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Bambu Lab UV-Drucker bestätigt: Nächster Schritt zur Maker-Monopolstellung?

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Es gibt Unternehmen, die sich auf eine einzige Nische konzentrieren. Und dann gibt es Bambu Lab. Der Hersteller hat den 3D-Drucker-Markt in den letzten Jahren komplett auf links gedreht. Erst vor wenigen Tagen berichteten wir über die Ankündigung des Bambu Lab R1 Laser-Engravers. Doch damit nicht genug: Die Chinesen haben gegenüber dem Portal All3DP nun offiziell bestätigt, dass sie an einem eigenen Desktop-UV-Drucker arbeiten. Damit nimmt Bambu Lab eine dritte Technologie-Säule ins Visier und bläst einmal mehr zum Angriff auf xTool und EufyMake.

Exkurs: Wie funktioniert ein UV-Drucker?
Ein UV-Drucker funktioniert im Kern wie ein klassischer Tintenstrahldrucker, nutzt aber flüssige Kunstharz-Tinte. Diese wird mikrometergenau auf das Objekt gesprüht und sofort von einer mitfahrenden UV-LED-Lampe ausgehärtet. Die Farbe trocknet nicht an der Luft, sondern wird durch das UV-Licht blitzschnell fest, wodurch sie nicht ins Material einzieht oder verläuft. So könnt ihr nahezu jedes Material gestochen scharf bedrucken – von Holz über Acryl bis hin zu Metall oder Leder. Durch mehrere Druck-Durchgänge lassen sich sogar spürbare 3D-Reliefs erzeugen.

Marktanalyse: EufyMake und xTool legen vor

Genau wie damals beim 3D-Druck schrumpft diese teure Industrie-Technik (die bisher eher in großen Druckereien zu finden war) nun auf Schreibtisch-Format. Und das Interesse aus der Community ist definitiv gegeben. Das hat uns auch nochmal eine Produktvorstellung von xTool, auf der wir kürzlich in Berlin waren, deutlich vor Augen geführt.

Als EufyMake (ehemals AnkerMake) letztes Jahr den EufyMake E1 UV-Harzdrucker für knapp 2.020 Euro auf Kickstarter stellte, sammelte die Kampagne unfassbare 45 Millionen US-Dollar ein. Der Hersteller lockte mit automatischer Positionierung und einer Selbstreinigungsfunktion, um den leidigen Wartungsaufwand zu minimieren. Unser Test zum EufyMake E1 hat dann auch das Potenzial der Technologie, aber eben auch deren Kinderkrankheiten und insbesondere hohen Folgekosten zu Tage gefördert.

EufyMake E1 Aufmacher

Kurz darauf zog die Lasercutter-Schmiede xTool mit dem O1 Omni Printer nach. Das ab 1.549 Euro erhältliche Gerät kombiniert direkten UV-Druck mit dem Bedrucken von Textilien (DTG) und Transferfolien (UV-DTF). Auch hier waren wir nach einem ersten Hands-On zum xTool Omni O1 angetan, aber noch skeptisch, inwieweit sich diese immer noch teure Nische durchsetzen würde, die übrigens auch vom Longer ePrint bedient wird.

xTool O1 Omni Printer Aufmacher

Was plant Bambu Lab konkret?

Gegenüber dem Portal All3DP bestätigte Nadia Yaakoubi (PR-Chefin bei Bambu Lab) das Vorhaben nun ganz offiziell. Ihr zufolge sei es von Anfang an die Vision des Unternehmens gewesen, ein ganzheitliches persönliches Fertigungszentrum zu schaffen. Genau deshalb habe man neben dem 3D-Druck auch die Laser- und UV-Drucker-Produktlinien aufgebaut.

Bambu Lab R1 Teaser
Bambu Lab: Erst 3D-Drucker, dann Laser, jetzt UV-Drucker

Bislang gibt es weder offizielle Bilder, noch ein Veröffentlichungsdatum oder konkrete Specs zum Bambu-UV-Drucker. Chinesische Medien berichten jedoch, dass Bambu Lab aktuell verstärkt Ingenieure mit Erfahrung bei Druckköpfen (Epson, Ricoh), Tintenstrahl-Steuerungen und Tintenwegen einstellt. Man will die Fehler der Vergangenheit offenbar vermeiden: Ein UV-Drucker ist extrem anfällig für verstopfte Düsen und das Absetzen von weißen Farbpigmenten.

Einschätzung: Innovation vs. Marktmacht

Bambu Lab hat FDM-Drucker nicht erfunden, aber man hat Geschwindigkeit, Automatisierung und Bedienkomfort perfektioniert und damit etablierte Hersteller vom Thron gestoßen (den sogenannten „Bambu-Effekt“). Wenn es also gelingt, die komplexe und fehleranfällige Wartung von UV-Tinte zu automatisieren und in das Gehäuse eines erschwinglichen Desktop-UV-Druckers zu packen, müssen sich xTool und EufyMake warm anziehen.

Die Vision, einen kompletten „Maker-Hub“ mit allen relevanten DIY-Werkzeugen aus einer Hand zu liefern, wird mit dieser Produktkategorie überdeutlich. Doch einen faden Beigeschmack hat das für uns auch: Angesichts von Bambu Labs bekanntem Monopol-Gebaren und dem fragwürdigen Umgang mit Open-Source-Lizenzen sehen wir diesen Trend zur absoluten „Maker-Herrschaft“ mit Sorge. Wenn ein einziges, geschlossenes Ökosystem bald den 3D-Druck, das Lasercutting und den UV-Druck dominiert, bedeutet das Monopolstellung. Und ein Monopol ist niemals gesund für den Markt.

Wie seht ihr die rasante Expansion von Bambu Lab? Freut ihr euch auf ein perfekt abgestimmtes Ökosystem für eure Werkstatt, oder bereitet euch die Marktmacht des Herstellers allmählich Bauchschmerzen? Schreibt es in die Kommentare!

Quellen:

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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