Test 3D-Drucker im Test: Anycubic Photon S SLA-Drucker für 294€ aus DE-Lager

Den Anycubic Photon S gibt es dank dem Singles Day aktuell für 293,96€ bei AliExpress aus dem Deutschland Lager! Dank dem DE-Lager braucht ihr euch um Importgebühren keine Sorgen zu machen und der Versand erfolgt ebenfalls schnell. Dazu handelt es sich auch noch um den Bestpreis!

Auch wenn sie im Ergebnis das „Gleiche“ machen, sind SLA-Drucker noch mal eine ganz andere Art des 3D-Drucks – mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Nachdem ich mich schon intensiv mit dem Elegoo Mars (hier Kristians Test) auseinandergesetzt hatte, folgt nun der Testbericht zum ANYCUBIC Photon S.

Anycubic Photon S Logo

  • Anycubic Photon S 3D-Drucker
    • bei AliExpress für 293,96€ (aus Deutschland) | Amazon für 419,99€ (70€-Coupon auf Amazon aktivieren)
    • Druckraum: 115 x 65 x 165 mm – bis zu 0,01 mm(!) Layerhhöhe
    • Besonderheiten: zwei Z-Achsen, verbessertes UV-Modul und „Plastikgehäuse“
    • Zubehör: 1 x 500 ml Resin, 2x Extra FEP Folien und 15 x Papierfilter

Wählt bei AliExpress den Drucker in Weiß mit mindestens 1,5l Resin, um den 15$-Gutschein aktivieren zu können. SO bekommt ihr einen Liter Resin für rund 10€ dazu.

Vorwort zum Test

Moment mal, testet nicht Kristian die 3D-Drucker immer? Ja, und das tut er auch immer noch. Ich hatte aber bereits am Elegoo Mars, unserem ersten SLA-Drucker, großes Interesse – als Fan von Miniature Wargaming begeisterte mich vor allem die im Vergleich zu FDM-Druckern (deutlich) höhere Detailstufe. Bereits mit dem Mars habe ich mehrere Drucke absolviert. Ich habe relativ viel herumprobiert mit verschiedenen Belichtungszeiten und automatischen und manuell gesetzten Stützstrukturen – mit wechselhaftem Erfolg. So geht es vermutlich jedem am Anfang. 🙂 Den Photon S habe ich mir jetzt mal von Anfang bis Ende angesehen. Hier folgt also mein Test- bzw. Erfahrungsbericht.

Der Photon S ist eine Weiterentwicklung des Anycubic Photon. Dem gegenüber wurde die Z-Achse verbessert (doppelte Führung) und die Beleuchtung hat etwas mehr Leistung (50W anstatt 40W). Da der Drucker nun größtenteils aus Kunststoff besteht, ist er außerdem gut 700 Gramm leichter.

Anycubic Photon S Screen Test
Die hier erkennbare doppelte Z-Achse sorgt für mehr Stabilität.

Verpackung und Versand des Anycubic Photon S

Anycubic verkauft den Drucker über Amazon.de; dort steht auch Amazon Prime-Versand zur Auswahl. Wir haben an einem Freitag bestellt, am darauf folgenden Montag war der Drucker bei uns im Büro. Der Karton hatte nicht eine einzige Delle oder Knick, hatte aber ja auch keine ganz so weite Anreise wir unsere sonstigen Pakete.

Anycubic Photon S Verpackung (1)
Keine Beschädigungen und sehr schneller Versand – dank Amazon Prime

Erstmal wird der Karton entfernt. Drucker samt Zubehör sind darin komplett in Schaumstoff eingepackt, sodass zumindest leichte Zusammenstöße ihm nichts anhaben können. Falls aus irgendeinem Grund doch etwas passieren sollte, hat kann man von der Gewährleistung oder dem 14-tägigen Rückgaberecht Gebrauch machen.

Anycubic Photon S Verpackung Schaumstoff
Alles gut verpackt.

Nicht ganz so gut gefällt mir die Verarbeitung des Gehäuses. Da man sich hier für Kunststoff entschieden hat, fühlt sich die Verkleidung einfach nicht ganz so stabil an; beim Öffnen der Klappe hat man immer etwas Angst, man könne sie abbrechen. Sie schließt auch nicht an allen Stellen wirklich bündig.

Anycubic Photon S Scharnier
Die Scharniere wirken nicht sehr stabil, etwas Vorsicht ist angebracht.

