Test

EDIFIER STAX Spirit S3 Over-Ear Kopfhörer für aktuell 202,35€: Sound wie live dabei

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  • Realistischer Klang
  • Laufzeit
  • Wechselbare Ohrpolster
  • Snapdragon Sound

Der EDIFIER STAX Spirit S3 ist der teuerste und beeindruckendste Bluetooth Kopfhörer ohne ANC, den ich bislang testen durfte. Seit er angekommen ist, sitzt er praktisch täglich auf meinem Kopf, da er mit einer unfassbar detailreichen und knackigen Bühne klanglich alles übertrifft, was ich bislang im kabellosen Over-Ear Bereich gehört hab. Uneingeschränkt empfehlen kann ich ihn aber dennoch nicht.

EDIFIER STAX Spirit S3 in Hand

Verpackung & Lieferumfang

Die EDIFIER STAX Spirit S3 kommen in einem bedrucktem Karton. In dessen Inneren befindet sich eine Transportbox mit den Kopfhörern, eine Bedienungsanleitung, ein gesleevtes 3,5 mm Klinkenkabel, ein 3,5 zu 6,3 mm Klinkenadapter und ein zweites Paar Ohrpolster. Auf dieses gehen wir unter Tragekomfort noch einmal genauer ein.

EDIFIER STAX Spirit S3 Lieferumfang

Design & Verarbeitung

Die EDIFIER STAX Spirit S3 haben die Maße von 208 x 110 x 255 mm und ein Gewicht von 329 g. Beides empfinde ich nicht als sonderlich außergewöhnlich. Die Hörer sind nicht die leichtesten, aber für mein Empfinden auch nicht zu schwer. Im Vergleich wiegt ein Sony WH-1000XM5 rund 250 g.

Das Design der EDIFIER STAX Spirit S3 ist alles andere als außergewöhnlich. Typischerweise ist der Kopfhörer nur in Schwarz erhältlich. Am Kopfbügel, direkt oberhalb der Hörer, ist auf beiden Seiten das EDIFIER Logo zu finden. Darüber wiederum kann der Bügel auf beiden Seiten rund 3 cm ausgezogen werden. Macht man dies, kommt eine silberne Metallschiene zum Vorschein, die den Kopfhörer in diesem Bereich verstärkt. Wie immer ist der Mittelteil des Kopfbügels mit einem Kopfpolster ausgestattet, welches mit Leder bezogen ist.

EDIFIER Hoerer in hand

Die Hörer selbst sind auf der Rückseite mit Carbon versehen, das wohl einzig optische Zwecke erfüllt. Mittig sitzt das Logo, zudem sind die Hörer am Kopfbügel drehbar.

Ich muss sagen, optisch ist der EDIFIER STAX Spirit S3 sehr basic und ist absolut nichts Besonderes. Da geben sich andere Hersteller mehr Mühe, aus ihren Modellen auch optisch etwas Einzigartiges zu machen. Auch die Materialwahl ist Standard. Der Over-Ear besteht fast vollständig aus schwarzem Kunststoff, ist allerdings gut verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck.

Sound der EDIFIER STAX Spirit S3

Die EDIFIER STAX Spirit S3 Over-Ears sind mit einem Planar-Membran-Treiber ausgestattet. Diese sind bislang noch nicht oft in so „günstigen“ Kopfhörern vertreten, scheinen nun aber nach und nach in einem halbwegs erschwinglichen Preisbereich verfügbar zu werden.

EDIFIER Planar Treiber

Um die Funktionsweise eines Planar-Treibers sehr vereinfacht zu erklären: Hierbei sitzt eine Metallplatte, die den Schall erzeugt, zwischen Magneten und kann so sehr präzise zum Schwingen gebracht werden. So sollen Planar-Treiber beispielsweise Saiteninstrumente besonders originalgetreu wiedergeben. Das kann ich meiner Erfahrung nach auch bestätigen. Es ist auch absolut sinnig, da die Klangerzeugung beim Planartreiber eine gewisse Ähnlichkeit zur grundsätzlichen Klangerzeugung mit dem Instrument aufweist.

Nachteil der Planar-Membranen: Während sie im Hoch-/ Mittelton sehr präzise performen, eignen sich diese Treiber weniger gut für die Erzeugung von tiefen Frequenzen.

Kein Allrounder, aber sehr gut in seinem Element

Im Test liefern die EDIFIER STAX Spirit S3 Over-Ears den besten Klang im Hoch-/ und Mitteltonbereich, den ich jemals bei einem Over-Ear-Kopfhörer gehört habe. Selbst Sonys Top-ANC-Modell WH-1000XM5 kommt nicht an den Detailreichtum der EDIFIER STAX Spirit S3 heran.

Gerade hochauflösende Musik, die live in ausgezeichneter Qualität aufgenommen wurde, macht mit dem EDIFIER unfassbar viel Spaß. Man hört damit keine Musik, sondern man lauscht ihr und kann genau hören, was auf der Bühne passiert. Es macht Musikhören noch einmal zu einem interessanteren Erlebnis für mich.

