Revopoint Miraco: Must-Have fürs 3D-Scannen zuhause?

Mal eben schnell von unterwegs ohne Rechner oder Smartphone ein defektes Ersatzteil für Omas Kaffeemaschine scannen und als STL-Datei an euren 3D-Drucker senden? Kein Ding mit dem Revopoint Miraco 3D-Scanner, der euch als All-in-One 3D-Scanner für große und kleine Objekte beglückt. Was hat Revopoints neuester 3D-Scanner drauf?

revopoint miraco Aufmacher e1701697289463

Technisches: Pro-Version mit 32 GB RAM

Revopoint MiracoRevopoint Miraco Pro
LichtquelleInfrarot-StrukturlichtInfrarot-Strukturlicht
Einzelbildgenauigkeit0,05 mm0,05 mm
Einzelerfassungsbereichmin. 28 x 53 bei 100 mm | max. 975 x 775 bei 1000mmmin. 28 x 53 bei 100 mm | max. 975 x 775 bei 1000mm
Arbeitsbereich100 – 1000 mm100 – 1000 mm
Scanvolumenmin. 10 x 10 x 10 mm | max. 4000 x 4000 x 4000 mmmin. 10 x 10 x 10 mm | max. 4000 x 4000 x 4000 mm
Scangeschwindigkeit15 fps15 fps
RGB-Kameraauflösung48 MP48 MP
CPU8-Kern CPU, 2,4 GHz8-Kern CPU, 2,4 GHz
Arbeitsspeicher16 GB32 GB
Gerätespeicher256 GB eMMC256 GB eMMC
Akku5000 mAh5000 mAh
Display6 Zoll 2K AMOLED 180° Flip Screen6 Zoll 2K AMOLED 180° Flip Screen
Betriebssystem | SoftwareAndroid | Revo Scan 5Android | Revo Scan 5
KonnektivitätUSB-C, WiFi 6USB-C, WiFi 6
SonstigesKalibrierungskarte für NahmodusKalibrierungskarte für Nah- und Fernmodus
Maße | Gewicht200x 50 x 110 mm | 750 g200x 50 x 110 mm | 750 g

Design: Standalone!

Bisher waren wir 3D-Scanner für den Privatgebrauch wie den Revopoint Mini oder den Creality CR-Scan Ferrret nur in Kombination mit einem Rechner oder einem Smartphone gewohnt. Man konnte sie dabei also entweder stationär auf einem Tripod in Verbindung mit einem Drehteller für das zu scannende Objekt oder aber mit einer extra Handyhalterung und dann eben in Kombination mit einem Smartphone nutzen. Das ändert sich mit dem Revopoint Miraco nun grundlegend, dessen Äußeres ein wenig an eine Sofortbildkamera erinnert.

revopoint miraco Aufmacher2 e1701697330359

Es handelt sich um ein im Vergleich zu anderen Scannern mit 200x 50 x 110 mm bei 750 g Gewicht deutlich größer und schwerer ausfallendes Gerät, denn ihr habt mit dem Revopoint Miraco alles in einem: einen 3D-Scanner mit Infrarot-Strukturlicht, einen 8-Kern Prozessor (2,4 GHz) inklusive 256 GB eMMC-Speicher und 16 GB RAM (Pro-Version: 32 GB) in Kombination mit einem 9-Achsen IMU sowie Android als Betriebssystem und Revo Scan 5 als Scansoftware, welche ihr über das integrierte 6 Zoll 2K AMOLED Touchdisplay bedienen könnt. Ein USB-C Port zum Laden des integrierten 5000 mAh-Akkus ist genauso enthalten wie WiFi 6, um euer erstelltes Scanobjekt auch kabellos im STL, PLY oder OBJ Format zu exportieren.

revopoint miraco features2l e1701697367768

Features: Einer für Alles?

Die Einzelbildgenauigkeit des Scanners liegt bei 0,05 mm bei einer Scangeschwindigkeit von 15 fps und einer RGB-Kameraauflösung von 48 MP. Der Einzelerfassungsbereich ist mit 28 x 53 bei 100 mm bzw. 975 x 775 bei 1000 mm angegeben. Ähnlich variabel ist der Arbeitsbereich von 100 bis 1000 mm sowie das Scanvolumen von minimal 10 x 10 x 10 mm und maximal 4000 x 4000 x 4000 mm. Soll heißen: Egal ob drinnen oder draußen, egal ob groß oder klein: mit dem Revopoint Miraco seid ihr sehr vielseitig aufgestellt, was das 3D-Scannen mit bis zu 8K-Auflösung anbelangt.

revopoint miraco gross und klein scan

Einzige Einschränkung: Revopoint empfiehlt bei besonders großen Scanobjekten die Pro-Version des Miraco-Scanners. „Pro“ ist hier aber rein featuretechnisch gar nichts. Es handelt sich lediglich um eine Version mit 32 anstatt 16 GB Arbeitsspeicher, mit einer zusätzlichen Kalibrierungskarte für den Fernmodus im Lieferumfang – wow!

revopoint miraco features

Zwei Scanmodi stehen zur Verfügung: die Einzelaufnahme für schwer zu verfolgende Objekte oder Modelle mit hohem Farbkontrast oder aber der „Continuous Mode“ mit bis zu 15 fps für den „schnellen Scan“ zwischendurch.