Die Klappe gefällt mir aber dennoch deutlich besser als die Abdeckung beim Elegoo Mars. Die sieht zwar während des Druckvorgangs besser aus (weil man mehr erkennt), muss aber jedes Mal komplett vom Drucker gehoben werden. Das fand ich auf Dauer etwas nervig.

Zubehör

Was ist alles dabei? Schon beim Öffnen des Kartons sieht man direkt die Anleitung, die vollständig in englischer Sprache vorliegt. Die Anleitung ist recht gründlich und erklärt in einzelnen, bebilderten Schritten den Aufbau, die Einrichtung und ausführlich auch die Funktionen in der Slicing-Software.

Direkt mit in der Verpackung ist außerdem eine Flasche grünes Resin – nett. Gut möglich, dass die beiliegenden 500ml-Flasche einfach auf den Druckerpreis mit aufgeschlagen wird, aber immerhin muss man so nicht extra daran denken, sie zusätzlich zu kaufen. Achtet bitte darauf.

Anycubic Photon S Zubehör
Anycubic Photon S: Das Zubehör – alles dabei.

Sonst finden wir in der Packung: Einen Mundschutz und einige Handschuhe, zehn Einwegfilter für das Umfüllen des Resins, ein Plastikschaber, verschieden große Sechskant-Schraubendreher bzw. Inbusschlüssel, einen USB-Stick (4 GB) und FEP Folien für den Resintank. Das beiliegende Netzkabel hat einen passenden Netzstecker auch für deutsche Steckdosen, einen Adapter braucht man also nicht. Was fehlt ist eine kleine Zange, die ihr brauchen werdet, um später die Stützstrukturen der Drucke vorsichtig zu entfernen.

Aufbau und Einrichtung vor dem ersten Druck

Einen wirklichen „Aufbau“ gibt es eigentlich nicht, und wenn man weiß, was man tut (oder den Anweisungen der Anleitung folgt), ist der Drucker, im Gegensatz zu den meisten FDM-3D-Druckern, in fünf Minuten einsatzbereit. Die Wanne für das Resin könnt ihr erst mal entfernen (Das Leveling ist allerdings auch mit Wanne und ohne Papier möglich). Löst die beiden Stellschrauben (ihr müsst sie nicht ganz entfernen) und zieht die Wanne vorsichtig nach vorne aus dem Drucker. Es folgt der wichtige Part des richtigen Levelings.

Anycubic Photon S LCD
Schritt 1: Wanne entfernen – wenn man mit Papier levelt.

Löst die Plattform, indem ihr die große Stellschraube lockert und nehmt sie aus dem Drucker. Mit einem der beiliegenden Inbusschlüssel könnt ihr die Plattform lockern, so dass sie relativ frei beweglich ist, und sie anschließend wieder am Lift befestigen.

Anycubic Photon S Inbusschlüssel
Die Platte wird über diese Schraube gelockert.

Über das Menü des Druckers navigiert ihr über Tools und „Move Z“ zur manuellen Bedienung der Z-Achse. Drückt den Home-Button, und die Plattform fährt auf die Ausgangsposition. Legt ein Blatt Papier zwischen den Screen und die Plattform und senkt die Plattform in 0,1mm-Schritten, bis sich das Blatt nur noch mit Widerstand herausziehen lässt. Geht hierbei wirklich in kleinen Schritten vor, um den Screen nicht zu beschädigen.

Anycubic Photon S Move Z Menü
Über dieses Menü könnt ihr in kleinen Schritten die Höhe der Plattform einstellen.

Wenn ihr diese Position erreicht habt, könnt ihr die Plattform vorsichtig festdrücken um zu testen, ob alle Ecken den Boden berühren und sie vollständig ausbalanciert ist. Anschließend könnt ihr die Plattform wieder festziehen. Der ganze Vorgang wird auch recht genau in der Anleitung erklärt. Der Vorgang ist wichtig, und einmal richtig ausgeführt müsst ihr auch für die nächsten Drucke erst mal nicht mehr leveln.

Anycubic Photon S Innenraum
Der Tank lässt sich einfach entnehmen; die beiden Schrauben halten ihn in Position.

Vor dem ersten Druck füllt ihr das Resin in die Wanne. Wie viel ihr braucht hängt vom Druck ab. In ChiTu (Slicer-Software; Erklärung folgt weiter unten.) wird euch die benötigte Menge an Resin sogar vorgegeben, kippt zur Sicherheit aber einfach etwas mehr in die Wanne. Mit den beiliegenden Filtern könnt ihr es auch wieder zurück in die Flasche füllen.

