Hands-On

Xiaomi Enchen Beardo 3 im Hands-On: Wie gut ist ein 16€-Budget-Barttrimmer?

Enchen-Beardo-3-Hands-On-Aufmacher

Mein Xiaomi Grooming Kit Pro (Kostenpunkt damals: 40€) hat nach nur zwei Jahren den Geist aufgegeben. Ehrlich gesagt: Das ist wirklich enttäuschend. Eigentlich wollte ich nun tiefer in die Tasche greifen und mir einen hochwertigen Braun Series 9 Trimmer besorgen. Doch dann fiel mir der Enchen Beardo 3 ins Auge. Ein Haarschneider mit Aufsätzen, dem für mich sehr wichtigen USB-C-Anschluss, Display und kräftigem Motor – und das für unfassbare 16€? Da ich meinen tiefschwarzen Bart ohnehin meist nur auf 3-Tage-Stoppeln trimme, musste ich dieses Low-Budget-Gerät aus dem Xiaomi-Ökosystem einfach ausprobieren.

Enchen Beardo 3 Barttrimmer:

Kurzfazit zum Enchen Beardo 3

Für unter 20 Euro liefert der Enchen Beardo 3 beim Ausprobieren eine erstaunlich solide Rasur ab. Der integrierte Akku mit USB-C, das Display und die ordentliche Motorleistung überzeugen im Alltag. Ein genialer Vorteil gegenüber Marken-Systemen wie dem Philips OneBlade: Es gibt keine teuren Ersatzklingen. Abstriche müsst ihr bei der Haptik (Plastikgeruch), der fummeligen Reinigung unter der Klinge und den potenziell bruchanfälligen Kammaufsätzen machen. Dennoch bleibt der Trimmer ein exzellenter Budget-Allrounder für simple 3-Tage-Bärte.

  • Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Selbstschärfende Klingen, keine teuren Ersatzklingen nötig
  • USB-C Anschluss & LED-Akkustandsanzeige
  • Gute und homogene Schnittleistung (ohne Aufsatz)
  • Kammaufsätze mit anfälligen Sollbruchstellen
  • Gehäuse riecht anfänglich nach billigem Kunststoff
  • Reinigung unter der Klinge recht fummelig
  • Keine feineren Längen-Abstufungen zwischen 0,5 und 3 mm

Wer schreibt diesen Test?

ThommyIch bin Thommy und ich begeistere mich für Smart Home, Dashcams & Co. Meine Leidenschaft sind aber FDM 3D-Drucker, seitdem mir meine Frau (natürlich die beste) 2018 einen Anycubic Mega-S geschenkt hat.

Technische Daten: Das steckt im Barttrimmer

FeatureEnchen Beardo 3
Motorleistungca. 7.000 bis 8.000 U/Min (Vibrationsmotor, 5W)
Schnittlänge0,5 mm (ohne Kamm)
Kammaufsätze4 Stück (3 mm, 6 mm, 9 mm, 12 mm)
KlingenEdelstahl, selbstschärfend (Nass- und Trockenbetrieb möglich)
Akku & LadenBis zu 120 Minuten Laufzeit / 1,5 Std. Ladezeit via USB-C
AnzeigeLED-Display (Akkustand / Ladeindikator)
Maße & Gehäuse32 x 168 mm / Kunststoff (teilweise Hochglanz)
LieferumfangTrimmer, 4 Aufsätze, USB-C-Kabel, Pflegeöl, Quick-Start-Guide

Wer ist Enchen überhaupt?
Euch sagt der Markenname nichts? Enchen ist ein aufstrebendes Unternehmen, das tief im Xiaomi-Ökosystem verwurzelt ist. Die Marke startete ursprünglich auf der Crowdfunding-Plattform Xiaomi Youpin und hat sich auf extrem preiswerte, aber funktionale Pflege- und Beauty-Gadgets (Rasierer, Haartrockner, Seifenspender) spezialisiert. Man kauft hier also keinen namenlosen Elektroschrott, sondern profitiert von Xiaomis strengen Vorgaben für Zulieferer in Sachen Akkutechnik und Fertigung – auch wenn beim Zubehör knallhart gespart wird.

Enchen Beardo 3 Hands On Verpackung

Unboxing & Haptik: Das solltet ihr wissen

Die Lieferung via AliExpress dauerte wie gewohnt knapp eine Woche. Die äußere Verpackung macht optisch einiges her, doch beim Öffnen wird sofort klar, wo der Preis herkommt. Das Innenleben besteht aus extrem billigem Tiefzieh-Plastik. Neben dem Rasierer liegen das USB-C-Kabel, ein kleiner Quick-Start-Guide und etwas Pflegeöl bei. Nehmt ihr den Trimmer das erste Mal in die Hand, weht euch ein Kunststoffgeruch entgegen. Die günstige Herkunft lässt sich in diesem Fall nicht übersehen, pardon, ähm…überriechen.

Enchen Beardo 3 Hands On Verpackung Lieferumfang

Der Bartschneider selbst liegt dank seiner ergonomischen Form sehr gut und griffig in der Hand. Die Verarbeitung ist für diese Preisklasse ordentlich. Allerdings wirkt der untere Bereich des Griffs durch das stark glänzende Material eher wie „Klavierlack gewollt, aber nicht gekonnt“ und zieht Fingerabdrücke sofort an.

