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Aus für China-Schnäppchen? So denkt die Community über die neue 3€ Zoll-Pauschale (Große Umfrage-Auswertung)

Community_Feedback_3-Pauschale

Erinnert ihr euch noch an unseren letzten Artikel zur angekündigten 3€ Zoll-Pauschale für Kleinstsendungen? Wir hatten dort eine Umfrage gestartet, weil wir von euch wissen wollten, ob das jetzt das endgültige Todesurteil für günstige China-Gadgets bedeuten könnte. In den Kommentaren brannten sofort die Tasten – und bei der Abstimmung habt ihr ebenfalls zahlreich teilgenommen, danke!

Insgesamt haben 722 von euch treuen CG-Lesern abgestimmt (Stand: 05.06.2026). Das Ergebnis? Die Community denkt gar nicht daran, das Sparen aufzugeben. Stattdessen stehen die Taktiken für den 1. Juli längst fest.

Status Quo: China-Shopping gehört dazu

Dass wir hier alle ein bisschen nerdig sind und clevere Gadgets lieben, ist klar. Wie tief der Direktimport aber in unserem Alltag verankert ist, zeigen die Zahlen:

  • 89,0 % von euch bestellen mindestens alle paar Monate oder sogar mehrmals pro Monat direkt in Fernost.
  • 30,5 % von euch drücken mehrmals im Monat auf den Bestellbutton.
  • 29,6 % schlagen etwa einmal im Monat zu.
  • Nur winzige 3,9 % sagen: „China-Shops? Brauch ich nicht.“

Dabei beweist ihr beim Warten echte Geduld. 69,5 % sagen ganz klar: „Der Preis ist alles, ich warte gerne drei Wochen auf mein Päckchen.“ Nur knapp 31 % zahlen lieber drauf, damit es in drei Tagen da ist. Ein für uns doch überraschendes Ergebnis, wenn es heutzutage doch immer um Schnelligkeit geht.

CG Umfrage Preis vs Lieferzeit

Das landet am häufigsten in eurem Warenkorb: Am liebsten importieren wir nützlichen Kleinkram: Kabel & Elektronik-Adapter (73,1 %) führen die Liste an, dicht gefolgt von Werkzeug & DIY-Zubehör (61,8 %) und Haushalts-Gadgets (51,0 %).

CG Umfrage Warenkorb

Dass es dabei oft um echten Nutzwert statt um sinnlosen Konsum geht, zeigt ein Kommentar aus der Community beispielhaft: „Ich bestelle nur das, was ich hier im Laden einfach überhaupt nicht finde. Besonders bei meinen Microcontroller-Projekten steigen die Kosten jetzt extrem in die Höhe, weil man ständig kleine Ersatzteile braucht, die es in Europa gar nicht gibt.“

Das 2€ Experiment: +150 % Aufpreis? Nicht mit uns!

Wir haben euch in der Umfrage ein realistisches Szenario vorgesetzt: Ein extrem praktisches Gadget kostet im China-Shop schmale 2€. Durch die neue Pauschale klettert der Preis schlagartig auf 5€ – prozentual ein heftiger Aufschlag von 150 %. Was macht ihr?

  • 30,5 % kaufen den Artikel nur noch, wenn sie mehrere Produkte im Warenkorb zu einem Paket bündeln können.
  • 26,9 % greifen trotzdem zähneknirschend zu – aber nur, wenn das Teil in der EU absolut unauffindbar ist.
  • 25,5 % filtern ab sofort knallhart nach Angeboten, die bereits in einem EU-Warenlager liegen.
  • Nur 12,7 % ziehen die Reißleine und boykottieren den Kauf komplett.

Das Problem ist die Schmerzgrenze: Für fast die Hälfte von euch (45,8 %) wird die 3€ Gebühr erst ab einem Warenwert von 50€ nebensächlich. Das tut im Cent-Bereich einfach richtig weh. Ein Leser schreibt dazu: „Der Trend zu Billig-Produkten zeugt doch auch von der Verarmung der Bevölkerung. Diese neuen Zollgebühren bestrafen am Ende doch mal wieder genau die Menschen, die ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen müssen.“

CG Umfrage 150 Prozent Aufpreis

Und ein Anderer ergänzt: „Ich bin arm und kann mir nur durch Temu ab und zu mal ein Schmuckstück oder ein Kleidungsstück leisten. Ich wäre unendlich traurig, wenn ich mir von meiner Mini-Rente wegen solcher Gebühren gar nichts mehr gönnen könnte.“

„Fairer Wettbewerb“? Wohl eher nicht

Die offizielle Begründung der EU-Bürokratie für die neue Abgabe lautet „Schaffung eines fairen Wettbewerbs“ und „Förderung der Nachhaltigkeit“ (weil weniger einzelne Flugpost-Päckchen um die Welt geschickt werden sollen).