Bedienung

Der Anycubic Photon S wird vollständig über den Touchscreen auf der Vorderseite bedient. Der Ein-/Aus-Schalter befindet sich auf der rechten Seite und schaltet den Drucker und das Display ein. Was ihr seht, ist größtenteils selbsterklärend. Nach kurzer Ladezeit seht ihr den Startbildschirm, wo ihr zwischen Print, System und Tools wählen könnt.

Anycubic Photon S Menü

Unter Print kommt ihr direkt in die Dateiansicht des USB-Sticks (so ihr denn einen eingesteckt habt) und könnt hier zwischen den vorhandenen Druckdateien wählen. Dabei seht ihr jeweils auch ein Vorschaubild. Wählt ihr eines aus, könnt ihr die Datei entweder löschen oder drucken, oder ihr geht wieder zurück.

Anycubic Photon S Touch Display (3)

Unter System findet ihr die Punkte Language, Service und Info. Ein Druck auf Language wechselt sofort die Sprache auf Chinesisch, rührt dieses Feld also am besten gar nicht an. Das Englisch ist sehr gut verständlich.

Anycubic Photon S Touch Display (2)

Der Menüpunkt Tools schließlich habt ihr die Möglichkeit, die Z-Achse manuell zu bewegen, was unter anderem beim Leveln wichtig ist. „Detection“ lässt auch die Beleuchtung testen, was vor dem ersten Druck einmal gemacht werden sollte, und „Z = 0“ legt den neuen Nullpunkt der Z-Achse fest. Außerdem könnt ihr hier den Tastenton ausstellen, da sonst bei jedem Tastendruck ein eher nerviger Piepton ertönt.

Anycubic Photon S Touch Display (1)

Anycubic Photon S Screen Test
Funktioniert die UV-Beleuchtung? Hier könnt ihr sie testen.

Der erste Druck

Kein Druck ohne Slicing. Während der eigentliche Druckvorgang ohne euer Zutun vonstatten geht, müsst ihr im Vorfeld selbst aktiv werden und das zu druckende Modell „slicen“. Das ist glücklicherweise nach kurzer Einarbeitung wirklich nicht schwer. Anycubic hat die eigene Software Photon WorkShop schon auf den beiliegenden USB-Stick gepackt. Von dort könnt ihr sie einfach installieren, sie liegt dort sowohl für Windows als auch für Mac vor.

Nach der Installation könnt ihr die Software direkt starten und über „File –> Open“ die ebenfalls auf dem Stick liegende Testdatei PHOTONS.stl importieren. Das sieht dann aus wie auf dem Screenshot unten.

Photon_WorkShop 1

Folgt den Anweisungen der Anleitung. Für den ersten Druck müsst ihr noch nicht viel einstellen; auch auf Stützstrukturen habe ich am Anfang verzichtet. Habt ihr alles eingestellt, klickt auf Slice und speichert die Datei auf dem Stick.

Den Speicherstick steckt ihr dann in den Drucker und wählt Printing über den Touchscreen aus. Die Datei sollte euch hier direkt angezeigt werden, und ihr könnt den Druck starten.

Bei den vorgeschlagenen Einstellungen dauerte der Druck der Testdatei etwas über sechs Stunden – nur, damit ihr schon mal eine Vorstellung bekommt, wie lange SLA-Druck dauern kann.

Anycubic Photon S Druck Details

Anycubic Photon S Druck 90%
Der Innenraum beim Druck – durch die gelben Plexiglasscheiben

Das Ergebnis kann sich bereits sehen lassen, vor allem, wenn man bedenkt, dass Slicing und Vorbereitung des Drucks keine zehn Minuten in Anspruch genommen haben. Der Anycubic Photon Schriftzug im Innern des Würfels ist perfekt gelungen. Während die Oberfläche der Gitterstruktur augenscheinlich glatt ist, erkennt man auf dem Schriftzug aber die einzelnen Layer auch mit bloßem Auge (das liegt jedoch am Modell). Letzterer Punkt ist zugegeben schon Meckern auf hohem Niveau, und im Vergleich zu den meisten FDM-Drucker ist die Detailstufe immer noch überragend.

Die richtige Slicing Software – Photon WorkShop vs. ChiTuBox

Photon WorkShop

Im Slicing-Programm selbst könnt ihr nun Einstellungen am Objekt vornehmen. Ihr könnt es von allen Seiten betrachten, die Ausrichtung und die Größe ändern oder auch mehrere Dateien laden und gleichzeitig drucken, solange der Platz reicht. Für den Anfang begnügen wir uns aber mit der Testdatei, an der ich auch nichts mehr geändert habe.

