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FA3D DIO X: Dieser Hybrid-3D-Drucker druckt FDM und färbt mit UV-Tinte!

FA3D-DIO-X-Toolhead-Change

Bunter 3D-Druck zwingt bisher immer zu Kompromissen: Entweder kämpft ihr beim FDM-Druck mit Müllbergen aus Filamentresten („Purge-Poop“), oder ihr greift zu teuren Vollfarb-Harzdruckern, deren Bauteile im Alltag extrem sensibel sind. Das Start-Up FA3D denkt sich hier: Lasst uns doch einfach beide Technologien direkt in einen 3D-Drucker packen. Heraus kommt der FA3D DIO X, der klassischen FDM-Druck mit einem 6-Kanal-UV-Tintenstrahldruckkopf kombiniert. Aber wie funktionert das konkret beim kommenden Kickstarter-Projekt?

FA3D DIO X (Kickstarter-Kampagne)

  • Geplanter Kampagnenstart: Oktober / November 2026
  • VIP-Reservierungsanzahlung auf der Ankündigungsseite: 50$ (voll erstattungsfähig vor Launch)
  • FDM Starter Pack (Basis-Drucker): ab 699$ im VIP-Deal / 749$ Super Early Bird (späterer UVP: 999$)
  • Full-Color Starter Pack (FDM + UV-Druckkopf & Tintenstation): ab 1.549$ im VIP-Deal / 1.699$ Super Early Bird (späterer UVP: 2.399$)
  • Deluxe Bundle (FDM, UV-Kopf, Laser, Schneidemodul, Stift & Förderband): ab 2.299$ im VIP-Deal (späterer UVP: 3.699$)

Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.

Technisches: Ein Hybrid mit dem Besten aus zwei Welten?

FeatureFA3D DIO X
DrucktechnologieHybrid: FDM (Schmelzschichtung) + UV-Inkjet (Piezo-Tintendruck)
Bauraum300 x 300 x 300 mm
Max. DruckgeschwindigkeitBis zu 800 mm/s
Hotend- & BetttemperaturBis zu 350°C (Düse) / beheiztes Bett
BauraumheizungAktiv beheizte Kammer bis 65°C (für PC, PPA, ABS)
Werkzeugwechsler2 Köpfe mit 4 Düsen (Wechselzeit: ca. 1 Sekunde)
UV-Tintensystem6 Farbkanäle, 1.440 dpi Druckauflösung, integrierte UV-Härtung
AutomatisierungOptionale Förderband-Druckplatte (Conveyor Bed) für Endlosdruck
ZusatzmoduleLaser-Gravierkopf, digitales Schneidemesser, Zeichenstift, 5-Farb-Multicolor-Drybox
KamerasystemOptische Farbausrichtung & Drucküberwachung in Echtzeit

FDM trifft UV-Tinte: Vollfarbe ohne Spültürme

Die Kernidee des DIO X ist eine strikte Arbeitsteilung: Das gewohnte FDM-Filament (1,75mm) übernimmt das Innere des Bauteils, sorgt für mechanische Stabilität und füllt das Volumen auf. An der Außenwand baut der Drucker eine hauchdünne Trägerschicht auf, die chemisch so abgestimmt ist, dass sie sowohl mit dem Filament als auch mit UV-härtender Tinte eine feste Verbindung eingeht.

FA3D DIO X Toolhead Farben

Direkt hinter dem FDM-Kopf fährt der UV-Druckkopf über diese Außenschicht. Er sprüht die 6-Kanal-Tinte mit einer feinen Auflösung von 1.440 dpi auf die Oberfläche, während eine mitfahrende UV-Lichtquelle die Farbe sofort aushärtet.

Da die Tinte nur die Außenhaut benetzt und nicht das gesamte Objekt aus teurem Harz besteht, senkt das laut Hersteller die Materialkosten um rund 80 Prozent gegenüber industriellen Vollfarbdruckern. Gleichzeitig entfällt das zeitraubende Spülen/ Purgen der Düse beim Farbwechsel, was die Druckzeit im Vergleich zu Mehrfarb-FDM-Systemen drastisch verkürzen soll. Sollte das in der Realität wirklich zuverlässig funktionieren, wäre das gerade im Hinblick auf die teuren UV-Tinten-Folgekosten definitiv ein spannender Ansatz.

