Creality SPARKX i7 Nano für 299€: Braucht es dafür wirklich ein neues Modell?
Creality dreht das Karussell der Produktankündigungen munter weiter. Pünktlich zum August 2026 schiebt der Hersteller den neuen Creality SPARKX i7 Nano auf den Markt. Das Versprechen: Ein noch kompakterer 3D-Drucker für den Mehrfarbdruck zum aggressiven Einstiegspreis von 299 Euro. Doch wenn wir genau hinsehen, entpuppt sich das vermeintliche neue Modell als alter Bekannter mit einem anderen „Rucksack“.
- Creality SPARKX i7 Nano (mit offenem CFS Nano):
Inhalt
Technisches: Der SPARKX i7 Nano im Detail
| Feature | Creality SPARKX i7 Nano |
| Bauraum | 260 × 260 × 255 mm |
| Druckgeschwindigkeit | bis zu 500 mm/s (10.000 mm/s² Beschleunigung) |
| Extruder & Hotend | Direct Drive, bis 300 °C (Quick Swap / werkzeuglos) |
| Druckbett | Beidseitig strukturierte PEI-Platte, bis 100 °C |
| Multicolor-System | CFS Nano (4 Farben, offen, Top-Mount) |
| Smarte KI-Kamera (720p) | Spaghetti-, Air-Printing- & Filament-Verknotungs-Erkennung |
| Weitere Sensoren | Cutter-Verschleiß-Erkennung, Input Shaping, Pressure Advance |
| Bedienung | 2,85 Zoll Touchscreen, Creality OS, Wi-Fi (2,4 GHz) |
SPARKX i7 Nano: Alter Drucker mit neuem Rucksack
Um die 3D-gedruckte Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Der SPARKX i7 Nano ist unter der Haube exakt derselbe 3D-Drucker wie der reguläre SPARKX i7, den Creality vor einiger Zeit bereits als Combo ins Rennen geschickt hat. Er bietet weiterhin den grundsoliden Bauraum von 260 x 260 x 255 Millimetern, werkelt mit bis zu 500 mm/s und besitzt ein smartes Sensor-Paket (inklusive Erkennung von Filament-Verknotungen oder Verschleiß am Filament-Cutter).
Die einzige echte Neuerung ist das sogenannte CFS Nano. Beim ursprünglichen i7 Combo stand noch das „CFS Lite“ – eine geschlossene Kiste für die vier Filamentrollen – neben dem Drucker. Beim neuen Nano-Modell verzichtet Creality auf dieses externe Gehäuse. Die Steuereinheit für den Filamentwechsel wandert stattdessen direkt oben auf die Querstrebe des Druckers. Die vier Spulenhalter werden per Schnappmechanismus hinter die beiden Portalstützen gehängt (jeweils zwei links und zwei rechts).
Platzersparnis vs. Feuchtigkeitsschutz
Das neue Setup spart ohne Frage Stellfläche auf eurem Schreibtisch. Ihr bezahlt diesen Preisvorteil von 40 Euro gegenüber dem damaligen Release-Preis des regulären i7 Combo jedoch mit einem physikalischen Nachteil: Eure Filamentrollen hängen nun ungeschützt vor Staub und Luftfeuchtigkeit offen am Drucker. Die alte CFS Lite Box bot immerhin noch ein geschlossenes Gehäuse mit Fächern für Trockenmittel. Wer also in eher ungünstigen Umgebungen mit etwa höherer Luftfeuchtigkeit druckt oder eben viel hygroskopisches TPU druckt, wird diese Box schnell vermissen.
Der heimliche Spulen-Vorteil des offenen Systems
Einen kuriosen, aber in der Praxis wichtigen Vorteil hat das offene CFS Nano dann aber doch: Die geschlossene CFS Lite Box ist laut Creality-Specs streng limitiert auf Spulen mit maximal 68 mm Breite und 202 mm Durchmesser. Ungenormte Pappspulen von Drittherstellern klemmen dort unter Umständen. Da der neue SPARKX i7 Nano die Rollen einfach frei auf Haltearme packt, seid ihr hier bei der Spulenwahl potenziell deutlich flexibler.
Der Purge-Müll-Check: Anspruch trifft Realität
Als der SPARKX i7 damals vorgestellt wurde, waren wir enorm gespannt. Viele sahen in dem Gerät bereits eine Art „Bambu Lab A1 Pro“, nicht zuletzt weil Creality offensiv mit bis zu 50 Prozent weniger Filament-Müll beim Farbwechsel warb.
Mittlerweile zeigen unzählige Drucktests eine andere Realität. Die Druckqualität des i7 ist unbestreitbar hoch, doch beim Purge-Müll kocht auch Creality nur mit Wasser. Die Maschine produziert beim Farbwechsel ähnlich viel ausgeworfenen Filament-Ausschuss wie sein optisches Vorbild von Bambu Lab. Das neue CFS Nano-Kit ändert an dieser Mechanik beim Umschalten und Einziehen des Materials nichts.

Smarte KI-Spielereien an Bord
Softwareseitig liefert Creality beim Nano ein paar nette Funktionen mit. Die automatische RFID-Erkennung für hauseigenes Creality-Filament ist bequem. Witzig für Bastler und Familien dürfte die „CubeMe“-Funktion sein. Die Software wandelt 2D-Porträts automatisch in druckbare, mehrfarbige 3D-Modelle um. Beide Features sind aber nicht neu und finden sich bei der Konkurrenz ebenso.
Einschätzung: Reicht das für ein neues Modell?
Wenn wir ehrlich sind: Ein anderes Filament-Aufhängungssystem rechtfertigt für uns keinen neuen Produktlaunch. Der SPARKX i7 Nano ist schlichtweg eine kompaktere Ausstattungs-Variante des bestehenden SPARKX i7.
Das schmälert jedoch nicht den Wert des Geräts. Wer nur eine kleine Ecke auf dem Tisch frei hat, ungenormte Filament-Spulen nutzt und komplett neu in den Multicolor-Druck einsteigen möchte, bekommt hier für 299 Euro ein sicherlich starkes Technik-Paket. Wer hingegen Wert auf trockenes Filament legt, sollte die 40 Euro Aufpreis für die klassische Combo-Version mit dem geschlossenen CFS Lite in die Hand nehmen, wenn man es denn mit Creality hält.
Wie seht ihr diese Produktpolitik? Reicht euch das offene Spulen-System am Drucker, um Platz zu sparen, oder wollt ihr eure Rollen beim Farbwechsel zwingend in einer geschlossenen Box samt Trockenmittel wissen? Schreibt es uns in die Kommentare!
Quellen:
- Creality Pressemitteilung (August 2026)
- 3Druck.com
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