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Mova S20 Pro Siebträgermaschine für 499€: Ein Sage Barista Express-Killer?

Wer Saugroboter herstellt, muss früher oder später auch Siebträgermaschinen machen – klar, so will es das Gesetz. Mova ist anscheinend aktuell im Begriff ähnlich wie Xiaomi ihr Produktportfolio ins Unermessliche zu erweitern und so präsentiert man mit der Mova S20 Pro auf den ersten Blick einen Gegner für die beliebte Sage Barista-Reihe. Oder gibt es einen Haken?

Mova S20 Pro Kaffeemaschine Espresso

Sieht aus wie eine Sage

Die MOVA S20 Pro ist ganz klar den beliebten Espressomaschinen von Sage nachempfunden, die mit der Barista Express (Ich habe sie selbst) wohl den Bestseller unter den Heimsiebträgermaschinen anbieten. Gebürstete Edelstahl-Optik und schwarze Akzente sorgen für einen schlichten, aber hochwertigen Look. Für den Preis darf man hier aber Kunststoff-Verarbeitung und keinen hochpolierten Edelstahl erwarten. Genau Abmessungen liefert der Hersteller noch nicht, aber sie dürfte ähnlich viel Platz wie die Sage Barista Express (40 x 31,8 x 35,1 cm) einnehmen.

Mova S20 Pro Design
Screenshot

Eine Besonderheit ist hier das integrierte Touch-Display, welches es so nicht bei der Barista Express, in anderer Form aber z.B. bei der Barista Touch gibt. Was diese Art von Maschinen besonders beliebt macht, ist, dass schon eine Kaffeemühle integriert ist. Dabei handelt es sich um ein Kegelmahlwerk mit 34 Stufen, wie groß der Durchmesser ist, wird aber verschwiegen. Darauf sitzt ein Bohnenbehälter mit 250 g Fassungsvermögen, der in meiner Erfahrung mit der Barista Express aber „überflüssig“ ist, da man den Espresso im besten Fall pro Shot manuell abwiegen sollte (=“Single Dosing“). Für Profis ist das aber in der Regel eher ein Nachteil, da die Mühle für den Kaffeegeschmack mindestens genauso entscheidend oder sogar noch wichtiger ist als die eigentliche Siebträgermaschine.

Auf der Oberseite befindet sich aber noch Stellfläche für Tassen, die erwärmt wird. Im Lieferumfang befindet sich neben der Kaffeemaschine der 58 mm Siebträger, ein passender Kaffeetamper (zum Stempeln des Kaffees), Filterkörbe, ein Dosiertrichter, ein Edelstahl-Milchkännchen zum Aufschäumen, ein Tassenuntersatz und eine Reinigungsnadel für die Dampflanze.

Spannendes „Dual Boiler“-Konzept

Die Mova S20 Pro verspricht einen „Dual Boiler“, also einen Doppelkessel, der in der Regel ein Merkmal für teurere Siebträgermaschinen wie die Sage Dual Boiler ist. Das hat den Vorteil, dass man gleichzeitig einen Espresso ziehen und Milch aufschäumen kann, was für Cafés z.B. unerlässlich ist. Beim genaueren Hinschauen entpuppt sich der Dual Boiler der Mova S20 Pro aber eher als doppelter Thermoblock. Der Thermoblock wird eher in günstigeren Maschinen, wie der Sage Barista Express, genutzt und erhitzt schnell, ermöglicht aber keinen simultanen Bezug von Wasser/Dampf und Kaffee. Der Thermoblock ermöglicht das schon, erst ein Test zeigt aber, wie gut die beiden Vibrationspumpen einen simultanen Bezug handhaben. Das Konzept kennen wir auch schon aus der HiBREW H13.

