Test

Tribit QuietPlus 81 Budget-ANC-Over-Ear-Kopfhörer für 39,99€

Tribit QuietPlus 81 Anschluesse

Die Tribit QuietPlus 81 wireless Over-Ear Kopfhörer mit ANC sind schon für unter 50€ zu haben! Was bekommt man für sein Geld, wo muss man Abstriche machen, was ist für das geringe Budget trotzdem richtig gut? Das erfahrt ihr in diesem Test.

Kurzfazit & Vor- und Nachteile

Die Tribit QuietPlus 81 überzeugen trotz kleinerer Schwächen bei der Touch-Steuerung durch eine starke Akkulaufzeit, hohen Tragekomfort und ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis für nicht-audiophile Nutzer. Während das ANC eher schwach ausfällt und das Mikrofon kaum nutzbar ist, punkten die Kopfhörer als Alltagsbegleiter mit ausgewogenem Klang.

  • Akkulaufzeit
  • Tragekomfort
  • Klinkenanschluss
  • Headset
  • Kratzanfälliges Material
  • Kein Hi-Res-Codec

Lieferumfang leider ohne Transporttasche

Die Tribit QuietPlus 81 kommen in einem größtenteils hellgelben Karton, die typische Signaturfarbe von Tribit. In der Verpackung liegt der Kopfhörer in einer weißen Plastiktüte verstaut. In einer weiteren kleinen Plastiktüte findet man ein USB-A zu USB-C Ladekabel und ein 3,5-mm-Klinkenkabel. Dazu gibt es eine mehrsprachige Bedienungsanleitung.

Tribit QuietPlus 81 Lieferumfang

Zusätzlich hätte ich mir eine Transporttasche gewünscht, um den Kopfhörer damit sicher im Rucksack oder einer Tasche transportieren zu können. Hier musste vermutlich aufgrund des geringen Budgets gespart werden.

Optik-Check: solide oder einfach billig?

Optisch halten sich die Tribit QuietPlus 81 zurück, sie sind nur in Schwarz erhältlich, was vermutlich eine Kostenfrage ist, da zusätzliche Farbvarianten die Produktion verteuern würden. Das Design ist insgesamt unauffällig und bietet keine besonderen Highlights. Einzig ein kleiner goldener Akzent an den Mikrofonöffnungen auf den Rückseiten der Ohrmuscheln setzt einen minimalen optischen Reiz, ergänzt durch ein dezentes Tribit-Logo.

Beim Material dominieren die Ersparnisse. Abgesehen vom ausziehbaren Teil des Kopfbügels, der mit Metall verstärkt ist, besteht der Kopfhörer vollständig aus Kunststoff. Das betrifft leider auch die Dreh- und Klappscharniere, welche die Hörer mit dem Kopfbügel verbinden. Positiv hervorzuheben sind die Ohrpolster aus Kunstleder, die sauber vernäht sind.

Die Verarbeitung ist insgesamt gut, hier gibt es nichts auszusetzen. Allerdings ist das verwendete Material etwas kratzanfällig. Wer die Kopfhörer ohne Case lose im Rucksack transportiert, muss damit rechnen, dass sich relativ schnell Spuren auf dem Kunststoff abzeichnen. Dennoch ist der Tribit QuietPlus 81 für seinen Preis ein solides Produkt, mehr bekommt man bei anderen Herstellern in diesem Segment meist auch nicht.

Sound der Tribit QuietPlus 81

Im Inneren der Tribit QuietPlus 81 arbeitet ein dynamischer Treiber mit einem Membrandurchmesser von 40 mm, was eine absolute Standardgröße für wireless ANC-Over-Ear-Kopfhörer. Tatsächlich bin ich vom Klang im Test recht positiv überrascht. Er ist out of the box überraschend ausgewogen abgestimmt. Während gerade sehr günstige Modelle oft zu einem stark überlagerten Bass neigen, bleibt das Klangbild hier recht balanciert. Der Bass ist präsent, aber nicht so dominant, dass er alle anderen Frequenzbereiche übertönt.

Tribit QuietPlus 81 Treiber

Auch der Mittelton präsentiert sich solide. Die Schwächen zeigen sich vor allem im Hochtonbereich. Hier wird deutlich, dass es sich nicht um ein High-End-Produkt handelt. Einige Details gehen verloren, was mir im Test besonders bei orchestraler Musik oder Live-Mitschnitten auffällt.

