Nothing Phone (4b): Finger weg vom neuen 329€-Handy?
Nothing macht sein Smartphone-Line-up noch unübersichtlicher. Mit dem neuen Nothing Phone (4b) führt der Hersteller erstmals eine vierte Smartphone-Reihe ein, die sich zwischen der günstigen CMF-Serie und den ebenfalls günstigen Phone-(4a)-Modellen einordnet. Die Frage ist: Wer braucht das?
- Nothing Phone (4b)
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| Display | 6,77″ Samsung Super AMOLED, 2344 × 1080 Pixel (381 PPI), adaptive 120 Hz, bis zu 2.000 Nits Peak-Helligkeit, HDR10+ |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 6 Gen 4 (4 nm TSMC), Octa-Core bis 2,3 GHz |
| Grafikchip | Qualcomm Adreno 810 |
| Kamera | Hauptkamera: 50 MP (Samsung), ƒ/1.8, OIS & EIS, PDAF Ultraweitwinkel: 8 MP, ƒ/2.2, 119,5° Sichtfeld |
| Frontkamera | 16 MP (Samsung), ƒ/2.4 |
| Speicher | 128 oder 256 GB UFS 2.2 (nicht erweiterbar) |
| Arbeitsspeicher | 8 GB LPDDR4X |
| Akku | 5.200 mAh (Europa), 33 W Fast Charging, 7,5 W Reverse Charging (kabelgebunden) |
| Features | Glyph Bar (45 Mini-LEDs), IP64, optischer Fingerabdrucksensor im Display, Stereo-Lautsprecher, Essential AI, Vapor Chamber, Dual Video Capture |
| Konnektivität | Dual-SIM (eSIM nur in Japan), 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 6.0, NFC, GPS, USB-C |
| Betriebssystem | Nothing OS 4.1 (Android 16), 3 Android-Updates & 6 Jahre Sicherheitspatches |
| Abmessungen / Gewicht | 164,4 × 78,2 × 8,6 mm / 210 g |
| Farben | Schwarz, Weiß, Blau |
Inhalt
Neue „b“-Serie schließt die Lücke zwischen CMF und Phone (4a)
Mit dem Phone (4b) führt Nothing erstmals eine eigenständige „b“-Serie ein. Sie richtet sich laut Hersteller vor allem an jüngere Nutzer und soll den günstigsten Einstieg in die Smartphone-Welt von Nothing ermöglichen. Das Konzept: möglichst viele der bekannten Nothing-Features zu einem attraktiveren Preis.
Interessant ist allerdings weniger das Gerät selbst als seine Position im Portfolio. Bereits heute bietet Nothing die regulären Phone-Modelle, die günstigeren Phone-(4a)-Smartphones und zusätzlich die günstige CMF-Reihe an. Mit der neuen „b“-Serie kommt nun eine vierte Produktfamilie hinzu – und die macht die Modellpalette nicht unbedingt leichter verständlich.
Hinzu kommt, dass Nothing bereits im Vorfeld erklärt hatte, dass es aufgrund der anhaltenden Speicherkrise in diesem Jahr kein neues CMF Phone geben wird. Genau hier fügt sich das Phone (4b) erstaunlich gut ein. Die Vermutung liegt nahe, dass das Gerät ursprünglich als neues CMF Phone geplant war, aufgrund der gestiegenen Speicherpreise am Ende aber zu teuer für die Budget-Marke geworden wäre. Eine Bestätigung dafür gibt es zwar nicht, die Parallelen sind jedoch kaum zu übersehen. Das Phone (4b) schließt schließlich genau die Lücke, die ein neues CMF Phone normalerweise besetzt hätte.
Bekanntes Nothing-Design – aber als Mischung aus zwei Smartphones
Optisch bleibt Nothing seiner Designsprache treu. Das Phone (4b) kombiniert laut Hersteller zwei der markantesten Elemente der Phone-(4a)-Serie: Das Unibody-Gehäuse stammt vom Phone (4a) Pro, während die erstmals beim Phone (4a) eingeführte Glyph Bar ebenfalls mit an Bord ist.
