Rollei Fly Mini – DJI-Neo-Kopie für nur 49€ – Zu gut, um wahr zu sein?

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Gerade wurden erste Details zur DJI Neo 3 bekannt, der mittlerweile dritten Generation von DJIs einsteigerfreundlicher Mini-Drohne. Während selbst für den Vorgänger, die DJI Neo 2, noch immer eine echte Empfehlung gilt, existieren auch noch deutlich günstigere „Klone“ der Modelle. Ein solches ist die Rollei Fly Mini, die für gerade einmal 50 Euro zu bekommen ist. Was kann man von diesem Modell erwarten?

Einfach mal bei DJI kopiert?

Optisch könnte man die Fly Mini tatsächlich für ein Modell der Neo-Serie halten. Form, Farbe und Größe wurden fast 1-zu-1 übernommen. Die Abmessungen werden mit 16,5 x 2 x 18 cm angegeben, das Gewicht sogar mit nur 121 g, wodurch sie deutlich leichter ist.

Unterschiede werden erst bei genauerem Hinsehen erkennbar. So kann die Kamera lediglich geneigt werden, es gibt aber kein 3-Achsen-Gimbal. Es gibt auch keine kleinen Displays an der Front, die Informationen über den aktuellen Videomodus geben. Insgesamt ähnelt die Drohne hier noch am ehesten der ersten Generation der DJI Neo, die ebenfalls noch kein Gimbal oder Displays hatte.

Rollei Fly Mini Drohne DJI Neo Klon 5

Außerdem wird der Akku anscheinend nicht von oben eingesetzt, sondern von hinten in die Drohne geschoben. Der Schutzkäfig rund um die Rotoren ist zudem deutlich offener als bei der DJI Neo. Hier sind wir jetzt aber bei Kleinigkeiten angelangt, die keinen großen Einfluss auf Flug- und Filmeigenschaften haben.

Überschläge und Anfängerfreundlich Steuerung

Dass man hier keine DJI-Drohne fliegt, dürfte man spätestens beim Start bemerken. Es gibt kein Tracking oder smarte Videomodi, in denen die Drohne von selbst fliegt und filmt. Eine Fernsteuerung liegt immerhin bei und es gibt auch eine Halterung für ein Smartphone, dass dabei als Display dient. Die Reichweite der Fernsteuerung wird mit 200 Metern angegeben, was womöglich etwas zu hoch gegriffen ist, aber unerheblich ist, da man so weit mit der Drohne nicht fliegen wird.

Rollei Fly Mini Drohne DJI Neo Klon 2

Auffällig sind dafür die ausdrücklich genannten Funktionen wie ein „Headless-Mode“ und 360°-Flips. Der sogenannten Headless-Mode stammt noch aus einer Zeit, in der Mini-Drohnen keine Kameras hatten. In diesem Modus orientiert sich die Flugrichtung an der Startposition und nicht an der Ausrichtung der Kamera. Das bedeutet, drückt ihr den entsprechenden Stick nach vorne, fliegt die Drohne von euch weg, egal, in welche Richtung sie blickt. Das sollte die Steuerung für Anfänger vereinfachen (ob es das wirklich tat, darüber kann man diskutieren), es ist bei einer Drohne mit Kamera aber komplett sinnfrei.

Rollei Fly Mini Drohne DJI Neo Klon 3

Auch Überschläge vertragen sich nicht wirklich mit dem Filmen von Videos. Beides – Headless-Mode und Flips – sind Funktionen, die man bei Spielzeug-Quadrocoptern erwartet, nicht aber bei einer Video-Drohne. Die Geschwindigkeit, die hier mit 3 m/s (ca. 10 km/h) angegeben wird, ist kaum der Rede wert.

Der Akku mit 100 mAh Kapazität soll für bis zu 9 Minuten Flugdauer ausreichen. Das ist wenig gegenüber der Neo-Reihe; selbst die erste Version hatte eine Flugzeit von bis zu 18 Minuten. Die Ladezeit wiederum wird mit 90 Minuten angegeben.

Keine Kamera für schöne Aufnahmen

Videos und Fotos werden in einer Auflösung von 1280 x 720p aufgenommen. Das ist natürlich weit von 4K-Aufnahmen der Neo-Modelle entfernt. Es gibt laut Beschreibung und auch den Produktrezensionen nach keine Bildstabilisierung, was in Kombination mit dem fehlenden Gimbal zu einem wackeligen Bild führt.

Man darf nicht erwarten, die Drohne wirklich zum Filmen benutzen zu können. Die Kamera dient einzig und allein dazu, auf dem Handy-Display sehen zu können, wohin man fliegt.

Einschätzung – Dreiste Kopie und billiges Spielzeug

Eine solche Drohne im Design einer etablierten Marke wie DJI zu bauen und zu verkaufen, ist eine Medaille mit zwei Seiten. Einerseits schafft das Aufmerksamkeit. Auch uns wäre die Rollei Fly Mini wohl gar nicht aufgefallen, würde man sie nicht auf den ersten Blick für eine DJI Neo halten.

Andererseits kann das Endprodukt dann aber auch nur enttäuschen, denn den Vergleich kann man unmöglich gewinnen, selbst bei einem deutlich niedrigeren Preis. Hier bekommt man einen wenig ausdauernden Akku für unterdurchschnittliche Flugzeit; eine zum Filmen ungeeignete Kamera und dabei keine der Auto-Modi, welche die Neo-Reihe so besonders interessant für Einsteiger machen.

Die Rollei Fly Mini ist bestenfalls ein Spielzeug, und da bin ich mir nicht sicher, ob 49€ nicht noch zu viel Geld sind. Die wenigen Amazon-Rezensionen, die es gibt, vergeben durchschnittlich 2,8 Sterne . Mein Tipp wäre daher, doch lieber zur DJI Neo 2 zu greifen, die es im Angebot oft auch schon für unter 200 Euro gibt. Davon hat man deutlich mehr als von dieser Kopie.

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Jens

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Kommentare (1)

  • Profilbild von Kakue
    0 # 19.09.26 um 23:16

    Kakue Hobby-Bastler

    Die Frage wäre für mich, ob sie nicht vielleicht doch ein gutes Spielzeug ist, als solches müsste sie ja nicht viel können, ausser möglichst nicht kaputt gehen.

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