M5Stackchan: Dieser KI-Roboter ist ein absoluter Nerd-Traum…oder?
„Hey Stackchan, schau dir diesen fehlerhaften 3D-Druck an und erkläre mir, was schiefgelaufen ist – und behalte danach bitte die Bürotür im Blick.“ Ein motorisierter kleiner KI-Roboter, der euch ansieht, reale Objekte über eine Kamera analysiert und flüssig mit euch spricht, ist der feuchte Traum jedes Makers. Genau das liefert der neue M5Stackchan. Das smarte Desktop-Gadget bringt out-of-the-box zwar einen Haken mit sich, lässt sich mit einem genialen Open-Source-Trick aber zur ultimativen, privaten Smart-Home-Zentrale umbauen.
- M5Stackchan (Standard Kit mit CoreS3 – Achtung, nur das Panel samt ESP32, „Hinterkopf“ und motorisierter Unterbau im Full-Kit):
- M5Stackchan Full-Kit (mit Body, Akku, Servos, etc.):
Inhalt
Technische Daten: Was steckt im KI-Roboter?
| Feature | M5Stackchan |
| Haupt-Controller | M5Stack CoreS3 (ESP32-S3 Chip) |
| Rechenleistung | 240 MHz Dual-Core, 16MB Flash, 8MB PSRAM |
| Display (Gesicht) | 2,0 Zoll IPS-Touchscreen (320×240) |
| Sensorik & Kamera | 0,3 Megapixel Kamera, Dual-Mikrofone, 9-Achsen-Lagesensor (IMU) |
| Bewegung (Motoren) | 360° horizontales Drehen, 90° vertikales Neigen |
| Konnektivität | Wi-Fi (2.4 GHz), Bluetooth 5.0, NFC, RTC, Infrarot, MicroSD |
| Erweiterungen | microSD-Slot, 3x Grove-Schnittstellen, Klemmbaustein-kompatible Löcher |
| Stromversorgung | 550 mAh Akku, USB-C (Strom & Daten) |
M5Stack: Kult-Hardware trifft auf Beweglichkeit
Wer bisher noch nichts von M5Stack gehört hat, hat in der DIY-Community definitiv etwas verpasst. Das Unternehmen genießt durch seine kompakten, stapelbaren Hardware-Module bereits Kultstatus. Die Philosophie ist simpel: Anstatt Platinen wild mit Kabeln zusammenzulöten, liefert M5Stack fertige Hardware-Bausteine in schicken Gehäusen. Der Kopf des Roboters ist genau so ein Baustein – das hauseigene Flaggschiff CoreS3 mit einem potenten ESP32-S3-Chip.
M5StackChan: So ist der kleine KI-Robo aufgebaut
Unter dem eckigen Display-Kopf sitzt der eigentliche Roboter-Körper. Zwei Servomotoren sorgen dafür, dass sich der M5Stackchan horizontal komplett um die eigene Achse drehen (360 Grad) und den Kopf um 90 Grad neigen kann. Zusammen mit der 0,3-Megapixel-Kamera und den zwei Mikrofonen kann er euch optisch sowie akustisch im Raum folgen. Wi-Fi, Bluetooth, Infrarot, NFC und Grove-Anschlüsse (I2C, GPIO, UART) lassen zudem extrem viel Raum für eigene Basteleien. Es gibt auch Versionen mit einem Joystick für die Remote-Steuerung.
M5Stackchan: Warum 100€ zahlen, wenn ChatGPT gratis ist?
Haken wir mal kurz mit einer vielleicht naheliegenden Frage ein, bevor wir uns weiter mit dem Stackchan M5 befassen: Wofür sollte man um die 100 Euro ausgeben, wenn man Modelle wie Gemini oder ChatGPT völlig kostenlos im Browser nutzen kann? Die Antwort liegt in der physischen Präsenz.
Ein Browser-Tab kann seinen Kopf nicht drehen, euch nicht ansehen und keine Infrarot-Signale an euren Fernseher schicken. Ihr kauft hier keinen reinen Chatbot, sondern eine motorisierte, sensorische Schnittstelle, die der künstlichen Intelligenz buchstäblich einen Körper und Augen im realen Raum gibt. Das ist etwas, das selbst ein klassischer Home Assistant Speaker in dieser dynamischen Form nicht leisten kann.
