Kabellos laden durch 60 mm Tischplatten – Qi-Charger „VORO“ verspricht Unglaubliches

Es klang unglaublich – und Kickstarter sieht das anscheinend auch so. Aus nicht näher bekannten Gründen wurde die Kampagne für den Voro-Charger eingestellt bzw. „die Finanzierung […] ausgesetzt“. Bisherige Unterstützer sollen ihr Geld wiederbekommen können.

Das Handy einfach auf dem Tisch ablegen und wie von Zauberhand lädt sich der Akku auf. Möglich machen soll das ein kabelloses Ladegerät, das unter dem Tisch versteckt angebracht ist und bis zu 6 cm dicke Tischplatten durchdringt.

Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.

Der unsichtbare Charger macht jede Ablage zum Lade-Pad

Beim kabellosen Laden per „Qi“-Technologie wird das Smartphone einfach auf die Ladefläche gelegt. Man hat ein bisschen Spielraum und Handyhüllen sind in der Regel kein Problem, da es keinen direkten Kontakt braucht. Der Hersteller des Voro-Charger verspricht aber scheinbar Unglaubliches: Das Ladegerät soll bis zu 6 cm dicke Tischplatten durchdringen können.

Voro Qi Charger 60 mm Reichweite 1
Der Charger ist unsichtbar, doch das Handy lädt.

Der Qi-Charger selbst wird dabei unter der Tischplatte angebracht, und zwar so, dass er von oben unsichtbar ist. Das dafür notwendige Kabel wird ebenfalls unter dem Tisch verlegt. Möchte man nun das Handy oder ein anderes, Qi-fähiges Gerät laden, legt man es einfach an der entsprechenden Stelle auf den Tisch. Das Ladegerät wird automatisch erkannt und der Ladevorgang beginnt.

Voro Qi Charger  2

Laut Hersteller sollen sowohl Holz und Glas als auch Arbeitsplatten aus Stein durchdrungen werden können. Unterstützt werden explizit iPhones, Samsung-Smartphones und andere Qi-fähige Geräte wie Kopfhörer-Ladeboxen. Geladen wird mit einer Leistung von bis zu 15 Watt. Um Wärmebildung im Charger zu reduzieren, ist diese mit einem Lüfter ausgestattet, der die Abwärme nach unten abführt.

Eine weitere Besonderheit: Die effektive Fläche, auf der das zu ladende Gerät erkannt wird, soll einen Durchmesser von 10 Zentimetern haben. Es ist dann nicht notwendig, das Smartphone präzise auszurichten und nach dem richtigen Spot zu suchen.

Voro Qi Charger 60 mm Reichweite Eigenschaften

Gibt es einen Haken?

Das klingt insgesamt fast zu gut, um wahr zu sein – und der Hersteller selbst nennt ein paar Einschränkungen. So ist eine wirklich freie Platzierung des Handys beim Laden nur mit dem optionalen Lade-Pad möglich, das auf der Tischplatte platziert wird. Wie einige Supporter der Kampagne in den Kommentaren korrekt anmerken, ruiniert das den „unsichtbaren“ Charakter der Installation.

Voro Qi Charger 60 mm Reichweite 4
Mit Ladepad ist es schon deutlich weniger besonders

Ohne dieses Lade-Pad wiederum sei es nötig, das Smartphone recht präzise über dem Charger zu platzieren. Selbst das sei nur bis etwa 4 cm Dicke zu empfehlen. Von 4 bis 6 cm würde die Leistung dann so stark abnehmen, dass man dringend zum Lade-Pad rät.

Auch ist nicht klar, wie viel Leistung letzten Endes am Gerät ankommt. 15 Watt werden als Höchstleistung angegeben, denkbar ist aber, dass bei fast sechs Zentimetern Massivholz kaum 5 Watt das Smartphone erreichen und der Akku sehr langsam lädt. Das ist schwer vorherzusagen und dürfte je nach Dicke und Material variieren.

Bei aller Kritik und berechtigter Sorge sollte man aber bedenken, dass viele Tischplatten deutlich dünner sind. Sechs Zentimeter sind der Höchstwert und ein unter dem 1,5 cm dünnen Nachttisch angebrachter Charger sollte deutlich weniger Probleme haben.

Cooles Konzept, das seinen Preis hat

Bleibt noch der Preis. Der liegt bereits während der Kampagne bei rund 60 Euro. Wie es sich für eine Crowdfunding-Kampagne gehört, gibt es auch einiges an optionalem Zubehör. Die „Schiene“, die im Video und auf einigen Bildern zu sehen ist und an der man den Charger unter der Tischplatte entlang bewegen kann, kostet nochmal 19 Dollar extra. Auch ein Netzstecker ist nicht mit im Standard-Paket inbegriffen; diesen muss man ebenfalls zusätzlich erwerben.

