Test Alfawise A9 DIY Deko-Smartlichter für 117€

So mancher YouTube-Kanal schmückt sein Setting heutzutage mit solchen Dekolichtern. Und auch als schönes Leuchtelement in der eigenen Wohnung hat so mancher sie schon für sich entdeckt. Natürlich gibt es auch chinesische Alternativen. Wir haben einen Satz LED-Panels von Alfawise ausprobiert.

Alfawise A9 DIY LEDs (5)

Bei den Lichtern handelt es sich um je 206 Gramm schwere LED-Panels, die über kleine Steckverbindungen zu einer Einheit zusammengesetzt werden. Je mehr einzelne Teile man verwendet, desto größer und ausgefallener können die Formen dabei werden. Im Starterset sind insgesamt neun Panels enthalten, weitere kann man theoretisch noch nachkaufen.

Die LED-Panels

Die Dreiecke sind weiß und komplett aus Plastik mit einer Kantenlänge von 24,5 cm. An jeder Seite gibt es einen kleinen Spalt etwa der Größe eines SD-Karten-Slots. Hier werden die einzelnen Panels mit kleinen Steckverbindungen zusammengesetzt. Die kleinen Stecker bieten allerdings keinen Halt, sondern dienen lediglich der Signalübertragung, man erhält also keine stabile Konstruktion, die man als Ganzes anheben kann.

Alfawise A9 DIY LEDs Stecker (2)

Bei den Steckern ist die Richtung entscheidend. Je eine Seite ist mit „Pre“ und eine mit „Next“ beschriftet, was kennzeichnet, aus welchem Panel das Signal kommt. So lässt sich eine Reihe bilden, was bei Animationen wichtig ist, die sich quasi durch die einzelnen Panels bewegen. In das erste Panel wird ein Kabel gesteckt, das entweder in einem USB-Anschluss oder einen entsprechenden Steckdosenadapter gesteckt wird. Das Kabel enthält auch die Kontrolleinheit, die das Bluetooth-Signal aussendet.

Alfawise A9 DIY LEDs Stecker (4)

Theoretisch kann man die Panels ohne App nutzen, indem man einfach den Strom einsteckt. Dann hat man allerdings keine Möglichkeit, Farbe oder Animation einzustellen. Mit beiliegenden Klebestreifen können die Panels an der Wand befestigt werden.

Alfawise A9 DIY LEDs (6)

Die Panels im Einsatz

So umständlich das Einstellen am Anfang auch ist (siehe App), die Lichter sehen gut aus. Dabei dürfte auch für beinahe jeden Geschmack etwas dabei sein, ob man einfarbiges, schwaches Licht möchte, eine in verschiedenen Intervallen blinkende Animation oder atmosphärische Übergänge. Gerade beim Farbwechsel ist ein leichtes Flackern bemerkbar; nicht wirklich störend, aber sichtbar.

Alfawise A9 DIY LEDs (4)

Mögliche Einsatzorte sind zu Beispiel Wohn- oder Schlafzimmer, wo die Lichter als einfaches Dekoelement an der Wand befestigt werden können. Im Partykeller macht sich dann eher flackerndes Diskolicht besser, auch wenn die Panels nicht hell genug sind, um einen Raum wirklich auszuleuchten. In jedem Fall ist es maximal dekoratives Hintergrundlicht. Sinnvoll kann es auch sein, die Lichter in sein Smart Home zu integrieren und mit einem entsprechenden Adapter (wie dem WiFi Switch von Sonoff) auszustatten.

Alfawise A9 DIY LEDs (5)

Mit mehr Panels lassen sich theoretisch auch größere Anzeigen bauen. Dazu kann man entweder einen zweiten Satz à neun Panels kaufen oder auch einzelne. Letztere sind pro Stück aber teurer.

