News

OpenAI denkt Smartphones komplett neu – und genau das macht Apple und Google nervös

openai_phone_mediatek

Die Smartphone-Welt wirkt aktuell ein bisschen festgefahren. Jedes Jahr etwas hellere Displays, etwas bessere Kameras, etwas schnellere Chips. Selbst die große KI-Welle der letzten Monate bestand am Ende oft nur aus neuen Schreibassistenten, Bildgeneratoren oder ein paar cleveren Sprachbefehlen. Genau deshalb könnte ausgerechnet OpenAI plötzlich zum gefährlichsten Gegenspieler für Apple, Google und Samsung werden. Es gibt neue Leaks zum KI-Smartphone. Und diesmal geht es offenbar nicht einfach nur um ein Android-Handy mit vorinstallierter KI-App. OpenAI scheint deutlich größer zu denken. Viel größer.

Das eigentliche Ziel: Das Ende der klassischen Apps?

Der spannendste Punkt am Leak ist nicht der Prozessor. Nicht das Design. Nicht einmal der angebliche Release-Termin. Sondern die grundlegende Idee hinter dem Gerät. OpenAI will offenbar weg vom klassischen App-Modell. Statt dutzende einzelne Apps manuell zu öffnen, soll ein zentraler KI-Agent Aufgaben eigenständig übernehmen. Essen bestellen, Reisen planen, Termine koordinieren, Nachrichten beantworten oder Informationen zusammensuchen – alles über eine einzige KI-Oberfläche.

gemini  intelligence

Im Prinzip verfolgt OpenAI damit eine deutlich radikalere Version dessen, was Google gerade mit Gemini Intelligence unter Android 17 vorgestellt hat. Der Unterschied: Google behält das bestehende App-System als Sicherheitsnetz bei. OpenAI scheint dieses Netz dagegen teilweise abschneiden zu wollen. Das wäre ein ziemlich gewagter Schritt. Denn Apps sind seit fast zwei Jahrzehnten das Fundament moderner Smartphones. Genau deshalb wirkt das Ganze gleichzeitig faszinierend und riskant.

Jony Ive: OpenAI holt sich Apples wichtigsten Designer

Besonders spannend wird das Projekt durch einen Namen: Jony Ive. Der ehemalige Apple-Chefdesigner war maßgeblich für Produkte wie das iPhone, den iPod oder das MacBook verantwortlich. Und jetzt soll er das neue KI-Smartphone für OpenAI bauen. Damit hat man definitiv ein Schwergewicht in Sachen Design-Know-how an Bord.

open ai jony yve
Jony Yve (links) und OpenAI CEO Sam Altman (rechts)

Und genau da könnte es für Apple unangenehm werden. Sollte OpenAI tatsächlich ein Gerät entwickeln, das KI nicht nur integriert, sondern komplett ins Zentrum stellt, könnte das deutlich innovativer wirken als die aktuell eher vorsichtigen KI-Ansätze vieler etablierter Hersteller.

MediaTek statt Qualcomm? Das wäre eine kleine Überraschung

Auch technisch wirkt das Projekt ungewöhnlich ambitioniert. Laut Analyst Ming-Chi Kuo soll OpenAI bei der Chipentwicklung eng mit MediaTek zusammenarbeiten. Im Gespräch ist ein speziell angepasster High-End-Chip auf Basis eines zukünftigen Dimensity-SoCs mit 2-Nanometer-Fertigung von TSMC. Besonders interessant klingt dabei das angebliche Dual-NPU-Design. Vereinfacht gesagt sollen zwei getrennte KI-Einheiten parallel unterschiedliche Aufgaben übernehmen, etwa Sprachverarbeitung und visuelle Analyse.

mediatek

Das ergibt durchaus Sinn. Wenn ein Smartphone dauerhaft im Hintergrund KI-Agenten ausführt, steigt die Belastung massiv. Genau deshalb sprechen die Leaks auch von sehr schnellem LPDDR6-RAM, UFS-5.0-Speicher und speziell optimierten ISP-Komponenten für permanente Umgebungsanalyse.

Klingt futuristisch. Gleichzeitig aber auch ein bisschen unheimlich.

