News

BYD Flash Charger: 1.500-kW-Superlader jetzt in Deutschland – E-Autos in 9 Minuten laden

byd-flash-charger-Aufmacher

Klar, für die meisten aktuellen E-Autos hierzulande sind 1500kW reine Zukunftsmusik. Bei 300 bis 400 kW ist an aktuellen Ladesäulen zumeist Schluss. BYD will hier neue Maßstäbe setzen. Das Unternehmen plant, in Europa ein Netz aus extrem leistungsstarken Schnellladern aufzubauen. Nun wurde im bayerischen Allgäu die allererste Anlage des sogenannten „BYD Flash-Chargers“ vorgestellt. Ist das die Zukunft des Schnellladens?

Ladekabel von oben: 97 Prozent in nur neun Minuten

Optisch erinnern mich die neuen Flash-Charger eher an meinen Vornamen als an eine klassische Zapfsäule. Das System basiert nämlich auf einem massiven, T-förmigen Stahlträger. Folglich hängen die schweren, wassergekühlten Ladekabel von oben herab. Dadurch lassen sie sich über ein integriertes Schienensystem wohl überraschend leicht zum Auto ziehen.

BYD Flash Charger
Erster BYD Flash-Charger in Deutschland (Allgäu) | Quelle: CarNewsChina

Die Sensation ist dabei die krasse Ladeleistung. Das System pumpt bis zu absurde 1.500 Kilowatt (1,5 Megawatt) in den Akku! Zum Vergleich: Teslas Supercharger V4 schaffen in der Spitze rund 350 kW. Um diese gigantische Energie aufzunehmen, setzt BYD auf eine 1.000-Volt-Architektur und gigantische 1.500 Ampere.

BYD Flash Charger Detail
Flash-Charger in Aktion | Quelle: BYD

So lädt ein kompatibles Fahrzeug mit der neuen Blade Battery 2.0 an dieser Anlage in nur fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent auf. Sogar die 97-Prozent-Marke soll in unglaublichen neun Minuten fallen. Schließlich verspricht BYD selbst bei extremen Wintertemperaturen von -30 °C nur einen minimalen Lade-Zeitverlust von knapp drei Minuten.

Kampfpreis am Kabel: Der Angriff auf Ionity und EnBW

Zwar handelte es sich bei dem ersten gesichteten Rekord-Lader nahe der Iselerbahn im Allgäu laut BYD Deutschland lediglich um einen „temporären Aufbau“ für ein internes Event im Mai. Dennoch untermauert dieser Testlauf die gigantischen Ambitionen der Marke. Denn BYD plant bis Ende 2026 den Aufbau von rund 3.000 Flash-Charging-Standorten in ganz Europa, davon 600 in Großbritannien. Branchenkenner gehen von ca. 300 Standorten in Deutschland aus. Im Heimatmarkt China hat der Hersteller bereits über 6.100 dieser Stationen ans Netz gebracht.

byd flash charger
BYD Flash-Charger in China | Quelle: BYD

Zudem greifen die Chinesen nicht nur bei der Hardware, sondern vor allem beim Strompreis an. Laut dem britischen BYD-Chef Bono Ge peilt das Unternehmen einen Ad-hoc-Preis von umgerechnet unter 0,60€ pro kWh an. Das wäre eine klare Ansage, da etablierte Anbieter wie Ionity oder EnBW für das ultraschnelle Laden ohne monatliches Abo aktuell deutlich teurer sind.

BYD Flash-Charger: Brauchen wir 1,5 Megawatt überhaupt?

Trotz der beeindruckenden Leistung gibt es aktuell ein großes Problem für deutsche Autofahrer. Es existiert auf dem europäischen Markt schlichtweg noch kein reguläres BYD-Fahrzeug, das diese gigantische Ladeleistung überhaupt aufnehmen kann. Ausschließlich Modelle der neuen Premium-Tochtermarke Denza (wie der brandneue Denza Z9 GT) sind derzeit in der Lage, das volle Potenzial der Flash-Charger abzurufen.

Denza Z9GT Seitenprofil
BYD-Tochtermarke: Denza Z9 GT | Quelle: BYD

Darüber hinaus drängt sich eine berechtigte Frage auf: Brauchen wir dieses Megawatt-Netz im Pkw-Bereich überhaupt? Ein modernes Fahrzeug wie der Denza Z9 GT reizt bereits eine reguläre deutsche 400-kW-Säule komplett aus. Daher zieht der Wagen die vollen 400 kW permanent in einer extrem flachen Ladekurve, bis der riesige 100-kWh-Akku nach kaum mehr als zehn Minuten randvoll ist.

Somit wirken 1.500 kW fast schon wie ein reiner Marketing-Flex. Wenn ein E-Auto an herkömmlichen Super-Ladern in zehn Minuten für die nächsten 400 Kilometer lädt, ist die Infrastruktur-Revolution für die meisten Fahrer eigentlich schon heute Realität. Andererseits sind viele Autofahrer von ihren Autos Reichweiten von 800 bis 1000 km pro Tankstopp gewöhnt….

Daher nun abschließend an euch die Frage: Glaubt ihr, dass BYD mit den eigenen 1.500-kW-Ladern den europäischen Anbietern das Wasser abgraben wird? Sind Ladezeiten von unter zehn Minuten für euch das ultimative Kaufkriterium bei einem E-Auto? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Quelle(n):

2182c56227a4431f9b005ce213dd0735

Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Profilbild von Thommy

Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen. Halte dich für ein wertschätzendes Miteinander an unsere Community-Guidelines.