MG IM5 & IM6 ab Juli in Deutschland: 800-Volt-Stromer mit 750 PS & Porsche/Xiaomi-Optik
MG Motor ist in Deutschland bisher vor allem für preis-leistungstechnisch spannende Elektroautos wie den kompakten MG4 Urban bekannt. Nun legt die britisch-chinesische Marke ihre Zurückhaltung ab und wagt den Schritt in die Premiumklasse. Unter dem neuen Sub-Label „IM“ schickt der Mutterkonzern ab Juli 2026 zwei hochkarätige Modelle nach Deutschland: die Limousine IM5 und das SUV IM6. Beide Fahrzeuge zielen mit 800-Volt-Technik und enormen Leistungswerten auf die etablierte Oberklasse von Tesla, BMW und Mercedes. Wir haben uns die Fakten und Ausstattungen der beiden neuen Modelle, die rein optisch stark an Porsche Taycan und Xiaomi SU7 erinnern, genauer angesehen.
Die Preise der MG IM-Serie im Überblick
- MG IM5 100 kWh Premium (Heckantrieb, 300 kW): ab 53.990€
- MG IM5 100 kWh Premium AWD (Allrad, 553 kW): ab 58.990€
- MG IM6 100 kWh Premium (Heckantrieb, 300 kW): ab 56.990€
- MG IM6 100 kWh Premium AWD (Allrad, 553 kW): ab 60.990€
(Hinweis: Eine Metallic-Lackierung kostet 790 Euro Aufpreis. Für das SUV IM6 AWD gibt es optional ein „Drive Pack“ mit 21-Zoll-Rädern und adaptiver Luftfederung für 2.000 Euro. Stand: Juli 2026)
Inhalt
Technisches: Die IM-Modelle im Vergleich
MG setzt in Deutschland bei beiden Modellen ausschließlich auf einen großen 100-kWh-Akku. Die Unterschiede liegen primär in der Karosserieform und den Fahrleistungen.
| Feature | MG IM5 (Limousine) | MG IM6 (SUV) |
|---|---|---|
| Fahrzeuglänge | 4,93 Meter | 4,90 Meter |
| Antrieb (AWD-Version) | Allrad mit 553 kW (751 PS) / 802 Nm | Allrad mit 553 kW (751 PS) |
| 0-100 km/h (AWD) | 3,2 Sekunden (Vmax: 268 km/h) | 3,5 Sekunden (Vmax: 239 km/h) |
| Akku-Kapazität | 100 kWh (NMC-Zellchemie) | 100 kWh (NMC-Zellchemie) |
| Ladeleistung (DC) | Bis zu 396 kW (10-80 % in ca. 17 Min.) | Bis zu 396 kW (10-80 % in ca. 17 Min.) |
| Kofferraum | Keine Angabe | 665 Liter (bis 1.500 kg Anhängelast) |
| Highlights | 26,3″-Display, Allradlenkung | 26,3″-Display, Allradlenkung |
Was steckt hinter „IM“?
Das Kürzel „IM“ steht für Intelligence in Motion. Dahinter verbirgt sich kein Schnellschuss, sondern ein bereits 2020 gegründetes Joint Venture. Der Automobil-Gigant SAIC (zu dem auch MG gehört) hat sich hierfür mit dem Tech-Riesen Alibaba und der Investmentgesellschaft Zhangjiang Hi-Tech zusammengetan. Ziel war es, eine echte Luxusmarke zu erschaffen. Um die enormen Kosten für den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes in Europa zu sparen, werden die Fahrzeuge hierzulande clever unter dem etablierten Dach von MG Motor verkauft.

Design & Leistung: 751 PS treffen auf Allradlenkung
Optisch machen die beiden neuen Modelle keinen Hehl aus ihren Ambitionen. Die 4,93 Meter lange Fastback-Limousine IM5 wirkt mit ihrer flachen Frontpartie und dem durchgehenden Leuchtband am Heck sehr dynamisch. Dass hier Assoziationen zum Xiaomi SU7 oder dem Porsche Taycan geweckt werden, ist vom Hersteller sicherlich nicht unbeabsichtigt. Das minimal kürzere SUV-Coupé IM6 (4,90 Meter) setzt auf einen wuchtigeren Auftritt und bietet eine erhöhte Sitzposition.

