diese 45 Sekunden wartet man aber nicht nur beim ersten Mal, sondern immer beim Anschalten.

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Ist die Micro-SD auch eingelegt? Sie haben 45 Sekunden Zeit, den Schlitz zu finden.

Leveln

Die Anleitung fordert mich zum Leveln auf. Ich finde es ehrlich gesagt nervig, Ende des Jahres 2022 noch mit 4 Rädchen manuell vorleveln zu müssen, ehe ich das Auto-Leveling via BIQU MicroProbe (BLTouch-ähnlich, sehr klein und nur 6g schwer) ausführen lassen kann. Ein festes Druckbett wäre angenehmer gewesen. BIQU spricht beim Leveln von einem normalen DIN-A4-Blatt. Das ist zu dick. Der klassische Kassenzettel ist da sinnvoller und führt schneller zum Erfolg.

Lüfter

Was machen die Lüfter? Die sind erstmal aus – gut so. Sobald der Drucker aufheizt, ändert sich das natürlich. Wie so oft bei 3D-Druckern bezieht sich hier BIQUs Lautstärke-Angabe (50dB) nicht auf den realen Wert. Denn in der Druckerbasis sind 2 kleine Lüfter eingebaut, die deutlich wahrnehmbar sind. Damit kommt der Drucker, sobald er hochheizt, auf durchschnittlich 62 dB bei einer Entfernung von 50cm zum Druckkopf/Filamenteinlass (App „Schallmessung“, Android). Die Lüfter sind damit zwar keine reinen Brüllwürfel, wie ich sie von anderen Druckern kenne, ins Büro würde ich den BIQU Hurakan aber ohne Einhausung auch nicht stellen wollen.

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Laut App „Schallmessung“ 62dB im Schnitt: Der BIQU Hurakan bei 220 Grad (Hotend) & 60 Grad (Druckbett)

RGB-Spaß

Als erstes entdecke ich auf dem die RGB-LED-Einstellung, die ich wirklich cool finde. Denn damit lässt sich die Beleuchtung am Druckkopf in den unterschiedlichsten Farben darstellen. Wäre der Farbverlauf dann noch fließend, hätte man in einem dunklen Raum immerhin 3D-Drucker-Disko-Feeling.

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Macht was her: RGB-Beleuchtung (hier blau)

Druckbett

Als nächstes nehme ich das Druckbett unter die Lupe. Gerade weil modular angesteuerte Heizbetten wie etwa im kommenden Prusa XL ein Vermögen kosten, macht BIQU hier einen großen Schritt auf dem Weg zur energieeffizienteren Nutzung von 3D-Druckern.

Denn: Das Heizbett hat 2 Zonen. Eine ungefähr 11 x 11 cm kleine Zone (100W) und den Rest des Druckbetts als zweite große Zone (240W). Über einen Schalter am hinteren Ende des Druckbettes kann nur die kleine Zone für eben kleine Druckmodelle aktiviert werden (rotes Licht) oder eben beide Zonen (rotes und blaues Licht). Wirklich gut!

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Gut umgesetzt: Heizbett-Zonen-Schalter während des Drucks

Temperaturen

Nach ungefähr 15 Minuten des Heizens beider Zonen mit 60 Grad (Raumtemperatur: 21 Grad) fällt aber auf: Die Hitze verteilt sich nicht gleichmäßig. In der Heizbettmitte messe ich 54,7 Grad, jeweils über den Stellschrauben in den Ecken dann vorne links 51,1 Grad, vorne rechts 51,8 Grad, hinten links 51,6 Grad und hinten rechts 52 Grad. Das mag halbwegs okay sein, gehe ich aber noch weiter in die vier Ecken, fallen die Temperaturen noch einmal um 2 bis 3 Grad ab (Messgerät: Tilswall IR03B). Das liegt vielleicht auch an der kreisrund ausgeschnittenen Bettisolierung unterhalb des Heizbettes. Später beim Druck bleiben die Temperaturen aber konstant (unterschiedlich). Die Nema-Schrittmotoren verhalten sich zwischen 42 und 48 Grad dabei auch unauffällig.