Im direkten Vergleich ist der Kopfhörer für mein Empfinden eine gute Alternative zum Soundcore Q20. Beide bewegen sich in einem ähnlichen Preisbereich und haben im Test für mein Gehör ein sehr ähnliches klangliches Niveau. Ich bin davon überzeugt, dass die Tribit QuietPlus 81 trotz des geringen Preises die deutliche Mehrzahl der Konsumenten, die ihre Musik beispielsweise via Spotify streamen, klanglich vollkommen zufriedenstellen können.

ANC im Test: Stille für wenig Geld?

Die Tribit QuietPlus 81 sind mit einer aktiven Geräuschunterdrückung ausgestattet, die Umgebungsgeräusche um bis zu 45 dB reduzieren soll. Ein Wert, den man bereits vor Jahren in technischen Datenblättern lesen konnte und der mich daher nicht sonderlich beeindruckt. Positiv ist jedoch, dass das Aktivieren des ANC das Klangbild des Kopfhörers nicht verändert. Gerade bei Low-Budget-Modellen kam es in der Vergangenheit häufig vor, dass die aktive Unterdrückung den Sound verzerrte.

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In der Praxis werden monotone, gleichbleibende tieffrequente Störgeräusche moderat reduziert. Ob zum Beispiel Kühlschrank, Bus oder Bahn, diese Geräusche werden spürbar leiser, was dazu führt, dass man die Musik insgesamt ein Stück weit leiser stellen kann, um seine Umgebung in Gänze auszublenden. Man darf diesen Effekt natürlich nicht mit den Flaggschiffen großer Hersteller vergleichen, eine vollständige Isolation der Umgebung findet hier nicht statt.

Tribit QuietPlus 81 Hoerer Innenseite

Besonders deutlich wird dies bei in der Frequenz stark schwankenden Geräuschen. Stimmen, Kindergeschrei oder Musik aus der Umgebung werden nur unzureichend isoliert und bleiben nahezu auf dem gleichen Lautstärkelevel. Für diese Preisklasse kann man mit der Leistung jedoch zufrieden sein, da ein spürbarer Effekt vorhanden ist. Mehr darf man hier schlichtweg nicht erwarten.

Komfort Top, Mikrofon Flop

Was den Sitz angeht, machen die Tribit QuietPlus 81 einen guten Job. Mit einem Gewicht von 283 Gramm sitzen sie bequem auf dem Kopf. Dank des weichen Kopfpolsters am Bügel und der Ohrpolster, die sich gut an die Kopfform anpassen, hatte ich selbst bei längerem Tragen keinerlei Probleme mit drückenden Stellen und das obwohl ich Brillenträger bin.

Tribit QuietPlus 81 Tragekomfort

Beim Headset sieht es leider weniger rosig aus. Wie bei einem so günstigen Modell zu erwarten, ist das Headset nur bedingt brauchbar. Die Stimme klingt im Gespräch verzerrt und dumpf. Zwar werden Umgebungsgeräusche etwas reduziert, aber nie vollständig ausgeblendet. Sobald die Geräusche in der Umgebung eine gewisse Lautstärke überschreiten, können sie das Gespräch so massiv stören.

Dementsprechend sind die QuietPlus 81 nicht die richtige Wahl für Personen, die viel telefonieren, und erst recht nicht für Gespräche im beruflichen Kontext geeignet. Wenn man zu Hause ist oder mal ein kurzes Telefonat entgegennimmt, geht das in Ordnung, für alles andere ist die Qualität nicht ausreichend.

Bedienung & App-Features

Die physische Steuerung erfolgt über drei Bedienknöpfe direkt am Hörer: Ein dedizierter ANC-Knopf erlaubt das Durchschalten der verschiedenen Modi. Über den Lautstärke-Knopf wird per kurzem Drücken die Lautstärke erhöht, während ein Drücken und Halten sie verringert. Der An/Aus-Knopf dient neben dem Ein- und Ausschalten des Kopfhörers auch als Play/Pause-Taste bei einem kurzen Druck.

Tribit QuietPlus 81 Knoepfe

Für diesen Preisbereich ungewöhnlich ist eine Touchfläche auf dem rechten Hörer. Über die App lassen sich für ein-, zwei- oder dreimaliges Berühren verschiedene Funktionen zuweisen, wie der X-Bass Modus aktivieren oder Sprachassistent starten. Durch Berühren und Halten wird in den Transparenzmodus gewechselt, wobei dieser im Test leider nicht besonders gut ausfällt.