Genau hier beginnen die Probleme Denn je smarter diese Geräte werden, desto größer werden automatisch auch die Datenschutz- und Sicherheitsfragen. Die Vision hinter solchen KI-Agenten funktioniert nur, wenn das System extrem viele persönliche Daten versteht und verknüpft. E-Mails, Fotos, Kalender, Standortdaten, Kamera-Informationen, Spracheingaben oder Browserdaten müssten dauerhaft analysiert werden.

Google kämpft mit genau denselben Problemen bei Gemini Intelligence unter Android 17. Dort soll die KI künftig ebenfalls selbstständig Apps bedienen, Webseiten analysieren und komplexe Aufgabenketten übernehmen. OpenAI würde diesen Ansatz aber offenbar noch deutlich aggressiver verfolgen. Die große Herausforderung wird deshalb Vertrauen. Nutzer müssen akzeptieren, dass eine KI nicht nur antwortet, sondern aktiv handelt. Und genau da dürften viele Menschen skeptisch werden. Zuletzt zeigte bereits OpenClaw, dass es gefährlich sein kann einer KI Zugriff auf sensible Daten zu geben.

Wird das wirklich ein Smartphone ohne Apps?

Ganz ehrlich: Wahrscheinlich nicht komplett. Viele aktuelle Schlagzeilen sprechen bereits vom „app-losen Smartphone“. Das wirkt aktuell aber eher wie Marketing-Sprache, nicht wie ein realistisches Endprodukt. Wahrscheinlicher ist ein hybrider Ansatz, bei dem klassische Apps im Hintergrund weiterhin existieren, der Nutzer sie aber immer seltener direkt selbst öffnet.

openai applos
Vision von Ming-Chi Kuo

Und genau das passiert eigentlich schon heute. Google baut Android mit Gemini immer stärker zum KI-Agenten um. Die Deutsche Telekom versucht mit dem T Phone 3 bereits ein günstiges KI-Phone-Konzept inklusive Perplexity-Integration umzusetzen. Samsung integriert Galaxy AI immer tiefer ins System. OpenAI könnte diese Entwicklung jetzt einfach nur konsequent auf die Spitze treiben.

OpenAI steht unter Zeitdruck

Für Google ist KI mittlerweile ein großer Teil des Geschäftsmodells. Android 17 zeigt ziemlich deutlich, wohin die Reise geht. Google transformiert Android gerade Schritt für Schritt zu einer KI-Plattform. Apple wirkt dagegen bislang deutlich vorsichtiger. Genau deshalb könnte ein erfolgreiches OpenAI-Gerät besonders im Premium-Segment Druck erzeugen. Vor allem dann, wenn OpenAI es schafft, ChatGPT ähnlich eng mit Hardware zu verzahnen. Das iPhone und Apple sind da das perfekte Beispiel eines bindenden Ökosystems.

Und dann wäre da noch die enorme Markenbekanntheit von ChatGPT selbst. Laut aktuellen Schätzungen nutzen inzwischen hunderte Millionen Menschen den Dienst regelmäßig. Diese Ausgangslage hatte kaum ein neuer Hardware-Hersteller jemals zuvor. Aber aktuell bleibt vieles noch Spekulation.

Die Frage bleibt auch, wann das Smartphone von OpenAI wirklich auf den Markt kommen soll. Laut Gerüchten könnte das Handy 2027 oder aber auch erst 2028 erscheinen. Je länger es dauert, desto eher hat sich die Konkurrenz schon etabliert. Google hat gerade vorgelegt und Apple will im Juni bei seiner Entwicklerkonferenz auch das große KI-Feuerwerk zünden. Mal wieder. Jetzt geht es darum, wer am schnellsten ein funktionierendes Setup bestehend aus Hardware und Software liefern kann, an das Kunden sich frühzeitig binden wollen. Und vielleicht kommt OpenAI da auch inzwischen einfach zu spät.

Quellen:

52ff537216404c99a49d968a13645091

Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Profilbild von Fred

Fred

Ganz schön smart: Alles was mit Uhren und Handys zu tun hat, fällt in mein Revier. Und Gadgets natürlich. Gadgets gehen immer!