CG Umfrage Bewertung Nachhaltigkeit

Euer Urteil dazu? Vernichtend. Auf einer Skala von 1 (Völlig unglaubwürdig) bis 5 (Absolut nachvollziehbar) hagelt es einen Notendurchschnitt von 2,13. Mehr als die Hälfte der Community (53,9 %) knallt der Begründung eine glatte 1 vor den Latz.

In euren Kommentaren wird auch schnell klar warum. Das Argument mit dem „Schutz des Handels“ glaubt hier fast niemand:

„Es gibt bei vielen Teilen nur unverhältnismäßig teure Alternativen aus der EU, manchmal auch gar keine. Ich kann verstehen, dass der Transport der ganzen Kleinstpakete sich nicht rechnet, denke aber, dass man andere Regelungen finden könnte. Man könnte z. B. ab einer Größenordnung von vielleicht 50,-€ auf eine Gebühr verzichten, dann würde so manch einer erst warten, bis genügend Teile zusammen sind und erst dann bestellen. Eine Unverschämtheit finde ich, dass die Gebühr für jede Warengruppe einzeln anfällt. Das zeigt doch, worum es wirklich geht, nämlich den Handel aus China auszubremsen.“

CG Umfrage Zitate

Es gibt aber durchaus auch Befürworter der neuen Regelung, gerade Sicherheitsbedenken spielen häufiger eine Rolle:

„Ich finde die Regelung kann nur ein Anfang sein. Der europäische Markt wird mit Produkten überflutet die oftmals nicht den Verbraucherrichtlinien und Normen entsprechen und deshalb gefährlich sind (z.B. für Kleinkinder bei Spielsachen oder bei elektrischen Produkten). Außerdem werden sie in China nicht zu den gleichen Wettbewerbsbedingungen wie in der EU produziert, z.B. CO2-Ausgleich der in der EU geleistet werden muss, in China nicht. Dadurch zerstört die EU ihre eigene Industrie.“

Sogar selbsternannte Poweruser sehen darin eine positive Entwicklung: „Ich würde mich als Ali Express Poweruser bezeichnen, finde die Regelung aus den drei genannten Hauptgründen aber schon sehr sinnvoll. Eigentlich ein Wunder dass das so lange durchgewunken wurde ;)“.

Logistik-Wunder schlägt Bürokratie

Wer glaubt, dass AliExpress, Temu oder Shein wegen einer 3€ Pauschale den europäischen Markt aufgeben, unterschätzt die Logistik-Power aus Übersee. Das seht ihr übrigens ganz genauso:

  • 96,9 % der Befragten glauben fest daran, dass die Plattformen eine technische Lösung finden werden!
  • 59,1 % sagen: „Die finden immer einen Weg!“ (z. B. durch riesige Sammel-Zentren innerhalb der EU, wo Sendungen vorab gebündelt werden).
  • 37,8 % vermuten, dass zwar eine Lösung kommt, es unterm Strich aber minimal teurer bleibt als gewohnt.
  • Nur mickrige 3,0 % prophezeien das endgültige Aus der Ultra-Billig-Deals.

Oder wie es ein Nutzer pragmatisch zusammenfasst: „Dass man als Privatperson mal wieder draufzahlt. Die Pauschale bestraft eher Gelegenheitskäufer, während die großen Player ihre Logistik wahrscheinlich eh kaum umstellen müssen.“

Es wird immer ein Weg gefunden

Die Auswertung unserer großen Umfrage zeigt: Uns steht ab dem 1. Juli zwar eine kurze Phase der Umstellung bevor, aber das Schnäppchen-Shopping stirbt nicht aus. Die Community passt sich an.

CG Umfrage Anpassung Bestellverhalten

Gezielte Sammelbestellungen (38,8 %) und der Fokus auf EU-Warenlager (28,0 %) werden zum neuen Standard-Prozedere beim Bestellen. Da die Plattformen hinter den Kulissen bereits mit Hochdruck an automatisierten Sammel-Logistiken arbeiten, wird die Pauschale für clevere Käufer vermutlich schon bald wieder hinfällig oder im Preis integriert sein.

