eufyMake E1 im Test: Der 2D & 3D UV-Drucker, der fast ALLES bedruckt!
Wer seine kreativen Ideen auf so gut wie allen Oberflächen bunt und beständig drucken möchte, hat nun eine spektakuläre Lösung auf dem Tisch. Der eufyMake E1 bringt professionelle UV-Direktdrucktechnik aus der Industrie direkt auf den heimischen Schreibtisch. Was als Rekord-Kickstarter-Kampagne begann, ist nun Realität. Wir haben das 20 kg schwere Kraftpaket im Test gequält und zeigen euch, wo die Grenzen des Systems liegen.
- eufyMake E1 UV-Drucker (Starter-Set):
- bei eufyMake für 2.299€ (UVP: 2.499€)
- eufyMake E1 (Set inkl. Rotations- & DTF-Modul):
- bei eufyMake für 2.899€ (UVP: 3.299€)
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Inhalt
Kurzfazit zum eufyMake E1
Der eufyMake E1 ist ein faszinierender Alleskönner für kreative Köpfe. Die Ergebnisse der Amass3D-Technologie mit bis zu 5 mm hohen Relief-Drucken auf Holz, Metall oder Acryl sind mit den richtigen Einstellungen atemberaubend und extrem präzise. Auch der geräuscharme Betrieb (49 dB) überzeugt im Alltag. Dennoch ist das System eine sehr kostspielige Investition: Neben dem hohen Anschaffungspreis trübt ein hoher Tintenverbrauch und extrem teure, proprietäre Tintenpatronen mit einem harten Verfallsdatum von einem Jahr die Freude. Wer das Gerät jedoch gewerblich nutzt oder allgemein regelmäßig betreibt, bekommt ein Werkzeug mit schier unendlichen Möglichkeiten.
- Brillante 3D-Texturen auf fast jedem Material
- Sehr leiser Betrieb (durchschnittlich 49 dB)
- Enorm einfache Einrichtung via eufyMake App
- Großer Fundus an Testmaterialien (je nach bestelltem Kit)
- Genaue Positionierung dank Kameras
- Anschaffungspreis ist hoch (ab 2.299€)
- hoher Tintenverbrauch bei Relief und nicht-weißem Untergrund
- festes Tintenablaufdatum (Patronen verfallen nach 1 Jahr)
- Kein physisches Display am Gerät selbst
- Hohe Folgekosten (300€ pro Tinten-Set)
- Manche Slicer-Funktionen nur mit Credits
Wer schreibt diesen Test?
Ich bin Thommy und ich begeistere mich für Smart Home, Dashcams & Co. Meine Leidenschaft sind aber FDM 3D-Drucker, seitdem mir meine Frau (natürlich die beste) 2018 einen Anycubic Mega-S geschenkt hat.
Technische Daten: Die Specs des eufyMake E1
| Feature | Details |
| Druckertyp | Piezo-Tintenstrahldrucker (UV-LED-Aushärtung) |
| Druckauflösung | bis zu 1440 DPI (ColorMaestro™ Technologie) |
| 3D-Strukturen | bis zu 5 mm Höhe (Amass3D™ Technologie) |
| Kompatible Materialien | Metall, Holz, Acryl, Keramik, Glas, Leder, Stoff u. a. |
| Betriebsgeräusch | durchschnittlich 49 dB (aus 1 m Entfernung) |
| Abmessungen | Gewicht | 590 x 250 x 407 mm | 20 kg |
Exkurs: Wie funktioniert ein UV-Drucker?
Ein UV-Drucker wie der EufyMake E1 funktioniert im Kern wie ein klassischer Tintenstrahldrucker, nutzt aber spezielle flüssige Kunstharz-Tinte. Diese wird über den Druckkopf mikrometergenau direkt auf das jeweilige Objekt gesprüht. Das Besondere passiert direkt im Bruchteil einer Sekunde danach: Eine mitfahrende UV-LED-Lampe bestrahlt die Tinte und härtet sie augenblicklich aus. Die Farbe trocknet also nicht an der Luft, sondern wird durch das UV-Licht sofort fest. Dadurch zieht die Tinte nicht ins Material ein und verläuft nicht. Der Vorteil: Ihr könnt damit nahezu jedes Material gestochen scharf bedrucken – von Holz über Acryl bis hin zu Metall, Glas oder Leder. Da das Harz sofort aushärtet, lassen sich durch mehrere Durchgänge sogar spürbare 3D-Texturen (Reliefs) auf der Oberfläche erzeugen.