Photon_WorkShop 1

In der Anleitung werden einige Parameter-Werte empfohlen, diese habe ich entsprechend angepasst. Je nach Erfahrungswerte kann man später die Layer-Dicke (wie hoch jede einzelne Schicht ist, Standard ist 0,05mm), die Belichtungszeit (die Dauer der Belichtung jeder einzelnen Ebene, Standard 8 Sekunden) und die Geschwindigkeit der Z-Achse anpassen. Dadurch lässt sich die Druckzeit unter Umständen stark reduzieren.

Kurzes Rechenbeispiel: Eure Layer-Dicke ist 0,05 mm, ein 5cm hohes Modell hat also eintausend Layer. Wenn ihr die Belichtungszeit nur um eine Sekunde erhöht, verlängert sich der Druck um über 16 Minuten. Wollt ihr die Layerdicke verringern und beispielsweise nur mit 0,02 mm drucken, dann wird der Druck 2,5 mal so lange dauern wie mit 0,05 mm – logisch.

Später könnt ihr hier auch Support-Strukturen hinzufügen, was bei vielen Modellen unabdingbar ist. Auch hier ist die beste Herangehensweise Ausprobieren. Startet mit den automatischen Stützstrukturen (ist nur ein Mausklick), und fügt manuell Strukturen dort hinzu, wo sie fehlen. Eventuell braucht es ein paar Drucke, ehe ihr den Dreh raus habt.

ChiTuBox

Diese Software kannte ich bereits im Vorfeld. Anders als bei dem auf Anycubic zugeschnittenen Photon WorkShop könnt ihr bei ChiTu mehrere Drucker auswählen; neben dem Elegoo Mars auch Drucker der Hersteller Phrozen, SparkMaker, Wanhao und eben die beiden Anycubic Photon und Photon S.

ChiTuBox sieht etwas schöner aus als das Anycubic-Programm, davon abgesehen ähneln sich beide Slicer aber extrem. Das Interface ist beinahe identisch, die Bedienung ist ebenfalls die gleiche.

ChiTuBox2

Ein paar mehr Optionen gibt es hier aber, so könnt ihr euch das Modell auch transparent anzeigen lassen und die geslicte Datei noch einmal vor dem Speichern ansehen (während Photon WorkShop die Datei direkt speichert). Auch seht ihr vor dem Abspeichern bereits die Zeit, die der Druck in Anspruch nehmen wird. Es nimmt sich wirklich nicht viel, ChiTuBox fühlt sich aber einfach runder für mich an und ist auch beim Photon S meine Software der Wahl.

Kleiner Hinweis: Bei einigen Geräten kommt es zu dem Problem, dass die Modelle in der Software nicht angezeigt werden können. Das war Anfangs auch bei meinem Mi Notebook Pro der Fall. Die Lösung: Die Anwendung „Mit Grafikprozessor ausführen“ und (in diesem Fall) „NVIDIA Hochleistungsprozessor“ wählen. Anschließend lässt sich die Anwendung ganz normal nutzen.

ChiTuBox1

Nach dem Druck

Nach dem Drucken muss der fertige Druck noch gereinigt werden. An dieser Stelle will ich jetzt keinen ausführlichen Ratgeber schreiben, wie man das am besten macht (könnten wir aber eigentlich mal machen), zumal es mit dem Drucker selbst nicht mehr viel zu tun hat sondern universell für alle SLA-Drucker gilt.

Anycubic Photon S (3)
Der allererste Druck mit den empfohlenen Einstellungen

Hat alles funktioniert, dann haftet der fertige Druck unter der Plattform, die nach Abschluss ganz nach oben gefahren wird. Schraubt die Plattform ab und entfernt den Druck vorsichtig mit dem Plastikspachtel. Ihr könnt auch anderes Werkzeug dafür benutzen, es sollte aber nicht aus Metall sein, um die Platte nicht zu zerkratzen. Tragt auf jeden Fall Handschuhe, um nicht in Kontakt mit dem Kunstharz zu kommen.

Anycubic Photon S (1)
Beim Entfernen des Drucks von der Platte braucht es sowohl Vorsicht als auch Kraft.

