Hands-On

Sony ULT Tower 7: Brachialer Lautsprecher für 589€

Sony ULT Tower 7 Anschluesse

Mit 420 Watt, Cinch, XLR-In, XLR-Out und fast 23 kg Kampfgewicht bringt der Sony ULT Tower 7 Specs mit, die man eher im Einsteiger-PA-Bereich erwartet, statt von einem Bluetooth-Lautsprecher. Wir haben uns das Garten-Party-Monster genauer angehört.

Kurzfazit & Vor- und Nachteile

Der Sony ULT Tower 7 ist ein Party-Monster, das die Grenzen zwischen klassischem Bluetooth-Lautsprecher und kleiner PA-Anlage verschwimmen lässt. Mit seiner Leistung von bis zu 420 Watt und den vielseitigen Anschlussmöglichkeiten ist er ideal für Gartenpartys, beziehungsweise Hobby DJs oder Sportvereine. Die eingeschränkte Portabilität aufgrund der rund 23 Kilogramm muss man dabei allerdings in Kauf nehmen.

  • Zusätzliche Hochtöner auf der Rückseite
  • Anschlussvielfalt
  • Handy-App
  • Rollbar
  • Hohes Gewicht
  • Schmaler Lieferumfang
  • IPX4-Schutz nur vertikal

Große Box, schmaler Lieferumfang

Im Lieferumfang des Sony ULT Tower 7 finden sich neben der Bedienungsanleitung und der Garantiekarte lediglich das passende Netzkabel. Dass Sony bei der großen Auswahl an Anschlüssen auf weitere Beigaben wie etwa ein Cinch-Kabel verzichtet, finde ich persönlich schade.

Sony ULT Tower 7 Lieferumfang

Rollbar wie ein Trolley

Mit beachtlichen Maßen von 421 x 710 x 347 mm und einem Gewicht von 22,8 kg verdoppelt der ULT Tower 7 fast das Gewicht des ULT Tower 5. Da das Tragen der knapp 23 kg wirklich keinen Spaß macht, hat Sony auf der Unterseite zwei Rollen verbaut.

Sony ULT Tower 7 Rollen

So lässt sich der Bluetooth-Lautsprecher ähnlich wie ein Trolley ziehen, allerdings gibt es leider keinen ausziehbaren Griff. Der Lautsprecher ist zwar recht hoch, aber nicht hoch genug für einen aufrechten Gang, während man ihn zieht. Für kurze Wege, beispielsweise vom Auto in den Garten, ist das okay, Kilometerlang möchte man ihn aber nicht ziehen.

Wie der ULT Tower 5 hat auch der Sony ULT Tower 7 Gummifüße für vertikale und horizontale Ausrichtung. Allerdings ist der IPX4-Spritzwasserschutz nur bei der vertikalen Aufstellung gewährleistet. Sobald der Lautsprecher liegt, entfällt der Schutz leider.

Sony ULT Tower 7 und ULT Tower 5 Tisch

Optisch ist der Lautsprecher mit seinem stabilen Metallgitter an der Front und der gleichen Gehäuseform ganz klar als großer Bruder des ULT Tower 5 erkennbar. Ebenfalls gibt es hier an gleicher Stelle den prominent platzierten ULT-Knopf mit Drehrad. An der Materialwahl und Verarbeitung habe ich nichts auszusetzen, was in der Preisklasse und bei einem Hersteller wie Sony aber auch zu erwarten war.

Sound des Sony ULT Tower 7

Hinter dem Frontgitter sind beim Sony ULT Tower 7 gleich einige Treiber verbaut. Die Basis bildet ein Woofer mit rund 280 mm Durchmesser. Dazu gesellen sich zwei Mitteltonlautsprecher mit jeweils 120 mm und zwei 50-mm-Hochtöner auf der Vorderseite. Für einen räumlicheren Klang von allen Seiten hat Sony zusätzlich noch zwei Hochtöner auf der Rückseite verbaut. Angetrieben wird das Setup mit einer beeindruckenden maximalen Ausgangsleistung von 420 Watt.

