Test

Soundcore Space A40 ANC In-Ear mit untypischen Klang für 99,99€

Mit den Soundcore Space A40, hat man neben den wireless ANC Over-Ear Space Q45, gleich noch einen Bud-In-Ear der neuen Space-Serie auf den Markt gebracht. Wo ordnet sich dieser neben den anderen Soundcore-Serien ein und an wen richtet sich der preislich nicht ganz günstige ANC In-Ear?

Soundcore Space A40 in Ladeschale

Laut Soundcores eigener Beschreibung stehen bei der Space-Serie zwei Aspekte im Vordergrund. Diese sollen sowohl auf den Soundcore Space Q45, als auch auf den Space A40 zutreffen. Zum einen wäre da eine extrem lange Laufzeit, zum anderen starke, aktive Geräuschunterdrückung. Klingt ein bisschen nach einer Bud-Alternative zu den Liberty Air 2 Pro.

Verpackung & Lieferumfang

Hingegen der Liberty-Serie kommen die Soundcore Space A40 in einem kleinen, kompakteren Karton. Darin befinden sich die Kopfhörer mit Ladecase, insgesamt fünf Paar Ohrpolster (großzügig von Soundcore), ein überdurchschnittlich langes USB-C Kabel und natürlich eine Bedienungsanleitung.

Soundcore Space A40 Lieferumfang

Design & Verarbeitung

Klassischerweise handelt es sich bei allen Soundcore Kopfhörern, die ein A im Namen tragen, um einen Bud-Hörer, P steht für Stab-In-Ears, Q für Over-Ears. Mit den Soundcore Space A40 überspringt man, wenn man es so interpretieren will, eine Zahl. Ich hätte im Bud-In-Ear-Bereich eher mit einem Soundcore Life A3 als nächstes Modell gerechnet, nun gibts es aber einen Space A40.

Soundcore Space A40 Hoerer auf Tisch

Die neue Space-Serie steht technisch über der Life-Serie, welche Mittel- und Budgetklasse abdeckt. Bei den Space A40 versucht man nun aktuelle Technik möglichst kompakt anzubieten. In Sachen Gewicht der Hörer ist das zumindest schonmal gelungen. Mit 4,9 g pro Hörer sind die Soundcore Space A40 sehr durchschnittlich schwer. Auch ihr Gehäuse ist, gerade wenn man sie mal mit den Liberty 3 Pro vergleicht, klein gehalten, was den Tragekomfort positiv beeinflussen sollte. Sogar farblich lässt sich Soundcore hier auf ein wenig Auswahl ein, neben dem schwarzen Modell gibt es die Hörer auch in Blau und Weiß.

Soundcore Space A40 Hoerer

Das Ladecase ist, wie auch die Hörer kompakt, im Verhältnis zwischen Größe und Gewicht wirkt das Ladecase aber schwer auf mich. Es wird horizontal aufgeklappt, üblich für Soundcore. So einen schönen Slider-Mechanismus hat es im Vergleich zu den Boxen der Liberty-Serie aber nicht bekommen.

Insgesamt gefallen mir die Soundcore Space A40 gut! Sie sind schlicht, klein und kompakt und dabei gut verarbeitet. Material oder Produktionsfehler konnte ich, wie zu erwarten, nicht finden.

Sound der Soundcore Space A40

Während Soundcore bei den Liberty 3 Pro Bud-In-Ears auf hybride Treiber setzt, ist für ein solches Modul in den kompakten Soundcore Space A40 nicht genügend Platz vorhanden. Stattdessen bekommen wir einen dynamischen Single-Treiber, mit dem Soundcore dennoch einen „Messerscharfen“ Klang, dank doppelschichtiger Membran erzeugen will. Solche Phrasen sind allerdings in der Beschreibung aller Kopfhörer zu finden, daher würde ich darauf erstmal nicht so viel geben.

Soundcore Space A40 dynamischer Treiber

Im Test liefert der Soundcore Space A40 ein sehr untypisches Klangbild, für einen Soundcore-Kopfhörer. Während der Bass für gewöhnlich eine sehr dominante Rolle einnimmt, ist er bei den Space A40 deutlich gedämpfter, dafür liegt ein größerer Fokus auf den Mittel- und Hochton.

