Anycubic Photon Ultra – Resin-3D-Drucker mit DLP-Technologie jetzt auf Kickstarter

Das Interesse war groß und die Early Bird-Angebote bereits nach weniger als 24 Stunden alle vergriffen. Aktuell kann man sich den Drucker aber noch für $499 sichern.

Am 14. September startet die Kickstarter-Kampagne für den Anycubic Photon Ultra. Erstmals setzt Anycubic hier DLP-Technologie in einem Resin-Drucker ein. Die ersten 300 Backer erhalten den Drucker für nur $399 im Super Early Bird Angebot (ca. 340€). Wir haben ein Modell schon vorab erhalten und konnten uns schon einen ersten Eindruck von der neuen Technologie machen.

Anycubic Photon Ultra DLP 3D-Drucker 2

Die Photon-Reihe

Die Resin-Drucker von Anycubic trugen von Anfang an den Namen „Photon“. Das erste Modell hieß entsprechend auch Anycubic Photon, darauf folgte eine verbesserte Version mit der Bezeichnung Anycubic Photon S. Den hatten wir 2019 auch getestet, genauso wie etwas später den Photon Zero, der eine wiederum abgespeckte und deutlich günstigere Version war. Auch weil die Preise über die folgenden Monate stark gesunken sind wurden sie zu beliebten Druckern.

2020 kam mit der Photon Mono-Reihe eine neue Generation, die mit monochromen Displays vor allem schnelle Druckgeschwindigkeiten ermöglichte. Der Anycubic Photon Mono X, den wir hier haben, wurde zu einem meiner absoluten Lieblingsdrucker, weil er a) eine deutlich größere Druckfläche besitzt und b) extrem zuverlässig funktionierte.

Der Photon Ultra ist insofern ungewöhnlich, dass er jetzt auf eine völlig neue Technologie setzt. Trotzdem entscheidet man sich, ihn mit dem Photon-Branding zu veröffentlichen. Das Zeichen soll wohl sein: „Hier kommt kein alternatives Modell, das einfach eine andere Technologie nutzt, sondern der neueste und damit beste Drucker der Reihe.“

DLP-Technologie

Der Photon Ultra ist der erste Drucker von Anycubic mit DLP-Technologie (Digital Light Processing). Alle anderen Resin-Drucker, die wir bisher getestet haben, nutzen stattdessen LCD-Technologie. Äußerlich unterscheiden sich die Drucker nicht, und das Prinzip, dass das Resin von unten durch einen durchsichtigen Boden mittels UV-Licht ausgehärtet wird, ist auch bei beiden das gleiche. Der Unterschied: LCD-Drucker haben ein Panel aus den namensgebenden LCDs. Dieses Display besteht aus Pixeln, die einzeln leuchten und so eine Schicht (Layer) gleichzeitig aushärten. Bei DLP wird das Licht aus einer Quelle über tausende kleinster Spiegel auf das Display geworfen. Am Ende wird auch hier der ganze Layer gleichzeitig ausgehärtet (anders als beim eigentlichen SLA-Druck, bei dem ein Laser jeden Punkt einzeln bestrahlt).

Anycubic Photon Ultra DLP 3D Drucker Innenraum
Blick durch das Display in das Innere des Photon Ultra

LCD ist billiger als DLP, weshalb es bisher die bevorzugte Technologie in den meisten Consumer-Druckern war. Anycubic verbaut jetzt erstmals auch DLP. Das ist auch der Grund, warum der Drucker trotz seiner geringen Größe über 400€ kostet, während vergleichbar große Drucker mit monochromem LCD teilweise für 200€ zu bekommen sind.

Unter anderem wird damit auch eine längere Lebensdauer der Leuchtelemente gewährleistet und vor allem ein höherer Detailgrad der Drucke versprochen. Trotz der nominell geringen Auflösung von 720p ist der Detailgrad auf den Niveau von 2k bis 4K bei LCD-Druckern. Die Lebensdauer wird mit 20.000 Stunden angegeben, während man die Leuchtelemente bei LCD-Druckern schon früher austauschen muss.

Verpackung und Zubehör

Nichts besonderes hier. Wenn ihr schon mal gesehen habt, wie ein Resin-Drucker verpackt ist: Genau so sieht es auch beim Photon Ultra aus. Dicker Schaumstoff um den Drucker, das Zubehör liegt oben drauf. Bei unserem Paket war nichts beschädigt und alles vollzählig.

Anycubic Photon Ultra DLP 3D Drucker Verpackung 2

Auf den Displays und der Resin-Wanne ist Folie angebracht um die Oberflächen zu schützen. Gerade beim Resin-Tank habe ich in der Vergangenheit auch schon zerkratzte Exemplare ausgepackt, insofern ist das durchaus noch positiv zu erwähnen.

