Geely E5 E-SUV ab 38000€ in Deutschland: VW ID.4-Konkurrent mit versteckten Volvo-Genen
Der chinesische Auto-Markt drängt weiter nach Europa, und jetzt greift ein echter Gigant unter eigenem Namen an. Geely bringt mit dem neuen Elektro-SUV Geely E5 sein erstes rein elektrisches Fahrzeug der Kernmarke nach Deutschland. Die Mission ist klar: Man zielt mit einem Startpreis ab 37.990 Euro und üppiger Serienausstattung direkt auf den Platzhirschen VW ID.4. Erste Kollegen der Fachpresse durften den Neuling bereits über deutsche Landstraßen jagen. Wie schlägt sich der neue Familien-E-SUV?
- Geely E5 PRO (60,2 kWh Akku)
Ab 37.990€ - Geely E5 PRO+ (68,4 kWh Akku)
Ab 39.990€ - Geely E5 MAX+ (68,4 kWh Akku)
Ab 42.990€
(Hinweis: Geely gewährt auf alle Modelle 8 Jahre bzw. 200.000 km Garantie auf das Fahrzeug und den Akku. Stand: Juni 2026)
Inhalt
Technisches: Die drei Ausstattungen im Vergleich
Geely liefert den E5 ausschließlich als Fronttriebler mit 160 kW aus. Schon die Basis ist für den Preis sehr gut ausgestattet. Alle Modelle setzen dabei auf langlebige LFP-Akkus (Lithium-Eisenphosphat) der Eigenmarke ShenDun und haben eine Wärmepumpe serienmäßig an Bord.
| Feature | PRO | PRO+ | MAX+ |
|---|---|---|---|
| Preis | 37.990 € | 39.990 € | 42.990 € |
| Antrieb | 160 kW / 320 Nm (Frontmotor) | 160 kW / 320 Nm (Frontmotor) | 160 kW / 320 Nm (Frontmotor) |
| Akku (LFP) | 60,2 kWh | 68,4 kWh | 68,4 kWh |
| Reichweite (WLTP) | 430 km | 475 km | 450 km (sinkt durch größere Felgen) |
| Ladeleistung (DC) | 120 kW | 135 kW | 135 kW |
| Felgen | 18 Zoll | 18 Zoll | 19 Zoll |
| Highlights (Auszug) | 15,4″-Display, 360°-Kamera, Sitzheizung/-belüftung vorn, 6 Lautsprecher, V2L & V2V, 7 Airbags | wie PRO | wie PRO+, zzgl. 13,8″-HUD, Massagesitze (Zero Gravity), 16 Lautsprecher, Glasdach |
Wer ist Geely überhaupt?
Wer in Deutschland „Geely“ hört, zuckt meist nur mit den Schultern. Dabei ist die Zhejiang Geely Holding Group weltweit einer der fünf größten Automobilkonzerne. Auch wenn der Name hierzulande neu auf einem Kühlergrill auftaucht, kennt ihr die Tochterunternehmen garantiert: Geely besitzt Volvo, Polestar und Zeekr, hält fette Anteile an Mercedes-Benz und ist Miteigentümer bei Smart.
Wenn Geely nun also unter eigenem Namen antritt, nutzt man Synergieeffekte und das Know-how der Schweden. Laut dem Deutschland-Chef von Geely wurde das hauseigene Crashtestzentrum maßgeblich von Volvo-Ingenieuren entwickelt. Zudem bedient man sich beim E5 offenkundig am Baukasten der Schweden: Rahmenlose Rückspiegel, massive metallene Türgriffe und nicht zuletzt der satte „Premium-Plopp“ der zuschlagenden Türen verraten die Volvo-Gene im ansonsten chinesischen SUV.
Innenraum & Praxis: Ein unerwartetes Raumwunder
Was alle ersten Fahrberichte einstimmig loben, ist das gigantische Platzangebot. Obwohl der E5 mit 4,62 Metern Länge exakt zwischen dem VW ID.4 und dem Skoda Enyaq liegt, wirkt der Innenraum verblüffend groß. Das liegt an der sogenannten Cell-to-Body-Architektur. Dabei ist der Akku direkt strukturell in die Karosserie integriert. Der Boden bleibt komplett flach, was besonders den Passagieren auf der Rückbank eine sehr große Beinfreiheit garantiert.
Auch der Kofferraum schluckt ordentliche 461 Liter, bei umgeklappten Sitzen sind es 1.877 Liter. Ein nettes Detail ist ein praktisches 14-Liter-Schubfach für Kleinkram unter der Rückbank. Einen Frunk (Kofferraum unter der Motorhaube) gibt es als Fronttriebler allerdings nicht. Bei der Materialqualität lassen sich die Chinesen nicht lumpen: Weiches Kunstleder, mattes Holz und ordentlich strukturiertes Plastik sorgen laut Testern für eine enorm wertige Wohlfühlatmosphäre.