So macht mir basslastige Musik mit den Soundcore Space A40 gar nicht mal so viel Spaß wie gewohnt. Subbässe „drücken“ hier einfach nicht so sehr, wie sie sollten. Dafür bietet der Soundcore Space A40 andere Qualitäten. Im Test habe ich klassiche Musik, sowie Livemitschnitte sehr genossen. Dabei klingen die Space A40 überraschend hochauflösend und detailreich und geben ein gutes Gefühl für den Raum. Zwar sind die obersten Frequenzen nicht ganz so detailliert, dennoch ist die gebotene Vielschichtigkeit der Frequenzen durchaus beeindruckend, gerade für einen dynamischen Single Treiber.

Verglichen mit anderen Soundcore Single-Treiber Kopfhörern, wie beispielsweise dem noch (Stand September 2022) aktuellem Top-Modell Soundcore Liberty Air 2 Pro, liefert der Soundcore Space A40 definitiv die größere Bühne und einen hochauflösenderen Klang. Wenn man es Abstriche nennen will, muss man diese am ehesten im Tiefton machen, der Detailreichtum der Space A40 macht das aus meiner sicht aber wieder wett.

Klangliches Fazit

So würde ich den Soundcore Space A40, als einen ausgewogenen Genre-Allrounder bezeichnen – untypisch für Soundcore! Der Kopfhörer kann kein Musikgenre außergewöhnlich gut, aber bietet in allen Bereichen einen überdurchschnittlich detailreichen Klang, wenn auch er insgesamt nicht an die enorme Bühne Huawei FreeBuds Pro 2 oder Liberty 3 Pro herankommt.

Aktive Geräuschunterdrückung

Ein Merkmal der neuen Space-Serie ist die adaptive Geräuschunterdrückung. Ist diese aktiviert, bestimmt der Kopfhörer automatisch die Intensität des ANCs auf der Grundlage von Umgebungsgeräuschen.

Im Test hat dies hier, wie auch beim Soundcore Space Q45 gut funktioniert. Erzeugt man Hintergrundgeräusche selbst und achtet genau darauf, was das ANC macht, ist eine Denksekunde bei der ANC Anpassung spürbar. Im Alltag fällt dies jedoch nicht auf und das ANC reguliert sich aus meiner Sicht zufriedenstellend selbst.

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Auch hier gibt es neben dem adaptiven Modus einen manuellen Modus. So lässt sich das ANC nach Belieben zwischen schwach, mäßig und stark einstellen. Es gibt also drei verschiedene Stufen, beim Space Q45 Over-Ear sind es sogar fünf Stufen.

Im Test liefert das ANC eine sehr gute Leistung, gerade für den Preisbereich von unter 100€ ist die Geräuschunterdrückung auch bei hochfrequenten Umgebungsgeräuschen überdurchschnittlich effektiv. Es ist sicherlich nicht das Beste ANC auf dem Markt, hier liefert beispielsweise Sony mit den WF-1000XM4 nochmal eine bessere Leistung und auch an die Huawei FreeBuds Pro 2 kommen die Space A40 nicht ganz heran. Wenn man dann aber wieder überlegt, dass dieser Kopfhörer hier praktisch nur die Hälfte kostet, dann ist der Soundcore Space A40 auch als ANC In-Ear attraktiv.

Im Vergleich zu den Soundcore Liberty Air 2 Pro ist das ANC der Soundcore Space A40 in den oberen Frequenzen einen Hauch effektiver.

Neben ANC gibt es hier auch einen Transparent-Modus, der wiederum in den Modus „vollständige Transparenz“ und „Stimm-Modus“ unterteilt ist. Letzterer lässt nur Frequenzen im Stimm-Bereich durch. Der vollständige Transparent-Modus klingt für mich im Test etwas digital und nicht besonders gut, das haben andere Hersteller bereits besser gelöst, dennoch kann man seine Umgebung damit natürlich wahrnehmen und verstehen.