Die Paket-Flut: Auspacken bis zum Umfallen
Wer sich das Deluxe-Set inkl. komplettem Zubehör nach Hause bestellt, sollte den Paketboten gut gelaunt stimmen: Bei uns kamen sage und schreibe 14 einzelne Kartons an! Das Zubehör ist gigantisch, wirkt im ersten Moment aber auch extrem erschlagend.
Wenn ihr also alles bestellt, erhaltet ihr neben dem Drucker ein großes Wechsel-Druckbett, das Light-Art-Painting-Set mit beleuchteten Bilderrahmen, die UV-DTF-Laminiermaschine mitsamt Folienrollen für Aufkleber, Keramik-Untersetzer, den Rotary-Aufsatz für Tassen sowie einen großen Satz Tinte mitsamt Reinigungskartuschen und viele weitere Materialien (s. Video unten).
Der erste Eindruck der Hardware ist überragend. Das schwere Gehäuse wirkt extrem hochwertig und wiegt stolze 20 Kilogramm. Das Design is super clean gelöst: Es gibt nur einen einzigen Start-Button auf der Oberseite, einen Reset-Button an der linken Flanke sowie das Fach für die sechs UV-Tintenpatronen auf der Oberseite. Wir hätten uns im Lieferumfang allerdings etwas weniger experimentelle Material-Pakete und dafür lieber einen zweiten Satz Tinte gewünscht.
Inbetriebnahme: E1 steht für „Enorm Einfach“ (mit Hürden!)
Die Einrichtung läuft unkompliziert ab. Ihr müsst lediglich die Transportsicherungen entfernen, die Tintenpatronen in ihre markierten Slots stecken und die Reinigungskartusche an der Seite einschieben. Die Koppelung mit der eufyMake App (für iOS und Android) oder der PC-Software „eufyMake Studio“ (nur für Mac und Windows) klappt per Bluetooth und Wi-Fi auf Anhieb hervorragend. Danach startet die Erstkalibrierung, für die jedoch direkt 45 Minuten fällig werden.
Die Kamerakalibrierung und die Nullpunktkalibrierung für jedes einzelne Druckbett müssen dann allerdings noch im Nachgang erledigt werden. Zudem lauern beim Aufbau zwei kleine Stolperfallen: Unter dem Druckbett befinden sich Schaumstoffschoner, die in der Anleitung nicht erwähnt werden, aber vor dem Druck unbedingt raus müssen.
Außerdem benötigt das Standard-Druckbett viel Platz hinter dem Gehäuse, da es in Y-Richtung weit nach hinten ausfährt. Steht das Gerät zu nah an der Wand, blockiert die y-Achse. Zudem solltet ihr aus Sicherheitsgründen immer die mitgelieferte Schutzbrille tragen, sobald ihr das Standard-Bett nutzt bzw. dafür dann die Türen des Gerätes vorne und hinten aufgeklappt sind.
Druckergebnisse: Fühlbare 3D-Strukturen auf fast jeder Oberfläche
Sobald die Kalibrierungs-Odyssee überstanden ist, liefert der E1 absolut spektakuläre Ergebnisse ab. Wir haben als erstes Projekt ein Metallschild mit einem 2,5 mm hohen 3D-Relief gedruckt. Die leicht erhabene Farbschicht lässt sich physisch ertasten, was eine phänomenale Haptik erzeugt. Achtet jedoch darauf, dass ihr dünne Acrylplatten unter 5 mm nicht für den Reliefdruck nutzt. Durch die Hitzeeinwirkung wellen sich dünne Platten nach oben, rammen den Druckkopf und hinterlassen u.U. hässliche schwarze Brandspuren auf dem Bild.
Auch flache Drucke, wie zwei kleine Kühlschrankmagneten, gelingen in ca. 4 Minuten absolut sauber und farbecht. Da der Hintergrund bereits weiß ist, können wir hier als Einstellung einfach „CMYK“ nehmen und sparen uns die kostbare weiße Tinte, die sich ansonsten besonders schnell leert.
