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Preise bekannt! Lightmake L4: 3D-Drucker des ehemaligen AnkerMake-Teams druckt mit 4 Köpfen gleichzeitig!

LightMake-L4-Aufmacher

LightMake macht ernst: Das vermeintliche Startup aus Hongkong entpuppt sich als zu großen Teilen ehemaliges AnkerMake M5-Team von Anker, das seine Expertise nun mit dem heute gelaunchten LightMake L4-Kickstarterprojekt unter Beweis stellen möchte. Wir werden den L4 und seinen „Ein-Kopf-Bruder“ L1 auf der IFA genauer anschauen. LightMake hat nun offiziell weitere Details zum kommenden 3D-Drucker mit 4 unabhängigen Druckköpfen präsentiert.

Das System soll nicht nur 4 unabhängige Druckköpfe für 4 gleichzeitig zu druckende Modelle haben, sondern auch bis zu vier Materialien in einem Druck ohne Müllproduktion verarbeiten können. Dabei setzt man im Hinblick auf die Kinematik auf Linearmotoren statt Riemen und spricht von 500 mm/s Druckgeschwindigkeit bei 1000 mm/s Verfahrgeschwindigkeit.

Und was kostet der Spaß?

Ab sofort sind Vorbestellungen (Super-Early-Bird) via Kickstarter ab umgerechnet 1120€ für den LightMake L4 möglich, während der LightMake L1 ab ca. 948€ angeboten wird. LightMake spricht von bis zu 950€ Ersparnis gegenüber dem späteren UVP des LightMake L4. Die ersten 48h nach dem Kickstarter-Launch soll es zudem keine Versandkosten geben.

Ihr habt ein und dasselbe Bauteil, wollt es aber nicht nur 4x drucken, sondern auch quasi in vierfacher Geschwindigkeit – und das fast ohne Filamentmüll? Dann schaut euch mal das noch recht unbekannte Startup Lightmake an. Denn das kündigt eine Kickstarter-Kampagne für den Lightmake L4 an – und zwar ohne klassische Riemen. Dafür gibt es Linearmotoren und – Achtung – gleich vier Druckköpfe, die zeitgleich (!) über das Heizbett jagen.

Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.

Die Specs des LightMake L4: 0 Riemen – 4 Druckköpfe

Bauraum (Single Color / Multi Color)354 x 370 x 386 mm / 354 x 350 x 386 mm
Druckköpfe4 (gleichzeitig operierend, unabhängig steuerbar)
KinematikKeine Riemen, sondern Linearmotoren (±1μm Closed-Loop)
Druckgeschwindigkeit1000 mm/s (realistisch: 300 mm/s)
Hotend-Temperatur320°C
Werkzeugwechsel1 Sekunde
MaterialienPLA, ABS, PETG, TPU, ASA, PVA, PET, xCF
Features4 gleichzeitig druckende Köpfe, Zinkdruckguss-Rahmen, Dual-HD-Kameras, 6,5-Zoll Touchscreen, RFID-Erkennung, 5mm Z-Lift pro Kopf, AutoQueue-Software

Kein Müll? Toolchanger & IDEX im Vergleich

Man merkt es immer deutlicher: Toolchanger bzw. Systeme, welche mehrere Druckköpfe, Hotends oder eben Düsen wechseln können, stehen in der Branche hoch im Kurs. Bambu Lab experimentiert dafür mit dem Vortek-System und Creality neuerdings mit KliTek – beides Ansätze für einen schnellen Düsen- bzw. Hotend-Wechsel. Bondtech bzw.

Bambu Lab H2C Vortek Duesensystem
Vortek-System des Bambu Lab H2C

Prusa kontert mit den induktiv beheizten INDX-Düsen. Dazu gesellen sich klassische Toolchanger wie der Prusa XL, der Flashforge Creator 5 oder der Snapmaker U1, die direkt den kompletten Druckkopf tauschen. All diesen Systemen ist aber eine Sache gemein: Es ist immer nur exakt ein Kopf zur gleichen Zeit im Einsatz.

Snapmaker U1 Toolchange Prozess

Selbst bei IDEX-Druckern (Independent Dual Extruders), die zwei Köpfe auf der X-Achse haben, arbeitet bei mehrfarbigen Objekten immer nur eine Düse, während die andere parkt. Der Lightmake L4 geht hier einen anderen Weg. Das System besitzt vier vollkommen unabhängige Druckköpfe. Die hängen jeweils im Doppelpack an den oberen Linearschienen und befinden sich dauerhaft aktiv im Bauraum.

Laut Hersteller dauert der Wechsel zwischen zwei Farben dadurch nur rund eine Sekunde. Das nervige Spülen (Purgen) des Filaments entfällt fast komplett. Lightmake verspricht bis zu achtmal weniger Abfall.

LightMake L4 Druckkoepfe e1781792522512

Linearmotoren & AutoQueue: Präzision für die Druckerfarm

Auffällig beim L4 ist aber auch die Kinematik: Lightmake schmeißt die klassischen Zahnriemen komplett raus und verbaut elektromagnetische Linearmotoren. Diese Technik kennt man sonst eher aus extrem teuren Industriemaschinen. Das System arbeitet völlig kontaktlos und verschleißfrei. Der Hersteller verspricht dadurch eine Präzision von ±1 Mikrometer und eine Lebensdauer der Motoren von über 50.000 Stunden. Damit bei einer (angeblichen) Maximalgeschwindigkeit von 1.000 Millimetern pro Sekunde keine Artefakte entstehen, nutzt das System einen speziellen Algorithmus zur Vibrationsunterdrückung.