Anycubic Photon Ultra DLP 3D Drucker Resin Vat

Es sei allerdings gesagt, dass wir ein Testgerät bereits vor dem Start der Kickstarter-Kampagne erhalten haben. Zwar erweckte weder die Verpackung noch das Gerät selbst den Eindruck eines Prototypen, trotzdem kann sich hier natürlich noch etwas ändern.

Der Drucker

Nun also ein blauer Drucker. Damit haben wir fast alle Farben durch, nachdem hier bereits gelbe, rote und orangefarbene Drucker stehen und der Elegoo Mars Pro schon mal eine grüne Abdeckung ausprobiert hat. Es steht dem Photon Ultra jedenfalls gut.

Das Display an der Front ist wieder nur minimalistisch, muss aber auch nicht größer sein. Eine Sache, die über alle die verschiedenen Photon-Modelle gleich geblieben ist, ist das Interface. Für die paar Icons reicht das Display eben auch.

Anycubic Photon Ultra DLP 3D Drucker Vorderseite

Hier gibt es wie immer die Option, die Plattform zu leveln (was man vor dem ersten Druck einmal tun sollte), die Plattform zu bewegen und die UV-Beleuchtung zu testen. Bei eingestecktem USB-Stick habt ihr auch einen Überblick über alle geslicten Druckdateien auf dem Stick inklusive einer Vorschau des

USB-Anschluss und Schalter sitzen an der rechten Seite über den technischen Daten. Der Anschluss für das Netzkabel ist auf der Rückseite.

Anycubic Photon Ultra DLP 3D Drucker Schalter USB Anschluss

Der Drucker hat übrigens keinen Lüfter. Die Wärmeentwicklung ist wegen der gegenüber LCD-Druckern veränderten Technologie geringer und ein Lüfter laut Anycubic nicht nötig. Das bedeutet, dass der Drucker sehr leise arbeitet. Genau genommen macht er überhaupt keine Geräusche abgesehen vom Motor, der die Plattform hebt und senkt. Zwischen den Bewegungen (die natürlich in wenigen Sekunden Abstand erfolgen) herrscht absolute Stille.

Software

Der Drucker nutzt wieder die hauseigene Slicing-Software Photon Workshop. Wer schon mit einem vergleichbaren Programm gearbeitet hat, findet sich auch hier zurecht. Ich mag es sogar mehr als ChiTuBox, auch wenn es nahezu das gleiche Layout hat.

Photon Workshop Slicing Software Screenshot

Wer noch neu in der Thematik ist: In der Slicing Software könnt ihr die .stl-Datei bearbeiten, verschiedene Einstellungen für den Druck vornehmen und sie schließlich in ein Format bringen, das der jeweilige Drucker auch verarbeiten kann. Was am Anfang kompliziert klingt, ist eigentlich recht einfach. Das Objekt lässt sich drehen, in der Größe ändern oder sogar vervielfachen, was aber alles über Regler und ein paar Schaltflächen funktioniert.

Erst, wenn ihr wirklich die Qualität der Drucke, die Geschwindigkeit der Druckplatte und ähnliches anpassen wollt, wird es etwas komplexer. An diesem Punkt werdet ihr aber bereits erfahrener sein und wissen, an welchen Einstellungen ihr drehen könnt. Man lernt mit jedem Druck etwas dazu. Am Anfang muss man, gerade für die Testdateien, eigentlich gar nichts einstellen sondern kann direkt auf „Slice“ klicken.

Drucken – Qualität wie nie zuvor

Überzeugt der DLP-Drucker in der Praxis? Er legt auf jeden Fall verdammt stark vor. Auf dem USB-Stick liegt eine Testdatei, die ich wie immer als erstes gedruckt habe. Dabei handelt es sich um diese Wolverine-Skulptur, und die sollte man sich einfach mal genau anschauen. Ignoriert die Reste der Stützstrukturen auf der Brust, die kann man mit einem feinen Werkzeug entfernen. Aber schaut mal auf die Kette, die Logan um den Hals trägt. Jedes einzelne Kettenglied ist ungefähr einen halben Millimeter groß und weniger als 0,1 mm dick. Einzelne Layer erkennt man an dem Modell so gut wie überhaupt nicht, selbst bei genauem Hinsehen.

Anycubic Photon Ultra Wolverine Testdruck 3

Der Druck gelang auf Anhieb direkt beim ersten Versuch. Die Datei ist bereits gesliced und war mit Stützstrukturen versehen. Von allen Testdrucken, die bisher bei Druckern dabei waren, definitiv das beeindruckendste Modell. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Drucke.