Infotainment: Zu viel Touch, zu wenig Tasten?
Das Betriebssystem „Flyme Auto“ soll auf dem 15,4-Zoll-Touchscreen rasend schnell und knackscharf laufen. Apple CarPlay und Android Auto gibt’s kabellos. Allerdings zeigen sich hier typische Macken moderner E-Autos: Wichtige Funktionen wie die Rekuperationsstärke oder die Sitzheizung sind zu tief in den Untermenüs vergraben.
Zwar gibt es einen physischen Drehregler für Temperatur und Lautstärke, doch das gleicht die fummelige Menüführung während der Fahrt nicht komplett aus. Wer die Max+-Version kauft, freut sich immerhin über ein 13,8-Zoll-Head-up-Display.
Zwiegespalten sind die ersten Fahrer bei den Assistenzsystemen. Der E5 hat zwar volle 5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest geholt, piept und bimmelt im Alltag aber viel zu oft. Spurhalteassistent und Notbremssystem neigen zur Überaktivität. Hier muss Geely per Over-the-Air-Update zwingend noch die europäische Empfindlichkeit nachjustieren.
Fahrverhalten: Komfortabel, aber kein Dynamik-Wunder
Mit 160 kW und 320 Nm Drehmoment schiebt der E5 die rund 1,8 Tonnen in flotten 6,9 bis 7,6 Sekunden auf 100 km/h. Das reicht für den Alltag völlig aus, sportliche Gefühle kommen aber logischerweise nicht auf. Das Fahrwerk ist ganz klar auf Komfort getrimmt. Unebenheiten schluckt das SUV laut der Tester hervorragend weg. Wer ihn jedoch sportlich in die Kurve wirft, wird mit einer spürbaren Seitenneigung der Karosserie bestraft.
Auch beim Bremsen gibt es einen Wermutstropfen für E-Auto-Puristen: Echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand bietet der Geely nicht. Selbst auf der höchsten der vier Rekuperationsstufen rollt das Auto am Ende immer noch leicht weiter, ihr müsst also selbst aufs Bremspedal treten.
Immerhin überzeugt der Verbrauch: Auf den ersten Testrunden der Kollegen lag dieser bei rund 15,3 kWh, was in der Praxis sogar leicht unter der Werksangabe liegt. Eine Wärmepumpe ist zudem quer durch alle Ausstattungslinien serienmäßig an Bord.
Ladeleistung: Keine Rekorde an der Säule
Beim Schnellladen (DC) an der Autobahn reißt der Geely E5 keine Bäume aus. Der 68,4-kWh-Akku lädt mit maximal 135 kW. Die Ladung von 30 auf 80 Prozent soll in gut 20 Minuten erledigt sein. Das sind absolut brauchbare, aber keinesfalls überragende Werte. Zum Vergleich: Der direkte Konkurrent VW ID.4 Pure kommt auf sehr ähnliche Ladezeiten, zieht in der Spitze aber 140 kW. An der heimischen Wallbox lädt der Geely standesgemäß mit 11 kW (dreiphasig).
Einschätzung: Auf den Service kommt es an
Geely liefert mit dem E5 ein gerade für den Preis erst einmal rundes Paket für Familien ab. Die Kombination aus „Viel Raum und wenig Dynamik“ bringt den Charakter des Autos dem Test-Echo zufolge wohl auf den Punkt. Das SUV sieht dezent aus, bietet eine erstklassige Basisausstattung und glänzt mit enorm viel Platz im Innenraum. Wer einfach ein gemütliches, sicheres E-Auto für den Alltag sucht und keine 50.000 Euro aufwärts bei der Konkurrenz lassen will, bekommt hier viel Gegenwert für knapp 38.000 Euro.
Doch der Erfolg oder Misserfolg des Autos auf dem deutschen Markt wird sich nicht an den Spaltmaßen entscheiden. Wenn man mit der Marke Geely hierzulande keine Berührungspunkte hat, zählt am Ende nur das Vertrauen in den Service. Geely will bis Ende des Jahres zunächst 50 Händlerstandorte aufbauen, bis 2028 soll ein flächendeckendes Netz entstehen. Wenn das Reparatur- und Servicenetz in Deutschland nicht schnell und zuverlässig ausgebaut wird, nützen auch 8 Jahre Garantie nur wenig.
Was denkt ihr über den Geely E5? Wäre der chinesische Platzhirsch eine Alternative für euch zum VW ID.4, oder bleibt ihr bei etablierten Marken mit dichtem Werkstattnetz? Schreibt es in die Kommentare!
Quelle(n):
- Geely Deutschland
- Elektroauto-News (Fahrbericht)
- InsideEVs (Daten & Vergleiche)
- Auto Zeitung (Testfahrt)
- Handelsblatt via Spotpress / Daniel Killy (Presse-Event Geely)
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