T250: Ist das der schnellste DIY-3D-Drucker der Welt? (60 Volt!)
Erinnert ihr euch an „The 100„? Das war der 3D-gedruckte Drucker, den sich Speed-Junkies unbedingt selbst bauen wollten. Der Entwickler Matthäus Szturc (Matt The Printing Nerd) hat jetzt nachgelegt und präsentiert mit dem T250 den Nachfolger, der physikalische Grenzen fast schon pulverisiert. Mit High-Voltage-System, externer CPAP-Kühlung und einer Beschleunigung, die Voron und Co. alt aussehen lässt, druckt dieses Teil ein Benchy in unter zwei Minuten.

- T250 3D-Drucker (BOM / Materialkosten für Selbstbau)
- ca. 980€ (für die „Maximum Performance“ Variante laut BOM)
günstiger möglich mit Standard-Komponenten - Hinweis: Dies ist ein Open-Source-Projekt zum Selberbauen. Alles dazu findet ihr auf Github. Es gibt (noch) kein fertiges Kit zu kaufen.
- ca. 980€ (für die „Maximum Performance“ Variante laut BOM)
Inhalt
Technisches: High-Voltage im 3D-Drucker
| Feature | Detail |
|---|---|
| Bauraum | 192 x 212 x 175 mm |
| Beschleunigung | 250.000 mm/s² (verifiziert) |
| Geschwindigkeit | 600 mm/s (Wände) / 1500 mm/s (Infill) |
| Elektronik | BTT Kraken Board + Orange Pi Zero 3 |
| Spannung | 60 Volt (für die Motoren) |
| Kühlung | CPAP (Bauteil) + Aktive Motorkühlung |
| Kinematik | CoreXY (4 Motoren für X/Y) |
| Features | RGB-Beleuchtung, Auto-Leveling (BD Sensor) |
Wenn 24 Volt nicht mehr reichen
Der Name ist Programm: Während „The 100“ für 100.000 mm/s² Beschleunigung stand, zielt der T250 auf wahnwitzige 250.000 mm/s². Um das mal einzuordnen: Ein Bambu Lab X1 Carbon, den wir alle als verdammt schnell empfinden, druckt standardmäßig mit 20.000 mm/s². Wir reden hier also vom zwölffachen Wert.

Um diese enormen Kräfte zu bändigen, reicht Standard-Technik nicht mehr aus. Der T250 setzt auf ein 60-Volt-System für die Schrittmotoren, angesteuert vom mächtigen BTT Kraken Mainboard (Achtung: V1.1 noch nicht unterstützt). Die höhere Spannung sorgt dafür, dass die Motoren auch bei extrem hohen Drehzahlen noch genug Drehmoment haben, um nicht Schritte zu verlieren (Layer Shift). Damit die Motoren dabei nicht durchbrennen, werden sie vom Luftstromsystem aktiv mitgekühlt.

CPAP-Kühlung: Der Highspeed-Fön steht daneben
Wer so schnell druckt, hat ein Problem: Der Kunststoff wird nicht schnell genug fest. Ein normaler Lüfter am Druckkopf wäre zu schwach oder zu schwer. Die Lösung beim T250 ist eine CPAP-Kühlung. Dabei steht ein leistungsstarker Radiallüfter neben dem Drucker und bläst die Kühlluft über einen leichten Schlauch direkt zur Düse. Das reduziert das Gewicht am Druckkopf („Toolhead“) massiv. Der Schwerpunkt des Toolheads wurde zudem so optimiert, dass der Motor zentral sitzt, um Verdrehungen bzw. z.B. mechanisches Verkanten bei den brutalen Bremsmanövern zu verhindern.
Kosten und Aufwand: Nichts für den ersten Drucker
Während „The 100“ noch als Budget-Projekt für unter 350€ galt, spielt der T250 in einer anderen Liga. Wer die volle Leistung will und sich an die offizielle „Maximum Performance“ Einkaufsliste (BOM) hält, landet schnell bei knapp 1.000 Euro Materialkosten. Allein die LDO-Hochleistungsmotoren, das Goliath Air Hotend und das BTT Kraken Board fressen Budget. Natürlich lässt sich das mit günstigeren Teilen drucken, aber dann erreicht man vermutlich nicht die Rekordwerte.
Einschätzung: Formel 1 für Zuhause
Der T250 ist kein Drucker, den man sich hinstellt, um entspannt Deko-Vasen zu drucken. Das ist eine Rennmaschine für Enthusiasten, die verstehen wollen, was physikalisch machbar ist. Der Bau erfordert Geduld, Wissen über Elektronik (besonders bei 60V!) und eine gut gefüllte Bastelkasse. Aber das Ergebnis – ein Benchy in unter 2 Minuten – ist der ultimative Flex in der Maker-Community.
Traut ihr euch den Bau eines T250 zu oder bleibt ihr lieber bei fertigen Kisten?
Quellen:
- 3Druck.com
- GitHub (MSzturc)
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