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Suboptimal gelöst: kreisrunde Heizbettisolierung

Stromhunger

Der BIQU Hurakan zieht beim Aufheizen (PLA, 210 Grad zu 60 Grad) des Druckbettes (kleine Zone) im Mittel 116W, beim Aufheizen beider Zonen zusammen dann 243,4W. Wird dann die Düse erhitzt, gönnt sich der Hurakan im Mittel 108,6W. Während des Drucks sind  durchschnittlich 96,8W mit kleiner und zusammen mit großer Zone dann im Schnitt nur 127,4W zu verzeichnen (Messgerät: Bearware Power Meter WDP 302737).

Software: Klipper mit Schluckauf

Ihr wisst es vielleicht oder auch nicht: Das hier ist mein Einstieg in Klipper – und der läuft dank BIQU super reibungslos. Ich tippe meine Wifi-Daten in die Klipper-Konfigurationsdatei auf der Micro-SD und zack, lande ich wenig später dank im Drucker integriertem Wifi-Modul auf dem Klipper-Dashboard in meinem Browser. Alles wirkt stylisch, aufgeräumt und durchdacht. Mir gefällt die gute Anpassbarkeit aller Einstellungen bis hin dazu, welche Info-Box wo und wie angezeigt werden soll. Richtig praktisch: Bereits geslicter G-Code lässt sich z.B. nachträglich direkt in Klipper abändern. Und dennoch: So scheinen noch Bugs behoben werden zu müssen, denn einmal fror das Display und damit der Drucker im Druck ein (siehe Screenshot Klipper-Fehlermeldung). Außerdem funktionierten die in Klipper hinterlegten Makros bei mir nicht.

Druckergebnisse: gut, aber…

Als Filament kommt frisch ausgepacktes PLA (eSun mattweiß) zur Anwendung. Nach einem gedruckten Level-Test (Ziqzaq-Linien) drucke ich eine Rakete (ohne Kopf) die als vorgeslicetes Sample verfügbar ist. Sie kommt schön sauber aus dem Drucker.

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Fast makellos: Die geköpfte Rakete

Benchy-Time

Dann kommt das allseits bekannte Benchy. Es ist ebenso auf der Micro-SD-Karte als fertig geslicetes Sample zu finden und sieht ebenfalls recht gut aus. Artefakte sind hier und da auszumachen genauso wie Rillen auf bestimmten Höhen der Z-Achse. Manchmal sind minimale Löcher in Eckbereichen in der obersten Schicht zu sehen. Hier wäre ein weiterer Toplayer oder eine verkleinerte Schichthöhe (0,1mm) eine Option gewesen. Ansonsten kann ich wenig beanstanden. Das habe ich schon deutlich schlechter gesehen.

Ich checke den G-Code des Benchys und stelle fest: BIQU nimmt für seine Samples ein Ender-3-Profil. Und das, obwohl doch in der Anleitung empfohlen wird, man solle in Cura als Druckprofil einen älteren BIQU B1 auswählen. Da bei anderen Berichten die Ergebnisse mit dem Ender-3-Profil im Vergleich zu BIQUs eigenem B1-Profil deutlich besser ausfallen, greife ich direkt zum Ender-3-Profil. Ich passe nur Bauraum und Retract-Wert an.

Nun stellt sich die Frage: Mit welcher Geschwindigkeit drucke ich? Denn seltsam finde ich, dass BIQU seine Samples mit nur 60 mm/s laufen lässt. Klar, man möchte zeigen, wie gut der Drucker abliefert. Und tatsächlich: BIQU spricht zwar von maximal 180 mm/s, empfiehlt aber 60 mm/s mit dem Verweis, man wolle nicht vollmundig wie andere eine 5x schnellere Druckgeschwindigkeit versprechen. Das hört sich ehrlich an, aber hey. Wenn man selbst einen Vergleich zum Lamborghini Huracan anstellt, suggeriert das nun mal Speed – gerade wenn man Klipper als Firmware, einen ADXL345-Beschleunigungssenssor und ein schnelles Manta-Board (32-bit ARM mit 4 Cortex-A53 Kernen und 512 GB DDR3) nutzt.