Cloud-KI vs. Hardware: Geniales Plug & Play mit einem Haken
Um flüssige Gespräche oder Bilderkennung zu ermöglichen, fehlt dem kleinen ESP32-Chip auf der Platine allerdings die nötige Rechenpower. Nutzt man die vorgefertigte Standard-Firmware (XiaoZhi AI) und verlässt sich auf die Cloud-Anbindung (Wahl zwischen den LLMs Qwen oder Deepseek, z.B. Qwen 3 235B), liefert das System auf den ersten Blick extrem ab. Erste Testvideos zeigen jedenfalls ein verdammt gut umgesetztes Plug-and-Play-Erlebnis. Die Latenz ist klein, die KI antwortet schnell. Dieser Komfort fordert jedoch einen Kompromiss bei der Datenkontrolle.
Was passiert mit euren Daten in der Cloud?
Entscheidet ihr euch für den bequemen Plug-and-Play-Weg, sendet der Roboter eure Sprachbefehle und potenziell Fotos eures Schreibtisches zur schnellen Verarbeitung an Server in China (z. B. Nanjing 360 Network Information Technology Co., Ltd.). Da dort kein von der EU anerkanntes Datenschutzniveau existiert und laut Datenschutzerklärung Nutzerprofile samt IP-Adressen verknüpft werden können, sollte man sich genau überlegen, wofür man ob man dieses Setup dauerhaft im Home-Office betreiben möchte.
Die Lösung: Lokales Hosting & volle Datenkontrolle
Wer diese Cloud-Anbindung nicht möchte, spielt den größten Trumpf des M5Stackchan aus: Er ist Open Source. Ihr seid nicht gezwungen, externe Server in Asien zu nutzen. Wer die volle Datenhoheit behalten will, setzt einfach seinen eigenen „xiaozhi-esp32-server“ im heimischen Netzwerk auf – etwa auf einem Raspberry Pi oder dem eigenen Mac.
Anstatt eure Daten wegzuschicken, koppelt ihr den Roboter in eurem Netzwerk mit Ollama. So lasst ihr Sprach- und Vision-Modelle komplett offline und sicher in euren eigenen vier Wänden laufen. Keine Abogebühren, absolute Datenkontrolle und 100 Prozent DSGVO-konform.
Uns interessiert an dieser Stelle, wie eure Smart-Home-Zentrale aussieht: Habt ihr schon mal eigene KI-Modelle via Ollama lokal gehostet? Nutzt ihr vielleicht sogar erin ähnliches Server-Setup in Verbindung mit Home Assistant? Lasst uns das in den Kommentaren diskutieren!
M5Stackchan: Charmantes Gadget, das mit euren Ansprüchen wächst
Der M5Stackchan ist ein absolut faszinierendes Hardware-Projekt. Wer einen smarten Desktop-Begleiter sucht und bereit ist, für flüssige Gespräche den Umweg über die XiaoZhi-Cloud in Kauf zu nehmen, bekommt ein beeindruckendes Erlebnis direkt aus der Box. Ihr solltet euch aber darüber immer im Klaren sein, welche Daten von und über euch ihr preisgeben wollt.
Sein volles, nerdiges Potenzial entfaltet der Roboter aber erst, wenn man das System lokal aufsetzt. Für rund 100 Euro erhaltet ihr dann eine charmante, motorisierte Hardware-Schnittstelle, die euren lokalen KI-Modellen ein „greifbares Gesicht“ verleiht. Wir wollen natürlich wissen, wie hoch die Latenz beim lokalen Hosting wirklich ausfällt und wie leicht die Einrichtung von der Hand geht. Deshalb haben wir das Gerät bereits bei Banggood für einen Produkttest angefragt. Sobald der Roboter bei uns auf dem Schreibtisch steht, gibt es ein ausführliches Update!
Quellen:
- M5Stack Offizielle Dokumentation zum StackChan (August 2026)
- XiaoZhi AI Privacy Policy
- Freenove Local Server Docs
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