RingCord – Smartring mit Mikrofon für Transkriptionen und Übersetzungen
Wer dachte, bei Smartringen hat er schon alles gesehen, wird durch den RingCord eines Besseren belehrt. Der Ring, der gerade via Crowdfunding finanziert wird, hat ein integriertes Mikrofon, mit dem sich Sprachmemos aufnehmen und sogar Echtzeit-Übersetzungen anfertigen lassen.
- RingCord
- bei Kickstarter
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Aufnehmen, was man sagt – überall und mit einer Fingerbewegung
Wenn es um Zusatz-Features bei Smartringen geht, die ja eigentlich nur Fitness-Tracker im Mini-Format sind, hat man sich schon so einiges einfallen lassen. Wir hatten schon Ringe mit Displays, Touch-Bedienung, Vibrationsfunktion und sogar Gesten-Steuerung. Was wir bisher nicht gesehen haben, ist ein direkt im Ring verbautes Mikrofon. Das bietet nun der RingCord.
Das Mikrofon soll Stimmen in einer Reichweite von bis zu 5 Metern erfassen und zwischen verschiedenen Sprechern unterscheiden können. Natürlich wird es als „AI Recorder“ beschrieben, der mithilfe von KI arbeitet. So lassen sich Transkripte von Unterhaltungen erstellen und diese auch per KI zusammenfassen, um die wichtigsten Punkte direkt auf einen Blick angezeigt zu bekommen. Eine KI-Übersetzungsfunktion hilft bei Gesprächen in mehreren Sprachen.
Die Aufnahme soll dabei mit nur einem Tippen auf den Ring gestartet werden können. Der Vorteil liegt auf der Hand (bzw. steckt am Finger): Kein zusätzliches Aufnahmegerät auf dem Tisch, sondern ein dezentes und kaum sichtbares Mikrofon, dessen Verwendung sich möglichst natürlich anfühlen soll. Kein Suchen der Recorder-App auf dem Handy oder Anschließen von Mikrofonen.
Fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass all diese Funktionen natürlich nur über ein Smartphone und die zugehörige App funktionieren. Der Ring ist lediglich ein – zugegeben sehr kleines – Mikrofon; die KI-Assistenten arbeiten auf dem Handy.
Auf dem Werbematerial sieht man zudem oft, wie der Träger des Rings diesen demonstrativ vor sich hält. Das ist bei kurzen Notizen, die man für sich selbst anlegt, noch in Ordnung und wirkt sogar irgendwie futuristisch. Wenn man in Meetings oder sogar Eins-zu-eins-Gesprächen immer die Hand in die Luft heben muss, wirkt das eher seltsam. Der Ring bzw. die Hand kann dabei hoffentlich auch einfach auf dem Tisch liegen. Nicht klar ist außerdem, wie sehr die Aufnahmequalität schwankt, wenn man die Hand viel bewegt, was gerade bei einer Präsentation als Teil eines Meetings ja durchaus passiert.
Als zusätzliches Extra gibt es ein Touch-Feld. Durch Antippen können damit die Audioaufnahmen gestartet werden; durch Wischgesten kann man durch den Feed swipen. Diese Möglichkeit bieten mittlerweile mehrere Ringe, auch wenn es kein Standard in der Branche ist.
Basis-Gesundheits-Funktionen
Den Fokus legt man zwar auf die Aufnahmemöglichkeiten des RingCord, er ist aber immer noch ein klassischer Smartring mit Gesundheitsüberwachung. Dazu gehören die kontinuierliche Messung des Herzschlags sowie des Blutsauerstoffgehalts, eine Schlafüberwachung und Bewegungs-Tracking.
Im Gegensatz zu den Recorder-Funktionen fasst man sich hier auffällig kurz. Tatsächlich sind die genannten Funktionen die absoluten Basics eines Smartrings. Hier bleibt noch offen, wie genau die Messungen sind und wie detailliert die Daten aufbereitet werden. Immerhin: Es soll kein kostenpflichtiges Abo geben.
Soll das Mikrofon am Finger auffallen?
In Sachen Design fällt der RingCord leider nicht ganz so dezent aus wie andere Ringe. Auf dem schwarzen Touch-Feld sind zwei weiße und ein roter Punkt zu sehen. Dabei handelt es sich anscheinend rein um optische Features, die keinen praktischen Nutzen haben. Vielen ist ein schlichter, einfarbiger Ring sicher lieber, immerhin ist ein großer Vorteil bei Smartringen ihre Unscheinbarkeit und dass sie von klassischen Mode-Ringen nicht zu unterscheiden sind. Man will ja gerade nicht erkennen lassen, dass man hier ein kleines Gadget am Finger trägt.
Andererseits handelt es sich hier eben um ein Aufnahmegerät. Das wirft nochmal ganz neue Probleme auf, denn wie auch bei Smart Glasses gilt, dass niemand ungefragt aufgezeichnet werden darf, weder in Bild noch in Ton. Da ist der auffällige rote Punkt vielleicht auch einfach als Hinweis gedacht.
Der Ring wiegt 4,5 Gramm und ist nach IP68 gegen Wasser geschützt, man kann ihn also ohne Probleme auch beim Duschen und Schwimmen tragen.
Die Akkulaufzeit ist eher im unteren Bereich zu verordnen. Der Hersteller gibt 3-5 Tage aktiver Nutzung und bis zu 7 Tagen im Standby an. Das ist okay, andere Ringe bieten aber schon deutlich über eine Woche aktiver Nutzung.
Günstiger Smartring mit besonderem Feature
Wie immer entscheidet am Ende auch der Preis darüber, wie „gut“ das Produkt wirklich ist. Die Smartringe etablierter Marken kosten oft über 300 oder sogar 400 Euro. Hier sticht der RingCord immerhin positiv heraus, der Vollpreis liegt bei 199$. Während der Kampagne gibt es natürlich Early-Bird-Preise und ein Launch Special, bei dem man nur 89$ zahlt, knapp 80€. Die Kampagne läuft noch bis zu 10. Oktober.
Was haltet ihr vom Smartring mit Mikrofon? Wäre das eine Funktion, die ihr nutzen würdet? Wenn nicht, welche existierende oder vielleicht auch noch nicht umgesetzte Funktion in einem Smartring wäre euch wichtig? Erzählt es uns im Kommentarbereich.
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Kommentare (1)