Headset

Das Headset der Soundcore Space A40 Kopfhörer hat mich im Test leider etwas enttäuscht. Zwar können einen die Gesprächspartner ganz okay verstehen, allerdings ist die Stimme etwas mechanisch und auch Hintergrundgeräusche werden nur bedingt reduziert. Die eigene Stimme bleibt in der Regel zwar lauter bzw. gleich laut mit der Umgebung, hier gibt es allerdings bessere Headsets, auch von Soundcore selbst.

Tragekomfort

Wie unter Design & Verarbeitung bereits kurz angesprochen, mit einem Gewicht von 4,9 g pro Hörer und der kompakten Bauform sind die Soundcore Space A40 prädestiniert für einen guten Tragekomfort. Im Test halten die Hörer tatsächlich ziemlich gut in meinen Ohren. Das Gewicht ist hier so clever verteilt, dass dieses den Hörer praktisch in das Ohr hineindrückt. So bleiben sie auch ohne Ohrhaken, zumindest in meinem Fall, da wo sie sein sollen.

Soundcore Space A40 Tragekomfort

Bedienung und App

Die Soundcore Space A40 sind natürlich mit Touchsensoren ausgestattet. Diese unterstützen insgesamt drei Gesten, einfaches Tippen ist standardmäßig deaktiviert und kann in der App aktiviert werden. Dazu gibt es noch doppeltippen und zwei Sekunden gedrückt halten. So sind insgesamt bis zu sechs verschiedene Funktionen ausführbar, die man in der Soundcore App individualisieren kann.

Soundcore Space A40 Hoerer Innenseite
Leider hat Soundcore Näherungssensoren weggespart

Mögliche Funktionen:

  • Lautstärke erhöhen/verringern
  • Nächster/Vorheriger Titel
  • Wiedergabe/Pause
  • Sprachassistent aktivieren
  • Gaming-Modus An/Aus
  • ANC
    • ANC an/aus
    • Transparent Modus
    • Normal

Soundcore Space A40 App

So sind grundsätzlich alle gängigen Funktionen mit den Soundcore Space A40 ausführbar. Neben der anpassbaren Hörer-Steuerung, bietet die Soundcore App noch weitere Funktionen, dazu gehören:

  • ANC Modi Wechsel
    • Adaptives ANC ein-/ausschalten
    • manuelle ANC Stärke anpassen
  • Equalizer
    • Soundcore Presets
    • individuelle Equalizer einstellen und speichern
    • HearID
  • Windgeräuschreduzierung aktivieren/deaktivieren
  • Berührungstöne ein-/ausschalten
  • Gaming Modus
  • Passform Test
  • Software Updates
  • Gerät finden

Somit unterstützt die Soundcore App für die Space A40 eine Menge Funktionen. Vor allem, dass Soundcore hier HearID integriert, damit kann ein persönlicher Equalizer auf Grundlage eures Hörvermögens erstellt werden, zeigt mir, dass man den Soundcore Space A40 als ein Top-Modell positionieren möchte.

Bluetooth-Chip mit LDAC-Codec

Im Inneren der Soundcore Space A40 schlägt ein Bluetooth 5.2 Chip, der zu meiner Freunde nicht nur AAC- und SBC-Codec unterstützt, sondern auch Sonys hochauflösenden LDAC-Codec. Zudem sind die Hörer auch Hi-Res wireless zertifiziert.

In Sachen Bluetooth Reichweite sind im Test rund 15 Meter auf freier Fläche drin. In geschlossenen Räumen ist es wie immer etwas weniger, in Abhängigkeit davon, wie massiv entsprechende Hindernisse sind. Was mich zudem sehr freut ist, dass die Kopfhörer Multipoint-Connection unterstützen, heißt der Kopfhörer kann beispielsweise gleichzeitig mit eurem Handy und dem Computer verbunden sein.

Akkulaufzeit als ein Hauptargument

Über genaue Akkukapazitäten schweigt man sich mittlerweile bei Soundcore aus. Ich gehe davon aus, dass der verbaute Akku keine ungewöhnlich hohe Kapazität hat, sondern das ANKER beziehungsweise Soundcore hier einfach ein deutlich besseres Energiemanagement liefert als viele Konkurrenten.