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (16)

  • Profilbild von Max Mustermann
    0 # 21.05.26 um 15:02

    Max Mustermann

    Wie kommt ihr darauf zu behaupten das Apple und Google nervös sind deswegen?

    Die eine Hälfte der Leute scheren sich einen dreck um KI und die andere ist genervt davon.

    • Profilbild von Meine Meinung
      0 # 21.05.26 um 20:04

      Meine Meinung

      Genau so hat Nokia als weltweiter Marktführer im Handy-Kosmos vor 15 Jahren auch gedacht. Moment, wo sind die heute? Ahja….

    • Profilbild von elconte
      0 # 21.05.26 um 20:07

      elconte

      Würde mich auch interessieren, woher CG diese Info hat.

      • Profilbild von Max Pain
        0 # 23.05.26 um 17:47

        Max Pain

        @elconte: Würde mich auch interessieren, woher CG diese Info hat.

        Also die Frage ist berechtigt. Woher weiß CG, dass die Firmen nervös sind?

        • Profilbild von Meine Meinung
          0 # 24.05.26 um 08:02

          Meine Meinung

          Als das Internet neu war, meinten auch viele das wird nichts werden. Viele Firmen bzw. deren Geschäftsmodelle wurden pulverisiert und viele gibt es nicht mehr.
          Gleiches mit der Cloud und Abo Modellen. Sagten auch viele das wird niemals was.

          Sind Google und Apple nervös? Ich weiß es nicht, aber wenn nicht und ohne Plan stehen sie bald vor größeren Problem.

          Das dauert keine 5 Jahre mehr und KI ist mit Agenten so da, wie das Internet und die Cloud es heute schon sind.

    • Profilbild von Meine Meinung
      0 # 21.05.26 um 21:10

      Meine Meinung

      So haben die Nokia Manager vor 15 Jahren als Weltmarktführer auch gedacht so wie auch VW. Was daraus geworden ist, sollten die meisten kennen.

    • Profilbild von Tobias1
      0 # 21.05.26 um 22:25

      Tobias1

      ok, vieles ist noch nicht ganz ausgereift, aber sowohl privat als auch beruflich nutze ich mittlerweile einige KI-Anwendungen und kann damit Dinge umsetzen, für die ich sonst nie die Zeit gefunden hätte.

      Das apple und google angst hätten ist sicherlich quatsch, vom Smartphone ohne apps sind wir weit entfernt, aber deine 50/50 Einschätzung teile ich nicht, gibt mehr als nur chatgpt

    • Profilbild von Peter2
      0 # 22.05.26 um 06:00

      Peter2

      irgendne reißerische headline müssen sie sich ja ausdenken clicks 😴

    • Profilbild von Matze_
      0 # 22.05.26 um 08:17

      Matze_

      Genau das meine ich auch!
      KI habe ich noch nie genutzt,selbst Gemini habe ich auf meinem Androiden aufgesperrt, ich werde auch in Zukunft keinen Verblödungs-Service wie bspw ChatGPT nutzen.

      Das Handy "ohne Apps" hätte dann zweifelsohne nur den einen Sinn, nämlich den Kunden zu 100% von KI aushorchen zu lassen.

      Müsste man wollen.

      • Profilbild von Peter2
        0 # 22.05.26 um 09:01

        Peter2

        OK bro dann lass dich weiterhin mit Apps von den Chinesen aushorchen 🤷

        • Profilbild von Matze_
          0 # 23.05.26 um 08:50

          Matze_

          was ich mich ja Frage, wie kommt der Kumpel auf die Idee, ich täte chinesische Apps nutzen.

          das hat der kleine Peter sicher in seiner chinesischen Kristallkugel gelesen. Tja, man weiß ja nicht.

    • Profilbild von Sunshinerene
      0 # 22.05.26 um 14:01

      Sunshinerene

      Genervt sind nur die davon, die damit nicht umgehen können. Wer bei KI dumme Fragen stellt, bekommt eben auch dumme Antworten. 😎 Der Ansatz ohne Apps ist nicht falsch. Braucht man sowieso die meisten Apps im Store nicht. Von fehlender Qualität vieler Apps ganz zu schweigen. Auch eine Toilette ohne Klopapier kannst nutzen, musst nur n bissl flexibel sein. 😉😎

      • Profilbild von Matze_
        0 # 23.05.26 um 08:54

        Matze_

        Da liegt dein Karren schon im Dreck.