Ich will schneller drucken. Wenn die 180 mm/s das Maximum sein sollen, BIQU selber im Werbevideo aber von 150 mm/s mit kaum Ringing spricht, wähle ich eben die 150 mm/s. Gesagt, geslict: ein Benchy mit 150 mm/s, 220 Grad, leicht erhöhtem Retract und Z-Naht (Sharpest Corner/Smart Hide). Mehr habe ich in Cura nicht verstellt. Heraus kommt es sehr passabel. Hier der Vergleich zwischen Benchy 60 mm/s und Benchy 150 mm/s:

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Vorne: 150 mm/s-Benchy mit kleineren Artefakten (Überhang, Reling, Rillen), hinten: 60 mm/s-Benchy als Referenz

Fidget-Spinner

Ich belasse es bei den 150 mm/s, und drucke mit demselben Cura-Profil ein weiteres Modell: Einen Fidgetspinner für meine Kids. Das Ergebnis fällt abgesehen von Blobs und einer nach Überextrusion aussehenden rauen Oberfläche gerade für die Geschwindigkeit sehr ordentlich aus. Die Toleranz des BIQU Hurakan ist damit selbst bei 150 mm/s gering, denn: Der Fidget-Spinner ist nach minimalen Säuberungen und ein wenig Silikon-Öl gut zu nutzen.

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Dreht ab: Fidgetspinner mit 150mm/s ohne größere Profil-Optimierung

Fazit: Die Richtung stimmt

Gerade weil ich mit meinem Anycubic Mega-S maximal 80mm/s für brauchbare Drucke nutzen kann, war ich sehr gespannt auf den BIQU Hurakan. Endlich kommt ein 3D-Drucker mit Klipper von Werk aus und hat sogar ein 2-Zonen-Heizbett. Das geht meiner Meinung nach definitiv in die richtige Richtung. Die Druckergebnisse fallen gut aus und könnten mit Profil-Optimierungen selbst bei 150mm/s auch sehr gut sein. Aber: BIQU verschenkt hier deutlich Potenzial.

Warum überhaupt Klipper, wenn man am besten nur 60 mm/s drucken soll? Warum ein i3-Aufbau mit nur einer Z-Spindel? Warum ein Bowden-Setup mit Titan Extruder Klon? Mit BIGTREETECH steht immerhin nicht irgendwer hinter BIQU. Im eigenen Haus hätte man genügend Hardware-Alternativen. Letztere bietet man aber nur als Upgrade-Möglichkeiten an (BIQU H2 Direkt-Extruder, 5 oder 7 Zoll Touchdisplay, später sollen dann Webcam und eine zweite nachrüstbare Z-Achse kommen).

Versteht mich nicht falsch: Der Drucker druckt recht gut, keine Frage – selbst mit 150 mm/s. Das tun aber andere oftmals günstigere Drucker eben auch. Es bleibt BIQU hoch anzurechnen, den Klipper-Schritt inkl. 2-Zonen-Heizbett gegangen zu sein. Es bedarf aber wohl noch ein paar Schritten mehr, um daraus ein reiferes Gerät zu machen. Ein Anfang wäre z.B. ein eigenes abgestimmtes Druckprofil für den BIQU Hurakan. Was meint ihr dazu? Nutzt ihr Klipper? Welche Drucker empfiehlt ihr für den Umstieg auf Klipper? Teilt es gern mit uns!