Soundcore Space A40 USB-C Anschluss

So verspricht Soundcore ziemlich starke 10 Stunden Laufzeit, was in Anbetracht der wirklich kompakten und leichten Hörer eine sehr beachtliche Ansage an die Konkurrenz ist. Im Test ist das 10 Stunden Versprechen mit zusätzlichen fünf Ladungen via Akkubox nicht gelogen, aber auch nicht die ganze Wahrheit. Der Wert bezieht sich nämlich auf die Laufzeit ohne eingeschaltetes ANC und mit dem AAC-Codec, der energieeffizienter als der LDAC-Codec ist.

Schaltet ihr zusätzlich das ANC ein, liefern die Soundcore Space A40 noch gute acht Stunden Laufzeit, was immer noch ein beeindruckender Wert ist. Nutzt man dann noch den hochauflösenden LDAC-Codec, dessen Energieeffizienz besser sein könnte, und ANC sind es in meinem Test noch gut 5,5 Stunden Laufzeit.

Soundcore Space A40 QI Laden

Soundcore implementiert hier zudem eine neue Schnellladetechnologie, die mit nur 10 Minuten Ladezeit in der Akkubox bis zu vier Stunden Musikhören rausholt. Ich denke nun sind wir an einem Punkt, wo es gerade für unterwegs, kaum noch ein Argument gegen einen wireless In-Ear Kopfhörer gibt. Die Akkubox kann sowohl kabelgebunden via USB-C Kabel oder auch kabellos aufgeladen werden.

Fazit

Mit der Soundcore Space-Serie scheint man neben der Liberty-Serie eine neue Top-Modell-Serie etablieren zu wollen. Bei den Space A40 liegt der Fokus ganz klar bei sehr guter Leistung in einem sehr kompakten Format. Das ist Soundcore hier meiner Meinung nach gelungen. Die Hörer sind tatsächlich ziemlich klein und bieten so auch einen guten Tragekomfort. Dabei liefern die Hörer marktführende Akkuleistung, bei einem so kleinen In-Ear und zusätzlich ein ziemlich gutes ANC.

Zudem hat Soundcore hier auch Top-Features wie Multipoint-Connection, kabelloses Laden, einen hochauflösenden Codec oder auch einen großen Mehrwert durch die Soundcore App.

Klanglich ist der Kopfhörer für Soundcore eher unüblich ausgewogen mit einem beeindruckenden Hoch- und Mittelton, in Anbetracht, dass hier nur ein dynamischer Treiber verbaut ist. Natürlich gibt es aber auch Kopfhörer die besser klingen, in dem Preisbereich wird das dann aber wieder schwer.

  • Kompaktes Design
  • Tragekomfort
  • LDAC-Codec
  • Ausgewogener Klang
  • Akkulaufzeit
  • Preis – 99€ nicht wenig, aber lohnt sich meiner Meinung nach
  • Headset
  • Transparent-Modus
  • Keine Näherungssensoren

Insgesamt ist der Soundcore Space A40 also ein sehr guter Kopfhörer, der abgesehen von der Laufzeit, nirgends der Beste, aber in allen Bereichen sehr gut ist, gerade in Anbetracht des Preises hat Soundcore hier aus meiner Sicht mal wieder geliefert. Das einzige was ich nicht ganz verstehe, warum es nun dafür eine neue Space-Serie braucht, aber mal sehen was dieses Jahr noch von Soundcore kommt, vielleicht ergibt am Ende doch alles einen Sinn.

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Tim

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Kommentare (2)

  • Profilbild von iconmode
    # 18.09.22 um 23:58

    iconmode

    Könnte ihr bitte den Titel des Artikels von "mit untypischen Klang" in "mit untypischem Klang" ändern? Das tut sonst echt weh beim lesen…

  • Profilbild von LuckyKvD
    # 22.09.22 um 08:45

    LuckyKvD

    Was ich an den Soundcore A40 sehr schätze ist, dass ich diese sogar beim schlafen tragen kann. Extrem cool. Was mir total fehlt ist die Erkennung der Kopfhörer ob diese im Ohr sitzen. Ich hätte nie gedacht, dass mir das so sehr fehlt.

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