Anschließend muss der Druck etwa drei Minuten in ein Bad aus Isopropyl gelegt werden. Isopropyl kann auch online bestellt werden und kostet ab 10€ pro Flasche. Um nicht alles nach zwei Drucken aufzubrauchen könnt ihr den Druck auch nur grob damit abwaschen oder mit einem mit Isopropyl getränkten Tuch reinigen, dann erzielt ihr aber unter Umständen nicht die gleiche Wirkung. Der Alkohol entfernt eventuelle Resin-Rückstände vom Objekt. Auch hier wird empfohlen, einen Mundschutz zu tragen, da der 70-99%ige Alkohol wirklich stark riecht.

Danach muss der Druck noch unter UV-Licht aushärten. Wer keine spezielle Lampe hat, kann den Druck auch einfach in die Sonne legen, was länger dauert, aber den gleichen Effekt hat.

Qualität der Drucke & Tipps

Die Qualität der Drucke ist absolut überzeugend. Und dazu braucht es nicht mal viele Anläufe, direkt der erste Druck war gut gelungen. Bei 0,05 mm Layerhöhe (die Standardeinstellung) erkennt man die einzelnen Schichten mit bloßem Auge bereits so gut nicht mehr, wobei das leicht durchsichtige grüne Resin hier mit seinen Anteil daran hat. Die Oberfläche der Gitterstruktur des Testdrucks fühlt sich komplett glatt an.

Anycubic Photon S Testdruck Details
Erst in den Detailaufnahmen (hier mit der Makroshot-Funktion des Redmi Note 8 Pro) sieht man die 0,05mm-Layer gut. Das liegt vermutlich sogar an der Druckdatei, da das „Gitter“ schlicht perfekt ist.
Anycubic Photon S Testdruck Tower (5)
Man beachte die einzelnen Treppenstufen und die extrem glatte Oberfläche.
Anycubic Photon S Testdruck Tower Details (4)
Durch das leicht durchsichtige Resin erkennt man eingeschlossene Luftbläschen.

Durch das verringern der Layerhöhe kann das weiter verbessert werden, wobei das mit einer teilweise stark erhöhten Druckzeit einhergeht. Dafür kann man die Belichtungszeit der einzelnen Layer verringern. Die ursprüngliche Einstellung ist 8 Sekunden; meiner bisherigen Erfahrung nach kann man das auch etwas reduzieren. Wichtig ist vor allem eine hohe Belichtungszeit der ersten Ebenen. Die ersten 5-10 Layer sollte eine Belichtungszeit von 40-60 Sekunden haben; vor allem bei großen Drucken eher mehr. Bedenkt aber: Das Lösen des Drucks von der Plattform wird dann schwerer; wenn ihr dabei den Druck schon beschädigt, sollte die Belichtungszeit verringert werden.

Schlägt der Druck fehl, merkt man das leider erst nach mindestens einer Stunde (je nach Einstellungen), da man in das Becken nicht reinschauen kann. Erst, wenn sich die Plattform weit genug aus dem Tank hebt, seht ihr, ob überhaupt ein Modell gedruckt wird. Wenn der Druck fehlschlägt, merkt der Drucker das aber nicht und „druckt“ einfach weiter. In diesem Fall bildet sich am Boden des Tanks eine ausgehärtete Resin-Schicht, die ihr nach Abbruch des Drucks vorsichtig entfernen müsst, etwa mit dem Plastikspachtel.

Einige Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe:

  • Das übrige Resin muss nicht direkt nach dem Druck zurück in die Flasche gefüllt werden, aber spätestens nach zwei Tagen. Das sollte immer mit den beiliegenden Filtern gemacht werden, die ihr über Amazon auch nachkaufen könnt.
  • Achtet darauf, Stützstrukturen an allen(!) überhängenden Stellen des Modells einzustellen. Der Drucker kann nicht „in die Luft“ drucken, jeder Punkt braucht eine Verbindung mit der Druckplattform.
  • Neu leveln musste ich bisher nicht. Macht es beim ersten Mal gründlich und schraubt die Plattform ordentlich fest, dann solltet ihr erst mal ungestört viele Drucke nacheinander machen können.
  • Achtet auf eine gute Belüftung. Einige der ersten Drucke habe ich in einem kleinen, schlecht durchlüfteten Raum gemacht, was auf lange Sicht zu Unwohlsein führen kann und sicher auch nicht gesund ist. Vermeidet Hautkontakt und wascht euch gründlich die Hände nach dem Anfassen der Drucke.