  • Auto-Leveling
  • Klipper out of the box
  • 2-Zonen-Heizbett mit (kreisrunder) Bettisolierung
  • frisches Design
  • hochwertige Hardware
  • gute Verarbeitung mit Patzern
  • gute bis sehr gute Druckergebnisse
  • RGB-Beleuchtung
  • Bowden-Setup nicht ideal
  • nur eine Z-Spindel
  • nur 60mm/s empfohlen
  • Nachholbedarf im Qualitätsmanagement (Riemenriss)
  • nicht zu Ende vorkonfiguriertes Klipper (Bugs)
  • 62dB statt 50dB
  • kein eigenes Druckprofil

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (7)

  • Profilbild von Thorben
    # 10.11.22 um 08:14

    Thorben CG-Team

    Wow! Thommy ist schon seit Jahren auf CG unterwegs und hat hier auch aktiv mitkommentiert, hat sich sogar raus genommen unseren Podcast-Namen nach Neustart direkt mal zu kritisieren. Gut, no hard feelings an der Stelle 😉 Jetzt ist er Teil des Teams und liefert hier seinen ersten Test ab und dann direkt sowas, holt mich total ab. Auch wenn ich trotz Kristians jahrelanger Begeisterung dann doch eher bei Smartphones- und watches geblieben bin. Weiter so Thommy, bin gespannt was da noch so kommt!

    LG,
    Thorben

  • Profilbild von Joe
    # 10.11.22 um 08:42

    Joe

    Ein unterdurchschnittlicher Drucker mit Klipper drauf. Nicht Mal halb zu Ende gedacht. Ne, echt nicht. Uninteressant.

  • Profilbild von L-man2
    # 10.11.22 um 09:16

    L-man2

    Hi, Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Test. Ich finde den bis du zu den Druckergebnissen kommst sehr gut. Dann wählst du eher einfache Modelle die nicht sehr viel über die Druckqualität Aussagen. Ich habe bisher noch keinen Drucker gehabt der kein vernünftiges Benchy fertig gebracht hat. Eventuell passt ja eines der Modelle die ich für die CG Tests genommen habe für dich. Weiß eignet sich auch schlecht da man auf Bildern die Fehler kaum sieht. Ich mag es nach einem Test gerne wo die Grenzen des Druckers liegen zum Beispiel der Bauteilkühlung usw, das hast du nicht beleuchtet. Auch wie er sich mit anderen Filamentmaterialien verhält ist immer nett zu wissen. Wenn du in dem Bereich nochmal einen Riemen auf die Orgel schmeißt wird das richtig gut.

    • Profilbild von Thommy
      # 10.11.22 um 10:18

      Thommy CG-Team

      Hey, danke dir, das freut mich. Ein super Feedback! Und gut, dass es noch nicht perfekt ist. Ich will mich ja entwickeln und brauche Luft nach oben =) Das mit den verschiedenen Filamenten und anderen Testobjekten hab ich auf dem Schirm. Bei den Testdrucken hab ich mich erstmal auf Basics konzentriert, weil ich selber noch am suchen bin: Habe den All-in-on-Test Mini im Auge, weil das dann nicht so viel Filamentverschwendung bedeutet. Mir ists ein Anliegen, dass die Testdrucke nicht (alle) zu Müll werden oder der Bekanntenkreis sich irgendwann über die 100 Voronoi-Katze als Geschenk beschwert ;))) Tendiere gerade zum Lattice-Benchy bei normal schnellen Druckern und zum Toaster-Test bei schnellen. Die jeweils zweiten "normalen" Drucke wären dann immer unterschiedlich – je nach dem, was gerade redaktionell oder privat benötigt wird und was man auch längere Zeit danach nutzen kann. Hast du sonst noch Vorschläge für (nachhaltigere) Testdrucke?