Voro Qi Charger  1

Die Kampagne auf Kickstarter läuft noch bis Ende Juni. Anschließend soll die Produktion beginnen und die Charger ab August 2026 verschickt werden. Man kann zwischen zwei Farbvarianten wählen, was ein bisschen unnötig erscheint bei einem Gerät, dass versteckt installiert wird.

Voro Qi Charger 60 mm Reichweite 5

Vorausgesetzt es funktioniert, wie versprochen, handelt es sich um ein wirklich cooles Konzept. Direkt haben wir die Vorstellung im Kopf, einfach unter jedem zweiten Tisch oder Ablage in der Wohnung so einen Charger zu installieren. Handy oder Kopfhörer einfach nur irgendwo ablegen zu müssen, um sie zu laden, klingt doch echt praktisch. Und sicherlich bringt einem das ein paar erstaunte Blicken von Besuchern ein, wenn der Couchtisch auf einmal das Handy auflädt.

Was wären eure Ideen, den Charger bestmöglich einzusetzen, und haltet ihr den Kampagnenpreis von rund 60 Euro für fair?

b8cb20a80b2b42ed934ed6d62e271d14 Hier geht's zum Gadget

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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Kommentare (8)

  • Profilbild von jürx
    0 # 13.06.26 um 17:10

    jürx Gadget-Nerd

    Nachttisch sollte doch meistens 19mm sein, inkl. Furnier. aber mit 15w, das auch nur als "höchstes der Gefühle"

  • Profilbild von gasner
    0 # 13.06.26 um 21:26

    gasner

    geht das auch mit einem Secretlab Magnus Pro? ist aus Metal

  • Profilbild von jodocus
    0 # 14.06.26 um 00:30

    jodocus

    sowohl Holz und Glas als auch Arbeitsplatten aus Stein…

    Man kann zwischen zwei Farbvarianten wählen, was ein bisschen unnötig erscheint bei einem Gerät, dass versteckt installiert wird.

    Versteckt unter Glas?

    • Profilbild von Jens
      0 # 15.06.26 um 07:50

      Jens CG-Team

      Guter Punkt, allerdings würde ich sagen, dass es unter einem Glastisch so oder so nicht gut aussehen wird. Da der Charger nicht versteckt ist, kann man ihn auch gleich auf die Tischplatte legen.

  • Profilbild von mw
    0 # 14.06.26 um 09:48

    mw

    Bei 60mm Holz (dielektrisches Material) dürften bestenfalls 10-15% der vom Sender aufgenommenen Energie im Empfänger (Handy) ankommen.
    Aus 30W Anschlussleistung werden dann gerade mal 3-5W echte Ladeleistung.
    Das Ding taugt dann nur als teure Heizung, weil der Rest halt in Wärme umgewandelt und abgestrahlt wird.

    Dinge, die der Mensch nicht braucht, von der Umwelt ganz zu schweigen.

    • Profilbild von Julius12
      0 # 15.06.26 um 22:43

      Julius12

      Ah oh. ja die 3€ strom im jahr. Auwei.

      Also ich denk 6CM ist schon eine ansage das da überhaupt noch was ankommt. Die meisten platten sind ja Deutlich dünner. Ganz davon abgesehen QI lädt über zeit und immer wenn man es nicht in der hand hat.
      Deswegen reichen sogar 5W wenn man feste spots in jedem zimmer hat.

  • Profilbild von UmstrittenerNutzer
    0 # 15.06.26 um 06:29

    UmstrittenerNutzer

    Mein Büroschreibtisch ist aus Holz und 2,4 cm dick.

    Viel wichtiger als Wattzahl und Leistung ist aus meiner Sicht jedoch die technische Entwicklung.
    2010 wurde Qi mit 5W vorgestellt.
    2023 erweitert auf 15W und Integration von Apple MagSafe
    2025 vorgestellt für 25W

    Wieviel Jahre wird es brauchen bis zu 30W oder 40W?
    Ich vermute, keine zehn bevor die 100W-Marke geknackt wird.

    Die Idee gefällt mir. Der französische Hersteller Z…irgendwas bietet ein ähnliches Konzept.
    Aber durch die physikalischen Limitierungen durch die Tischplatte sind 15W noch zu wenig.

  • Profilbild von julius12
    0 # 15.06.26 um 22:44

    julius12

    Na das nenn ich mal eine schicke idee.
    Die leute mit minimalen Schreibtischen werden es lieben.
    Allerdings halt auch echt der kickstarter preis. wenn das ding am ende 30€ kostet ist das auch noch genug.

    Aber schöne idee. Mal gucken wie sich das ding dann in den ersten echten Test schälgt.

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