Exklusiv: Mova Atomform Palette 300 – Fotos & Videos des verrückten 12-Düsen-Druckers!
Bisher kannten wir den AtomForm Palette 300 nur von Render-Bildern. Folglich waren wir zugegebenermaßen skeptisch. Doch nun steht der Drucker mit seinem 12-Düsen-Revolver plötzlich auf einem Mova-Event leibhaftig vor uns. Dabei lüftet sich auch ein kleines Geheimnis: Denn dahinter steckt mit Atomform kein unbekanntes Startup, sondern die Tochterfirma der Robotik-Schmiede Mova (ehemals Dreame-Tochter). Wir haben uns den Mova Atomform samt seinem Multicolorsystem in Weinschrank-Optik live angesehen und ein kritisches Detail entdeckt.
- Mova Atomform Palette 300 3D-Drucker:
- demnächst auf Kickstarter für $999 (ca. 847€) – Spätere UVP: ca. 2.099€ (noch unbestätigt)
- Mova Atomform Palette 300 Combo (inkl. 1x RFID-6 System):
- demnächst auf Kickstarter für $1.299 (ca. 1.102€) – Spätere UVP: ca. 2.399€ (noch unbestätigt)
- Mova Atomform VIP-Set (Combo + 6 PLA-Spulen):
- demnächst auf Kickstarter für $1.429 (ca. 1212€)
- Mova Atomform Palette 300 Combo (inkl. 2x RFID-6 System):
- demnächst auf Kickstarter für $1.809 (ca. 1.535€)
Wir haben Mova für eine offizielle Bestätigung der regulären UVP angefragt. Auf Kickstarter ist zur Sicherung des Preises zudem eine 50 USD Anzahlung fällig.
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Technische Daten: Die absurden Specs des Mova Atomform
| Feature | Details |
| Bauraum | 300 x 300 x 300 mm |
| Druckkopf | Revolver-System („OmniElement“) mit 12 Düsen |
| Geschwindigkeit | 800 mm/s (realistisch eher 300 mm/s) |
| Temperaturen | bis 350°C (Düse) / 65°C (Bauraumheizung) |
| Multicolorsystem | RFID-6 (aktiv getrocknet bis 85°C, 6 Spulen) |
| Sensorik & KI | 53 Sensoren, 4 KI-Kameras (Echtzeit-Überwachung) |
Mova Atomform Palette 300: Der 12 Düsen-Revolver macht was her!
Der Name „Palette“ weckt zwar Assoziationen an das bekannte Mosaic-System, hat damit aber nichts zu tun. Stattdessen setzt Mova auf einen Revolver-Druckkopf. In diesem rotieren zwölf Düsen automatisch in die richtige Position und werden dann ins Hotend eingesetzt.
Erinnerungen an AnkerMake werden wach. Der Hersteller hatte mit der V6 Color Engine einst Großes vor und scheiterte kläglich. Dennoch beweisen unsere exklusiven Fotos und Videos vom Event nun das Gegenteil. Die Hardware ist echt und der Mova-Schriftzug prangt stolz auf dem Gehäuse. Technisch gesehen (hört bzw. schaut gerne mal in unseren gleichnamigen Podcast rein!) macht das erst einmal enorm viel Laune.
Vier KI-Kameras & 53 Sensoren: Ein Datenblatt voller Extreme
Neben dem rotierenden Druckkopf fährt Mova weitere schwere Geschütze auf. Demnach sollen ganze 53 smarte Sensoren den Druck überwachen. Zudem verbaut der Hersteller gleich vier KI-Kameras im Gehäuse. Dadurch verspricht das System eine Fehlererkennung in Echtzeit. Auch die automatische Kalibrierung soll so völlig reibungslos ablaufen. Obendrein wirbt das Marketing mit einer extremen Präzision von 0,02 Millimetern. Das soll durch eine spezielle Dual-Channel-Zuführung gelingen (dazu später mehr).
Folglich schluckt der Drucker angeblich bis zu 12 verschiedene Materialien in einem Druck. Dazu zählen neben normalem PLA auch anspruchsvolles Carbon oder weiches TPU. Schließlich rundet eine komplett eigene Software-Plattform das System ab. Zwar liest sich das erst einmal überragend. Dennoch muss die Praxis zeigen, ob all diese Sensoren und Kameras wirklich fehlerfrei zusammenspielen.
