Huawei Pura 90 Plus: Das günstigere Modell hat die bessere Hauptkamera
Beim Pura 90 Plus stellt Huawei die Kamera in den Mittelpunkt. Die 50-MP-Hauptkamera nutzt einen großen 1-Zoll-Sensor und eine variable Blende. Das lässt die Pro-Modelle aus der eigenen Reihe alt aussehen. Dazu kommt eine 48-MP-Telekamera mit vierfachem optischem Zoom. Das Besondere: Sie kann auch Makroaufnahmen machen.
Inhalt
Technische Daten des Huawei Pura 90 Plus
| Display | 6,8 Zoll OLED, LTPO, 1–120 Hz, 2.848 × 1.276 Pixel |
| Prozessor | HiSilicon Kirin 9025 |
| Grafikchip | Maleoon-GPU |
| Kamera | 50 MP Hauptkamera (1-Zoll-Sensor, ƒ/1.6–ƒ/4.0, OIS) + 48 MP Periskop-Telekamera (ƒ/2.1, OIS, 4-fach optischer Zoom, Makro) + 40 MP Ultraweitwinkel (ƒ/2.2) + 1,5 MP Multispektralsensor |
| Frontkamera | 13 MP Ultraweitwinkel (ƒ/2.0, Autofokus) |
| Speicher | 256 GB / 512 GB / 1 TB |
| Arbeitsspeicher | 12 GB RAM |
| Akku | 5.700 mAh, 100 W kabelgebundenes Laden, 80 W kabelloses Laden |
| Features | IP68/IP69, NFC, Infrarot, seitlicher Fingerabdrucksensor, Stereo-Lautsprecher |
| Konnektivität | 5G, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, USB-C 3.1 Gen 1, Dual-SIM, GPS, NFC |
| Betriebssystem | HarmonyOS 7.0 |
| Abmessungen / Gewicht | 163 × 76,1 × 8,3 mm / 220 g |
| Farben | Schwarz, Weiß, Gold, Violett |
| Preis | Ab 5.499 Yuan (ca. 740 Euro, China) |
1-Zoll-Kamera mit variabler Blende und Tele-Makro
Das Highlight des Huawei Pura 90 Plus ist eindeutig die Kamera. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf und setzt auf einen besonders großen 1-Zoll-Sensor. Den bekommen noch nicht mal die teureren Modelle der Reihe spendiert. Dazu kommt eine variable Blende, die sich zwischen ƒ/1.6 und ƒ/4.0 einstellen lässt. Zusammen mit der optischen Bildstabilisierung soll das vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen Vorteile bringen.
Eine weitere Besonderheit ist die 48-Megapixel-Periskop-Telekamera. Sie bietet einen vierfachen optischen Zoom, eine optische Bildstabilisierung und einen Makromodus. Der minimale Fokusabstand soll bei 5 cm liegen. Ergänzt wird das Ganze durch eine 40-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Klingt gut. Huawei trumpft bei den Kameras aber gerne auf, andere Specs sind dagegen nicht immer das Steckenpferd. Aber dazu später mehr.
Das Kirin-Nadelöhr
Vorn sitzt ein 6,8 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 2.848 × 1.276 Pixeln. Das LTPO-Panel passt seine Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an. Für die Frontkamera gibt es eine kleine Aussparung im Display, dahinter steckt ein 13-Megapixel-Sensor mit Autofokus.
Als Prozessor kommt der hauseigene Kirin 9025 zum Einsatz. Dazu gibt es 12 GB RAM und je nach Variante 256 GB, 512 GB oder 1 TB internen Speicher. Bei der Leistung dürfte das Smartphone allerdings nicht mit aktuellen Flaggschiffen von Qualcomm und MediaTek mithalten können. Kirin-Chips haben im direkten Vergleich mit der Konkurrenz traditionell das Nachsehen. Für alltägliche Aufgaben sollte die Leistung trotzdem ausreichen. Wer allerdings besonders viel Rechenleistung für anspruchsvolle Spiele oder andere aufwendige Anwendungen erwartet, dürfte bei anderen Herstellern mehr bekommen.
Der Akku fasst 5.700 mAh. Das kann die chinesische Konkurrenz auch bei Mittelklasse-Modellen definitiv schon weitaus besser. Oft stehen schon Modelle jenseits der 10.000 mAh-Schallmauer in den Läden. Geladen wird mit bis zu 100 Watt per Kabel oder mit bis zu 80 Watt kabellos. Außerdem ist das Gehäuse nach IP68 und IP69 gegen Wasser und Staub geschützt. Mit 220 Gramm ist das Smartphone allerdings kein Leichtgewicht.
So unterscheidet sich das Plus von den anderen Pura-90-Modellen
Innerhalb der Serie positioniert Huawei das Plus zwischen dem Pura 90 Pro und dem Pro Max. Dabei ist es nicht einfach nur eine abgespeckte Version des größeren Modells. Bei der Hauptkamera setzt Huawei auf einen besonders großen 1-Zoll-Sensor. Dazu kommen eine Telekamera mit 48 Megapixeln und ein 40-Megapixel-Ultraweitwinkel.

Das Pro Max hat dafür die deutlich höher auflösende 200-Megapixel-Periskopkamera. Das normale Pro muss sich mit einer 50-Megapixel-Telekamera und einer schwächer aufgestellten 12,5-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera begnügen. Das Plus liegt mit seiner Kameraausstattung also zwischen den beiden Pro-Modellen, bietet mit dem 1-Zoll-Hauptsensor aber ein echt starkes Argument.
Auch beim Prozessor gibt es Unterschiede: Während Pro und Pro Max den Kirin 9030S verwenden, steckt im Plus der Kirin 9025. Beim Akku bietet das Plus mit 5.700 mAh etwas weniger als die beiden Pro-Modelle mit jeweils 6.000 mAh. Dafür lädt es genauso schnell wie das Pro Max.
Kameramonster mit bekannter Google-Problematik
In China startet das Huawei Pura 90 Plus mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher für 5.499 Yuan, umgerechnet etwa 740 Euro. Einen offiziellen Verkaufsstart in Deutschland hat Huawei bislang nicht angekündigt.
Und selbst wenn das Smartphone nach Europa kommt, bleibt ein bekanntes Problem: Huawei-Geräte müssen weiterhin ohne vorinstallierte Google-Dienste auskommen. Der Google Play Store, Google Maps und andere Google-Apps sind nicht regulär integriert. Mit ein bisschen Eigeninitiative könnt ihr die Dienste allerdings nachträglich via MicroG nutzen.
Es ist wie immer bei Huawei: Kamera top, Chip so lala. Das Huawei Pura 90 Plus hat laut Datenblatt eine wirklich gute Kameraausstattung. Besonders der große 1-Zoll-Sensor ist ein echt starkes Argument für das Gerät. Der leistungsschwächere Kirin 9025 und der vergleichsweise kleine Akku relativieren den guten ersten Eindruck allerdings etwas. Für Kamera-Fans ist das Smartphone aber definitiv spannend.
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