Das Ende einer Ära? Warum ihr die neue OnePlus Watch 4 nur über Umwege bekommt
Die OnePlus Watch 4 wurde veröffentlicht und will mit einem edlen Gehäuse aus Titan die Smartwatch-Krone erobern. Auf den ersten Blick bekommt man hier ein hochwertiges Gadget an die Hand, das bei Displayhelligkeit und Robustheit noch mal ordentlich nachlegt. Schaut man sich das Datenblatt jedoch genauer an, merkt man recht schnell, dass sich unter der Haube kaum etwas getan hat.
- OnePlus Watch 4
- bei AliExpress für 254€ (Gutschein: DEBB25)
Inhalt
Verfügbarkeit in Deutschland: OnePlus weicht für OPPO
Bevor wir in die Technik eintauchen, müssen wir kurz über die Situation hierzulande sprechen. Es scheint aktuell stark so, als wäre OnePlus in Zukunft in Deutschland Geschichte. Die Uhr ist bei uns bisher nicht offiziell erschienen, dafür rückt aber die quasi baugleiche OPPO Watch X3 in den Fokus. Man geht aktuell stark davon aus, dass OPPO nun als Mutterunternehmen alleine auf dem deutschen Markt auftreten wird.
Das erklären auch die vielen Abgänge von europäischen OnePlus-Mitarbeitern in letzter Zeit, welche teils direkt zu OPPO gewechselt sind. Wer trotzdem das OnePlus-Logo auf dem Handgelenk tragen will, bekommt die globale Version der Smartwatch aber immerhin bei AliExpress mit Versand aus Deutschland.
All-Titan-Design und extrem helles LTPO OLED
Beim Gehäusematerial wagt man dann doch einen Sprung und setzt auf ein komplettes All-Titan-Gehäuse (Watch 3: Edelstahl mit Titan-Lünette), welches durch robustes Saphirglas geschützt wird. Erhältlich ist das gute Stück in den Farbvarianten Midnight Titanium mit einem Fluororubber-Armband und Evergreen Titanium mit einem Mix-Fluororubber-Armband. Durch das neue Material wird die Uhr spürbar schlanker und leichter. Mit Maßen von 47,4 x 47,4 x 11,0 mm ist sie dünner als der Vorgänger (Watch 3: 11,75 mm) und bringt ohne Armband nur noch 43 Gramm (Watch 3: 49,7 g) auf die Waage, während es mit Armband rund 68 Gramm (Watch 3: 81 g) sind.
Auf der Front sitzt ein 1,5 Zoll großes LTPO OLED-Display mit einer Auflösung von 466 x 466 Pixeln und einer Pixeldichte von 310 PPI. Hier hat man ordentlich an der Helligkeitsschraube gedreht. Während man im Standard bei 600 nits und bei viel Umgebungslicht bei 1.500 nits landet, pumpt das Panel im Sportmodus bei starkem Sonnenlicht stolze 3.000 nits Spitzenhelligkeit (Watch 3: 2.200 nits) heraus. Das ist schon enorm praktisch für die Ablesbarkeit im Freien.
IP69-Zertifizierung macht die Uhr noch robuster
Auch bei der Widerstandsfähigkeit gibt es durchaus ein kleines Upgrade zu verzeichnen. Neben der bekannten 5ATM Wasserdichtigkeit und dem MIL-STD-810H Militärstandard gesellt sich nun auch eine IP69-Zertifizierung zu der ohnehin schon vorhandenen IP68-Schutzklasse (Watch 3: IP68). Das bedeutet ganz konkret, dass die Smartwatch jetzt auch gegen Hochdruck- und Heißwasserstrahlen geschützt ist und zudem komplett korrosionsbeständig gegen Meerwasser sein soll.
Hardware und Akku bleiben auf dem Stand des Vorgängers
Im Inneren steckt dann aber leider genau die gleiche Technik, die wir vom Vorgänger bereits kennen. Beim Prozessor setzt man weiterhin auf die Dual-Engine Architecture bestehend aus dem Snapdragon W5 und dem BES2800 Co-Prozessor. Auch der Speicherplatz bleibt mit 2 GB RAM und 32 GB internem Speicher komplett unverändert. Das ist an sich keine schlechte Kombination und gehört durchaus noch zu den besten auf dem Markt, aber mit dem Snapdragon Wear Elite werden die kommenden Monate Modelle mit mehr Leistung kommen.
Auch beim Akku bleibt alles beim Alten. Dieser fasst weiterhin 646 mAh und soll im Smart-Modus bis zu 5 Tage durchhalten, während man bei intensiver Nutzung auf eher knappe 3 Tage kommt. Wer auf viele Features verzichtet, kann im Energiesparmodus bis zu 16 Tage Laufzeit herauskitzeln. Aufgeladen wird weiterhin über das beiliegende USB-C Kabel und die Ladebasis in rund 75 Minuten mit eher gemächlichen 7,5 Watt. An Funkstandards stehen Bluetooth 5.2, Wi-Fi im 2.4 und 5 GHz Netz sowie ein präzises Dual-Band GNSS (L1+L5) zur Verfügung, welches Satellitensysteme wie GPS, Galileo und GLONASS unterstützt. Auch NFC für mobiles Bezahlen via Google Wallet ist an Bord, eine eSIM-Variante sucht man jedoch weiterhin vergeblich.
Wear OS 6.0 trifft auf Google Gemini und Sturzerkennung
Als Betriebssystem kommt OxygenOS Watch 8 basierend auf Wear OS 6.0 zum Einsatz. Die größte Neuerung hierbei ist sicherlich die direkte Integration des Sprachassistenten Google Gemini. Nutzer können nun per Sprachbefehl komplexe KI-Aufgaben direkt am Handgelenk erledigen, was im Alltag durchaus sinnvoll sein kann.
Im Bereich Gesundheit und Fitness bietet man über 100 Sportmodi inklusive automatischer Erkennung für sechs Sportarten. Neben den gängigen Messungen von Puls, Sauerstoffsättigung (SpO2) und Hauttemperatur greift das System auf einen Beschleunigungssensor, ein Gyroskop sowie geomagnetische, Licht- und Luftdrucksensoren zurück. Neu dabei sind jedoch eine Sturzerkennung (Watch 3: nicht vorhanden) für Notfälle und ein integrierter Pace-Assistent, der Läufer in Echtzeit anleitet. Auch der 60-Sekunden-Gesundheitscheck ist wieder dabei, welcher je nach regionaler Zertifizierung nun auch EKG-Funktionen unterstützen soll.
Solides Update oder Stillstand?
Die OnePlus Watch 4 ist eigentlich nur ein kleines Update im neuen Gewand. Klar, das Titan-Gehäuse ist schick, das deutlich hellere Display bringt im Sommer echte Vorteile und Software-Features wie Google Gemini oder die neue Sturzerkennung sind sicherlich praktisch. Aber unter der Haube hat sich schlichtweg nichts getan, denn Prozessor, Akku und die generelle Hardwarebasis bleiben quasi gleich. Da auch der offizielle Release in Deutschland mittlerweile unwahrscheinlich ist und OPPO hier das Ruder übernimmt, ist das Modell vermutlich nur noch für Fans der Marke interessant, die bereit sind, über AliExpress zu importieren.
Hier geht's zum GadgetWenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.





Kommentar schreiben