Bei dunklen oder transparenten Objekten (wie einer Smartphone-Hülle) solltet ihr in den Slicer-Einstellungen jedoch zwingend „Weiß vorab“ (White -> CMYK) aktivieren. Ohne die fünf Schichten weiße Grundierung wirken die Farben auf dunklem Untergrund sonst völlig blass.
Besonders faszinierend ist der Druck auf weichem Stoff mitsamt der flexiblen weißen Tinte. Ihr müsst hierfür allerdings die standardmäßig installierte weiße Tinte entfernen. Achtung: Macht das mit Bedacht und am besten so wenig wie möglich, denn ein Tintenwechsel bedeutet eine Reinigungsaktion, bei der bis zu 30ml Tinte verbraucht werden!

Für uns als 3D-Druck-Nerds natürlich spannend: Das „Bemalen“ von 3D-Drucken. Wir haben eine weiße PLA-Insel mit einem Satellitenbild bedruckt – das Ergebnis ist interessant, zeigt es doch die Grenzen des EufyMake UV-Druckers auf: EufyMake hat uns im Anschluss darüber informiert, dass der Drucker Höhenunterschiede von maximal 2mm bewältigen kann.
Ein Highlight war das Bedrucken eines der mitgelieferten weißen Thermobecher mit unserem CG-Logo. Das klappte mithilfe des optionalen Rotary-Moduls im Test in unter 10 Minuten hervorragend.
Zu guter Letzt haben wir dann noch ein CG-Teambild im Comic-Stil auf Holz ausdrucken wollen. Mit 5 Stunden hat dies am längsten gedauert. Hier zeigt sich: Man muss mit der Anzahl der Layer (wieviel Weiß, wieiviel CMYK) ein wenig herumspielen um ein sehr gutes Ergebnis zu bekommen. In unserem Fall scheinen wir nämlich alle irgendwie ziemlich roten Sonnenbrand zu haben 🙂
EufyMake empfiehlt, den Drucker möglichst am Stromnetz zu lassen um eine regelmäßige automatische Reinigung zu gewährleisten. Außerdem sollte mindestens 1x im Monat gedruckt werden um ein Eintrocknen der Harztinte im Druckkopf zu verhindern.
Die ebenfalls mitgelieferte UV-DTF-Laminiermaschine zur Erstellung freistehender Aufkleber haben wir in diesem Test zwar noch nicht selbst ausprobiert, sie verspricht aber eine einfache Produktion.
Software und Usability: Tolle Ansätze mit kleinen Fehlern
Das Gerät selbst hat weder ein Display noch einen Kamera-Livestream. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die eufyMake App oder die PC-Software „eufyMake Studio“. Die App ist sehr übersichtlich in vier Reiter aufgeteilt, könnte für unseren Geschmack aber noch eine klarere Trennung zwischen eigenen Projekten und Vorlagen vertragen.
Die PC-Software ist nur für Windows und macOS verfügbar. Im Test stießen wir hier und da auf kleinere Software-Bugs. So verweigerte das PC-Programm bei der Einrichtung des Rotary-Addons hartnäckig den Dienst. Ein Wechsel auf die Smartphone-App löste das Problem jedoch sofort.
Allgemein hätten wir uns gewünscht, bei den konkreten Druckarten (Weiß auf CMYK, CMYK auf Weiß, Glossy Finsih ja/nein) in der PC-Software mehr „an die Hand“ genommen zu werden. Viele Tipps und Tricks sind in der Smartphone-App enthalten, nicht aber in der PC-Software. Hier muss daher bei einigen Materialien selber viel herumprobiert werden um sehr gute Ergebnisse zu erzielen.
Die Labor-Akte: Angenehm leise, aber mit teurer Tinten-Falle
Im Laborbetrieb punktet der eufyMake E1 mit einem recht moderaten Betriebsgeräusch von durchschnittlich nur 49 dB. Der Stromverbrauch im Standby liegt bei winzigen 4 Watt, im Druckbetrieb dann bei durchschnittlich 39 Watt – sehr gute Werte! Allerdings muss das Gerät permanent am Stromnetz hängen, damit das automatische „JetClean“-System die Düsen regelmäßig spülen kann. Zudem solltet ihr einen gut belüfteten Raum wählen: Obwohl kein gesundheitsgefährdendes CO2 gemessen wurde, riecht es im Betrieb sehr deutlich nach UV-Harz. Wir haben uns daher eine passende Abdeckung aus MakerWorld gedruckt und einen externen Mintion-Filter angeschlossen.