Das transparente Kameramodul geht in das Plastik-Gehäuse über, eine mehrschichtige Beschichtung soll Fingerabdrücke reduzieren. Erhältlich ist das Smartphone in Schwarz, Weiß und Blau. Mit einer IP64-Zertifizierung sowie einer höheren Biegefestigkeit gegenüber früheren Modellen soll das Gerät außerdem robuster geworden sein.
Auch die Glyph Bar wurde weiterentwickelt. Statt einer klassischen LED-Leiste sitzen nun 45 Mini-LEDs in einem transparenten Kameramodul. Sie informieren beispielsweise über eingehende Benachrichtigungen, den Ladefortschritt, Timer oder den Status einer laufenden Videoaufnahme.
Snapdragon 6 Gen 4 trifft auf den größten Nothing-Akku
Im Inneren arbeitet Qualcomms Snapdragon 6 Gen 4, der im 4-nm-Verfahren gefertigt wird und etwas schwächer auf der Brust ist, als der Snapdragon 7s Gen 4 im (4a). Zusammen mit Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16 soll der Prozessor für flüssige Alltagsleistung, kurze App-Startzeiten und genügend Reserven für Gaming sorgen.
Ein kleines Highlight ist der Akku. Zwar hatten frühe Leaks noch von 6.000 mAh gesprochen, diese Kapazität bleibt allerdings der indischen Version vorbehalten. In Europa verbaut Nothing einen 5.200-mAh-Akku – und trotzdem ist es der größte Akku, den der Hersteller bislang in einem Smartphone außerhalb Indiens eingesetzt hat. Geladen wird mit bis zu 33 Watt. Nach rund 27 Minuten sollen bereits 50 Prozent erreicht sein, eine vollständige Ladung dauert etwa 80 Minuten.
AMOLED-Display und solide Kamera
Auf der Vorderseite sitzt ein 6,77 Zoll großes AMOLED-Display mit adaptiver 120-Hz-Bildwiederholrate und einer Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits. Damit dürfte das Display auch im Freien gut ablesbar bleiben. Stereo-Lautsprecher und ein im Display integrierter Fingerabdrucksensor runden die Ausstattung ab.
Bei der Kamera setzt Nothing auf eine 50-MP-Hauptkamera von Samsung mit optischer und elektronischer Bildstabilisierung sowie eine 8-MP-Ultraweitwinkelkamera. Für Selfies steht eine 16-MP-Frontkamera bereit. Da hat sogar das CMF Phone 2 Pro mehr drauf – hier bekommt man noch eine Telekamera spendiert.
Einschätzung: Braucht es das wirklich?
Technisch ist das Nothing Phone (4b) solide bis überflüssig. Snapdragon 6 Gen 4, ein helles 120-Hz-AMOLED-Display und eine stabilisierte 50-MP-Kamera sind okay, aber auch kein Highlight. Die Variante mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher kostet 329 Euro.
Gleichzeitig bleibt aber die Frage, ob Nothing seinem eigenen Smartphone-Angebot damit wirklich einen Gefallen tut. Neben den regulären Phone-Modellen, der Phone-(4a)-Serie und CMF kommt nun eine weitere Produktlinie hinzu, deren Positionierung sich nicht sofort erschließt. Dass es 2026 kein neues CMF Phone gibt, macht den Eindruck nur noch stärker: Das Phone (4b) wirkt wie genau das Smartphone, das eigentlich unter dem CMF-Logo hätte erscheinen können – nun aber als neuer Baustein in einem Portfolio, das zunehmend erklärungsbedürftig wird. Unserer Meinung nach braucht man dieses Smartphone nicht. Dafür setzt das Smartphone zu wenig neue Impulse im aktuellen Nothing-Lineup. Ein Testsample haben wir abgelehnt.
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