      • Profilbild von L-man2
        # 10.11.22 um 11:31

        L-man2

        das thema Nachhaltigkeit ist mega wichtig. Meiner Meinung nach musst du da aber weiter denken. Du betrachtest deine Nachhaltigkeit so als hättest du keinen Einfluss auf die Leser die du erreichst. Dann wäre tatsächlich der größte Faktor das verbrauchte Filament. ABER so ist es meiner Meinung nach nicht. Dein Test hat einen Einfluss auf die Leser und du beeinflusst Kaufentscheidungen. um es hart auf den Punkt zu bringen, du kannst in deinem Leben nicht genug Filament einsparen um auch nur einen von dir verursachten Fehlkauf aus Nachhaltigkeitssicht wieder gut zu machen. Das Große ganze betrachtet, kannst du nicht Nachhaltiger handeln als wenn du einen wirklich aussagekräftigen Test machst der den Leser wirklich in die Lage versetzt eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen die er danach nicht bereut. Ein paar Gramm "verschwendetes" Filament gegen Riesige verschwendete Energie- Ressourcenmengen und Zeit. Darum sind meine Tests so aufgebaut wie sie sind extra mit den Abstufungen für Anfänger und Fortgeschrittene um eine möglichst gute Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Aber das ist nur meine Meinung in Sachen Nachhaltigkeit. Am Rande, ein Testsatz ( Voronoi Katze, Lattice Cube und Benchy) sind 25g Filament, somit brauche ich für einen Test meist nicht mehr als 100g Filament insgesamt.

        • Profilbild von Thommy
          # 10.11.22 um 16:55

          Thommy CG-Team

          Darüber hab ich soweit auch schon nachgedacht. Mit dem Aufwiegen von Fehlkäufen mit der Plastikverschwendung beim Drucken braucht man ja gar nicht erst anfangen. Und ja, ich mag Kaufentscheidungen beeinflussen. Es mag den Plug&Play-Anwender geben, der einen Drucker kauft, sich bei CG Druckempfehlungen abholt und damit Eigenversuche einspart. Ich würde aber behaupten, dass sich 3D-Drucker eher sehr technikaffine Menschen gönnen. Und genau die wollen testen. Und zwar selber testen und ihre Torture-Tests etc machen – denn nicht umsonst heißt es bei jeder Druckprofil-Empfehlung: jeder Drucker ist anders und unterliegt seinen örtlichen Gegebenheiten. Außerdem gibts zu fast jedem Drucker bereits zig andere Tests mit Torture-Modellen. Ich würde es in dieser Hinsicht lieber auf EIN Torture-Test-Modell reduzieren. Was as Thema Nachhaltigkeit angeht: Es geht vielmehr darum, wie ICH als EINZELPERSON Filament einsparen kann – auch wenn das in sehr kleinem Maßstab erfolgt. Nachhaltigkeit bedeutet ja nicht nur Filamentverschwendung reduzieren, sondern wie erzeuge ich mit den (meisten) gedruckten Sachen einen Mehrwert? Nutze ich sie regelmäßig? Können meine Kids damit spielen? Lösen sie ein Alltagsproblem? Ist es mehr als nur ein 1x-Gag? Meine Sichtweise rührt auch daher, dass ich mehr der Funktionsteile-Drucker bin….eben nicht Deko-Zeugs. Auch, weil meine Frau findet, dass Deko aus Plastik einfach zu billig für die Wohnung aussieht. 😛

        • Profilbild von L-man2
          # 10.11.22 um 17:46

          L-man2

          da habe ich tatsächlich andere Erfahrungen gemacht. bei CG sind es meistens noch die absoluten Anfängen ( die erst noch 3d Drucker werden können) und bei denen wird hier die Weiche gestellt ob sie mit dem Drucker klar kommen oder es schnell wieder aufgeben. diese Rückmeldung kam sowohl auf meine Testberichte als auch im Bekanntenkreis. Sobald es tiefer in die Materie geht gibt es andere Anlaufstellen. Aber wie gesagt das ist nur meine persönliche Meinung und Erfahrung. Ich selbst drucke zu 90% nur ASA für Maschinenteile in geschlossenem Gehäuse.

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