Sony ULT Tower 7 ULT Knopf

Über den prominenten ULT-Knopf lassen sich die namensgebenden EQ-Modi aktivieren. Während ULT1 für verstärkte tiefe wummernde Bässe sorgt, liefert ULT2 einen harten, druckvollen Punch.

Im direkten Vergleichstest zum ULT Tower 5 ist dieses Modell noch einmal deutlich kräftiger und lauter. Im Indoor-Test in unserem Studio scheppert der Bass gewaltig. Der Sony ULT Tower 7 ist ganz klar für den Einsatz im Freien konzipiert. Lautstärken von über 50 Prozent sind in normalen Innenräumen schlichtweg kaum zumutbar.

Sony ULT Tower 7 und ULT Tower 5

Für elektronische Musik empfand ich den ULT1-Modus im Test als ideal. Hört man eher Rock oder Pop, empfehle ich, den Flat-Modus. Noch besser hat mir das Klangbild Indoor gefallen, nachdem ich im App-Equalizer den Bass leicht zurückgedreht und die Mitten etwas angehoben habe.

Insgesamt liefert der Sony ULT Tower 7 ein brachiales, kraftvolles Klangbild, das problemlos eine größere Gartenparty beschallt. Wer sich gleich zwei Modelle als Stereo-Paar zulegt, kann damit aus meiner Sicht sogar eine kleine PA-Anlage ersetzen.

Viele Knöpfe ergänzt durch die Sound Connect App

Wie schon beim kleineren Modell ist die Bedienung des ULT Tower 7 auf mehrere Zonen aufgeteilt. Auf der Oberseite finden sich die essenziellen Tasten für Power, Bluetooth und Play/Pause. Die Vorderseite wird vom auffälligen ULT-Knopf dominiert, mit dem sich die Equalizer-Modi wechseln lassen. Um den Knopf herum sitzt ein Drehrad zur Regulierung der Lautstärke.

Sony ULT Tower 7 ULT Drehrad

Auf der Rückseite sitzt ein weiteres Drehrad, um zügig durch die verschiedenen Eingangsquellen zu schalten. Zusätzlich bietet die Rückseite diverse dedizierte Tasten für erweiterte Funktionen. Hier lassen sich Stereo- und Multipairing aktivieren oder die RGB-Beleuchtung einstellen. Wer das Gerät für Karaoke oder Live-Musik nutzt, freut sich zudem über praktische Regler für Echo und Key-Control.

Sony ULT Tower 7 Anschluesse

Um das volle Potenzial des Lautsprechers auszuschöpfen, greift man zusätzlich zur „Sound Connect“-App von Sony. Diese liefert einen 10-Band-Equalizer für das persönliche Fine-Tuning des Klangbilds. Auch die Lichtshow lässt sich über das Smartphone individueller anpassen und direkt mit dem Takt der Musik synchronisieren. Im Test funktioniert die Bedienung direkt am Lautsprecher sowie die App-Funktionen tadellos.

Konnektivität und Akkulaufzeit

Kabellos funkt der Lautsprecher mit Bluetooth 5.3. Das ist zwar nicht der aller neueste Standard, reicht aber völlig aus. Im Test blieb die Verbindung auf freier Fläche rund 15 Meter stabil. Neben den Standard-Codecs SBC und AAC hat Sony auch den hauseigenen hochauflösenden LDAC-Codec integriert. Zudem lassen sich zwei Lautsprecher als Stereo-Paar koppeln und Multipairing ist ebenfalls möglich.

Neben der kabellosen Verbindung glänzt der Bluetooth-Lautsprecher mit einer beachtlichen Auswahl an physischen Schnittstellen:

  • XLR-In
  • XLR-Out
  • USB-A-Port
  • USB-C-Anschluss
  • Mikrofoneingang (6,3 mm Klinke)

Damit wird der Lautsprecher, genau wie sein kleiner Bruder, zu einer Art Live-Equipment. Während andere Partyboxen nur Musik von einem Handy wiedergeben, sind hier auch kleine Live-Einlagen möglich. Man kann problemlos ein Mikrofon für Karaoke, ein Instrument oder DJ Mischpult anschließen. Über den XLR-Anschluss lässt sich das Audiosignal zudem an weitere Geräte weitergeben oder als Eingang nutzen.