Viele kostenlose fertige Modelle findet ihr übrigens auf Thingiverse. Ich habe jetzt ein paar Dutzend Drucke gemacht und werde auch weiter drucken und ausprobieren.

Fazit – Anycubic Photon S kaufen?

Das Fazit teile ich mal in zwei Hälften. Einmal geht es um die Frage: Warum ein SLA-Drucker anstatt eines FDM-Druckers? Und zweitens: Wenn SLA, warum ausgerechnet der Photon S?

Der klare Vorteil des SLA-Drucks ist einfach der ungleich höhere Detailgrad. Wenn du Miniaturmodelle drucken möchtest oder auch kleine Ersatzteile, die millimetergenau passen müssen (Schrauben und Muttern z.B.), dann ist SLA definitiv die bessere Wahl. Außerdem gibt es fast nichts aufzubauen, man kann nach wenigen Minuten nach dem Auspacken anfangen zu drucken. Der Nachteil ist der in der Regel deutlich kleinere Druckraum; für besonders große Drucke, wo du auf kleinste Details verzichten kannst, ist Filamentdruck die bessere Wahl. Außerdem hantiert man hier mit Chemikalien und sollte im Idealfall nie ohne Handschuhe und Mundschutz mit dem Resin arbeiten. Auch die Reinigung und Nachbearbeitung nach dem Druck ist aufwendiger beim SLA-Druck. Wenn du dir das nicht antun möchtest, ist er ebenfalls nichts für dich.

Wenn es aber ein SLA-Drucker sein soll, kann ich den Anycubic Photon S wirklich empfehlen – wenn er dir den Aufpreis wert ist. Der Vorgänger Anycubic Photon liefert für 100€ weniger ähnliche Ergebnisse, ebenso der Elegoo Mars. Gegenüber dem Mars mag ich die Abdeckung, die sich deutlich bequemer öffnen und schließen lässt, und die seitliche Positionierung des USB-Anschlusses. Das wäre mir persönlich noch keine 100€ wert. Der wirkliche Vorteil ist eher die 50W UV-Beleuchtung, durch die etwas kürzere Belichtungszeiten möglich sind. Wenn du wirklich viel druckst, spart das auf lange Sicht natürlich Zeit, besonders bei maximalem Detailgrad und 0,01 mm Layerhöhe.

Bei AliExpress allerdings bekommt man den Photon S aus Deutschland aktuell für 315€, und für diesen Preis wiederum macht man definitiv nichts falsch.

Hier geht's zum Gadget
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, werden wir oft mit einer kleinen Provision beteiligt. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich dir überlassen.
Danke für deine Unterstützung.

Warum beeinflusst das in keinster Weise unser Testurteil?
Profilbild von Jens

Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (9)

  • Profilbild von Kristian
    29.09.19 um 19:33

    Kristian CG-Team

    Schöner ausführlicher Test, Jens! Ich habe ja immer mal mit rübergeschielt und es war interessant zu sehen (und zu lesen), wie ein Einsteiger mit dem SLA-Drucker klarkommt. Deswegen hat der liebe Jens auch durch die "Brille des Neulings" den Artikel geschrieben. Ich habe gerade nur gegengelesen.

    Man muss einfach sagen: SLA-Drucker bieten dann doch erheblich weniger Fehlerquellen und sind somit zumindest einfacher zu bedienen. Das Resin auf der anderen Seite nervt dann jedoch auch nicht unerheblich.

    LG

  • Profilbild von IrreHelios
    29.09.19 um 20:41

    IrreHelios

    Hi,
    Die groß ist denn der Druckraum? Hab ich es einfach überlesen?
    Lg

  • Profilbild von Kresi
    30.09.19 um 00:30

    Kresi

    Ich habe den Photon jetzt seit paar Monaten im Einsatz und bin begeistert. Kleiner Hinweis: nach dem Firmwareupdate geht Chitu nicht mehr, da sie ein neues Format zum speichern haben. Lychee soll das wohl aber können

  • Profilbild von Cho Shimada
    30.09.19 um 16:15

    Cho Shimada

    Endlich wieder ein Testbericht von einem 3d Drucker. Das gibt mir Hoffnung das bald wieder mehr kommen;)

  • Profilbild von Patrick
    02.10.19 um 21:44

    Patrick

    Interessant wäre zu wissen wie groß der maximale Druckbereich ist, aber leider mit keinem Wort erwähnt. 🙁

    Patrick

  • Profilbild von some one
    04.10.19 um 11:37

    some one

    thx, aber das 315€ Angebot ist vorbei :-\

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.