Der integrierte 5000 mAh Akku soll für 2 Stunden ununterbrochenes Scannen ausreichen. Ich empfinde die Wahl der Akkukapazität für ein All-in-One-Gerät allerdings etwas knapp bemessen, wenn man bedenkt, dass etwa der 3DMakerPro SEAL mit 10000 mAh einfach mal das Doppelte an Akkukapazität spendiert bekommt.

Software: großer Schritt nach vorne

Es mag sie geben, die Spezialisten mit einem goldenen Händchen fürs Scannen inklusive präziser Scanwinkelwahl und perfektem Umgebungslicht – ich gehöre definitiv nicht dazu. Man könnte umgekehrt aber auch durchaus behaupten: Revopoints Software war bisher gelinde gesagt „suboptimal„. Dass man daraus gelernt hat, davon konnte ich mich persönlich auf der Formnext 2023 in Frankfurt überzeugen.

revopoint miraco Wifi6

Denn mit der neuen Software Revo Scan 5 lässt man die Aufteilung von „Revopoint Scan“ und „Revopoint Studio“ hinter sich und bietet passend zum Miraco All-in-One Scanner auch eine All-in-One Software an. Diese funktionierte auf der Messe deutlich genauer und zuverlässiger als dies bei der Version 4 noch der Fall war. Tatsächlich war der Scan einer 10 cm großen Giraffe nach ca. 60 Sekunden bereit für den Export als STL-Datei – und zwar ohne das „Tunen“ mit zusätzlicher Software wie beispielsweise MeshMixer.

revopoint miraco software

Nicht das Scannen an sich, sondern die Modellbearbeitung bzw. Prozessberechnung auf dem Miraco-Scanner nahm dabei die meiste Zeit in Anspruch. Hier und da hatte ich zudem den Eindruck, dass die Eingaben nicht immer flüssig genug umgesetzt wurden. Hier empfiehlt es sich wahrscheinlich, direkt zur 32 GB Arbeitsspeicher Version zu greifen oder das Folgemodell abzuwarten.

revopoint miraco touchscreen

Einschätzung: Einen Test wert!

Trotz dieser Kritikpunkte muss man an dieser Stelle dennoch festhalten: Für einen Standalone 3D-Scanner ist der Revopoint Miraco mit seinen 750 g verhältnismäßig leicht und bietet für seinen Preis zudem eine enorme Flexibilität beim Scannen. Durch sein Vier-Tiefen-Kamerasystem und den Einsatz von Infrarot-Strukturlicht eignet er sich sowohl für große als auch kleine Scanobjekte – und das ganz ohne Rechner oder Smartphone! Außerdem hat mich Revo Scan 5 neugierig gemacht. Kurzum: Wir werden uns hier um ein Testgerät bemühen. Was haltet ihr vom Revopoint Miraco?

5b08ab5933f4471180f3585625faeede Hier geht's zum Gadget

Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Profilbild von Thommy

Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (7)

  • Profilbild von Christian
    # 04.12.23 um 18:19

    Christian

    Keine Ahnung, was dich an zwei Stunden Laufzeit stört!

    Selbst in einer Firma wird man das Teil wahrscheinlich NIE acht Stunden am Tag nutzen.

  • Profilbild von Joe83
    # 04.12.23 um 18:22

    Joe83

    Mega Teil. Durfte ich auf der MEDICA Messe in den Händen halten und ausprobieren.

  • Profilbild von pitti
    # 05.12.23 um 07:06

    pitti

    Gut, aber ein wenig teurer für ein musst have Gadget.

    Es gibt Low cost Alternativen… Handy und ein Computerprogramm namens Zephyr…

    Das war's…

    Vielleicht gibt es sogar schon Apps dafür…

    • Profilbild von Nando
      # 06.12.23 um 21:44

      Nando

      Und hier interessiert mich schon seit langem die Frage: Sind Photogrammetrieobjekte ebenso genau bzw. können so genau sein, wie Objekte, die mit diesem oder ähnlichen Geräten erfasst wurden?
      Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, solch einen 3D Scanner anzuschaffen, was natürlich für mich unnötig wäre, wenn Photogrammetrie gleiche Ergebnisse liefert oder liefern kann.

      • Profilbild von Thommy
        # 07.12.23 um 09:12

        Thommy CG-Team

        3DF Zephyr ist sicherlich eine interessante Option.in Sachen Photogrammetrie. Die Lite-Version gibt es immerhin für 200€, dann aber nur mit einem Jahr Softwaresupport.
        Bisher waren 3D-Scanner einfach noch nicht so weit wie es 3D-Drucker für den Privatgebrauch mittlerweile sind. Gut möglich, dass sich das mit dem Miraco langsam ändert, aber was den All-in-One Aspekt und die Einfachheit (Usability) angeht, haben 3D-Scanner zukünftig sicherlich großes Potenzial.

        Nutzt jemand von euch 3DF Zephyr?

  • Profilbild von Sallos
    # 01.01.24 um 20:15

    Sallos

    Also wenn man nen Potentes Handy hat, sollte für den allgemeinen Scaneinsteiger der POP3 vollkommen ausreichen. Ähnliche Qualität, 1/3 vom Preis, mehr gibts dazu nicht zu sagen.

    • Profilbild von Milanchen
      # 22.02.24 um 13:56

      Milanchen

      POP3 kostet ca. die Hälfte, nicht 1/3 und wenn Du den Miraco einmal benutzt hast, möchtest Du keinen POP3 mehr haben……………

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.