Xiaomi Smart Band 11 vorgestellt: Reicht das für ein Upgrade?
Xiaomi schickt mit dem Xiaomi Smart Band 11 und dem Xiaomi Smart Band 11 NFC die neueste Generation seines Dauerbrenners auf den Markt. Der Fitnesstracker will mit einem leicht schlankeren Gehäuse, deutlich gesteigerter Helligkeit und vertieften Schlaffunktionen punkten. Auf dem Papier ein solides Update, doch echte Innovationen sucht man mal wieder mit der Lupe.
Inhalt
Technische Daten: Xiaomi Smart Band 11 vs. Xiaomi Smart Band 11 NFC
| Spezifikation | Xiaomi Smart Band 11 (Standard) | Xiaomi Smart Band 11 NFC (inkl. Keramik / Vollmetall) |
|---|---|---|
| Gewicht (ohne Armband) | 15,58 g | 16,00 g (NFC) 16,57 g (Vollmetall) 21,45 g (Keramik) |
| Abmessungen (B x H x T) | 47,44 × 23,66 × 9,99 mm | 47,44 × 23,66 × 9,99 mm (NFC & Vollmetall) 47,76 × 23,89 × 9,99 mm (Keramik) |
| Gehäusematerial | Aluminiumlegierung + hochfestes Faserpolymer | Aluminiumlegierung oder Keramik + hochfestes Faserpolymer |
| NFC-Funktionen & Autoschlüssel | Nicht vorhanden | Ja (NFC-Kartenbörse, digitaler Autoschlüssel für Xiaomi/BYD) |
| Akkulaufzeit (Maximalmodus) | Bis zu 21 Tage | Bis zu 18 Tage |
| Akkulaufzeit (Normaler Modus) | Bis zu 12 Tage | Bis zu 12 Tage |
| Akkulaufzeit (Always-On-Display) | Bis zu 7 Tage | Bis zu 6 Tage |
| Sprachassistent (Xiao AI) | Nicht unterstützt | Unterstützt |
| Display | 1,72 Zoll AMOLED, 212 × 520 Pixel, 2.000 nits Spitzenhelligkeit, automatische Helligkeitsregelung, 2.5D Glas | |
| Akku & Ladezeit | 233 mAh Lithium-Polymer-Akku, ca. 90 Minuten Ladezeit | |
| Sensoren & Vibration | Dual-LED PPG-Sensor (Herzfrequenz, SpO2, Schlaf-HRV), Beschleunigung, Gyroskop, Kompass, Umgebungslicht, linearer Vibrationsmotor | |
| Konnektivität & App | Bluetooth 5.4, Mi Fitness App | Bluetooth 5.4, NFC, Mi Fitness App |
| Sport- & Gesundheitsfunktionen | Über 150 Sportmodi, Laufkurse, BT-Herzfrequenzübertragung an Fahrradcomputer, Stressmessung, Zyklustracking | |
| Wasserdichtigkeit | 5 ATM (geeignet zum Schwimmen) | |
| Systemkompatibilität | Android 8.0 oder höher, iOS 14.0 oder höher | |
| Preis (China Launch) | 289 Yuan (ca. 37 €) | 339 Yuan (ca. 43 €) |
Schlankeres Gehäuse trifft auf 2.000 nits Spitzenhelligkeit
Riesige Neuerungen vermisst man beim Xiaomi Band eigentlich schon seit Jahren, und daran ändert sich auch dieses Mal nichts. Xiaomi setzt erneut auf das vertraute Format mit einem 1,72 Zoll großen AMOLED-Display, das mit 212 × 520 Pixeln auflöst und von gleichmäßigen, 2,0 mm dünnen Displayrändern eingefasst wird. Beim Bildschirm gibt es immerhin einen sichtbaren Fortschritt. Die Spitzenhelligkeit klettert auf satte 2.000 nits, was ein Upgrade von 500 nits gegenüber den 1.500 nits des Vorgängers darstellt. Damit lässt sich das Band selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen.
Am Gehäuse hat Xiaomi ebenfalls ein wenig gefeilt. Der Tracker speckt minimal ab und ist mit 9,99 mm Bauhöhe rund 9 Prozent dünner geworden. Auch das Gewicht fällt mit 15,58 g beim Standardmodell beziehungsweise 16 g bei der NFC-Version extrem leicht aus, womit das Band am Handgelenk kaum auffallen dürfte. Neben dem normalen Rahmen aus einer Aluminiumlegierung gibt es auch wieder einen Rahmen aus Keramik. Wer Wert auf Optik legt, bekommt zudem eine ganze Palette an neuen Armbändern serviert, darunter Versionen aus geflochtenem Leder, 3D-Strickseide oder mit Magnetverschluss.
