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BYD schockt VW & Tesla: Volle Haftung bei Autopilot-Unfällen!

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Bisher versteckten sich Autobauer wie Tesla beim Einsatz ihrer autonomen Fahrassistenzsysteme grundsätzlich hinter der Verantwortung des Fahrers. Mit diesem stillschweigenden Gesetz in der Autoindustrie bricht der chinesische Gigant BYD jetzt: Das Unternehmen übernimmt in China ab sofort die volle finanzielle Haftung für Unfälle, die vom eigenen Fahrassistenzsystem verursacht werden. Parallel dazu attackiert der Autobauer die Konkurrenz von Tesla und VW mit einem neuen 4-Nanometer-Chip und günstigen LiDAR-Paketen.

Volle Kostenübernahme: Ein historischer Vertrauensbeweis

Fahrassistenzsysteme wie bei Tesla im Einsatz und Unfall gebaut? Dann blieben Nutzer bisher stets auf den Kosten sitzen. Schließlich verwiesen Autobauer routinemäßig auf die Aufsichtspflicht des Fahrers.

BYD zieht hier nun einen radikalen Schlussstrich. Sobald das Fahrassistenzsystem aktiv ist, deckt der Hersteller sämtliche wirtschaftlichen sowie Personenschäden ab. Somit zahlt BYD nicht nur die eigene Reparatur, sondern auch Sachschäden Dritter sowie anfallende medizinische Behandlungskosten – vorerst leider nur in China.

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BYD verkündet volle Haftung beim Einsatz der eigenen Assistenzsysteme im Stadtverkehr. | Quelle: BYD

Zudem gibt es nach oben hin keinerlei finanzielle Obergrenzen für die Erstattung. Das Angebot gilt ein volles Jahr lang für Kunden, die auf die Version 5.0 aktualisieren oder ein Neufahrzeug erwerben. Besonders brisant: Technisch handelt es sich bei der Software God’s Eye weiterhin um ein klassisches SAE-Level-2-System, bei dem der Fahrer die Kontrolle behalten muss.

Dennoch übernimmt BYD freiwillig eine Haftung, die gesetzlich eigentlich erst bei vollautonomen Level-3-Fahrzeugen greift. Laut BYD-Chef Wang Chuanfu beweist dieser Schritt das absolute Vertrauen in die eigene Technologie. Zudem profitiert die Software enorm von realen Fahrdaten, da BYD weltweit auf eine Flotte von über 3,15 Millionen vernetzten Fahrzeugen zugreift.

Die Autobahn-Falle und der Haken bei der Beweisführung

Bei solch vollmundigen Versprechen lohnt sich stets ein kritischer Blick auf die Details. Daher knüpft BYD die Zahlungen an eine zwingend regelkonforme Nutzung der Software. Allerdings gilt die Zusage laut Pressemitteilung explizit nur für das sogenannte „Urban NOA“ (NOA = Navigate-on-Autopilot). Folglich lässt diese Formulierung stark vermuten, dass das automatisierte Fahren bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn derzeit noch von der Haftung ausgeschlossen ist.

Außerdem bleibt die genaue Beweisführung im Ernstfall in der Mitteilung nicht klar definiert. Das System protokolliert jeden Sensorstatus und sämtliche Lenkeingriffe des Fahrers sekündlich mit. Dennoch verrät das Unternehmen nicht, ob diese internen Daten als alleiniger Beweis gelten oder ob unabhängige Gutachter Zugriff auf die Speicher bekommen. Potenziell sitzt also der Autobauer bei einem Streitfall am deutlich längeren Hebel.

Kampfansage an Tesla & Huawei: 4-Nanometer-Chip & LiDAR

Gleichzeitig feuert BYD bei der Hardware aus allen Rohren. Mit dem neuen XUANJI A3 präsentiert man Chinas ersten massenproduzierten Fahrchip in hochmoderner 4-Nanometer-Technologie. Ein einzelner Chip liefert bereits massive 700 TOPS an Rechenleistung. Darüber hinaus lässt sich das System auf drei Chips bündeln. Dadurch werden absurde 2.100 TOPS erreicht. BYDs Technologie soll dabei rund 20 Prozent energieeffizienter als vergleichbare Branchenlösungen sein. Damit ist die Elektronik bereits nativ für das hochautomatisierte Fahren auf Level 3 und 4 ausgelegt.