Vom Kickstarter-Traum zur echten Hardware
Unser Kollege Fabian konnte die ersten gedruckten Ausstellungsstücke vor Ort begutachten. Beispielsweise sieht ein mehrfarbig gedruckter V8-Motor ziemlich schick aus und lässt bei uns sicherlich Vorfreude aufkommen.
Auch der mehrfarbige Schmetterling im Video unter diesem Abschnitt glänzt durch eine saubere Farbseparierung. Allerdings fällt uns hier direkt ein Problem auf. Das Modell zeigte ein recht hohes Stringing (feine Fädenbildung). Zwar kann das an feuchtem Filament oder zu hohen Temperaturen liegen. Für heutige High-End-Drucker ist das in diesem Ausmaß dennoch eher untypisch. Folglich muss Mova hier softwareseitig noch nachbessern. Bei Anker erinnere ich mich ebenfalls an sehr schicke, aber „ausgefranste“ Modelle mit der damals gescheiterten V6-Multicolor-Engine.
RFID-6: Ein Weinschrank mit 2 PTFE-Schläuchen
Passend zum Drucker gibt es das RFID-6 System. Dabei handelt es sich um eine Box für sechs Spulen, die optisch stark an Ankers eingestampfte v6-Engine erinnert. Diese kann das Filament aktiv bei bis zu 85°C trocknen und fördern.
Spannend dabei: Mova wirbt mit einer Abfalleinsparung von 90 Prozent. Die in unserem Ursprungsartikel zum Palette 300 aufgeworfene Frage, ob 12 separate PTFE-Schläuche zum Druckkopf geführt werden müssen, können wir verneinen: Zwei Schläuche führen vom Filament-Schrank zum Drucker, wo sie per Kupplung auf einen einzigen PTFE-Schlauch hin zum Druckkopf geleitetet werden.
Das wiederum klingt nach recht viel Rückzugsweg des Filaments, womit dezidierte Toolhead-Changer hier geschwindigkeitstechnisch wahrscheinlich immernoch die Nase im Mehrfarbendruck vorne haben dürften. Dann jedoch dürfte das Müll-Problem teilweise bestehen bleiben und die Druckzeit beim Palette 300 steigen. Obendrein gibt es einen logischen Haken: Ein RFID-6 fasst nur sechs Spulen. Folglich braucht ihr für die volle Nutzung aller 12 Düsen gleich zwei dieser Einheiten – und das treibt den Preis.
Einschätzung: Ein extremer UVP-Schock
Das Konzept ist faszinierend und wir freuen uns, dass die Hardware wirklich existiert. Vor Ort wurde uns allerdings eine spätere reguläre UVP von 2.399 Euro für die Combo-Einheit genannt. Zwar bleiben die bekannten Kickstarter-Preise mit umgerechnet rund 1100€ für die Combo-Version vorerst bestehen. Dennoch zeigt die absurd hohe UVP, wie extrem selbstbewusst Mova sein Erstlingswerk positioniert. Bedenkt man zudem, dass man für das volle 12-Farb-Erlebnis im regulären Handel später noch ein zweites RFID-6 System bräuchte, könnte es regulär ganz schön teuer werden.
Hier wird ganz klar mit einem hohen Preis-Anker gearbeitet, um den Kickstarter-Preis attraktiver wirken zu lassen. Ein funktionierender 12-Düsen-Wechsler wäre zweifellos eine Revolution. Dennoch hat das Stringing am Schmetterling gezeigt, dass die Feinabstimmung noch fehlt. Somit bleibt unser Rat bestehen: Lasst euch nicht vom UVP-Mondpreis hetzen. Wartet echte Tests ab, bevor ihr euer Geld auf Kickstarter parkt.
Nun zu euch: Zieht das Argument „Jetzt günstig bei Kickstarter kaufen, bevor es über 2.000€ kostet“ bei euch? Oder seid ihr ebenfalls skeptisch?
Quelle(n):
- China-Gadgets Vor-Ort-Material (Mova-Event)
- AtomForm
- Kickstarter
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