Technisch schöpfen beide Fahrzeuge aus dem Vollen. In der Top-Ausstattung mit Allradantrieb (AWD) leisten die sogenannten „Hurricane-Motoren“ beachtliche 553 kW. Das entspricht 751 PS. Die Limousine sprintet damit in 3,2 Sekunden auf 100 km/h.

Um diese fünf Meter langen Schlachtschiffe im städtischen Alltag manövrierbar zu halten, vernetzt das sogenannte „Lizard Digital Chassis“ die adaptive Dämpfung mit einer serienmäßigen Hinterradlenkung. Damit schrumpft der Wendekreis auf rund 10 Meter, was in etwa dem Niveau eines Kleinwagens entspricht.
800-Volt-Architektur: Rasantes DC-Laden mit AC-Fragezeichen
Ein massiver Fortschritt gegenüber den bisherigen MG-Modellen ist der Wechsel auf eine 800-Volt-Ladearchitektur. Der 100-kWh-Akku nutzt eine NMC-Zellchemie (Nickel-Mangan-Kobalt), die in Kooperation mit CATL gefertigt wird. An einer passenden Schnellladesäule soll das System satte 396 kW in der Spitze ziehen können. Laut Hersteller ist eine Ladung von 10 auf 80 Prozent unter optimalen Bedingungen in nur 17 Minuten absolviert.

Ein technisches Fragezeichen steht jedoch noch hinter der heimischen AC-Ladeleistung. Während einige Quellen von einem 11-kW-Onboard-Charger ausgehen, finden sich in Datenbanken (etwa beim ADAC) Hinweise auf einen einphasigen 7-kW-Lader. Da man in Deutschland aufgrund der Schieflastverordnung einphasig in der Regel nur mit maximal 4,6 kW laden darf, würde sich die Ladezeit an einer handelsüblichen 11-kW-Wallbox damit deutlich in die Länge ziehen. Hier bleibt abzuwarten, welche Hardware final in den deutschen Auslieferungen steckt.
Innenraum: Ein digitales Loft ohne Tasten
Im Innenraum verabschiedet sich MG vollständig von klassischen Schaltern. Das Armaturenbrett wird von einem gewaltigen 26,3-Zoll-Panoramadisplay dominiert, das von einem 10,5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole ergänzt wird. Physische Tasten für die Klimatisierung oder Lautstärke sucht man vergebens, was eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordern dürfte.

Die Ausstattungsliste der Premium-Modelle fällt extrem lang aus: Unter anderem sind ein Audiosystem mit 20 Lautsprechern, ein großes Panorama-Glasdach und sehr bequeme „Cloud Seats“ (wahlweise Nappa- oder Semi-Anilin-Leder) mit Heizung und Belüftung serienmäßig an Bord.
Einschätzung: Der Service als Zünglein an der Waage
Mit einem Einstiegspreis von 53.990 Euro positioniert MG den IM5 durchaus selbstbewusst, liefert auf dem Papier aber auch extrem viel Technik. 800 Volt, ein 100-kWh-Akku und über 400 PS in der Basisversion sind eine klare Ansage an die etablierten Wettbewerber.
Trotz der starken Spezifikationen bleibt eine sachliche Einordnung wichtig. Knapp 60.000 Euro für die allradgetriebenen Topmodelle sind für eine Marke wie MG, die bisher eher als Budget-Anbieter wahrgenommen wird, sehr viel Geld. Bei Premium-Herstellern zahlen Kunden nicht nur für das Auto, sondern auch für das Erlebnis in der Vertragswerkstatt. Ob das aktuelle MG-Händlernetz in Deutschland die anspruchsvollen Kunden dieser Luxusklasse mit dem nötigen Premium-Service überzeugen kann, wird sich erst noch zeigen müssen.
Und was sagt ihr zu den neuen MG IM5 und IM6? Wie gefällt euch die Optik? Sind die Fahrzeuge für euch eine Überlegung wert, oder greift ihr in dieser Preisklasse bevorzugt zu etablierten Marken? Schreibt es uns in die Kommentare!
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Kommentare (1)