Schlaf-HRV & gewohnte Sensorkost
Unter der Haube verrichtet ein überarbeiteter PPG-Sensor mit dualen LEDs seinen Dienst. Neben den üblichen Standards wie der ganztägigen Messung von Herzfrequenz, Blutsauerstoff (SpO2) und Stress rückt Xiaomi nun die Herzfrequenzvariabilität in den Fokus. Über das neue Schlaf-HRV-Tracking soll die nächtliche Erholung noch genauer analysiert werden, woraus das System zusammen mit KI-gestützten Algorithmen entsprechende Schlaftrends und Ratschläge leitet.
Sportbegeisterten stehen weiterhin über 150 Sportmodi sowie integrierte Laufkurse zur Verfügung. Dank einer Wasserdichtigkeit von 5ATM lässt sich das Band auch problemlos beim Schwimmen tragen, wobei der integrierte 9-Achsen-Sensor sogar Bahnen und Schwimmstile erkennt. Wer auf dem Rennrad unterwegs ist, kann die Herzfrequenz zudem über die Bluetooth-Herzfrequenzübertragung an kompatible Fahrradcomputer funken.
Gekoppelt wird das Ganze über Bluetooth 5.4 mit der Xiaomi-Home- oder Mi-Fitness-App. Über HyperOS lassen sich Smart-Home-Geräte steuern, und die NFC-Version fungiert in China gewohnt als digitaler Autoschlüssel für Xiaomi- oder BYD-Fahrzeuge. Selbst an eine verbesserte Apple-Kompatibilität mit Kurzbefehlen und geteilten Benachrichtigungen hat man gedacht.
Akkulaufzeit stagniert und die Ladezeit wird länger
Beim Akku bleibt auf den ersten Blick alles beim Alten, denn Xiaomi verbaut erneut eine Kapazität von 233 mAh. Im maximalen Stromsparmodus hält der Tracker laut Datenblatt weiterhin bis zu 21 Tage beim Standardmodell und bis zu 18 Tage bei der NFC-Version durch. Schaltet man die Sensoren in den normalen Alltagsmodus, landet man bei rund 12 Tagen Laufzeit.
Wer das Always-on-Display (AOD) aktiviert, muss sich allerdings mit etwas weniger Puste arrangieren. Hier gibt Xiaomi nun 7 Tage für das Standardmodell und 6 Tage für die NFC-Variante an, womit die Laufzeit im AOD-Betrieb wohl eine knappe Stunde, beziehungsweise etwas kürzer, ausfällt als noch beim Band 10. Wirklich ärgerlich ist aber ein anderes Detail: Trotz des identisch großen Akkus dauert das vollständige Aufladen nun rund 90 Minuten. Das sind glatte 30 Minuten länger an der Ladestrippe als zuvor. Ein klarer Rückschritt, den man im Alltag halt hinnehmen muss.
Solide Modellpflege ohne Mut zum Risiko
Xiaomi ist mit seiner Band-Reihe mittlerweile wohl genau an dem Punkt angekommen, an dem der Hersteller sein möchte. Das Produkt ist ausgereift, weshalb man grundlegende Innovationen gar nicht mehr erst versucht. Andere Ideen lagert man scheinbar lieber in die zahlreichen Ableger wie die Pro- oder Active-Modelle aus.
Wer aktuell noch gar keinen Tracker besitzt oder von einer uralten Generation kommt, macht mit dem Smart Band 11 sicherlich nichts verkehrt. Solltet ihr jedoch vor der Kaufentscheidung stehen und der Vorgänger ist mit spürbarem Preisvorteil zu haben, könnt ihr absolut getrost zum älteren Modell greifen.
Etwas schade ist die Ideenlosigkeit aber schon. Wäre es für Xiaomi nicht mal wieder an der Zeit, „Back to the roots“ zu gehen? Ein komplett displayloses Fitnessband liegt durch Hersteller wie Whoop gerade extrem im Trend, und auch ein energieeffizientes E-Ink-Display wäre doch mal ein spannendes Experiment wert gewesen. In China startet das Band 11 ab sofort für umgerechnet knapp 37 Euro (289 Yuan), die NFC-Variante liegt bei rund 43 Euro (339 Yuan). Ein Marktstart in Deutschland ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, ein genaues Datum oder einen Zeitraum gibt es aktuell aber noch nicht.
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