Creality Ender-3 V4 Combo für nur 169€!? Dieser Multicolor-3D-Drucker unterbietet Anycubic & Bambu Lab
Crealitys Release-Zyklus sorgt einmal mehr für hochgezogene Augenbrauen. Nachdem der Hersteller erst mit dem „Hi“ und kürzlich dann mit dem „Spark i7“ neue Einstiegs-3D-Drucker auf den Markt geworfen hat, folgt nun bereits der nächste Bambu Lab A1-Klon: Der Creality Ender-3 V4 in der Combo-Version inkl- CFS-Multicolorsystem. Auf den ersten Blick wirkt die Daseinsberechtigung in diesem überfüllten Line-up fragwürdig, da sich die grundlegende i3-Mechanik stark ähnelt. Doch eine komplett aus einem Stück gegossene Gantry und ein beinahe absurder angeteaserten Einführungspreis von 169 Euro für das Set inklusive Multicolorsystem könnten diesen Drucker dennoch spannend machen.
- Creality Ender-3 V4 Combo (inkl. CFS-Modul):
- bei Creality für 169,00€ (Aktionspreis, UVP: 269€, geschätztes Lieferdatum: 10.04.2026)
Inhalt
Technische Daten: Unibody-Gantry
| Feature | Creality Ender-3 V4 Combo |
|---|---|
| Drucktechnologie | FDM |
| Bauart | i3-Kinematik („Bettschubser“) |
| Bauraum | 220 x 220 x 235 mm |
| Max. Druckgeschwindigkeit | 600 mm/s (realistisch: ca. 250 bis 300 mm/s) |
| Rahmenkonstruktion | Einteiliger Unibody-Metallrahmen (Druckguss) |
| Extruder & Hotend | Direct Drive mit „Unicorn“ Tri-Metall-Schnellwechsel-Düse |
| Multicolor-System | CFS-Modul (4 Spulen) im Lieferumfang enthalten |
| Mechanik | Doppelmotor auf Y-Achse, doppelte Stützstange (Z-Achse) |
| Features | Auto-Kalibrierung, Kamera, automatischer Riemenspanner |
| Bedienung & Konnektivität | HD-Touchscreen, WLAN, Creality Cloud |
| Gewicht & Lautstärke | 6,8 kg / 47 dB |
Stylischer Unibody-Rahmen statt Bastel-Optik
Der offensichtlichste Unterschied zu den älteren Ender-Modellen und den Schwestergeräten springt sofort ins Auge: Der Portalrahmen. Wie auch schon beim direkten Vorgängermodell setzt Creality beim Ender-3 V4 auf eine einteilige U-förmige Gantry aus Aluminium-Druckguss – noch einmal mit deutlichem Facelift im Vergleich zum Ender-3 V3.

Diese Unibody-Konstruktion sieht nicht nur deutlich hochwertiger und aufgeräumter aus, sie reduziert auch die Anzahl der Verbindungselemente drastisch. Das soll laut Hersteller für eine spürbar höhere Steifigkeit sorgen und die Montagezeit nach dem Auspacken auf wenige Minuten verkürzen.

Rückkehr zur i3-Kinematik
In Sachen Kinematik wechselt Creality im Vergleich zum Ender-3 V3 das Pferd: Statt CoreXZ-Technologie geht man wieder zurück auf die bewährte i3-Bauart. Statt 600 mm/s sollen so „nur“ noch 500 mm/s möglich sein, wobei wir realistisch weiterhin sowieso von 250 bis 300 mm/s sprechen. Allerdings verbaut Creality nun einen Doppelmotor auf der Y-Achse sowie doppelte Stützstangen für die Z-Achse.

Grund dafür dürfte offiziell eine Kosteneinsparung sein (falls der Einführungs-Preis für die Combo-Version von nur 169€ zutrifft), inoffiziell dürfte man aber erkannt haben, dass die CoreXZ-Kinematik keine nennenswerten Vorteile erbracht hat.

Softwareseitige Vibrationskompensationen sollen die gefürchteten Resonanzspuren (Ghosting) auf den Druckoberflächen glätten. Mit einem moderaten Kampfgewicht von 6,8 Kilogramm und einem leisen Betrieb von 47 Dezibel soll der V4 ein schreibtischtaugliches Desktop-System sein.

Multicolor-Druck out of the box
Besonders erfreulich dieses Mal: Creality liefert den Ender-3 V4 standardmäßig mit dem hauseigenen CFS-Multicolorsystem aus. Diese geschlossene Materialstation fasst bis zu vier Filamentspulen gleichzeitig und übernimmt das automatische Laden und Entladen während des Druckvorgangs. Werden originale Creality-Spulen eingelegt, erkennt das System diese per RFID-Chip und passt die Druckparameter für Material und Farbe automatisch an. Spulen von Drittanbietern lassen sich selbstverständlich ebenfalls nutzen, erfordern dann jedoch eine manuelle Farbzuweisung via Touchscreen am Gerät oder Slicer.

Mit an Bord ist auch die „Unicorn“ Tri-Metall-Düse, die für einen konstanten Materialfluss sorgen soll und sich im Wartungsfall mit einem Handgriff werkzeuglos wechseln lässt. Zwei starke Bauteillüfter garantieren dabei das schnelle Aushärten filigraner Überhänge. Zudem ist direkt ab Werk eine Kamera verbaut, die ein Live-Monitoring über die Creality Cloud App und das Erstellen von Zeitrafferaufnahmen erlaubt.

Wichtiges Learning für Multicolor-Neulinge: Wie bei allen Single-Nozzle-Systemen (bei denen mehrere Farben durch eine einzige Düse gepresst werden), entsteht auch beim Creality CFS der systembedingte „Purge-Müll“ – und davon nicht zu wenig. Bei jedem Farbwechsel muss das alte Filament aus der Düse gespült werden, was zu kleinen Filament-Häufchen neben dem Druckbett führt. Je häufiger die Farbe auf einer Schicht gewechselt wird, desto mehr Materialabfall entsteht.
Einschätzung: Für 169€ ein NoBrainer, für 269€ nicht
Braucht der Markt nach dem Creality Hi und dem Spark i7 wirklich noch den Ender-3 V4? Rein technisch gesehen (Titel unseres Podcasts, gerne mal reinschauen/hören!) NEIN – stylischer Unibody hin oder her.
Die wahre Daseinsberechtigung liefert Creality jedoch über die Preispolitik. Hierzulande gibt man eine UVP von 269 Euro an. Richtig absurd wird es aber beim Einführungspreis von lediglich 169 Euro. Sollte dieser Preis tatsächlich für die beworbene Combo-Version inklusive der CFS-Mehrfarbeinheit gelten, deklassiert Creality damit nicht nur die eigene Modellpalette, sondern auch die gesamte Konkurrenz. Wer aktuell in den Mehrfarbdruck einsteigen möchte, sollte den 10. April definitiv im Kalender markieren.
Was haltet ihr von Crealitys aktueller Modellpolitik? Und: Wäre der Ender-3 V4 eine Option für euch? Ab in die Kommentare!
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Kommentare (4)