LightMake L4 Aufmacher

Diese Architektur erlaubt zwei völlig verschiedene Druck-Modi. Ihr könnt den L4 nutzen, um ein einziges Bauteil in vier Farben in Rekordzeit zu drucken. Alternativ schaltet ihr in den Produktionsmodus. Dann drucken alle vier Köpfe gleichzeitig ihr eigenes, identisches Objekt. Aus einem Drucker werden so quasi vier Maschinen.

LightMake L4 Druckkoepfe2

Damit die inaktiven Düsen beim Navigieren keine bestehenden Schichten abreißen, hebt das System die ungenutzten Werkzeuge mechanisch um 5 Millimeter an. Spannend sicherlich auch für Print-Farmen: Die Software bringt eine AutoQueue-Funktion mit, die Druckaufträge und Echtzeit-Statusberichte an bis zu 1.000 Maschinen im Netzwerk vollautomatisch verteilt.

LightMake L4 Druckkopf Detail

LightMake L4: Kickstarter-Traum oder echte Revolution?

Klar, dieser Drucker klingt natürlich besonders schön fürs Nerd-Herz: Ein massiver Rahmen, Linearmotoren, 320 Grad an der Düse, AutoQueue-Software und – vor Allem – vier unabhängig agierende Werkzeugköpfe klingen nach einer ultimativen Lösung für anspruchsvolle Maker. Zu bedenken ist hier aber dreierlei: Der Drucker scheint erstens nicht eingehaust zu sein, was das Drucken von ABS & Co. wohl recht nervig bis unmöglich machen wird. Zweitens solltet ihr den massiv kleineren Bauraum beachten, wenn ihr 4 Teile gleichzeitig druckt.

Und drittens schließlich: Wer ist LightMake überhaupt? Dahiner steht nämlich ein bisher völlig unbekanntes Startup, vermutlich aus Hongkong. Die Kombination aus brandneuer Hard- und Software ist fehleranfällig. Wer das System perfektionieren will, muss einen Slicer entwickeln, der vier Köpfe völlig kollisionsfrei koordiniert – eine programmiertechnische Mammutaufgabe. Zudem dürften die Linearmotoren den Preis ordentlich in die Höhe treiben. Wir behalten die kommende Kickstarter-Kampagne definitiv im Auge, raten aber bei teuren First-Gen-Geräten von frischen Startups grundsätzlich zu einer gesunden Skepsis.

Was meint ihr zum LightMake L4? Glaubt ihr, dass dieses 4-Kopf-Konzept die Zukunft des 3D-Drucks ist, oder bleibt ein Toolchanger wie der Snapmaker U1 für euch der realistischere Ansatz? Lasst eure Meinung in den Kommentaren da!

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (2)

  • Profilbild von BenZed
    0 # 20.08.26 um 08:32

    BenZed

    Hallo Thommy

    interessanter Artikel, allerdings finde ich die Einschätzung zu LightMake als „völlig unbekanntes Startup, vermutlich aus Hongkong“ etwas zu kurz gegriffen.

    LightMake wurde zwar tatsächlich erst 2025 gegründet, sitzt aber in Shenzhen und hinter dem Unternehmen steckt offenbar einiges an Erfahrung. Gründer Wang Zhiyu war zuvor Leiter des 3D-Druck-Geschäfts bei Anker und hat mit seinem Team unter anderem den AnkerMake M5 entwickelt und auf den Markt gebracht. Ein großer Teil des heutigen LightMake-Teams stammt ebenfalls aus diesem Umfeld; chinesische Quellen sprechen inzwischen von knapp 40 Mitarbeitern.

    Auch finanziell scheint das mehr als eine kleine Kickstarter-Bude zu sein: LightMake hat mittlerweile zwei Finanzierungsrunden über insgesamt mehr als 25 Mio. RMB abgeschlossen, unter anderem mit Investoren aus dem chinesischen Hightech- und Fertigungsumfeld. Interessant ist außerdem, dass bereits im April 2025 – lange vor der jetzigen Kickstarter-Werbung – über das Konzept eines auf vier Druckköpfe skalierbaren Druckers dieses Teams berichtet wurde.

    Das nimmt dem L4 natürlich nicht das typische First-Generation- und Kickstarter-Risiko. Gerade Software, Kalibrierung der vier Köpfe, Ersatzteilversorgung und Langzeitzuverlässigkeit müssen sich erst noch beweisen. Aber ich würde LightMake eher als junges, gut finanziertes Unternehmen mit einem erfahrenen 3D-Druck-/Consumer-Hardware-Team einordnen und weniger als unbekanntes Mini-Startup.

    Vielleicht wäre das ein interessantes Update für den Artikel – gerade weil der technische Ansatz des L4 wirklich ungewöhnlich ist.

    • Profilbild von Thommy
      0 # 31.08.26 um 13:42

      Thommy CG-Team

      Super, danke dir für die Insights! Ich schaue mir LightMake auf der IFA definitiv an.

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