Die begleitende Tribit App liefert einen soliden Funktionsumfang:

  • ANC-Steuerung: Einfaches Durchschalten der Modi.
  • Equalizer: Auswahl aus sieben Presets oder individuelle Anpassung via 10-Band-Fader.
  • Game Modus: Aktivierung eines Modus für niedrigere Latenz.
  • Gehörschutz: Begrenzung der maximalen Lautstärke auf 85 dB.
  • Zusatzoptionen: Deaktivierung des Feedback-Sounds sowie Installation von Firmware-Updates.

Insgesamt ist der App-Umfang und insbesondere das Touchpanel eine nette Besonderheit, mit der ich in dieser Preisklasse nicht gerechnet hätte. In der Praxis funktioniert das Touch-Panel jedoch nicht ganz so zuverlässig und bietet für mich im Alltag kaum einen spürbaren Mehrwert.

Bluetooth 6 ohne Hi-Res Codec

Technisch setzen die Tribit QuietPlus 81 auf einen Bluetooth 6 Chipsatz. Bei den Audio-Codecs müssen wir uns mit dem Standard begnügen. Unterstützt werden lediglich AAC. und SBC-Standard-Codec. Ein hochauflösender Codec, wie zum Beispiel LDAC fehlt, was in dieser Preisklasse jedoch kein Nachteil ist.

In Sachen Verbindungsstabilität schlägt sich der Kopfhörer ordentlich. Auf freier Fläche bleibt die Verbindung zum Smartphone bis zu einer Distanz von etwa 15 Metern stabil. In geschlossenen Räumen reduziert sich diese Reichweite natürlich etwas, abhängig davon, wie massiv die zu überbrückenden Wände sind – ein Verhalten, das jedoch völlig im Rahmen des Üblichen liegt.

Power (fast) ohne Ende!

In Sachen Ausdauer ist der Hersteller transparent und gibt an, dass man bei einer Lautstärke von 50 % auf 70 Stunden mit aktiviertem ANC und satte 110 Stunden ohne ANC kommen soll. Genaue Angaben zur Akkukapazität fehlen zwar, doch die Laufzeit ist dennoch ein echtes Highlight. Im eigenen Test konnte ich bei gemischter Nutzung und eingeschaltetem ANC eine Spielzeit von etwa 55 Stunden erreichen. Das liegt zwar unter den Herstellerangaben, bedeutete aber in der Praxis, dass es über eine Woche dauerte, bis der Akku tatsächlich leer war.

Diese Laufleistung ist beeindruckend, da die QuietPlus 81 hier sogar viele Flaggschiff-Modelle alt aussehen lassen, die oft nur zwischen 30 und 40 Stunden schaffen.

Tribit QuietPlus 81 Anschluesse

Auch beim Laden gibt es eine Schnellladefunktion: Laut Hersteller reichen 10 Minuten an der Steckdose für bis zu 5 Stunden Musik (ohne ANC, 50 % Lautstärke). In meinem Test ergaben diese 10 Minuten Ladezeit etwa 2 Stunden Spielzeit, allerdings mit einer gemischten Lautstärke und aktiviertem ANC – was immer noch ein sehr guter Wert ist. Aufgeladen wird das Gerät bequem via USB-C Kabel.

Fazit

Die Tribit QuietPlus 81 sind ein klassisches Beispiel dafür, wo man bei einem extrem geringen Budget die richtigen Prioritäten setzen muss. Besonders beeindruckt haben mich die phänomenale Akkulaufzeit, der gute Tragekomfort und die Tatsache, dass ein Klinkenanschluss verbaut wurde. Auch die Bedienmöglichkeiten sind insgesamt gut gelöst, auch wenn die Touch-Fläche in der Praxis gelegentlich etwas „zickig“ reagiert.

Aber natürlich muss man zu dem Preis auch Abstriche machen. Das ANC ist nur moderat wirksam, was man in dieser Preisklasse jedoch bereits einplanen muss. Das Headset ist praktisch unbrauchbar und für ernsthafte Telefonate nicht geeignet.

Für preisbewusste Nutzer, die sich selbst nicht als audiophil bezeichnen würden und mit einem soliden, ausgewogenen Klangbild zufrieden sind, bieten die QuietPlus 81 ein durchaus attraktives Paket, wenn man das ANC als nette Zusatzfunktion versteht. Auch als robuster Zweitkopfhörer für unterwegs sind sie definitiv eine Überlegung wert.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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Kommentare (1)

  • Profilbild von Ulrich Döhner
    0 # 19.04.26 um 19:43

    Ulrich Döhner

    Der angezeigte Preis bei Amazon ist nicht 39,99 EUR, sondern 49,99 EUR. Damit ist der Bericht wohl so ziemlich hinfällig…

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