Sony ULT Tower 7 Knoepfe Rueckseite

Die Akkulaufzeit gibt Sony mit bis zu 30 Stunden an. Im Test konnten wir diesen Wert mit Bluetooth und dem AAC-Codec bei etwa 50 Prozent Lautstärke ungefähr bestätigen. Hört man lauter Musik oder wechselt zum energiehungrigeren LDAC-Codec, fällt die Laufzeit entsprechend etwas geringer aus.

Spielt man die Musik hingegen komplett kabelgebunden ab, kann die Wiedergabedauer die Herstellerangabe sogar übertreffen. Letztlich kommt es ganz auf die individuelle Nutzung an. Insgesamt geht die Ausdauer aber völlig in Ordnung.

Einschätzung: Ein Lautsprecher für den semiprofessionellen Bereich

Der Sony ULT Tower 7 Bluetooth-Lautsprecher geht deutlich über das hinaus, was Otto Normalverbraucher unter einem typischen Bluetooth-Lautsprecher verstehen oder im Alltag benötigen. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 600 Euro kratzt er an der Grenze zum semiprofessionellen Bereich und richtet sich meiner Meinung nach eher an spitze Zielgruppen.

Wir finden, dass der Lautsprecher insbesondere für Sport-Vereine, die Turnhalle oder den Sportplatz geeignet ist. Auch für Hobby-DJs und/oder für Geburtstags- und Gartenpartys ist er genau das Richtige – ebenso wie für den Festivalgänger, der die Party auf den Campingplatz verlagert.

Seine Stärken spielt der ULT Tower 7 aus, wenn genug Leistung und vielfältige Anschlussmöglichkeiten gefragt sind, die über das bloße Abspielen einer Spotify-Playlist vom Handy hinausgehen. Wer einfach nur Musik im Garten hören will und ein Herz für seine Nachbarn hat, der ist mit kompakteren Modellen wie dem ULT Tower 5 oder gar noch kompakteren Speakern in der Größe einer JBL Extreme oder Soundcore Boom 2 Plus oder Sonys Pendant Sony ULT Field 5 besser beraten.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Sony ULT Tower 7 beantwortet

🏋️‍♂️ Kann ich den Sony ULT Tower 7 alleine tragen?
Mit knapp 23 kg ist der Lautsprecher ziemlich schwer und fürs längere Tragen ungeeignet. Dank der integrierten Rollen lässt er sich jedoch wie ein Trolley ziehen, ein ausziehbaren Griff gibt es allerdings nicht..

💦 Ist der Sony ULT Tower 7 gegen Regen oder Spritzwasser geschützt?
Ja, der ULT Tower 7 verfügt über eine IPX4-Zertifizierung und ist somit gegen Spritzwasser geschützt. Dieser Schutz gilt nur, wenn der Lautsprecher aufrecht steht und die Anschlussabdeckung geschlossen ist. In horizontaler Position entfällt der Schutz.

🎸 Kann ich Instrumente an den Sony ULT Tower 7 anschließen?
Mit 6,3 mm Klinkeneingang und den XLR-Anschlüssen ist der Tower 7 für kleine Live-Gigs gerüstet. Du kannst eine Gitarre oder ein Mikrofon für Karaoke anschließen.

🔋 Wie lange hät der Akku des Sony ULT Tower 7?
Die Herstellerangabe von 30 Stunden ist durchaus realistisch. Wir konnten den Wert im Test bei ca. 50 % Lautstärke und Nutzung des AAC-Codecs bestätigen. Spielst du lauter oder nutzt den hochauflösenden LDAC-Codec, verringert sich die Laufzeit.

🎛️ Kann ich das Klangbild des Sony ULT Tower 7 anpassen?
Ja, direkt am Gerät gibt es den ULT-Knopf für voreingestellte Sound-Modi. Wer es genauer mag, nutzt Sonys "Sound Connect"-App. Dort steht ein 10-Band-Equalizer zur Verfügung.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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