Der größte Haken des Systems sind jedoch die hohen Folgekosten für die Tinte. Da es sich um ein chemisch hochkomplexes Gemisch handelt, verfällt die Tinte nach ziemlich genau einem Jahr. Ist dieses Datum überschritten, verweigert der Drucker die Annahme der Kartusche – selbst wenn diese noch randvoll ist! Außerdem ist der Tintenverbrauch sehr hoch, wenn ihr auf nicht-weißem Untergrund druckt oder aber Relief-Drucke nutzt.

Eine einzelne Patrone (100 ml) kostet bei Anker gerade 42,99 Euro und ein komplettes Set (6 Kartuschen plus Reinigungskartusche) mit 299 Euro zu Buche schlägt, solltet ihr euch diesen Kauf gut überlegen. Nach 15 kleineren Druckjobs war unsere Patrone für Weiß bereits um ein Viertel geleert.
Weitere Folgekosten können durch Consumables wie die klebenden Sticker auf den Druckbetten (klebende Oberseite, damit Druckobjekte fixiert sind) entstehen. EufyMake empfiehlt anstelle dieser Klebepads einfach Küchensilikonmatten auf die ihr dann euer zu bedruckendes Objekt legt. Hintergrund: Auf Silikon haftet die UV-Tinte nicht, was die Reinigung des Druckbetts deutlich erleichtert und euch fehlerhafte Drucke verzeiht.
Fazit: EufyMake E1 UV-Drucker kaufen?
Der eufyMake E1 bringt eine faszinierende Industrietechnologie direkt auf den Schreibtisch. Die Ergebnisse sind bei richtigen Einstellungen atemberaubend schön, die App-Steuerung ist intuitiv und die Einsatzmöglichkeiten sind schier unendlich. Dem toll verarbeiteten Gerät mitsamt seiner beeindruckenden Relief-Funktion stehen ausgedehnte Kalibrierungs-Etappen sowie hohe Anschaffungs- und Folgekosten gegenüber.
Wer den Drucker aber gewerblich nutzt und z.B. einen Etsy-Shop betreibt oder allgemein so regelmäßig druckt, dass die Tinte vor dem Ablaufdatum verbraucht wird, findet hier ein cooles Werkzeug. Für reine Gelegenheits-Bastler ist das System mitsamt seinen Folgekosten jedoch schlichtweg eine Nummer zu teuer.
FAQs zum eufyMake E1
💧 Muss der Drucker permanent am Strom angeschlossen sein?
Im Idealfall schon. Das automatische „JetClean“-System spült die Düsen regelmäßig, damit die UV-Tinte nicht eintrocknet und den teuren Druckkopf verstopft.
⏳ Was passiert, wenn die UV-Tinte abgelaufen ist?
Die Tinte hat ein strenges Verfallsdatum von 12 Monaten ab Herstellung. Ist dieses überschritten, verweigert der Drucker die Patrone softwareseitig komplett – auch wenn sie noch voll ist. Ihr müsst sie dann entsorgen und ersetzen.
😷 Brauche ich eine externe Absaugung für den eufyMake E1?
Bei 24/7 Gebrauch ist das auf jeden Fall empfehlenswert. Obwohl der eingebaute Aktivkohlefilter einiges abfängt, riecht es im Raum während des Drucks deutlich nach Kunstharz. Ein gut belüfteter Raum oder ein externer Abluftfilter sind sehr ratsam.
🎨 Wie bedrucke ich schwarze oder durchsichtige Objekte?
Dafür müsst ihr in der eufyMake-Software zwingend die Einstellung „Weiß vorab“ (White -> CMYK) aktivieren. Das System druckt dann zuerst eine weiße Grundierung, damit die Farben auf dunklen Untergründen richtig zur Geltung kommen und nicht verblassen.
Quelle(n):
EufyMake
Eigene Testnotizen
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