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XUANJI A3 Chip: 3 davon bringen sagenhafte 2100 TOPS | Quelle: BYD

Außerdem greift BYD die Konkurrenz massiv über den Preis an. Das Unternehmen bietet ein neues, optionales LiDAR-Paket für umgerechnet rund 1.500 Euro an. Das wiederum verbessert die Sensorik enorm, was für zukünftige Level-3-Upgrades zwingend nötig ist. Huawei ruft für sein Konkurrenzsystem ADS Max in China rund 4.600€ auf. Tesla verlangt für das eigene System auf dem chinesischen Markt hingegen stolze 8.100€. BYDs neues Assistenzpaket ist dabei markenübergreifend bis hinab zum kleinsten Einstiegsmodell Seagull (bei uns als Dolphon Surf oder Dolphin Mini bekannt) für umgerechnet knapp 8.900 Euro verfügbar.

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BYD Seagull (bei uns als Dolphon Surf oder Dolphin Mini bekannt) | Quelle: BYD

Tech-Begriffe kurz erklärt:

  • God’s Eye: Das hauseigene Fahrassistenzsystem von BYD. Es agiert aktuell in der Version 5.0 auf Level 2 (der Fahrer muss überwachen), kann aber bereits autonom einparken, auf der Autobahn fahren und in der Stadt navigieren (Urban NOA).
  • SAE-Level-2-System: Eine internationale Klassifizierung für teilautomatisiertes Fahren. Das Auto kann zwar gleichzeitig lenken, beschleunigen und bremsen, aber der Mensch muss das System permanent überwachen und ist rechtlich voll für das Fahren verantwortlich. Die Hände müssen in der Regel am Steuer bleiben.
  • TOPS (Tera Operations Per Second): Maßeinheit für die Rechenleistung von KI-Chips. Je höher der Wert, desto mehr Sensordaten kann das Auto in Echtzeit verarbeiten. 2.100 TOPS sind ein absoluter Spitzenwert in der Automobilbranche.
  • UNECE: Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa. Sie erlässt extrem strenge internationale Zulassungsregeln für automatisierte Fahrzeuge, welche als gewaltige Hürde für den EU-Markt gelten.

Europa-Start: Warum die Revolution vorerst an uns vorbeifährt

Für uns in Europa bleibt dieses verlockende Angebot vorerst leider Zukunftsmusik. Da die EU durch die strengen Vorgaben der UNECE extrem hohe Hürden an automatisierte Lenksysteme stellt, dürfen diese oftmals nur stark eingeschränkt genutzt werden. Zudem steht die europäische Datenschutzgrundverordnung dem massiven Sammeln von Echtzeit-Fahrdaten im Weg. Dennoch sendet BYD ein gewaltiges Signal an hiesige Hersteller wie VW oder BMW. Wer seine Systeme künftig als absolut sicher bewerben will, wird den Kunden erklären müssen, warum er nicht auch für Software-Fehler bezahlt.

Abschließend würden wir gerne von euch wissen: Würdet ihr der Fahrassistenz in eurem Auto vertrauen, wenn der Hersteller im Falle eines Unfalls die komplette Rechnung übernimmt? Schreibt es uns in die Kommentare!

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (2)

  • Profilbild von osTblock
    0 # 03.06.26 um 18:22

    osTblock

    Chapeau… So gehört es sich für eine "neue" Technologie! BYD ist von seinem Produkt überzeugt….! 🥰

  • Profilbild von FlyingPenguin
    0 # 03.06.26 um 18:36

    FlyingPenguin

    BYD sollte ein eigenes Smartphone mit eigenem Prozessor rausbringen.

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