Ein kleines Highlight für 16 Euro ist beim Anschalten hingegen das kleine LED-Display, das euch den Akkustand anzeigt, sowie der moderne USB-C-Ladeport an der Unterseite.

Die Aufsätze: Tickende Sollbruchstelle?

Im Lieferumfang liegen vier Kammaufsätze bei (3, 6, 9 und 12 mm). Hier habe ich direkt den ersten Kritikpunkt: Da der Rasierer ohne Aufsatz auf minimal 0,5 mm trimmt, hätte ich mir eine feingranuliertere Abstufung (z. B. 1 mm oder 2 mm) für den perfekten Stoppel-Look gewünscht.

Noch kritischer sehe ich die Konstruktion der Aufsätze. Diese werden erst vorne über den Scherkopf gestülpt und dann mit einem Kunststoff-Haken unten am Gehäuse fixiert. Wechselt ihr die Aufsätze öfters, ist dieser Haken eine tickende Sollbruchstelle.

Enchen Beardo 3 Hands On Kamm Clip

Der Härtetest: Dichter 6-Tage-Bart trifft auf selbstschärfende Edelstahlklinge

Für das Hands-On habe ich meinen dichten, schwarzen Bartwuchs sechs Tage lang nicht rasiert. Zuerst habe ich den 3-mm-Aufsatz getestet, der bei mir aber kaum nennenswert Barthaare abgetragen hat. Da mein bevorzugter 3-Tage-Bart-Look sowieso eigentlich 0,2 bis maximal 0,4 Millimeter verlangt, habe ich direkt mit der nackten selbstschärfenden Klinge getrimmt (0,5 mm).

Enchen Beardo 3 Hands On Haptik

Das Ergebnis? Für den aufgerufenen Preis absolut okay! Haarschneidemaschinen haben es bei meinem dichten Haarwuchs grundsätzlich schwer, aus dem Stand ein homogenes Bild zu kreieren. Nach jeweils zwei Durchgängen – einmal mit und einmal gegen die Wuchsrichtung – liefert der Enchen Beardo 3 aber ein recht homogenes Schnittbild.

Als Schulnote würde ich eine 2- oder gute 3+ vergeben. Lediglich an den typischen neuralgischen Stellen (Kinnbereich oder am Übergang vom Hals zum Gesicht) blieben vereinzelte, etwas längere Stoppeln stehen. Im Vergleich zu meinem alten Xiaomi-Rasierer wird die Klinge nach einiger Zeit einen Ticken wärmer, was mich im Gesicht aber nicht gestört hat.

Ein Abzug in der Usability-Note zeigt sich erst nach der Rasur. Direkt unterhalb der Klinge befindet sich ein recht offener Hohlraum, in dem sich  viel Schmutz und Haare sammeln. Klar, man kann das unter Wasser ausspülen oder freipinseln, aber diese kleine Schmutzfalle ist etwas unglücklich gelöst.

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Enchen Beardo 3: Ein Budget-Tipp mit Kompromissen

Der Enchen Beardo 3 ist natürlich weit weg von perfekt. Kompromisse muss man hier einfach allein schon wegen des Preises eingehen. Den idealen, extrem kurzen 3-Tage-Bart-Look kreiere ich so nicht, und der anfängliche Plastikgeruch sowie die fummelige Reinigung trüben das Erlebnis leicht.

Dennoch: Für knapp 16 Euro bekommt ihr hier einen echten Allrounder mit USB-C, gutem Akku und einer Klinge, die sich ohne teure Ersatzteile tapfer durch dickes Haar beißt. Wer im absoluten Low-Budget-Bereich einen Trimmer für den Hausgebrauch sucht, gleichzeitig nicht die höchsten Ansprüche an Style oder Bart(muster) hat, der ist mit dem Enchen Beardo 3 für diesen Preis gut beraten.

Nun zu euch: Würdet ihr dem Enchen Beardo 3 für 16 Euro eine Chance geben? Oder bleibt ihr direkt bei teureren Klassikern wie dem Philips OneBlade oder einem Braun Trimmer Series 5? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

FAQ: Die wichtigsten Fragen zum 16€-Trimmer

🧔🏻‍♂️ Wie kurz schneidet der Trimmer ohne Aufsatz?
Ohne Kammaufsatz trimmt die nackte Edelstahlklinge auf 0,5 Millimeter. Für eine aalglatte Rasur ist er also nicht geeignet, für einen markanten Stoppel-Look reicht das aber völlig aus.

🚿 Ist der Enchen Beardo 3 wasserdicht?
Laut Datenblatt unterstützt das Gerät die Nass- und Trockenrasur. Ihr könnt den Scherkopf also problemlos unter fließendem Wasser abspülen. Mit in die Badewanne oder komplett untertauchen würde ich das 16-Euro-Gehäuse samt Ladeport aber nicht.

🔋 Kann ich den Trimmer benutzen, während er lädt?
Ja! Dank des modernen USB-C-Anschlusses könnt ihr das Gerät bei leerem Akku einfach an eine Powerbank oder ein Handynetzteil hängen und direkt weiter rasieren.

💸 Gibt es Ersatzklingen zu kaufen?
Nein, das braucht ihr aber auch nicht, da das Gerät selbstschärfende Edelstahlklingen besitzt.

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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