Mova S20 Pro Dual Boiler

Der Hersteller gibt den Temperaturbereich zwischen 85 °C und 96 °C an, was ausreichend hoch ist. Dabei ist eine Temperaturmessung sowie eine PID Temperatursteuerung integriert. Mein größtes Problem ist aber der 58 mm Siebträger, der mir ein Druck-Siebträger zu sein scheint. Das erkennt man oft schon an den Ausgüssen des Siebträgers, die hier keinen regulären Auslauf haben. Mit diesen Druck-Siebträgern („pressurized portafilter“) ist der Espressobezug eigentlich immer gelingsicher, da das Wasser hier durch einen doppelwandigen Filterkorb läuft und nur durch ein kleines Loch unten rausfließt. Das erzeugt künstlich Druck, damit die Crema gut aussieht, egal ob der Espresso eigentlich über- und unterextrahiert ist.

Mova S20 Pro Kaffeemaschine Bedienung

Ein Zeichen dafür ist auch, dass eben nur ein Filter-Set (für ein oder zwei Tassen) beiliegt. Bei meiner Sage Barista Express lagen z.B. zwei Filter-Sets bei, ein- und zweiwandig („pressurized“) für ein oder zwei Tassen. Wenn man wirklich lernen will, Espresso zuzubereiten, dann müsste man für diese Maschine noch einen alternativen 58 mm Siebträger mit entsprechenden Filterkörben kaufen.

Warum die Mova S20 Pro nichts für Kaffeeliebhaber ist

Und damit weiß man eigentlich schon genug über die Mova S20 Pro um sie nicht weiter beachten zu müssen. Mova versucht ein großes Ökosystem aufzubauen, sollte aber vorsichtig sein, keine schlechten ODM-Produkte wie hier von anderen Herstellern einzukaufen, die keinen Mehrwert bringen. Schaut man einfach mal auf Alibaba, sieht man wie viel ähnliche Maschinen man teils deutlich günstiger bekommen kann, wenn man wenig Ansprüche hat.

Für den Preis von 499€ UVP sollte man lieber direkt zur Sage Barista Express greifen, die eine riesige Community hat und manchmal günstiger zu bekommen ist. Auch die Ninja Luxe Café ist eine spannende Alternative, wenn man sich nicht mit der Zubereitung beschäftigen möchte, da diese deutlich automatisierter ist. Und wer ein eigenes kleines Setup bauen möchte und etwas moddem möchte, kann aus der DeLonghi Dedica Style oder sogar der HiBREW H13 ein schönes Setup mit Mühle und Zubehör für unter 500€ bauen. Die Mova S20 Pro sollte man definitiv nicht kaufen.

Quelle:

FAQ: Häufige Fragen zur Mova S20 Pro beantwortet

⚙️ Hat die Maschine einen echten Dual-Boiler?
Obwohl der Hersteller mit einem „Dual Boiler“ wirbt, handelt es sich beim genauen Hinsehen eher um einen doppelten Thermoblock. Dieser nutzt zwei Vibrationspumpen und ermöglicht zwar theoretisch das gleichzeitige Beziehen von Espresso und Milchschaum, ist aber nicht mit den massiven Kesseln teurerer Dual-Boiler-Maschinen zu vergleichen.

🫘 Welche Kaffeemühle ist in der Mova S20 Pro verbaut?
Die Maschine verfügt über ein integriertes Kegelmahlwerk mit 34 Stufen und einem Bohnenbehälter für 250 Gramm. Für Kaffeeprofis ist eine eingebaute Mühle allerdings oft ein Nachteil, da eine hochwertige externe Mühle für den Geschmack meist entscheidender ist und viele Kenner ohnehin lieber jede Portion einzeln abwiegen („Single Dosing“).

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Thorben

Mir haben es die China-Smartphones von Xiaomi, Huawei & Co angetan. Wenn ich kein Handy teste, pflege ich unseren Instagram-Kanal.

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Kommentare (1)

  • Profilbild von Humorist
    # 14.02.26 um 21:29

    Humorist

    mein 5,99€ Kaffee reicht mir völlig um meine morgendliche Müdigkeit zu KILLEN 🔫😲

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