Die App

Die in der Anleitung empfohlene App trägt den einfachen Namen „LED Hue“. Sie ist für Android und iOS erhältlich, für beide Betriebssysteme aber gleich schlecht. Es gibt genau zwei unterschiedliche „Menüs“: Im Startbildschirm werden in der oberen Hälfte Bluetooth-Signale in der Umgebung angezeigt. Hier findet man dann auch das Signal der LED-Panels mit dem Namen SP110E. Im Feld darunter kann man durch verschiedene Profile wechseln, die allerdings nicht näher erklärt werden. Wo hier der Unterschied zwischen RBG, GRB und GBR liegt, konnte ich auch beim x-ten mal nicht herausfinden. Die Namen im rechten Slider sind noch kryptischer: SK6812 oder LPD6803, was mögt ihr lieber?

Alfawise A9 DIY LEDs

Es handelt sich wohl um Bezeichnungen verschiedener Leuchtmittel, allerdings kann man fast jede Option auswählen und erzielt trotzdem Ergebnisse mit den LEDs. Immerhin findet man durch Ausprobieren ein paar wirklich schöne Animationen.

LED Hue App

Über den Enter-Button ganz unten gelangt man zu einer neuen Ansicht. Hier kann man dann noch mehr Animationen auswählen, indem man in einem kreisrunden Slider durch insgesamt 100 verschiedene Modi wechselt. Findet man eines, das einem gefällt, kann man es als Favorit markieren. Es lassen sich auch gezielt Farben auswählen und Helligkeit und Blinkintervalle regeln, was allerdings mehr ein Glücksspiel ist. Ganz ehrlich: Nach mehrmaligem Ausprobieren weiß ich immer noch nicht, wie genau das funktioniert und was welches Icon macht. Alles wirkt irgendwie zufällig, aber nach kurzer Zeit findet man in der Regel irgendetwas, das einem gefällt.

Für mich ist das insgesamt eines der am wenigsten benutzerfreundlichen Interfaces, die ich je gesehen habe. Und das soll was heißen.

Warum eigentlich Alfawise?

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass auf keinem der Fotos irgendwo der Name Alfawise auftaucht. Das liegt daran, dass das Produkt mit diesem Namen auch einfach nichts zu tun hat. Bei Alfawise handelt es sich um eine Marke, die zu GearBest gehört, und unter der verschiedene Produkte anderer Hersteller als GearBest-exklusiv verkauft werden. Okay, kann man so machen. Macht beim Verkauf in den Westen ja vielleicht sogar Sinn. Hier hat man sich aber (bisher) scheinbar nicht mal die Mühe gemacht, dafür eigene Verpackungen oder Anleitungen zu drucken.

Alfawise A9 DIY LEDs Box

Es handelt sich um Produkte der Marke „Shangke Shi Jiaju“, zu Deutsch etwa „schöne Wohnungs-Dekorationen“, mit dem englischen Zusatztitel „Thank’s Home“. Auch die englische Anleitung verwendet ausschließlich den Namen Thank’s Home und die Produktbezeichnung SKS-SP110E. Möglich, dass GearBest das noch anpasst, bisher bekommt man aber die ursprüngliche Version ohne Verweis auf die Marke Alfawise. Am Produkt ändert das aber ohnehin nichts. Denkbar (und wünschenswert) wäre maximal, dass man mit dem neuen Namen auch eine neue App entwickelt.

Fazit – Leider (noch) zu teuer

An sich sind die LED-Panels von Alfawise bzw. Thank’s Home eine feine Sache. Die Installation ist einfach und trotz der unausgereiften App lässt sich einfach eine coole Beleuchtung einrichten. Es gibt nur ein wirkliches Problem: der Preis. Die bekannteren Panels der Marke Nanoleaf gibt es ebenfalls ab ca. 150€ bis 200€ – bei Amazon oder auch bei deutschen Händlern, mit kürzerem Versand und einer ausgereifteren App. Die Gründe, hier dann eine schlechtere chinesische Version zu kaufen, fehlen mir da irgendwie.

Falls es einem chinesischen Hersteller gelingt, eine deutlich günstigere Alternative zu bringen, schauen wir uns die gerne an. Die Alfawise-LED-Panels sind derzeit leider noch keine wirkliche Option.

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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