Sovol M1D 3D-Drucker: 7-Farben-Gigant kombiniert IDEX x Toolchanger?
Der mehrfarbige 3D-Druck ohne lästigen Filament-Müll ist der unangefochtene Trend des Jahres. Bisher lieferten sich Geräte wie der Flashforge Creator 5 oder der Snapmaker U1 ein spannendes Rennen um den preisleistungsmäßig besten Werkzeugwechsler. Nun steigt auch Sovol in diesen Ring ein und kündigt auf Kickstarter ein völlig neuartiges Hybrid-System an. Der Sovol M1D kombiniert klassisches IDEX mit einem automatischen Toolchanger.
- Sovol M1D (Super Early Bird):
- auf Kickstarter für 1.499 $ (UVP: 1.799 $, zeitnah verfügbar)
- Sovol M1D (VIP Reservation):
- bei Sovol für 1.399 $ (gegen 20 $ Vorab-Gebühr)
Inhalt
Technische Daten: Der Sovol M1D im Überblick
| Feature | Sovol M1D |
|---|---|
| Mechanik | CoreXY mit DualX-System (IDEX + Toolchanger) |
| Bauraum | 300 × 300 × 350 mm (offener Rahmen) |
| Druckgeschwindigkeit | Bis zu 600 mm/s (realistisch: 300 mm/s) |
| Materialien/Farben | Bis zu 7 gleichzeitig (1 fester Extruder + 6 Wechselköpfe) |
| Besonderheiten | Mirror- & Copy-Modus, Wirbelstromsensor, 5s-Werkzeugwechsel |
| Software & UI | 5-Zoll-Touchscreen, Klipper-basiert (Open Source) |
| Sensoren | KI-Kamera, Spaghetti-Erkennung, Filament-Tracker |
DualX-System: Die irre Kombination aus IDEX und Toolchanger
Bisherige Werkzeugwechsler parken alle ihre Druckköpfe passiv am Rand. Daher wählt Sovol mit dem M1D einen völlig anderen Ansatz. Das sogenannte DualX-System basiert grundsätzlich auf der IDEX-Technologie (Independent Dual Extruder). Hierbei fahren zwei Druckköpfe unabhängig voneinander auf der X-Achse. Jedoch ist bei diesem Drucker nur der erste Extruder fest verbaut. Der zweite Schlitten fungiert stattdessen als vollautomatischer Werkzeugwechsler, der sich aus einem Magazin von sechs weiteren Köpfen bedient.
Sovol M1D: 7 Farben & 5 Sekunden Farbwechsel
Folglich kann das System insgesamt bis zu sieben verschiedene Materialien oder Farben in einem einzigen Druck verarbeiten. Da jeder dieser Werkzeugköpfe völlig eigenständig aufheizt, minimiert sich die Wartezeit beim Wechsel drastisch. Außerdem dauert der reine mechanische Greifvorgang laut Hersteller nur knapp fünf Sekunden. Somit entfällt das materialfressende Freispülen der Düse nahezu komplett. So vermeidet ihr den nervigen Filament-Müll (Purge Poop) im Alltag sehr effektiv.
Großer Bauraum & perfekt für Printfarmen?
Ein weiteres Highlight ist die Größe. Der Drucker bietet einen Bauraum von 300 × 300 × 350 Millimetern. Zum Vergleich: Der Snapmaker U1 bietet 270 x 270 x 270 mm, der Flashforge Creator 5 nur 256 x 256 x 256 mm. Dadurch entfaltet das IDEX-System in der Massenproduktion sein volles Potenzial. Im sogenannten Copy-Modus drucken die beiden Extruder zwei identische Bauteile zeitgleich, was die Produktionszeit halbiert. Zudem lassen sich im Mirror-Modus symmetrische Gegenstände wie linke und rechte Gehäusehälften parallel fertigen. Folglich zielt Sovol mit diesem Gerät klar auf effiziente Druckfarmen ab.
Sovol M1D: Klipper & smarte Sensorik
Darüber hinaus stopft der Hersteller das offene Klipper-System mit modernster Hardware voll. Die erste Schicht wird präzise über einen kontaktlosen Wirbelstromsensor (Eddy Current) vermessen. Außerdem gleicht ein automatischer Z-Lift die winzigen Höhenunterschiede der verschiedenen Werkzeugköpfe in Echtzeit aus. Schließlich überwacht eine integrierte KI-Kamera zuverlässig fehlerhafte Spaghetti-Drucke oder störende Fremdkörper auf dem großen Heizbett.
Einschätzung: Sovol M1D mit Wow-Effekt, aber…
Technisch gesehen liefert Sovol hier ein absolutes Feuerwerk ab. Denn der Sovol M1D klingt ein wenig wie das „Best-Of“ aus Toolchanger und IDEX-System. Dennoch müssen wir einen kritischen Blick auf das Gehäuse und die Preisgestaltung werfen. Sovol verlangt für den M1D im Super-Early-Bird-Angebot auf Kickstarter 1.499 US-Dollar. Zwar könnt ihr euch durch eine VIP-Reservierung den Preis auf 1.399 US-Dollar drücken. Jedoch erhaltet ihr dafür leider eine offene Bauweise. Ohne Einhausung fallen aber technische Filamente wie ABS, ASA oder Nylon quasi sofort raus. Diese Materialien neigen ohne beheizte Kammer extrem zum Verziehen (Warping).
Daher stellt sich die Frage, ob die IDEX-Funktionen zusammen mit einem größeren Bauraum den Preisunterschied zur Konkurrenz wirklich rechtfertigen. Ein Flashforge Creator 5 kostet als offenes System mit vier Druckköpfen schließlich nur rund 700 Euro. Selbst die komplett geschlossene Pro-Version für anspruchsvolle Materialien gibt es bereits für knapp 1.000 Euro. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Ansatz extrem spannend. Juckt es euch da auch schon in den (Bestell-)Fingern? Ab in die Kommentare!
Quelle(n):
- Sovol (VIP Reservierungs-Seite)
- 3Druck.com
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