BYD Denza Z9S vorgestellt: E-Auto-Eskalation pur mit 1.100 km Reichweite & 1.210 PS
Der chinesische E-Auto-Gigant BYD treibt die Konkurrenz weiter vor sich her. Nachdem wir euch bereits das absurde Lade-Wunder Denza Z9GT vorgestellt haben, eskaliert die Premium-Tochtermarke nun endgültig. Mit der neuen Fließheck-Limousine Denza Z9S, die in China offiziell gelauncht wurde, bricht man gleich zwei Rekorde in einem Atemzug: Bis zu 1.100 Kilometer rein elektrische Reichweite und wahnwitzige 1.210 PS aus drei Motoren. Doch wer genau hinschaut, entdeckt einen cleveren Marketing-Trick bei der Luxus-Limousine, die in China so viel kostet wie ein Tesla Model 3.
- Denza Z9S (China-Preise):
- Denza Z9S Premium (Single Motor, 920 km): ca. 34.000€ (255.800 Yuan)
- Denza Z9S Flagship (Single Motor, 1.100 km): ca. 36.800€ (275.800 Yuan)
- Denza Z9S Performance (Tri-Motor, 780 km): ca. 43.500€ (325.800 Yuan)
(Hinweis: Die offiziellen Launch-Preise liegen deutlich unter den Vorverkaufspreisen. Ein EU-Preis würde durch Zoll und Transport weitaus höher ausfallen. Stand: 23. September 2026)
Inhalt
Technische Daten: Die Eckdaten der Elektro-Limousine
| Feature | Denza Z9S |
| Fahrzeugklasse | Oberklasse-Limousine (Fließheck, Länge: 5,09 m) |
| Antrieb (Performance) | e³-Plattform, 3 Motoren (1x Front, 2x Heck) mit 890 kW / 1.210 PS |
| Antrieb (Flagship) | 1 Motor (Heckantrieb) mit 370 kW / 503 PS |
| Beschleunigung | 0 – 100 km/h in 2,68 Sekunden (Tri-Motor-Version) |
| Akku-Optionen | 102,3 kWh oder 122,5 kWh (BYD Blade 2.0 LFP) |
| Reichweite | Bis zu 1.100 km CLTC (Flagship-Variante) |
| Fahrwerk | Intelligente Luftfederung (DiSus-A), 10° Hinterradlenkung |
| Innenraum-Tech | 50-Zoll-HUD, 17,3-Zoll-Screen, magnetisches Beifahrer-Panel |
| Assistenzsysteme | LiDAR-Sensor auf dem Dach, „God’s Eye 5.0“ System |
Design-Wechsel: Fließheck statt Kombi
Wer sich noch an unseren Artikel zum Denza Z9GT erinnert, weiß: Das war ein breiter Shooting Brake (Kombi). Der neue Z9S nutzt zwar dieselbe technische Basis (ein extrem verwindungssteifes Stahl-Aluminium-Chassis), kommt optisch aber als sehr sportliche Fließheck-Limousine daher.
Um das Auto dynamischer wirken zu lassen, haben die Designer den Wagen um knapp 15 Zentimeter auf 5,09 Meter gekürzt. Die Front ziert eine neue, zweigeteilte Lichtsignatur, und auf dem Dach thront gut sichtbar ein LiDAR-Sensor für das autonome Fahren.
Im edlen Innenraum mit Nappa-Leder und Wildleder-Himmel dominiert ein 17,3 Zoll großer Zentralbildschirm, ergänzt von einem 13,2-Zoll Instrumenten-Cockpit und einem riesigen 50-Zoll-Head-Up-Display (HUD). Clever: Beifahrer können magnetisches Zubehör wie Tablets direkt am Armaturenbrett befestigen, während Fond-Passagiere das Klima über einen 7-Zoll-Screen in der Mittelarmlehne steuern.
Der Marketing-Trick: 1.210 PS ODER 1.100 km? Ihr müsst wählen!
BYD wirft aktuell mit Superlativen um sich, die wie das ultimative Trumpf-Blatt im Autoquartett klingen. Doch man muss das Datenblatt der Chinesen schon etwas genauer lesen, denn das Auto vereint nicht alle Rekorde in einer einzigen Konfiguration:
Wer die absolut krasse Leistung will, greift zum Tri-Motor-Modell (Performance). Ein Frontmotor und zwei völlig voneinander unabhängige Heckmotoren generieren zusammen 1.210 PS. Damit ballert der 5-Meter-Koloss in 2,68 Sekunden auf Landstraßentempo. Da die Hinterräder separat angetrieben werden und einen 10-Grad-Lenkeinschlag besitzen, sinkt der Wendekreis auf sehr gute 9,50 Meter. Zudem beherrscht der Wagen den „Crab Walk“ (diagonales Fahren) und dreht sich wie ein Panzer auf der Stelle. Der Kompromiss: Diese Version bekommt nur den „kleinen“ 102,3-kWh-Akku und kommt auf 780 Kilometer im chinesischen CLTC-Zyklus.
Wer stattdessen die absurden 1.100 Kilometer Reichweite (CLTC) knacken will, greift zur Flagship-Version. Diese verzichtet auf den Allradantrieb, setzt auf einen effizienten Heckmotor (immer noch starke 503 PS) und kombiniert diesen mit einer gewaltigen 122,5-kWh-Batterie.
Reichweiten-Check: Was bedeuten 1.100 km in Europa?
Dass BYD hier 122,5 kWh in einen extrem sicheren und langlebigen LFP-Akku („Blade 2“, Lithium-Eisenphosphat) quetscht, ist ein technologisches Meisterstück. Doch was bleibt von den 1.100 CLTC-Kilometern auf unseren Straßen übrig? Der chinesische Messzyklus ist für seinen langsamen Stadtverkehr bekannt. Rechnen wir das auf den europäischen WLTP-Standard um, bleiben realistische 880 bis 900 Kilometer übrig. Jagen wir die Limousine bei konstant 130 km/h über die Autobahn, dürfte nach soliden 620 bis 650 Kilometern ein Ladestopp nötig sein.
Einschätzung: Preis-Schock für Tesla und Europa
Auch wenn die chinesischen Launch-Preise von unter 45.000 Euro in Europa durch Transport und EU-Strafzölle utopisch sind, ist der Denza Z9S eine beispiellose Kampfansage. Zum Vergleich: In China kostet der Denza Z9S mit all seiner Luxusausstattung in der Basis exakt so viel wie ein lokal gefertigtes Tesla Model 3!
Die Chinesen beweisen eindrucksvoll, dass sie riesige LFP-Akkus, absurde 1.210 PS und hochkomplexe Fahrwerkstechnik in Serie fertigen können. Wenn Modelle wie der Z9S in Europa aufschlagen (geschätzt wird hierzulande ein Preis um die 100.000 bis 130.000 Euro), müssen sich der Porsche Taycan, der Mercedes EQE und der BMW i5 extrem warm anziehen, um diesen Ausstattungs- und Leistungsumfang kontern zu können.
Nun zu euch: Beeindrucken euch 1.210 PS und das riesige 50-Zoll-HUD, oder seid ihr bei chinesischen Luxus-Limousinen eh raus, weil sie bei uns wahrscheinlich immernoch zu teuer sein werden? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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