Einschätzung

Ich freue mich auf den Drucker. Nachdem im letzten Jahr so gut wie alle Hersteller ihre Resin-Drucker auf monochrome Displays geupgradet haben und so das Tempo beim Druck ordentlich verbessert haben, geht Anycubic nun den nächsten Schritt und bringt die eigentliche teurere DLP-Technologie in den Consumer-Bereich. Bisher sieht es so aus, als würde der Photon Ultra so gut wird wie versprochen.

Die ersten 300 Backer bekommen ihn aber für $399. Weitere 500 Unterstützer zahlen dann $459, ehe dann nochmals 2.000 Einheiten für $499 angeboten werden. Der Preis nach Release soll dann $599 betragen und man wird den Drucker dann auch auf Amazon bekommen.

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Kommentare (10)

  • Profilbild von Incocnito
    # 23.08.21 um 12:38

    Incocnito

    Erwähnenswert ist vielleicht auch, daß ein DLP-Drucker nicht mit dem Resin eines LCD-Druckers klarkommt.

    • Profilbild von SoniC
      # 23.08.21 um 12:44

      SoniC

      @Incocnito: Erwähnenswert ist vielleicht auch, daß ein DLP-Drucker nicht mit dem Resin eines LCD-Druckers klarkommt.

      Huh? Dachte DLP arbeitet auch mit UV-reaktiven Resin ? Kannste mal bitte hier ein bissl mehr Klarheit bringen? Das wäre nämlich ganz wichtig zu wissen bevor man es kauft bzw. unterstützt….
      Danke!

      • Profilbild von Incocnito
        # 23.08.21 um 12:57

        Incocnito

        Nun wo der Unterschied liegt kann ich auch nicht sagen. Beide Resins z.B. härten bei 405nm aus. Wenn man aber bei Filamentworld.de die Resins betrachtet, wird immer "DLP" bzw. "LCD" beim Resin angegeben.
        Siehe hier:
        https://www.filamentworld.de/produkt-kategorie/3d-drucker-resin/

        • Profilbild von SoniC
          # 23.08.21 um 19:14

          SoniC

          @Incocnito: Nun wo der Unterschied liegt kann ich auch nicht sagen. Beide Resins z.B. härten bei 405nm aus. Wenn man aber bei Filamentworld.de die Resins betrachtet, wird immer "DLP" bzw. "LCD" beim Resin angegeben.
          Siehe hier:
          https://www.filamentworld.de/produkt-kategorie/3d-drucker-resin/

          Ich glaube hier handelt sich entweder um einen Fehler bei Filamentworld. Ich hab bissl recherchiert und bei DLP und LCDs handelt sich um die gleiche UV Wellenlänge die Beleuchtungstechnik ist bei den beiden halt bissl anders. Resin bleibt bei den beiden aber gleich, z.B.: hier Resin als "LCD/DLP" bezeichnet :
          https://www.horbachtechnik.de/shop/index.php?cPath=7001_7264_7217_7219

          Was anderes ist natürlich LFS wo man die Flüssigharz-Fläche mit Laser bestrahlt. Da bin ich mir relativ sicher, dass du einen anderen Resin-Typen brauchst als wie bei LCD/DLP.

    • Profilbild von E.Hartmann
      # 18.09.21 um 18:06

      E.Hartmann

      das ist nicht zutreffend für den Ultra, er nimmt normales 405nm Resin

  • Profilbild von G.Crack
    # 23.08.21 um 12:43

    G.Crack

    Also ich selber interessiere mich sehr für diese neue Art drucken und bin schon seit gut zwei Jahren auf der Suche nach einem Anständigen 3D Drucker um endlich auch Ersatzteile für gewisse Zwecke zu drucken um nicht ständig für alles unbedingt viel Geld ausgeben und ewig darauf warten zu müssen, daher würde es mich schon doch sehr interessieren ob dieser auch seine Versprechen halten kann was gesagt wird bzw er/es beschrieben wird.

    • Profilbild von Nutzlos!
      # 23.08.21 um 14:19

      Nutzlos!

      Für Ersatzteile die eine gewisse Belastung ertragen müssen, ist ein Resin Drucker weniger geeingent, dann lieber ein fdm Drucker!

  • Profilbild von Joe83
    # 01.09.21 um 13:34

    Joe83

    Bauraum?

  • Profilbild von Heiko85
    # 14.09.21 um 17:50

    Heiko85

    ich hab's probiert und es hat nicht geklappt.irgendwie klappt die Bezahlung nicht bei mir.hat jemand mit Barclays versucht zu bezahlen

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