So macht mir neben Live-Aufnahmen aller Art gerade klassische beziehungsweise Filmmusik besonders viel Spaß mit dem EDIFIER STAX Spirit S3.

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Während die Hoch- und Mittelton Performance des EDIFIER STAX Spirit S3 beeindruckend ist, ist die Tiefton-Performance etwas enttäuschend. Gerade basslastigere Musik macht so weniger Spaß, es fehlt an Druck, Volumen und Tiefgang.

So kann ich den EDIFIER STAX Spirit S3 nicht uneingeschränkt empfehlen, solltet ihr aber entsprechende Musik besonders gerne hören und Zugriff auf hochauflösende Musik haben, dann kann sich der nicht gerade günstige Kopfhörer dennoch lohnen. Wenn ihr eure Musik aber beispielsweise über Spotify bezieht oder entsprechende Musikrichtungen nicht hört, dann könnt ihr das Potenzial des EDIFIER Over-Ears nicht wirklich ausschöpfen und ein Soundcore Space Q45 könnte für euch das deutlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Headset

Auf ein Headsetmikrofon wurde bei diesem Over-Ear anscheinend kein großer Wert gelegt. Es ist eins vorhanden und in ruhigen Umgebungen lässt sich damit auch durchaus mal ein Telefonat führen, das war es dann aber auch. Draußen, beziehungsweise in lauten Umgebungen, werden Störgeräusche nicht gut gefiltert.

Tragekomfort

Wie eingangs bereits erwähnt, sind im Lieferumfang gleich zwei Paar Ohrpolster enthalten. Zum einen eine Ledervariante, welche etwas besser abschirmt und eine Textilvariante, diese schirmt etwas schlechter ab, speichert Wärme im Gegenzug aber nicht so stark.

EDIFIER STAX Spirit S3 verschiedene Polster

Gerade im Sommer, beziehungsweise allgemein, bevorzuge ich die Textilversion. Durch die geringere Wärmeentwicklung empfinde ich den Tragekomfort bei langem Tragen als angenehmer. Das ist aber wohl eine reine Geschmacksache.

EDIFIER STAX Spirit S3 auf Kopf

Die Polster sind auf der Rückseite mit Kunststoffclips versehen und rasten so fest am Hörer ein. Um sie zu wechseln, muss man nur fest genug am Polster ziehen, um die Clips wieder zu lösen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Clips an den Polstern irgendwann brechen, wenn man die Polster zu regelmäßig tauscht. Hier sollte man mit etwas Fingerspitzengefühl vorgehen.

Bedienung und App

Am rechten Hörer ist ein Bedienelement mit drei Knöpfen verbaut. Mittig sitzt eine Multifunktionstaste, mit der der Kopfhörer ein- und ausgeschaltet werden kann. Ist der Kopfhörer an, ist damit die Funktion Play/Pause ausführbar. Im Falle eines Anrufes kann dieser mit der Taste angenommen und abgelehnt werden.

EDIFIER STAX Spirit S3 Knoepfe

Mit den Knöpfen links und rechts daneben kann der vorherige und nächste Titel ausgewählt und die Lautstärke angepasst werden. Da kein ANC vorhanden ist, können somit eigentlich alle wichtigen Funktionen direkt an den EDIFIER STAX Spirit S3 ausgeführt werden.

Einige zusätzliche Funktionen sind in der EDIFIER App für Android und iOS verfügbar. Der Funktionsumfang ist aber eher schmal gehalten.

EDIFIER App

Bluetooth-Verbindung mit Snapdragon Sound

In Sachen drahtloser Verbindung verlassen sich die STAX Spirit S3 ganz auf Qualcomm und unterstützen mit „Snapdragon Sound“ das gesamte aptX-Codec-Paket. Neben dem Standard-aptX-Codec wird auch aptX-HD und aptX-Adaptive unterstützt. Das Nachsehen haben Apple User, ohne AAC-Codec bleibt nur der wirklich veraltete SBC-Codec. Für Apple-User kann ich den Over-Ear also ganz klar nicht empfehlen!

EDIFIER STAX Spirit S3 Anschluesse
Neben Bluetooth gibt es auch einen 3,5 mm Klinkeneingang

Die Bluetooth-Reichweite ist wie für Qualcomm-Chips gewohnt gut. Im Test auf freier Fläche konnte ich eine Reichweite von rund 15 Metern ohne Signalstörung erreichen. In geschlossenen Räumen ist es wie immer etwas weniger, je nach Hindernissen.

Ultralange Laufzeit

Die EDIFIER STAX Spirit S3 sind mit einem 1500 mAh Akku ausgestattet und bieten laut Hersteller eine unfassbar lange Laufzeit von bis zu 80 Stunden. Hier spielt wohl mit rein, dass keine ANC-Technik verbaut ist und dass der verbaute Qualcomm Bluetooth 5.2 Chip eine gute Energieeffizienz aufweist.

