News

Nothing Essential Apps: Wenn die KI deine App fürs Smartphone programmiert

Nothing hat den Startschuss für die Beta-Phase seiner „Essential Apps“ gegeben und wagt damit ein Experiment, das die Art und Weise, wie wir Smartphones nutzen, grundlegend verändern könnte. Die Idee hinter dem Konzept klingt fast schon futuristisch, denn anstatt im überfüllten Google Play Store nach der passenden Anwendung für ein ganz spezielles Nischen-Problem zu suchen, beschreibt der Nutzer seinem Handy einfach in natürlicher Sprache, was er benötigt.

Eine integrierte KI übernimmt daraufhin die Arbeit und generiert das passende Tool in Sekundenschnelle. CEO Carl Pei bezeichnet diesen Prozess als „Vibe Coding“. Doch stellt sich die Frage, ob dies wirklich die Zukunft der Smartphone-Nutzung ist oder am Ende doch nur ein weiteres KI-Gimmick bleibt.

nothing essential apps beitragbsild

Das Konzept: „Vibe Coding“ statt App-Store

Im Kern handelt es sich bei den „Essential Apps“ um KI-generierte Mini-Anwendungen oder interaktive Widgets, die direkt auf dem Homescreen leben. Über den sogenannten „Essential Apps Builder“ gibt der Nutzer einen Text-Prompt ein, wie beispielsweise die Bitte um einen Countdown für den nächsten Urlaub, der jeden Morgen die verbleibenden Tage anzeigt. Das System generiert daraufhin eine kleine, funktionale Anwendung. Die Philosophie dahinter zielt auf Hyper-Personalisierung ab. Diese Apps sollen genau einen einzigen Zweck erfüllen, den der Nutzer in diesem Moment benötigt, und dabei völlig frei von Werbung, Tracking oder verschachtelten Menüs sein.

nothing essential apps beispiel

Zwar gibt es bereits Ansätze wie zum Beispiel den Niagara Launcher, der Apps verstecken kann um Ablenkung zu reduzieren, doch Nothing geht einen Schritt weiter. Das Unternehmen versteckt Apps nicht nur, sondern ersetzt sie durch temporäre, zweckgebundene Tools. Eine ähnliche Richtung schlug bereits der Rabbit R1 ein, scheiterte jedoch an der Hardware-Umsetzung. Nothing integriert diesen Ansatz nun direkt in ein stabiles Android-System, was die Hürde für den Nutzer deutlich senkt.

Was die Beta aktuell leisten kann

Da es sich um eine sehr frühe Beta-Phase handelt, sind die Funktionen noch spürbar eingeschränkt und dienen eher als Spielwiese. Aktuell haben die generierten Apps hauptsächlich Zugriff auf drei Bereiche: den Standort, den Kalender (meist nur mit Lesezugriff) und die Kontakte. In der Praxis bedeutet das, dass Nutzer sich beispielsweise Widgets erstellen lassen können, die anzeigen, wann das nächste Formel-1-Rennen startet, einen simplen Wasser-Trinken-Reminder bauen oder einen schnellen Zugriff auf den Partner-Kontakt einrichten.

Auch kuriose Anwendungen wie das Widget „Big Eyes“, das einfach zwei Augen auf den Homescreen projiziert, sind möglich. Komplexere Zugriffe auf die Kamera, das Mikrofon, Bluetooth-Verbindungen oder tiefergehende System-Benachrichtigungen fehlen derzeit noch, sollen laut Nothing aber in späteren Updates folgen.

Kompatibilität und Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit ist momentan noch exklusiv an die neueste Hardware gekoppelt, da Nothing für die Generierung der Apps eine gewisse Rechenleistung voraussetzt. Aktuell ist die Beta daher primär auf dem Nothing Phone (3) verfügbar, da dessen Prozessor am besten für die KI-Aufgaben optimiert ist. Sobald die Funktion stabiler läuft, soll das Feature breiter ausgerollt werden. Dann sollen auch Nutzer des Nothing Phone (3a) und (3a) Pro sowie der Vorgänger-Generationen (Phone 2, 2a und CMF Phone) in den Genuss der „Essential Apps“ kommen. Besitzer des allerersten Nothing Phone (1) müssen sich hingegen wohl damit abfinden, leer auszugehen, da die Hardware-Anforderungen hierfür vermutlich zu hoch sind.

Kritik aus der Community

Trotz des innovativen Ansatzes gibt es bereits erste Kritik aus der Community und von Testern. Ein häufig genannter Punkt ist der Vorwurf, dass es sich bei den „Essential Apps“ lediglich um glorifizierte Widgets handelt. Kritiker merken an, dass die aktuellen Ergebnisse oft kaum mehr bieten als einfache Notizzettel oder Timer, die man auch mit herkömmlichen Bordmitteln längst nutzen könnte. Zudem gibt es Berichte über UI-Probleme, da die KI das Design übernimmt und es dabei gelegentlich zu abgeschnittenen Texten oder schlecht platzierten Buttons kommt.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Ressourcenverteilung bei Nothing. In Foren und auf Reddit äußern Nutzer ihren Unmut darüber, dass das Unternehmen Zeit in solche KI-Spielereien investiert, anstatt die Basis-Apps wie den Dialer, die Galerie oder die Notizen-App zu perfektionieren, die im Alltag für viele wichtiger sind. Nichtsdestotrotz traut sich Nothing hier an etwas heran, das Apple und Google bisher ignorieren: Den Nutzer selbst zum Creator zu machen. Und das finde ich echt spannend, oder was meint ihr?

a13e314f3107480ea13a6781f048c520

Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Profilbild von Fred

Fred

Ganz schön smart: Alles was mit Uhren und Handys zu tun hat, fällt in mein Revier. Und Gadgets natürlich. Gadgets gehen immer!

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (3)

  • Profilbild von senfbrot
    # 11.02.26 um 16:16

    senfbrot

    die Idee finde ich super und beachtlich dass hier noch kein anderer Hersteller das kommuniziert hat. inzwischen lassen sich in der Tat mit diversen KIs eigene Prozesse auf dem Rechner in für Laien leicht verständlicher Sprache aufsetzen. bin gespannt wie man das in der Praxis umsetzt

  • Profilbild von topsrek
    # 11.02.26 um 16:08

    topsrek

    wird auf jeden Fall kommen.mit tools wie openclaw und den aktuellen modellen (codex 5.3! und claude 4.6) sind auch komplexere one-shot apps als ein Timer möglich

  • Profilbild von Peter
    # 11.02.26 um 15:11

    Peter

    produziert diese KI eine fertige apk-Datei?

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen. Halte dich für ein wertschätzendes Miteinander an unsere Community-Guidelines.