Wie sieht es bei euch aus? Sortiert ihr eure Warenkörbe schon strategisch für den Stichtag vor oder wartet ihr erst mal ab, was am 1. Juli wirklich passiert? Schreibt uns unten in die Kommentare!

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Profilbild von Maike

Maike

Mein Herz schlägt für alle Arten von DIYs, smarte und technische Spielereien. Der Spaßfaktor darf dabei natürlich nicht fehlen.

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Kommentare (4)

  • Profilbild von Stefan Hauschild
    0 # 09.06.26 um 13:16

    Stefan Hauschild

    Das Ganze ist ganz einfach eine Regelung, um sicherzustellen, dass wenigstens ein deutscher (EU) Händler dran verdient und vielleicht Arbeitsplätze schafft. Dass gerade Geringverdiener betroffen sind, kümmert eher keinen, ist bei den Renten ja auch nicht anders. Die haben halt keine Lobby und Politik ist Lobbyarbeit!

    Die Zollaufschläge werden nur im B2C neu berechnet. Im B2B bleibt alles gleich, der deutsche gewerbliche Importeur bekommt ganz normal alles prozentual berechnet (neu allerdings ab 1eur), ohne solche Pauschalaufschläge. Dafür haftet der dann, wenn er dir das Gerät/wasauchimmer verkauft und es nicht den gesetzlichen Regelungen entspricht. Für diese Leistung wird er natürlich einen heftiges Premium für den bei ihm kaufenden Endverbraucher berechnen.

    Theoretisch haftet bis jetzt dafür der private Endkunde als Importeur, aber bei dem wird auch eher nichts zu holen sein, genauso wie beim Versender. In den nächsten Jahren soll sich das insgesamt auch nochmal ändern, indem per Gesetz der chinesische Versender im B2C als Importeur angesehen wird.

    Insgesamt geht es bei den aktuellen Massnahmen also darum, immer einen in die Produkthaftung zu nehmenden Importeur zu bekommen und grundsätzlich die Zahl der Importe zu reduzieren. USB-Stecker sollen wieder in Deutschland gefertigt werden 🙂 🙂

    Dass der Staat mangels einer echten Alternative für die Niedrigpreis-Consumer auch noch kräftig an denen verdient, ist ein willkommener Nebeneffekt.

  • Profilbild von Nico6425
    0 # 08.06.26 um 08:54

    Nico6425

    Sorry, aber ich verstehe das nicht. Bei Aliexpress und anderen Shops wird bei jeder Bestellung die Mehrwertsteuer ausgewiesen.
    Die neue Paketabgabe ist aber doch nur dafür da, damit keine unverzollte Ware mehr einfach so ins Land kommt und die lokale Wirtschaft stört.
    Bei Ali und co. wird es also keine Abgabe geben, wenn die Umsatz bzw. Mehrwertsteuer abgeführt wird, oder doch?

    Kommentarbild von Nico6425
    • Profilbild von Yves Martin
      0 # 08.06.26 um 23:36

      Yves Martin

      Was AliExpress ausweist, ist die Mehrwertsteuer, hier geht es aber um Zoll, bitte nicht durcheinander bringen.

      Was mich an der Sache so massiv stört ist, dass es zum einen doch längst Warengruppen und Zollsätze (kann man auf der Seite des Zolls nachlesen) gibt, wozu also der massiv ungerechte Pauschalbetrag?

      Der große Nutznießer des Ganzen wird, neben dem Finanzministerium, DHL sein, die sich mit ihrer "Bearbeitungsgebühr" eine goldene Nase verdienen.

  • Profilbild von jésus Superstar
    0 # 07.06.26 um 23:07

    jésus Superstar

    Mir soll das fast egal sein. Ich bestelle immer viel auf einmal.
    Aber mal gucken wie sie es drehen und wenden und vor allem wie die Chinesen reagieren.
    Seh schon wie es 2 wochen danach ein Schlupfloch gibt und wir nur minimal mehr zahlen.
    Kann mir auch gut vorstellen das viel mehr in die EU Lager wandert oder sogar das die preise in manchen Bereichen fallen werden damit sie gleichteuer bleiben.
    Die Chinesen haben bei ihren Produkten zwar nicht so viel Luft nach unten wie ein Amazon 300% Aufschlag Händler, aber da geht immer noch was. Man sieht ja was bei Temu möglich ist.

    Ich bleib bei Aliexpress. Nirgendwo sonst gibt es ein so großes Angebot auch an sehr guten Produkten.

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