Modulares Multitool: Schneller Düsentausch und Förderband

Auch die restliche Hardware zielt auf maximale Vielseitigkeit ab. Das Gerät beherbergt zwei FDM-Werkzeugträger mit insgesamt vier Düsen. Ein Düsenwechsel geschieht in rund einer Sekunde rein mechanisch, indem der Druckkopf gegen einen festen Stift im Gehäuse schwenkt, während eine kleine Metallblende das Nachtropfen von Filament verhindert. Dank 350°C Düsentemperatur und einer auf 65°C aktiv beheizten Kammer verarbeitet die FDM-Einheit auch anspruchsvolle Konstruktionswerkstoffe wie Polycarbonat (PC) oder PPA.

FA3D DIO X Toolhead Change

Wer Kleinserien fertigen möchte, kann die normale Druckplatte gegen ein beheiztes Förderband (Conveyor Bed) tauschen. Ist ein Druck fertig, transportiert das Band das Bauteil automatisch nach vorne in eine Auffangbox und startet den nächsten Auftrag ohne menschliches Zutun. Für Bastler lassen sich die Werkzeugträger zudem mit einem Laser-Graviermodul, einem Schneidemesser für Folien oder einem Zeichenstift bestücken.

Nerd-Wissen: Warum UV-Druckköpfe extrem zickig sind
Die Kombination aus FDM und Tinte klingt genial, bringt in der Praxis aber Hürden mit sich. UV-härtende Tinte neigt bei Stillstand dazu, feine Düsenkanäle mikroskopisch zu verstopfen. FA3D will dem mit einer automatischen Reinigungsstation begegnen, die den Druckkopf nach getaner Arbeit chemisch einweicht und Tintenreste per Unterdruck absaugt.

Dennoch bleibt es wohl auch hier dabei: Tintenköpfe sind empfindliche Verschleißteile. Im Gegensatz zu einer simplen 5-Euro-Messingdüse beim FDM-Drucker kostet der Tausch eines industriellen Tintenstrahlkopfes schnell dreistellige Beträge, und UV-Tinte besitzt ein begrenztes Haltbarkeitsdatum. Mehr dazu könnt ihr in unserem Test zum EufyMake E1 nachlesen.

FA3D DIO X Toolhead 24h Printing

Einschätzung: Mutige Innovation mit Crowdfunding-Faktor

Der FA3D DIO X schlägt eine faszinierende Brücke zwischen zwei Welten. Wenn die Software-Farbzuweisung im hauseigenen Slicer und die Haftung zwischen Kunststoff und Tinte in der Realität so sauber ineinandergreifen wie versprochen, könnte dieses Gerät beispielsweise den Modellbau revolutionieren. Das lästige Schleifen, Grundieren und manuelle Bemalen von Figuren würde damit weitgehend entfallen.

Mit einem Einstiegspreis von 1.549 US-Dollar für das vollfarbfähige Paket ist das System für ambitionierte Maker durchaus bezahlbar. Dennoch gilt wie bei allen Kickstarter-Projekten: Ihr kauft kein fertiges Produkt aus dem Regal. Die Integration von Tinte, UV-LEDs, Hochtemperatur-FDM und Förderband-Mechanik in einem einzigen Gehäuse ist extrem komplex. Ob FA3D diese gigantische Entwicklungsaufgabe pünktlich und ohne Kinderkrankheiten meistert, muss die finale Serienproduktion erst unter Beweis stellen.

Nun zu euch: Wäre ein FDM-Drucker mit echter UV-Farbbedruckung die Lösung für eure bunten Projekte, oder schrecken euch die Folgekosten für Tinte und Druckkopf-Wartung ab? Schreibt es uns in die Kommentare!

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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