        Ich bin weder von KI genervt, noch nutze ich sie, noch Stelle ich ihr dumme Fragen. Das eine schließt das andere eben aus.

        Gott sein Dank hast du uns Hoffnung gemacht, falls ich denn mal auf einer Keramik ohne Papier landen sollte.

        • Profilbild von Tobias1
          0 # 23.05.26 um 20:57

          Tobias1

          keine Ahnung was du in deinem Leben so machst… aber KI strikt verweigern wird dir auf kurz oder lang möglicherweise auf die Füße fallen…

          KI ist mehr als Sprachmodelle und auch die zu Bedienen ist wesentlich komplexer als du annimmst (nur weil das viele noch nicht können, heißt das nicht das es nicht sinnvoll eingesetzt werden kann). Verblöden tun dabei auch nur diejenigen die die Eigenheiten und Limitierungen nicht verstehen.

  • Profilbild von Otakufrank
    0 # 21.05.26 um 17:56

    Otakufrank

    Die Zukunft von Android sieht ja echt mies aus. Jeder will seinen KI Mist da unterbringen.
    Android ohne Apps ist wie eine Toilette ohne Kloopapier.Wer will denn sowas ?

  • Profilbild von Tingatong
    0 # 28.05.26 um 11:16

    Tingatong

    Was ist eigentlich los mit euch? Steht die Insolvenz bevor und ihr braucht neue Jobs und hofft, dass die BILD so auf euch aufmerksam wird?

    Eure Tite werden immer seltsamer. So viele angebliche Flagship-Killer gab es schon und bisher wurde noch kein einziges Flagship gekillt. Die bekannten Marken produzieren immer noch ihre Top-Geräte und einige haben ihre Umsätze sogar stark gesteigert und das obwohl es so viele Killer gibt. Keine Tote.

    Dann unterstellt ihr Google würde sich bei Nothing etwas abschauen/klauen von Ideen. Da gab es auch nur euch mit diesen Anschuldigungen. War so oder so, etwas dumm… Haben andere Firmen das nicht schon lange vor Nothing gehabt. Ihr habt die Tatsache unterschlagen, dass Google das nicht unbedingt für Smartphones plant. Vielmehr für das neue Betriebssystem und die Hersteller wären für Laptops dann ja nicht Google, eher Lenovo, HP und andere.

    Nun haben Google und Apple angeblich das große Zittern. Woher habt ihr diese Info? Nennt bitte eine Quelle.

    Oder versucht es wenigstens sinnvoll zu begründen. Euch sollte eigentlich bewusst sein, viele Menschen achten auf ihre Daten, einige tragen davon sogar Alu-Hüte und nun soll da eine KI wirklich alles wissen und machen? Eine KI kann nicht ohne Daten arbeiten. Bei Google und Apple kann man wenigstens Berechtigungen erteilen oder entziehen. Hier würde dann ja vieles nicht funktionieren. So etwas soll das Interesse wecken?
    Die nächste Frage wäre auch, wo wollen die so etwas verkaufen? In der EU würden Datenschützer sofort Sturm laufen und auch ohne die, ich habe da wirklich Bedenken, dass so etwas überhaupt von der EU und den Datenschutzgesetzen durchgewunken wird.
    Man sieht es doch sogar hier in den Kommentaren, auf so etwas hat fast keiner Bock.

    Was kommt als nächstes? Menschen die vom Gericht einen Betreuer gestellt bekommen. Das könnte ja auch eine KI erledigen.

    Würde mich wirklich mehr Sachlichkeit wünschen. Wir haben Sommer, nun sind wieder überall Märkte und Volksfeste. Wenn man sonderbare Aussagen über die Zukunft will, da sitzen auch welche mit ihren Glaskugeln.
    Natürlich kann man spekulieren, man sollte aber nicht einfach etwas behaupten ohne Quellen zu liefern. Hauptsache der Artikel wird geklickt.

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen. Halte dich für ein wertschätzendes Miteinander an unsere Community-Guidelines.