EDIFIER STAX Spirit S3 USB-C
Geladen wird per USB-C

Im Test konnte ich die Laufzeit von rund 80 Stunden bei mittlerer Lautstärke bestätigen. Während der rund vierwöchigen Testphase musste ich den Kopfhörer nur zwei Mal aufladen. Auch eine Schnellladefunktion ist implementiert, so reichen 10 Minuten Ladezeit für bis zu 11 Stunden Musikhören.

Fazit

Mit den EDIFIER STAX Spirit S3 bringt der Hersteller einen sehr speziellen Over-Ear-Kopfhörer auf den Markt. In Sachen Design bleibt man bei alt bewährtem, mit einer guten Verarbeitung. Klanglich richtet er sich eher an ein audiophiles Publikum, das unterwegs kabellos hochauflösende Musik genießen möchte.

Der Kopfhörer bietet einen sehr präzisen und originalgetreuen Sound in Hoch- und Mittelton. Bei basslastiger, moderner am Computer komponierten Musik fehlt es ihm allerdings an Tiefgang. So ist die Zielgruppe für den Kopfhörer relativ spitz, wer aber den richtigen Musikgeschmack und entsprechend hochauflösende Audiofiles mitbringt, der wird den EDIFIER STAX Spirit S3 lieben. Es sei denn man hat ein iPhone, ohne hochauflösenden Codec kann man das Potenzial einfach nicht ausschöpfen.

  • Realistischer Klang
  • Laufzeit
  • Wechselbare Ohrpolster
  • Snapdragon Sound
  • Tiefton
  • Potenzial nur mit hochauflösenden Audiofiles ausschöpfbar
  • Mikrofon

Leider verzichtet EDIFIER bei diesem Modell auf aktive Geräuschunterdrückung, die eigentlich fast schon zum Standard für Bluetooth Over-Ears geworden ist. Der STAX Spirit S3 ist so nur bedingt für laute Umgebungen gemacht. Der Fokus ist hier einfach etwas anders gesetzt. Ob ich persönlich 350€ für einen Over-Ear ohne ANC von EDIFIER ausgegeben hätte, fraglich. Nach dem Test bin ich jedoch ein Fan des Over-Ears und es hat sich ein leichtes „Ich brauche das“-Gefühl eingestellt.

08d5a3da98694012a24af0fcecc18329 Hier geht's zum Gadget

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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Kommentare (14)

  • Profilbild von Marco Gehrke
    # 04.10.22 um 20:23

    Marco Gehrke

    Als Besitzer eines richtigen Stax Kopfhörers tut mir diese Namensgleichheit einfach nur weh …

    • Profilbild von jap
      # 05.10.22 um 19:15

      jap

      ich fühle mit dir. abgefahren was heute für preise abgerufen werden für…. tja.

    • Profilbild von IDDQD
      # 12.02.23 um 14:43

      IDDQD

      Daran merkt man, dass du tendenziell keine Ahnung hast, jemand vom Fach hört sich jeden Hörer an den er in die Finger bekommt um beurteilen zu können….. Etwas aufgrund des Namens direkt abzuwerten zeigt, dass du zum Team "HauptsacheteuerauchohneAhnung" gehörst!

      • Profilbild von Kevin
        # 07.05.23 um 15:30

        Kevin

        und du gehört zu den armen Hartzern die sich nichts leisten können du tust mir leid armer junge!!! 🤣🤣🤣

        • Profilbild von Tobias
          # 09.05.23 um 10:00

          Tobias

          Ach Kevin… das von dir hier nichts qualifizierteres kommt war doch klar.

        • Profilbild von Kevin
          # 09.05.23 um 10:49

          Kevin

          Ach Tobias… das von dir hier nichts qualifizierteres kommt war doch klar.

      • Profilbild von Moepper
        # 07.05.23 um 17:16

        Moepper

        Genau so ist es ! 👍🏻

  • Profilbild von Roman
    # 03.11.22 um 20:19

    Roman

    sagt einer, der einen Stax besitzt, Vorurteile hat und diesen Kopfhörer noch nicht gehört hat. Habe ich zwar auch noch nicht, aber ohne ihn gehört zu haben, würde ich so etwas nicht schreiben. Das machen nur Leute, die Dinge von vornherein ablehnen und nicht wissen, was sie sonst im Leben tun wollen

  • Profilbild von Lars
    # 01.12.22 um 13:15

    Lars

    "In December 2011, Edifier announced the acquisition of 100% equity in the Japanese high-end-audio equipment maker STAX.“

    Wiki

  • Profilbild von Kevin
    # 07.05.23 um 15:31

    Kevin

    soviel Geld für China Elektroschrott nein dann lieber was namhaftes für etwas mehr oder gleiches Geld!!!

  • Profilbild von tempeltyp
    # 21.12.23 um 09:16

    tempeltyp

    Joa, liest sich interessant, ist bestimmt auch interessant, aber ich hba schon zwei Paar Wireless Over Ears und ein dritter machts nicht besser, vermutlich klingt er auch wieder recht ähnlich wie zumindest einer von den beiden

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